Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auswahlverfahren reformieren - nur wie?
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Pupskopf
12.07.2014, 15:30
Frauen haben aber nunmal durchschnittlich gesehen die besseren Abiturergebnisse und kommen so auch eher ins Studium. Einem Mann, der schlechtere Qualifikationen als eine Frau hat einen Studienplatz bevorzugt zu geben ist unlogisch.
Außerdem lasse ich mich doch nicht durch eine Quote einschränken, weil wir in einer patriarchalen Gesellschaft leben in der ich angeblich weniger Recht auf einen Studienplatz habe da ich die theoretische Möglichkeit zur Reproduktion habe.
Was ist an fifty-fifty ungerecht?
Interessanterweise gab es ja eine ähnliche Diskussion bei dem medizinertest in österreich, da bekamen die frauen auch mit schlechteren Ergebnissen einen studienplatz, weil der test genderbiased sei.
Mein ganzes Studium haben die Kolleginnen einem vorgeschwärmt wie sehr sie Medizin lieben und den Menschen helfen wollen, da ist es schon witzig zu sehen dass die sich dann alle in die Ehe flüchten und erst mal Kinder kriegen ;). Darf ja jeder machen was er will, betrachtet es man aber auf gesundheitspolitischer Ebene, wird es eben doch zu einem Problem wenn viele Frauen nach dem Studium in Teilzeit arbeiten oder eben nicht arbeiten. Gab' da vor einem Jahr auch eine Umfrage von den Ärztekammern, Frauen wollen nach dem Facharzt mehrheitlich in Teilzeit arbeiten, Männer nicht. Natürlich braucht man dann entsprechend mehr Ärzte.
Nun zur Wartequote. Ich will niemanden angreifen, aber ich finde die Wartezeitquote schwachsinnig. Die Qualifikation fürs Studium verbessert sich durchs Warten eher nicht und in der Wartezeitquote hat man auch die höchste Abbrecherquote. Zudem ist es wirtschaftlich auch nicht gerade rentabel wenn eine Person 7 Jahre lang aufs Medizinstudium wartet. Mir ist das ganze aber auch suspekt weil ich es in keinem anderen Land gesehen habe.
Nehmen wir an die Wartezeitquote würde dieses Jahr abgeschafft. Was macht man dann mit den ganzen Leuten die bisher WS gesammelt haben? Sollen die voll über die Wartezeitquote reinkommen dürfen, sodass quasi nur noch für die Abiturienten bis 13/14 die WZ-Quote zur Verfügung steht?
Das nächste: Was machst du dann mit den 3,x er Abiturienten? Heißt des dann endgültig schluss aus für die Chance Arzt zu werden, wenn man dann per Grundgesetz das Recht auf freie Berufswahl hat, wo der Arztberuf definitiv eingeschlossen ist? Durch den TMS und ein Ausbildung allein wird man die DN nur in den seltensten Fällen auf ein Niveau heben können, mit dem man im AdH einen Studienplatz kriegen könnte.
Meine Vorschläge wären:
40% Wartezeit
60% Abibeste (also quasi wie milkakuh, vielleicht sogar 50/50) oder
---
100% Losverfahren, wofür mich viele wahrscheinlich kreuzigen wollen würden :D Allerdings entwertet man damit in gewisser Weise komplett die DN des Abiturs, von daher wäre das auch wohl überhaupt keine Lösung.
Matzexc1
12.07.2014, 15:37
Frauen haben aber nunmal durchschnittlich gesehen die besseren Abiturergebnisse und kommen so auch eher ins Studium. Einem Mann, der schlechtere Qualifikationen als eine Frau hat einen Studienplatz bevorzugt zu geben ist unