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Gruebelwolke
13.03.2014, 09:48
@rico
Aha. jetzt verstehe ich, was du meinst. Finde es trotzdem nicht schön, wenn du von "Geschwätz" etc. redest. Du kannst mich doch einfach sachlich kritisieren ohne Beleidigungen. Dann fällt es dem gegenüber auch leichter das anzunehmen.
Du kannst ja Recht haben. Es war spät gestern abend. Ich lerne gerade für das HEX und diese Frage hat mich einfach aufgeregt, weil man sich ständig rechtfertigen muss. meist wird nämlich nicht einfach verwundert nachgefragt (Sorry Mainzer- das war eben der Tropfen der das fass...es war nicht gegen dich persönlich gemeint), sondern im gleichen Atemzug bewertet und gesagt, dass das gar nicht geht und wann man denn endlich abstillen will.
Meine Argumente in der Nacht waren nicht gut belegt und gut recherchiert. das stimmt. Entschuldigung. Die Sache regt mich einfach auf. ich werde mich nochmal informieren und in Zukunft besser/belegter Argumentieren.
Ich würde mir wünschen, du würdest das einfach sachlich richtig stellen (denn Sachlichkeit und Objektivität verlangst du auch von mir) ohne zu beleidigen. dann wäre allen, auch mir geholfen. Danke.

@rest:
Ich will keine Sonderrechte!!! Ich will nur mein Kind nicht gefährden.
natürlich kann man Elternzeit verlängern, wenn das Kind noch bissl länger braucht. Für mich jetzt keine Option (da Bafög und Studium etc....) aber auch nicht nötig. Wir stillen nur noch nachts und morgens und ich muss keine Nachtdienste in meinem PJ machen.

Auch wenn das für mich nicht nötig ist, will ich trotzdem mal darauf hinweisen, dass das ja total nett und löblich ist, dass niemand Sonderrechte will und wegen den Kollegen etc...Es steht einer stillenden Mutter trotzdem zu, Stillpausen in der Arbeitszeit zu nehmen und keine Nachtdienste etc. zu machen. Das steht im Mutterschutzgesetz. Der Gesetzgeber sieht das Stillen als schützenswürdige Angelegenheit. Es steht nur nicht darin, wie lange das gilt. Das legt jeder Arbeitgeber anders aus. Es ist einfach nicht geregelt. man Ende sind es nicht viele Mütter die lange stillen und man kann das sicher intern regeln. Wer noch stillt, will vielleicht nicht unbedingt Sonderrechte. Und die ein bis zwei die es vielleicht betrifft, arbeiten dafür andere Dienste...man kann das sicher al,les regeln.
Auch hier will ich nur sagen, dass egal wie man das für sich selbst löst, man andere, die es anders machen, nicht dafür verurteilen sollte. Wenn jemand diese Stillpausen einfordert ist es eben auch okay.

Sebastian1
13.03.2014, 11:41
Wenn jemand diese Stillpausen einfordert ist es eben auch okay.

Grundsätzlich gebe ich dir da zwar Recht, aber je nach Arbeitsort, Team und Dienstmodell kann ich durchaus auch verstehen, wenn seitens Arbeitgeber oder Kollegen Unmut aufkommt, wenn jemand sich aus Prinzip darauf beruft, obwohl es gute Alternativen gibt, ohne dass das dem Kind oder der Mutter-Kind-Bindung schadet. Wie Muriel schon schrieb, wenn Gründ vorliegen, dass aus irgendeinem Grund die Mutter zügig wieder arbeiten muss oder will - dann ist das so. Bei einem Kind ab einem Gewissen Alter hätte ich aber durchaus Verständnisschwierigkeiten, warum ich zB die Intensiv-Nachtdienste einer Kollegin des Stillens wegen übernehmen muss. Ich habe jetzt bei meinen beiden Töchtern gesehen, wie gut das ab einem gewissen Alter auch für die Väter machbar ist, die Kinder zu versorgen und habe das auch in meinen Elternzeiten (ab 11. LM) selbst so erlebt.
Ich erlebe es auch in einem recht großen ärztlichen Team, dass solche Sonderregelungen noch nie wirklich erforderlich waren (und bei uns gibt es kaum Kollegen, die keine Kinder haben). Aber das ist erstmal nur meine Sicht der Dinge. Du schreibst selbst, Lösungen wird es geben, wenn sich beide Seiten aufeinander zubewegen.

Ansonsten möchte ich aber noch anmerken, dass ich verwundert bin, dass du dich von Rico angegriffen fühlst, denn ich kenne hier kaum jemanden, der unemotionaler und sachbezogener argumentiert als ihn. Wenn einem die Argumente dann nicht schmecken oder es nicht hübsch political correct verpackt ist, dann ist das immer noch meilenweit von einer Beleidugung entfernt. Du hast selbst zugegeben, dass dein Posting emotional gefärbt war, so dass die Argumentationsweise eben schon beinahe dogmatisch anmutete.
Und was Rico (zu Recht) bemängelt hat, ist das Vermischen von gut belegten Daten mit - sorry - Geschwätz. Wir sind hier nunmal in einem Medizinerforum, und wenn du mal in andere Threads reinguckst, wo durchaus kontroiverse Themen diskutiert werden (zB Homöopathie), dann wirst du sehen, dass es hier durchaus usus ist, für Behauptungen (zu Recht) auch Belege einzufordern. Gehe es da nun um die Wirksamkeit oder Nichtwirksamkeit homöopathischer Therapien oder aber eben um unbelegte behauptungen wie Zusammenhänge zwischen Autismus und Kuhmilch bei Kindern.

Anne1970
13.03.2014, 12:25
:-dafür :-top -Posting Sebastian !

Gruebelwolke
13.03.2014, 12:40
Danke für deine Antwort. Zu diesen Sonderrechten etc. werde ich nichts mehr sagen. Es betrifft mich jetzt nicht selbst und ich denke das ist eine Theoriediskussion. man muss das in der Praxis sehen. das es da wirklich Probleme gibt, kann ich mir kaum vorstellen. Es wird schon eine Lösung gefunden werden.
Und natürlich kann Papa super gut sich ums Kind kümmern. gar keine Frage. Wenn man aber nachts noch stillt, kann er das nun mal einfach nicht.
Aber wie gesagt,das betrifft mich nicht, sollte nur eine Anmerkung sein. Und ich merke schon, wie die Erwartungshaltung "solchen" Kollegen gegenüber ist, verstehe auch beide Seiten. Aber gut.

was deine Aussage zu Rico betrifft- ich kenne die userin nicht weiter. keine Ahnung wie die Person sonst diskutiert. Ich habe mich durch Worte wie "geschwätz" und "Räuberpistolen" und ich sei "nicht kritikfähig" angegriffengefühlt- das fördert nicht unbedingt eine gute Diskussion. ist aber in ordnung wenn du das verwunderlich findest. War eben mein Gefühl.
Ich bin gleich nicht kritikfähig ohne überhaupt auf den Post schon geantwortet zu haben.
Das mein post sehr emotional gefärbt war, habe ich doch gesagt. Meine Güte muss ich jetzt etliche Male um Entschuldigung bitten? Es ist einfach eine Sache die mir wichtig ist. Ja. Ich habe Fehler gemacht. ich werde sowas in Zukunft einfach stecken lassen und einfach klar meine Frage stellen fertig. Ohne Emotion und Durchmischung, ohne mich reinzusteigern oder für etwas partei zu ergreifen.
Und warum soll ich gleich tausend Belege anfügen zu Homöopathie Wirksamkeit etc.? Nur weil ich erwähne, dass ich auch einen Heilpraktiker bei mir slebst hinzuziehe? Wen das Interessiert, der kann doch selber Belege raus suchen. Ich habe dazu doch keine Meinung erboten.
Und ich habe gar nichts dagegen wenn jemand Belege einfordert. ich habe auch gern Belege. Ich studiere ja auch Schulmedizin. Ich bin aber weder gerade zu Hause bei meiner Stillliteratur noch habe ich gerade Zeit was raus zu suchen, wegen der HEXlernerei. Ich beschäftige mich damit gern nochmal nach dem Examen und reiche dann Belege nach, falls gewünscht.
das mit der Milch und Autismus habe ich vor kurzem erst gelesen. Ich suche es nochmal bei pubmed oderso nach dem Examen.
Und in Biochemie hatten wir ein ganzes Seminar an der Uniklinik zu Krebs und Milch. Müsste den Professor nochmal nach seinen Quellen fragen. Ist sicher machbar.
Es wird noch tausende Dinge geben, die jetzt selbstverständlich sind und in etlichen Jahren ist das ganz falsch etc.
Früher hat man Kindern Feilchenwurzel zum Zahnen gegeben, heute ist man nicht mehr so sicher, ob es den Kindern nicht schadet.
Und so kann man lange weiter machen. ich trinke auch Kuhmilch- klar. mein Kind bekommt auch Müsli mit Milch- klar. So dogmatisch (oder konsequent) bin ich nicht. Es muss alles auch praktikabel sein.
Möchte nur richtig verstanden werden. Ich finde es nicht so schön, wenn lauter Dinge unterstellt werden, die so nicht sind. Bin weder kritikunfähig (denke ich jedenfalls) noch wehre ich mich gegen Belege. Gern her damit.

Ich wollte doch nur wissen, ob ich im PJ was beachten muss. was ist nur aus der frage geworden? jedenfalls vielen dank den Antwortern. Werde beim Betriebsarzt nochmal fragen und hab viele sinnvolle Tipps (vor allem von Muttis mit ähnlicher Erfahrung)bekommen (auch per PN). Danke ihr lieben

mainzer
13.03.2014, 22:43
ich wusste...ich hätte nichts sagen sollen....
...mädels, wolln wir den thread einfach an dieser stelle zu machen?! :-keks

Sebastian1
13.03.2014, 23:26
Nein, zu machen sicher nicht. Zum Einen hat die Ursprungsfrage ihre Berechtigung und die Threaderstellerin hat explizit hierzu nochmal nach Meinungen gefragt, zum Anderen hat sich daraus ja eine Diskussion entwickelt. Und bei Themen, die nicht nur rein sachlich, sondern auch emotional diskutiert werden, kann das ja zugegebenermaßen manchmal durchaus anstrengend sein. Das ist aber nicht damit gleichzusetzen, das eine solche Diskussion nicht auch gewinnbringend geführt werden kann. Und der Gewinn liegt ja nicht ausschliesslich darin, die "Kontrahenten" überzeugt oder mundtot gemacht zu haben ;-)

Rico
13.03.2014, 23:26
was deine Aussage zu Rico betrifft- ich kenne die userin nicht weiter. User, bitte.
Nicht jeder, der mal was von der Datenlage zum Stillen gehört hat, ist automatisch eine Frau. Auch Männer informieren sich bisweilen über die Modalitäten der Ernährung ihrer Kinder.

Ich habe mich durch Worte wie "geschwätz" und "Räuberpistolen" und ich sei "nicht kritikfähig" angegriffengefühlt- das fördert nicht unbedingt eine gute Diskussion.Hm... Also Geschwätz und Räuberpistolen sind jetzt meiner Auffassung nach allenfalls Minor-Beleidigungen, die ich übrigens gerne zurückziehe wenn ich eine stichhaltige Datenlage zu dem Thema präsentiert bekomme. Also stichhaltig in dem Sinne, dass es nicht eine vereinzelte Studie von 1955 ist, die im Rattenmodell eine Zunahme von irgendeinem Biomarker gezeigt hat, der auch bei Autismus vorkommt und seither nicht mehr reproduziert werden konnte.

Ich bin gleich nicht kritikfähig ohne überhaupt auf den Post schon geantwortet zu haben..Das war auch gar nicht mehr nötig, denn Du hattest ja bereits die Frage von Mainzer offenkundig als Kritik interpretiert und Dich mit dem hinlänglich diskutierten Post dazu geäußert - und der war eben (aus den von Dir inzwischen nachgereichten Gründen) nicht von konstruktiver Erklärarbeit geprägt.
Deshalb war diese Aussage zu diesem Zeitpunkt der Diskussion aber schon passend.

Gruebelwolke
17.03.2014, 20:01
@rico

ich war schon etwas irritiert, dass dein Username "Rico" ist, dachte aber, du bist weiblich wegen diesem Satz "ich finde auch, dass Stillen eine klasse Sache ist, meine beiden Kinder sind auch über die 6 Monate hinaus gestillt und wir sind gut damit gefahren."
Ich dachte, du hast sie gestillt und deshalb wärest du eine Frau. War ein Missverständnis. Werde ich trotzdem gleich wieder ironisch auf die Schippe genommen.


Du hast interpretiert, dass ich die Frage von mainzer als Kritik gesehen habe. Ich nicht. Ich habe geschrieben, dass mich solche Aussagen aufregen und wieso. Ich habe nicht gesagt, dass ich mich persönlich dadurch kritisiert fühle. Wir kennen uns doch alle hier gar nicht. deswegen finde ich, sollten Höflichkeitsregeln gewahrt werden. Man muss nicht gleich ironisch oder zynisch antworten. Schon gar nicht wenn man selbst größtmögliche Objektivität verlangt. Ich denke, ich habe gezeigt, dass ich Kritik annehmen kann.
Ich hätte einfach nur schreiben sollen, dass ich es komisch finde, wenn Kinder abgestillt werden, um ihnen dann andere Milch zu geben, obwohl man selbst welche hätte etc...ohne Gründe gegen Kuhmilch.
Nach dem Examen suche ich Studien raus, damit das auch Hieb und Stichfest ist.

Bin diese Woche beim Betriebsarzt, da werde ich nochmal zu Stillen und Gefährdung wegen PJ nachfragen.

Möchte nochmal kurz anmerken, dass ich gerne ein bisschen Mehrarbeit übernehmen werde zukünftig, wenn eine Kollegin stillen sollte und Stillpausen einfordert (und der Arbeitgeber zustimmt) oder Nachtdienste etc. verweigert. Ich habe die Stillzeit selbst erlebt, finde das äußerst unterstützungswürdig und bin gern auch bereit in meinem Leben etwas zu geben. Nur so kann ich auch etwas verlangen zu einem anderen Zeitpunkt. Und spätestens wenn das Kind in die Schule geht, wird es wohl kaum noch stillen wollen.Und es wird nicht permanent etliche Kollegen betreffen, so dass kein Licht am Horizont zu sehen wäre.
Ich schreibe das, falls eine Mutti mit liest, die sich nun nicht mehr traut, nach Stillpausen/Abpumppausen oder Nachtdienstfrei aufg ihrerer Station zu fragen, weil sie sonst als "Kollegenschwein" da steht.

Ich finde es gut, dass Mainzer offen fragt, ob das üblich ist, dass Kinder solange gestillt werden (okay, mein emotionaler Ausbruch war fehl am Platz). Ich finde es nicht gut zu sagen, dass voll stillen in Deutschland eigentlich nur bis zum 6. Lebensmonat seine Berechtigung hat und das man nunmal damit rechnen muss, komisch angeschaut zu werden wenn man länger als der Durchschnitt stillt. Keiner weiß so recht, wie lange Kinder gestillt werden. Aus Scheu vor komischen Blicken, stillen viele Frauen ältere Kinder nicht in der Öffentlichkeit. Es gibt keine genaue Datenlage. In England wurde heute für mehr öffentliches Stillen protestiert. Die Frauen wünschen sich, dass es wieder normal wird, so wie es das auch schon einmal war.
Natürlich ist es rein physiologisch nicht nötig ein Kind über das erste Lebensjahr hinaus zu stillen. Aber zu sagen, dass es dem Kind jedenfalls nicht schadet, stellt Stillen auch als weniger dar als es ist. Man Kann kuscheln und tolle Momente zusammen verbringen auch ohne Stillen. keine Frage. Auch als Vater. Natürlich. Aber Stillen kann etwas ganz Besonderes sein. Da muss ich auch nichts überhöht darstellen. Das ist eine der wenigen Sachen, die man selbst gemacht haben sollte, um es nachvollziehen zu können. Auch kann man nicht pauschal sagen, dass Kinder das Generell über 1 Jahr nicht brauchen. Da ist jedes Kind anders.
Mein Sohn ist z.B. super selbstständig, sehr viel mit deiner motorischen Entwicklung beschäftigt, schon mit einem Jahr in die Krippe gekommen- er hat sich das Stillen regelrecht eingefordert als Ausgleich dazu. Als Kuscheleinheit, Geborgenheitsspender und Ruhepunkt. Viele Kinder in dem Alter können sich noch nicht so gut selbst regulieren. Das Stillen hat meinem Sohn geholfen und tut es noch. Natürlich stirbt er nicht, wenn er es nicht hat. Aber ganz ehrlich- das ist auch nicht mein Anspruch.

Ich wünsche mir eine tolerante Umwelt, dass wir wieder alle ein bisschen um uns schauen und nicht nur auf uns selbst, gut gebundene Kinder (egal ob gestillt oder mit Flasche, egal ob eigenes Zimmer oder Familienbett, egal ob Heilpraktiker oder Arzt), glückliche Mütter, die Kinder bekommen können ohne Druck und Angst wegen Einsetzbarkeit im Beruf und rege beteiligte glückliche Väter.

Brutus
18.03.2014, 11:17
Danke für deine Antwort. Zu diesen Sonderrechten etc. werde ich nichts mehr sagen. Es betrifft mich jetzt nicht selbst und ich denke das ist eine Theoriediskussion. man muss das in der Praxis sehen. das es da wirklich Probleme gibt, kann ich mir kaum vorstellen. Es wird schon eine Lösung gefunden werden.
Moooment! Wenn es Dich nicht betreffen würde, warum fragst Du dann überhaupt?
Hast Du Dir eigentlich die Postings aller Anderen hier mal ohne direkt emotional zu hyperventilieren, durchgelesen?
Dann hättest Du nämlich einen sehr auschlußreichen Post von Muriel lesen müssen, quasi ihr erster Post in diesem Faden.
=> http://komnet.nrw.de/ccnxtg/frame/ccnxtg/danz?zid=public&did=6051&lid=DE&bid=BAS&&spt=stillen


Der Arbeitgeber muss sich bei der Wiederaufnahme der Arbeit vergewissern, ob Sie stillen, damit er seine Verpflichtungen (z. B. Beschäftigungsverbote oder Kündigungsschutz während der Stillzeit) erfüllen kann.
[...] Einen Unterschied zwischen Voll- oder Teilstillzeiten kennt das Mutterschutzgesetz-MuSchG nicht.

Sofort nach der Bekanntgabe der Stillzeit muss ihr Arbeitgeber in eigener Verantwortung (Fürsorgepflicht!) prüfen, ob und wie sie beschäftigt werden können. Daher muss er eine Gefährdungsbeurteilung (§ 1 Mutterschutzarbeitsverordnung) unter Berücksichtigung der generellen Beschäftigungsverbote sowie des grundsätzlichen Verbotes von Mehrarbeit durchführen. Aus dem Ergebnis dieser Gefährdungsbeurteilung (Infektionsrisiko durch Verletzungen, Gefahrstoffe, Narkosegase in der Raumluft etc…) ergeben sich dann für Sie die Einsatzmöglichkeiten auch eventuell in dem OP (ausgeschlossen sind weiterhin operative Tätigkeiten). Eine schriftliche Genehmigung brauchen sie nicht. Verantwortlich für die Einhaltung der mutterschutzrechtlichen Vorschriften ist der Arbeitgeber. Dieser bestimmt daher auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung, welche Tätigkeiten Sie ausführen dürfen.

Im § 6 Abs. 3 Mutterschutzgesetz sind die generellen Beschäftigungsverbote (§ 4 MuSchG) für stillende Mütter definiert. Die in § 8 MuSchG definierten Beschäftigungsverbote über Mehrarbeit, Nachtarbeit, Sonntagsarbeit gelten auch für die stillende Mütter. Daher dürfen Sie keine Nachtdienste machen. Sonn- und Feiertagsarbeit wäre nur im Rahmen der unter § 8 Abs. 3 MuSchG genannten Ausgleichsregelung im Krankenhaus zulässig.
Tätigkeiten, die gesetzlich verboten sind, dürfen Sie auch nicht auf eigenes Risiko durchführen.

Die Beschäftigungsverbote sind natürlich nur auf die Dauer der Stillzeit (egal ob Sie voll oder teilweise stillen) begrenzt. Nach dem Abstillen verlieren sie automatisch ihre Gültigkeit. Nach Beendigung des Stillens müssen Sie unverzüglich Ihren Arbeitgeber informieren.

Wie willst Du denn mit diesen Einschränkungen im PJ in den OP? Labor (klin. Chemie)? Innere (Blutentnahmen)?
Und diesen Satz finde ich extrem wichtig: Tätigkeiten, die gesetzlich verboten sind, dürfen Sie auch nicht auf eigenes Risiko durchführen.
Da Du aber selbst anscheinend Angst hat, dass Du evtl. irgendwas aus der Klinik über die Muttermilch auf das Kind überträgst, dann musst Du Dich eben entscheiden: mit dem PJ eben noch warten, oder, wenn die Angst zu groß ist, abstillen. Denn ansonsten ist es eben ganz oder gar nicht. Entweder Mutterschutz oder nicht! Ein bißchen schwanger geht nicht. Und wenn Du nach MuSchG nicht in den Bereichen arbeiten darfst, wie willst Du dann die geforderten Leistungen im PJ erbringen?
So, das erst mal zur Eingangsfrage.

Dann möchte ich mich aber auch als Unbeteiligter, da mir die Zielorgane fehlen, äußern:
Meiner Meinung nach bist Du auf die guten Vorschläge / Kommentare gar nicht eingegangen. Sondern hast ja fast nur drauf gewartet, dass jemand fragt, ob man mit 17 Monaten noch stillen soll / muss / darf... Und wenn Mainzer es nicht gefragt hätte, dann wäre es von mir gekommen! Ich habe kein Problem damit, dass Kinder gestillt werden, gerne auch solange man es will. Nur so wie Du es in Deinen Posts zum Ausdruck bringst, habe ich schon ein Problem damit. Denn wenn ich mir das MuSchG ansehe (LINK s.o) und dann auf der anderen Seite eben Deine Kommentare lese, dann würde ich als Mitarbeiter schon arg angefressen sein! Wenn Dein AG für Dich eine Schwangerschaftsvertretung eingestellt hat, und Du nun ankündigst, wieder zu kommen, dann wird die Vertretung wieder gegangen. Da Du aber keine Dienste machst, und auch sonst nur bedingt einsetzbar bist, ist das m.M.n. auch zu verstehen.
Da ist es schon legitim zu erwarten, dass man/frau die Vertretungsstelle auch wieder ausfüllt. Sonst bleibt ja eben noch die Verlängerung der Elternzeit, etc.
Denn mach das mal in einer Abteilung mit 5-6 Assistenten, und dann werden 2 Schwanger. Und wenn die dann die nächstgen 2-5 Jahre stillen wollen, gleichzeitig aber wieder arbeiten, allerdings nur unter dem MuSchG, dann kannst Du die Abteilung damit dienstmäßig zum Erliegen bringen.
Wie gesagt, es spricht überhaupt nichts gegen das Stillen, egal wie lange. Aber wenn Du wieder arbeiten gehen willst, dann auch bitte mit allen Konsequenzen, sprich Einhaltung des MuSchG oder eben wieder "voll" einsteigen. Und dann bitte mit den Kollegen klären, wie Du das machen willst. :-nix


Aber wie gesagt,das betrifft mich nicht, sollte nur eine Anmerkung sein. Und ich merke schon, wie die Erwartungshaltung "solchen" Kollegen gegenüber ist, verstehe auch beide Seiten. Aber gut.
Erklär mal, wie Du Dir das vorstellst. Meine Erwartungshaltung kennste ja jetzt.


Das mein post sehr emotional gefärbt war, habe ich doch gesagt. Meine Güte muss ich jetzt etliche Male um Entschuldigung bitten? Es ist einfach eine Sache die mir wichtig ist. Ja. Ich habe Fehler gemacht. ich werde sowas in Zukunft einfach stecken lassen und einfach klar meine Frage stellen fertig. Ohne Emotion und Durchmischung, ohne mich reinzusteigern oder für etwas partei zu ergreifen.
Nein, musst Du nicht. Aber Du versuchst immer wieder Dich gegenüber Aussagen zu verteidigen, die Dich überhaupt nicht angegriffen haben. Aber wem der Schuh passt....


Und warum soll ich gleich tausend Belege anfügen zu Homöopathie Wirksamkeit etc.? Nur weil ich erwähne, dass ich auch einen Heilpraktiker bei mir slebst hinzuziehe? Wen das Interessiert, der kann doch selber Belege raus suchen. Ich habe dazu doch keine Meinung erboten.
Belege für die Wirksamkeit von Homöopathie und HP hat hier auch niemand gefordert, weil alle wissen, dass es sie nicht gibt. Was aber schon gefordert wurde, waren die Belege zu den Unhaltbaren Aussagen zum Thema Kuhmilch und Autismus und Krebs. Und da hat Rico Dir ja schon recht gut und ausführlich zu geschrieben, dass Du mit den guten Argumenten FÜR das Stillen damit alles wieder zunichte gemacht hast.


Ich wollte doch nur wissen, ob ich im PJ was beachten muss. was ist nur aus der frage geworden? jedenfalls vielen dank den Antwortern. Werde beim Betriebsarzt nochmal fragen und hab viele sinnvolle Tipps (vor allem von Muttis mit ähnlicher Erfahrung)bekommen (auch per PN). Danke ihr lieben
Nochmal: guck Dir den Link von komnet oben an. Da steht alles drin, was Du darfst und eben was Du nicht darfst. Und wenn Du mit dem Betriebsarzt sprichst, dann bedenke aber auch, dass er Dir ja durchaus auch ein Beschäftigungsverbot auferlegen kann, weil das MuSchG und die Tätigkeiten im PJ sich doch in der Mehrheit ausschließen.

BTW und als letzte Anmerkung: Du schreibst was von Impfbuch und abwägen... Würde ich mir ganz stark überlegen, ob man da was abwägt, gerade wenn Du später in der Gyn (Wahlfach) oder Päd arbeiten wirst. Gerade dort wirst Du ja doch mit den "Kinderkrankheiten" konfrontiert, und wenn Du die dann nach Hause schleppst, und Dein Kind ist nicht vollständig geimpft... ... ...

Gruebelwolke
18.03.2014, 14:27
Doch ich habe den Link von Muriel gelesen. Vielen Dank dafür. Und ich bin auch sehr denkbar für alle anderen Antworten, habe beim Lesen eigentlich nicht hyperventiliert, wenn ich jetzt so überlege. Hm keine Ahnung was das jetzt soll.

Es stand aber noch die Frage im Raum, ob das Gesetz auch für Studenten gilt.
Habe ja auch nach praktischen Erfahrungen gefragt. Denn es gibt auch etliche Anästhesistinnen die weiter normal Narkosen machen, PJ ler die alles normal machen, Ärzte die weiter normal tätig auf Station sind- schwanger oder stillend und in Wissen des Arbeitgebers. das alles habe ich hier erfahren. Nicht ausschließlich in diesem Thread, aber auch per PN.
Habe mir das jetzt meine Haltung vorerst dazu zusammen gebastelt.
Werde ins PJ gehen und bltu entnehmen, Flexülen legen...mit allen dazugehörenden Hygienemaßnahmen. So wie ich es schon immer gemacht habe. In Chirurgie ist es wohl möglich nicht im OP eingesetzt zuwerden, sondern in der Patientenaufnahme etc. oder nur TIVA s zu machen.
Vielleicht hat sich mein Kind bis dahin auch selbst abgestillt. Man weiß es nicht.
Länger warten kann ich nicht da ich Bafög beziehe ,Sonst hätte ich sehr gern noch länger Elternzeit genommen.

Nein, ich habe nicht auf die Frage wegen der Stilldauer gewartet. Das ist eine Unterstellung.

"dann würde ich als Mitarbeiter schon arg angefressen sein! Wenn Dein AG für Dich eine Schwangerschaftsvertretung eingestellt hat, und Du nun ankündigst, wieder zu kommen, dann wird die Vertretung wieder gegangen. Da Du aber keine Dienste machst, und auch sonst nur bedingt einsetzbar bist, ist das m.M.n. auch zu verstehen.
Da ist es schon legitim zu erwarten, dass man/frau die Vertretungsstelle auch wieder ausfüllt. Sonst bleibt ja eben noch die Verlängerung der Elternzeit, etc."
Genau das ist der Punkt. Man hat dieses Gesetz auch deshalb entworfen, um Müttern das Arbeiten wieder zu ermöglichen. Sie sind nämlich wertvolle Arbeitskräfte (aus verschiedenen Gründen, z.B. besonders effizient; Quelle füge ich im April an). Dieses Gesetz möchte auch, dass Frauen wieder arbeiten, auch wenn sie stillen.
Warum steht das da so, wenn man dann sagt- also entweder wieder voll einsteigen oder gar nicht?
Es gibt ja auch noch andere Berufe außer Arzt. Hat eine Ärztin und Mutter deiner Meinung nur das Recht zu arbeiten, wenn sie ohne Ausnahme einsetzbar ist? habe ich das jetzt so richtig verstanden?
Ich glaube nicht, dass da dann 2 schwanger sind und diese dann 2-5Jahre stillen wollen. Kommt ja nicht sehr häufig vor. Durchschnittliche Stilldauer in deutschland sind 6.9 Monate. Und falls doch und die Abteilung dann zum Erliegen kommt, dann ist das weder mein Problem noch meine Schuld. Dann ist das ein Problem viellleicht in der Gesetzgebung. Sonst müsste klar definiert werden- Ärzte, die wieder arbeiten kommen nach Elternzeit, dürfen nicht schwanger sein und nicht mehr stillen. fertig. Ist aber nicht so.
Wobei viele Ärztinnen eine Lockerung des Mutterschutzgesetzes fordern.
Wie ich mir das vorstelle? Also wenn ich jetzt Arzt wäre und eine Kollegin stillt noch ein bisschen, dann würde ich die halbe Stunde oder Stunde die sie stillen /pumpen geht eben effektiver arbeiten oder diese Arbeit unter den Kollegen teilen. Wobei ich nicht glaube, dass sie noch Stillpausen in Anspruch nimmt, wenn das Kind über ein Jahr alt ist. Da sind es eher die Dienste, denke ich. Kann man vielleicht im Kollektiv aufteilen. Naja, wohl eher nicht. Muss man dann sehen. Wie wird das denn bei schwangeren Kolleginnen gehandhabt? Da geht es doch auch. Oftmals werden doch z.B. dann Vertreter für Nachtdienste etc. eingestellt. Wenn jemand länger krank ausfällt, geht es auch. Und diese Kollegin fällt ja nur partiell aus. Ich denke, da muss man sich dann konkret zusammensetzen und eine Strategie finden. Sollte jetzt auch nicht so das problem der Kollegen sein, sondern des Arbeitgebers.

Wegen Impfen- ich habe nicht gesagt, dass mein Kind nicht geimpft ist. Ich habe nur gesagt, dass ich das abwäge, überdenke und nicht einfach blind alles so mache. Mein Kind ist durchgeimpft. Bei manchen Krankheiten gibt es da für mich auch keine Diskussion(Masern, Mumps, Tetanus...), bei einigen schon (Rota, Windpocken...). Schon wegen meinem Job ist mein Kind geimpft.
Man kann aber natürlich Leute auch in Schubladen einsortieren, weil "der Schuh so passt".
Ich habe aber kein problem mit Eltern, die da einfach mal nachfragen, ob diese Impfung jetzt wirklich nötig ist. Ob es diese Sache sein muss und ob es dieser zeitpunkt sein muss. Viele sog. Impfgegener habe ja nicht unbedingt was gegen das impfen sondern vor allem gegen den frühen Zeitpunkt, so weit ich das mit bekommen habe. Ich find es gut, dass kritisch zu hinterfragen.

Brutus
18.03.2014, 16:51
Doch ich habe den Link von Muriel gelesen. Vielen Dank dafür. Und ich bin auch sehr denkbar für alle anderen Antworten, habe beim Lesen eigentlich nicht hyperventiliert, wenn ich jetzt so überlege. Hm keine Ahnung was das jetzt soll.
Wenn man Deine Posts nach dem Einwand von Mainzer liest, dann kann man schon zu dem Schluß kommen, dass bei Dir nach eben diesem Post das "Tilt error" Schild runtergeklappt ist. Leider hast Du vor der jetzigen Antwort nicht durchblicken lassen, dass Du die Ratschläge in irgendeiner Art und Weise zur Kenntnis genommen hast. Im Gegensatz dazu hatte man nur noch das Gefühl, dass Du Deine Sichtweise irgendwie durchboxen willst / wolltest...


Es stand aber noch die Frage im Raum, ob das Gesetz auch für Studenten gilt.
Habe ja auch nach praktischen Erfahrungen gefragt. Denn es gibt auch etliche Anästhesistinnen die weiter normal Narkosen machen, PJ ler die alles normal machen, Ärzte die weiter normal tätig auf Station sind- schwanger oder stillend und in Wissen des Arbeitgebers. das alles habe ich hier erfahren. Nicht ausschließlich in diesem Thread, aber auch per PN. Habe mir das jetzt meine Haltung vorerst dazu zusammen gebastelt.
Tja, das ist aber so nicht richtig. Auch wenn Du Dir das so zusammenbastelst. Wenn Du Dich richtig informiert hättest, dann hättest Du z.B. mitbekommen, dass Anästhsistinnen eben nicht mehr "normale" Narkosen machen dürfen, geschweige denn überall eingesetzt werden können / dürfen. Auch schwangere PJlerinnen dürfen eben ab der Bekanntgabe der Schwangerschaft genauso wie die Vollapprobierten nur noch nach den Beschränkungen den MuSchG eigesetzt werden. Und dafür hat der AG / Uni / LKH zu sorgen. Wie Du derart eingeschränkt die Anforderungen des PJ gerecht werden willst, bleibt mir zumindest verborgen.


Werde ins PJ gehen und bltu entnehmen, Flexülen legen...mit allen dazugehörenden Hygienemaßnahmen. So wie ich es schon immer gemacht habe. In Chirurgie ist es wohl möglich nicht im OP eingesetzt zuwerden, sondern in der Patientenaufnahme etc. oder nur TIVA s zu machen.
Und damit verstösst Du gegen das MuSchG. Du darfst schlichtweg keine Blutentnahmen machen, nicht mit spitzen / scharfen Gegenständen an Patienten hantieren, Strahlen mitbekommen, etc pp. Und erklär mir bitte, wie Du ein CHIRURGIE-Tertial ohne OP machen willst. Auch die Anästhesie ist, bei allen Möglichkeiten, die wir den Anästhesistinnen ermöglichen, fürs PJ als Schwangere einfach nicht praktikabel. Wie willst Du die Anästhesie kennenlernen, wenn Du nirgends reindarfst? Und das dürfte für alle Fachrichtungen gelten. Klar, Du kannst Dich ins Arztzimmer setzen und die Zeit absitzen, aber damit hilfst Du weder Dir (mündliche Prüfung), noch den Patienten (Zeit nach dem PJ -> Assistenzarzt).


Vielleicht hat sich mein Kind bis dahin auch selbst abgestillt. Man weiß es nicht.
Länger warten kann ich nicht da ich Bafög beziehe ,Sonst hätte ich sehr gern noch länger Elternzeit genommen.[Quote]
Gut, kann ich nachvollziehen. Blöde Situation, aber wie gesagt: Wenn Du ehrlich zu Dir selbst und dem Betriebsarzt bist, dann bleiben Die eben nur die beiden Möglichkeiten: Abstillen und PJ oder eben warten.

[Quote]Nein, ich habe nicht auf die Frage wegen der Stilldauer gewartet. Das ist eine Unterstellung.
Mag für Dich so rüberkommen, für mich kam es genau so rüber, wie ich es geschrieben habe. Mehrere Leute haben Dir geantwortet, gute Ratschläge und Links gepostet und Du meldest Dich nach einer harmlosen Frage bzgl. der Stilldauer im Allgemeinen und polterst dann rum. :-nix


Genau das ist der Punkt. Man hat dieses Gesetz auch deshalb entworfen, um Müttern das Arbeiten wieder zu ermöglichen. Sie sind nämlich wertvolle Arbeitskräfte (aus verschiedenen Gründen, z.B. besonders effizient; Quelle füge ich im April an). Dieses Gesetz möchte auch, dass Frauen wieder arbeiten, auch wenn sie stillen.
Warum steht das da so, wenn man dann sagt- also entweder wieder voll einsteigen oder gar nicht?
Es gibt ja auch noch andere Berufe außer Arzt. Hat eine Ärztin und Mutter deiner Meinung nur das Recht zu arbeiten, wenn sie ohne Ausnahme einsetzbar ist? habe ich das jetzt so richtig verstanden?
Nein, das sehe ich wie die meisten anderen hier. Wenn es Gründe gibt, dass frau länger stillen will / muss, dann soll sie das tun. Allerdings muss man eben auch mal über den Tellerrand sehen. Und da bin ich wirklich froh, dass die beiden Damen, die sich hier in eben dieser Situation zu Wort gemeldet haben, genau der gleichen Meinung sind wie ich. Stell Dir doch mal vor, dass Du mit zwei nicht schwangeren / stillenden Kollegen / innen in der Situation bist, dass Du die schwangeren /stillenden Kolleginnen mit durchziehen musst! Das heißt, dass Du ALLE Wochenenden, alle Nachtdienste / 24h-Dienste, Überstunden, Mehrarbeit, etc... machen darfst / sollst. Und dann kommen die Kolleginnen wieder, wollen wieder arbeiten, aber wollen die nächsten 2 Jahre weiterstillen. Die Verwaltung sagt: Tja, laut den Köpfen seit ihr wieder vollständig, also gibt es kein weiteres Personal. Das MuSchG gilt aber weiterhin für die stillenden Mütter... Ganz ehrlich? Irgendwann ist dann Dein Akku leer. Und das wäre der Zeitpunkt, bei aller Liebe zu stillenden Müttern, wo ich entweder mal ein ernstes Gespräch in der Kollegenrunde mit den Stillenden und danach mit der Verwaltung haben würde, oder direkt kündigen würde...


Ich glaube nicht, dass da dann 2 schwanger sind und diese dann 2-5Jahre stillen wollen. Kommt ja nicht sehr häufig vor. Durchschnittliche Stilldauer in deutschland sind 6.9 Monate. Und falls doch und die Abteilung dann zum Erliegen kommt, dann ist das weder mein Problem noch meine Schuld. Dann ist das ein Problem viellleicht in der Gesetzgebung. Sonst müsste klar definiert werden- Ärzte, die wieder arbeiten kommen nach Elternzeit, dürfen nicht schwanger sein und nicht mehr stillen. fertig. Ist aber nicht so.
Genau diese Einstellung meine ich: Nach mir die Sintflut. Nicht mein Problem. Doch! Ist es. Denn wenn DU dann irgendwann entweder alleine da stehst, oder eben alle anderen auch mal gepflegt schwanger werden / Elternzeit einlegen, dann bist DU nämlich auf einmal mal ganz allein da. Und doch! In meiner alten Abteilung sind derzeit 4 (!) schwanger und noch 2 in MuSch. Das ist auch sehr interessant! GSD ist die Abteilung ziemlich groß, und trotzdem kommen die an ihre Grenzen!


Wie ich mir das vorstelle? Also wenn ich jetzt Arzt wäre und eine Kollegin stillt noch ein bisschen, dann würde ich die halbe Stunde oder Stunde die sie stillen /pumpen geht eben effektiver arbeiten oder diese Arbeit unter den Kollegen teilen. Wobei ich nicht glaube, dass sie noch Stillpausen in Anspruch nimmt, wenn das Kind über ein Jahr alt ist. Da sind es eher die Dienste, denke ich. Kann man vielleicht im Kollektiv aufteilen. Naja, wohl eher nicht. Muss man dann sehen. Wie wird das denn bei schwangeren Kolleginnen gehandhabt? Da geht es doch auch.
Um die Stillpausen geht es gar nicht. Die sind total vernachlässigbar. Selbst wenn Du da abpumpst, die Zeit ist wumpe. Da gehen andere Kollegen länger rauchen. Aber die Dienste, die Überstunden, die natürlich nicht weniger werden, aber auf weniger Schultern verteilt werden, die machen alle fertig. Die Schwangerschaft und die Elternzeit, das sind Zeiten, die sind klar definiert. Und wenn man damit rechnet, dass danach eben die Frauen wieder einsteigen, dann ist das ja auch eine Zeit, wo man weiß, OK, jetzt ist es mehr, es wird aber bald besser. Nur, wenn Du dann kommst und sagst, Tjoa, bin wieder da, aber ich stille noch, wie lange, ich weiß es nicht, aber solange das Kind will, dann kann man eben nicht mehr sagen, es wird ja bald wieder besser...


Oftmals werden doch z.B. dann Vertreter für Nachtdienste etc. eingestellt. Wenn jemand länger krank ausfällt, geht es auch. Und diese Kollegin fällt ja nur partiell aus. Ich denke, da muss man sich dann konkret zusammensetzen und eine Strategie finden. Sollte jetzt auch nicht so das problem der Kollegen sein, sondern des Arbeitgebers.
Leider ist das nicht so. Wenn Du Glück hast, wird eine Schwangerschaftsvertretung eingestellt. Und die darf wieder gehen, wenn Du wiederkommst. Und nein, es ist nicht das Problem der Verwaltung. Es ist das Problem der Kollegen. Denn die müssen mehr arbeiten, nicht die Verwaltungsmenschen...

Fr.Pelz
18.03.2014, 17:16
Ich denke, es ist theoretisch schon das Problem des AG/der Verwaltung - praktisch fällt es aber natürlich zu Lasten der Kollegen. Bei angespannter Personalsituation ist auch eine Vertretung schwer zu finden (vor allem für unbestimmte Zeit!).

Da ich ja gerade schwanger bin, habe ich auch gedacht, ich könnte auf die Überstunden verzichten, müssen halt die Kollegen effektiver arbeiten/sich besser aufteilen. Das funktioniert aber nicht. Selbst wenn man nette verständnisvolle Kollegen hat, müssen die ja schon die Arbeit übernehmen, die ich sowieso nicht mehr kann (OP, BEs) und haben dann natürlich verständlicherweise nicht noch Ambitionen ihre Mittagspause zu verkürzen oder in aller Hektik Epikrisen runterzureißen, für die sie dann vom OA kritisiert werden….

Im Großen und Ganzen bin ich auf Brutus Seite, man kann den Kuchen nicht essen und behalten, entweder arbeiten mit allem was dazu gehört oder stillen… Ist in speziell deinem Fall natürlich fies, wegen der Bafög-Geschichte. Aber gerade wenn man von irgendwas abhängig ist, muss man halt manchmal in den sauren Apfel beißen.

Und wegen dem Impfen: reicht es nicht, dass das RKI sich Gedanken gemacht hat bzw Studien durchgeführt und ausgewertet hat? Klar, kann man theoretisch ALLES hinterfragen, und wenn man im Einzelfall sagt "Mein Kind hat gerade einen Neurodermitis-Schub, jetzt geht's grad nicht" ist das verständlich - aber ich werd sicher nicht zu jeder einzelnen Impfung selber Studien lesen, wenn das Experten schon gemacht haben.

hiddl
18.03.2014, 18:53
Ich muss zugeben, dass ich Schwierigkeiten habe mit dem Mutterschutzgesetz.
Sowohl als Schwangere, noch viel mehr aber als Stillende.

Ich gebe zu, dass es juristisch vermutlich schwierig ist, eine Unterscheidung zu treffen zwischen der vollstillenden, 8 Mahlzeiten am Tag gebenden Mutter eines drei Monate alten Säuglings und der Mutter eines anderthalbjährigen, der noch mal ab und zu zum Kuscheln stillt, ansonsten aber normal essen kann. In meinen Augen macht das aber einen gewaltigen Unterschied. Während erstere auch körperlich durchaus gefordert ist, ist letztere durch das Stillen doch nicht wesentlich eingeschränkt. Warum sollte so jemand nicht mal eine Überstunde machen können? Oder auch mal nachts arbeiten?
Auch die Einschränkung hinsichtlich der Arbeitsbereiche (nicht infektiös, etc.) - was soll das?

Mein Eindruck vom Mutterschutzgesetzt ist, dass sich da ein paar Männer ;-) wohlwollende Gedanken gemacht haben, wie (werdende) Mütter zu schützen sind und dabei einfach über's Ziel hinaus geschossen sind. Zum Teil stammen die Regelungen doch auch einfach aus einer anderen Zeit. Für Tätige in Landwirtschaft und Gastronomie z.B. gelten ja auch Ausnahmeregeln, das ist ja inhaltlich schwer zu vermitteln.

Ich denke, jede Schwangere und Stillende hat ja ein eigenes Hirn, in unserem Fall sogar eins mit medizinischem Wissen. Da kann man ja auch einfach für sich entscheiden, was man tun und lassen möchte. Man kann sich einfach selbst überlegen, ob es eine echte Gefährdung gibt oder diese vielleicht nur theoretischer Natur ist. Warum man stillend z.B. keine Braunülen legen sollte, erschließt sich mir nicht.
Mein Arbeitgeber hat sich übrigens nie dafür interessiert, ob ich noch stille, als ich aus der Elternzeit wiederkam, und ich habe es ihm nicht auf die Nase gebunden.
Wo kein Kläger, da auch kein Richter.

Grombühlerin
18.03.2014, 19:32
Ich kann hiddl in allen Punkten zustimmen!!!

Meine Kinder wurden auch (von mir :-) ) länger als 6 Monate gestillt und ich habe überhaupt kein Problem mit gestillten Kleinkindern. Aber:

Ich würde aber auch meinen gesunden Menschenverstand plus medizinischem Wissen benutzen, und bei der Arbeit nicht so einen Tanz wegen dem Stillen machen. An unserer Klink empfehlen wir übrigens, nach Narkosen sofort wieder zu stillen, sobald die Frau sich fit genug dafür fühlt. Die Restmenge an Narkosemittel wird als geringeres Übel gegenüber dem Zirkus mit Abpumpen/Verwerfen/Flasche geben etc. betrachtet (ist aber quasi off-label, im Beipackzettel steht natürlich was anderes.)

Vor was hast du denn konkret Angst? Es geht ja nicht um blindes befolgen von Vorschriften, sondern darum, dass es dir und deinem Nachwuchs gut geht.

und außerdem: Du bist PJ, da musste ich nie Überstunden oder Nachtdienste machen, wenn mal einer weg musste wegen Doktorarbeit oder familiärer Verpflichtungen war das nie ein Problem. Wenn du um 16:00 Uhr "ich muss heim zu klein-Emil" sagst wird das mit Sicherheit gehen!.

Gruebelwolke
18.03.2014, 19:41
Brutus, darf ich mal fragen, ob du ein Kind hast? Nur interessehalber.

@hiddl: ja, genau. Deshalb fordern ja viele Ärztinnen eine Lockerung. Ich hätte auch kein Problem mit Nachtdiensten in meiner Situation. Obwohl ich nachts noch stille. Wenn ich das weiß, kann ich das vorbereiten. Deswegen muss ich eigentlich noch längst nicht abstillen. Verstehe das auch nicht. Ist natürlich anders wenn das Kind noch kleiner ist oder ganz viel stillt.

@Fr. Pelz: ich denke nicht, dass man grundsätzlich als Arzt abstillen muss wenn man arbeiten will.
Das Gesetz macht es halt extrem schwer. Theoretisch ist es nicht so ein Problem. Muss man auch differziert betrachten- es gibt ja noch andere Bereiche außer OP und Anästhesie/Chirurgie. Denke auch, die Stillpausen sind nicht das Problem. Es sind wohl die Dienste, die verboten werden, obwohl es eigentlich möglich wäre und viele das sicher auch nicht ablehnen würden.
Du musst doch auch keine Studien zu Impfungen lesen! Aber der, der es will, kann es doch machen. Und wer richtig gut informiert ist, kann doch auch selbst entscheiden oder? Was ist schlimm daran, wenn man sagt, mein Kind wird erst mit 1,5 Jahren hepatitis B geimpft oder nicht Rota geimpft?
Weil Experten das schon gelesen und getan haben, willst du keine Studien lesen? Und was ist mit der eignenen Meinungsbildung? Bei allen anderen Themen lesen wir doch auch selbst Studien.

Bloß mal eins- bevor ich ein Kind bekommen habe, habe ich über Vieles ähnlich gedacht. Mit dem Kind hat sich alles geändert. Hätte ich nie gedacht. Ist aber so gewesen. Vielleicht ist es bei euch auch mal so? Man kann gespannt sein.

@Brutus: ich habe doch immer wieder auf die Vorschläge geantwortet. Weiß nicht was du hören willst? Jemand schreibt- dürfte kein Problem sein, der nächste postet das Mutterschutzgesetz, der wieder nächste gibt etwas zu bedenken. hab ich alles zur Kenntnis genommen, mich bedankt und geantwortet. Was soll ich deiner Meinung nach tun?
Und komisch das im klinischen Alltag eben doch die Pj ler schwanger auf der Chirurgie sind- die machen sich nämlich anders nützlich als Haken zu halten (Wow da lernt man ja auch mega viel bei für die Assistenzarztzeit wenn man z.B. Psychiatrie machen will). Sie machen die Aufnhamen, schreiben die Briefe etc. was viele andere kollegen gern abgeben. Und es gibt die Anästhesistinnen im OP, die stillen oder schwanger sind.
Ich habe auch etliche PN s bekommen, z.B. von Müttern, die sich gar nicht trauen hier zu posten, weil sie nicht gleich nieder gemacht werden wollen. Dadurch habe ich erfahren, dass es gar nicht so schwer zu vereinen ist, wie ich nach diesem thread hier erst gedacht habe. Gerade im PJ kann man so viel absprechen. Innere sollte kein problem sein, Chirurgie mache ich eh nur 8 Wochen, 8 Wochen vom tertial gehe ich in ein klinisch theoretisches fach- ich wusste ja, dass noch die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich stille. Und die 8 Wochen in der Chirurgie, muss ich nicht zwangsweise in den OP. Mein Wahltertial in Gyn mache ich zum Schluss, weil da die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, das ich nicht mehr stille und mir dieses Tertial besonders wichtig ist. Ich hab mir also Gedanken gemacht und mit Hilfe vieler Meinungen hier erweitert.

ich habe mich nicht mit einer Frage zur Stilldauer im Allgemeinen gemeldet und dann rumgepoltert. ich habe gefragt, was ich beachten sollte. erst später habe ich "rumgepoltert", mich bereits dafür entschuldigt und eingesehen, dass die Reaktion überzogen und unangemessen ist.
Gut das du nicht mein Arbeitgeber bist. Und gut, das kein Arbeitgeber in deutschland Mütter zwingen kann abzustillen. Wahrscheinlich hast du auch was gegen die ganzen schwangeren Frauen in Kliniken??? Ist doch nicht anders im Endeffekt mit den Diensten etc. Die Frauen haben sich das nicht ausgedacht. Viele würden sogar mehr machen, als sie müssten. Die gesellschaft braucht nunmal auch Kinder, um Kinder zu bekommen, braucht es Schwangere Frauen. Und warum sollten Ärztinnen nicht schwanger sein sollen und danach so lange stillen,wie sie mögen? Und wenn sie es doch tun, dann sollen sie still sein, nichts an die Glocke hängen und bloß nicht auffallen. Sie sind deswegen keine schlechteren Ärzte.

Wenn ich mit "nach mir die Sintflut" eingestellt wäre, dann würde ich längst nicht mehr hier posten. dann hätte ich längst gesagt, ist mir egal. Ich mache mein Ding, sollen die doch weiter so anti sein. Bin ich noch hier? Ja.

Und was ist nun auf deiner Station? 4 Schwanger, 2 im Mutterschutz- und geht auch irgendwie oder? Oder willst du es verbeiten schwanger zu werden? Was ist denn am Resultat anders, wenn 4 schwanger sind oder 4 stillen?

Gruebelwolke
18.03.2014, 19:43
Grombühlerin: Habe keine Angst in dem Sinne. Wollte nur wissen, ob jemand Erfahrung mit der ärztlichen Tätigkeit/Pj und stillen und ob ich was besonderes beachten muss (wegen Übertritt Narkosegase, Infektionsgefahr, Infusionen anhängen, Medis richten...). Im Netz findet man da nicht so viel speziell für den ärztlichen Bereich. Immer nur allgemein. Hab ja super Tips bekommen. Danke. Alles gut. Sollte im PJ kein Problem sein.

Gruebelwolke
18.03.2014, 20:15
das habe ich gerade gefunden, gilt für mein Bundesland

Das Mutterschutzgesetz gilt für alle Frauen, die in der Bundesrepublik Deutschland

in einem Arbeitsverhältnis stehen,
einem Probearbeitsverhältnis stehen oder
einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen
sowie für
Haushaltsgehilfinnen, Heimarbeiterinnen und
für Frauen, die sich in der beruflichen Ausbildung befinden.


Vom Gesetz nicht erfasst sind Frauen, die in einem selbstständigen Dienstverhältnis, Werkvertragsverhältnis oder arbeitnehmerähnlichen Rechtsverhältnis tätig sind. Es bezieht sich ferner nicht auf Studentinnen, die in Studienordnungen vorgeschriebene Praktika ableisten.

Also sollte das rechtlich kein Problem sein. Was natürlich nicht das Problem löst, dass man sein Kind nicht gefährden will. Aber dieser letzte Satz sagt- ich muss es nach eigenem Ermessen entscheiden. dazu habe ich gute Hinweise erhalten. Vielen Dank

Talis
18.03.2014, 20:23
Hallo Ihr Lieben.

Ich glaube, jetzt stelle ich meinen ersten Beitrag( ich meine zumindest, es ist der erste) in einen teilweise doch recht emotionalen Thread. ABER, auch wenn eigentlich schon so vieles hier gesagt wurde, möchte ich auch etwas dazu beitragen.
Ich habe nämlich tatsächlich vor 2 Jahren stillend mein PJ angetreten und auch 2 Schwangere Kommilitoninnen, sowohl in der Chirurgie und Inneren miterlebt.

Mein Filius war gerade 5 Monate alt, als ich mich doch dazu entschied ins PJ zu starten. An meiner Uni, welche sich die Familienfreundlichkeit auf die Fahnen schreibt, im Harvard des Ostens...für alle die, die noch überlegen, Magdeburg, war das Studiendekanat sehr kooperativ und hat mir zu verstehen gegeben, dass ich mich rein theoretisch auch erst 2 Wochen vor Antritt des PJ zu entscheiden brauche. Da mein Mann allerdings ohnehin an seiner Masterarbeit saß und Zuhause war und wir ja irgendwann auch einmal auf eigenen Füßen stehen wollten, habe ich mich dazu durchgerungen. Allerdings war für mich klar, dass ich nicht deshalb mein Kind, welches zum Eintritt ins PJ 7 Monate alt sein würde, abstillen möchte. Tja und was macht man, wenn man der Auffassung ist, dass das MuSchuG schon einen Sinn hat? Genau, man wählt sich ein so gering invasives und potentiell infektiöses Fach, wie es nur geht. Hier bei uns gibt es eine Psychosomatik. 3 x dürft Ihr raten, wo ich mein erstes Tertial gemacht habe ;). Die größte Hürde auf meinem Weg ins Wahltertial, war eine Betriebsärztin, die der Meinung war, dass ich abstillen müsse, da der Arbeitgeber es nicht akzeptieren müsse. Das ist natürlich kompletter Humbug.

Ich hatte also noch 4 Monate PJ zum nach Hause fahren und Abpumpen, während die anderen Ihre Mittagspause nahmen. Ich glaube es kam in der gesamten Zeit 1x eine Anfrage von einer Schwester, ob ich denn nicht mal Blut abnehmen könne. Das habe ich natürlich verneint mit der Begründung, dass ich eben noch stille.

Als 2. Tertial habe ich mir die Innere gelegt...da dachte ich mir, falls der Lütte, noch nicht ganz abgestillt sei, wäre es noch nicht ganz so verheerend. Naja und das 3. war dann die Chirurgie. Interessanterweise hat sich mein Schatz tatsächlich im letzten Monat auf der Psychosomatik komplett abgestillt und eher ich, stand dann kurzfristig etwas bedröppelt da. Ich empfand es auch immer als einen ganz persönlichen Ruhepol für meinen Kleinen und mich.

Dass du dein Kind noch mit 17 Monaten stillst, ist ganz und allein deine Sache. Du hättest es natürlich auch einfach nicht erwähnen müssen ;) und rechtfertigen musst du dich auch nicht. Jeder macht das, was ihm und seinem Kind im Moment gut tut und das ist in Ordnung so.

Aber nun weiter zu meinen Erfahrungen mit den beiden Schwangeren. Die Dame in der Inneren hätte durchaus, auch ohne BEs oder Flexülen legen, zu Genüge zu tun haben können und niemand hätte danach gekräht, wenn sie sich auch immer mal ausgeruht hätte. Schwangerschaft ist zwar keine Krankheit, aber kann schon ganz schön zehren. Allerdings so....hm, wie drücke ich es jetzt aus....fleißresistent, wie sie es war, ging es schon gar nicht mehr. Wir haben bei jedem Patienten ein EKG geschrieben und da ich auf der Endokrino war auch eine recht ausführliche Anamnese mit Status inkl. Vibrationsempfinden etc. gemacht, sodass wir uns durchaus darüber gefreut hätten, wenn sie einfach mal nicht nur als Deko in der Ecke rumgesessen hätte.

Die Komilitonnin in der Chirurgie hat es ähnlich gemacht und sich einfach den Tag über, d.h. meist bis 12 Uhr, dann dürfte sie Heim, an den PC gesetzt und schonmal Chirurgie gekreuzt. Hat sie zumindest erzählt und die leidtragende PJlerin auf der selbigen Station konnte dann ein Lied davon singen, dass sie sich nur abgehetzt hat...vielleicht hätten in dem Fall auch ein paar offene Worte was gebracht. Ich weiß es nicht. Ich war den Großteil des Tages im OP und habe mir tatsächlich aus reiner Fadenführungsunwissenheit/- Dummheit doch tatsächlich bei einer großen 8 Stunden-OP eine Nadel in den Finger donnern lassen und war heilfroh, dass ich meine Tertiale so gelegt habe, dass ich nicht im Nachinein nämlich dann wenn es doch zum Nadelstich kommt richtig dämlich dasteh und abends sagen muss, so mein Spatz, jetzt bekommst du nur noch Anrührmilch, weil Mami nicht den Mut hatte, das ihr DEFINITIV zustehende MuSchuG mit den darin enthaltenden Rechten bzw. Pflichten, durchzusetzen und einfach anderweitig zu einer Unterstützung für das Stationsteam zu werden - ich blicke da in Richtung der Aufnahmen...wir hatten eigentlich sowohl in der Inneren, als auch der Chirurgie mehr als genug. Und während der Verteilung der Stationen kann man durchaus auch nochmal fragen, wer denn am liebsten den Großteil des Tages im OP verschwinden mag und damit kein Problem hätte wenn der andere auf der Station bleibt.
Achso zur Chirurgie, bei uns gab es auch eine Ambulanz...soweit ich weiß, ging es da recht wenig invasiv zu. War allerdings nie da, hatte immer auf der Station und im OP genug zu tun.

Sorry, für den langen Text. Aber es ist durchaus so einiges möglich. Jetzt muss ich auch dazu sagen, dass ich das aus der Sicht eines PJlers und nicht eines bereits erfahrenen Arztes, wie beispielsweise Brutus schreibe, der es gewiss aus einem anderen Blickwinkel sieht als ich.

Falls du die Möglichkeit hast Gruebelwolke, überleg doch mal, ob denn nicht die Psychosomatik etwas für dich wäre...ich schreibe dir gern nochmal mehr dazu und kann dir nur soviel sagen, dass ich es wirklich aus reinem Pragmatismus um des Stillens Willen gewählt habe, aber nachher mit einigem Rüstzeug mehr für mich rausgegangen bin und total überrascht von diesem Fach war....denn wenn ich eines nie so wirklich spannend fand, war das neben Mibi und GET, Psychosomatik :).

Gruebelwolke
18.03.2014, 20:38
Vielen dank für den post.
Ich habe ja auch mein Wahltertial ans Ende gelegt, weil die Wahrscheinlichkeit da am größten ist, dass ich nicht mehr stille. Und Chirurgie habe ich mit klinisch theoretischem Fach gesplittet.
Psychosomatik kommt für mich nicht in Frage- ist bei uns in einem Haus mit der Psychiatrie. mache da meine Diss und kriege schon Herzrasen, wenn ich nur das Gebäude betrete. Furchtbar. Ganz schrecklich. habe meine Gründe. Aber sonst ne gute Idee, weiß was du meinst. Muss mich 3 Wochen vor PJ Beginn auf der Inneren melden. Werde es dort besprechen. Sollte das ein problem sein mit dem Stillen, kann ich sicher noch in ein anderes fach wechseln und die Abfolge ändern. ist hier nicht so problematisch.

Talis
18.03.2014, 20:45
Ach das hat sich aber auch nicht so schön an....ich glaube aber, das geht fast jedem so mit seiner Diss...ich denke nicht, dass es ein Problem darstellen wird, solange du dich nur einbringst und einfach fragst, was es noch gibt. Das PJ-Dasein besteht ja nicht nur aus BEs und Flexis.

Ich wünsche dir einen guten Start ins PJ und noch viele schöne Momente mit deinem Kleinen.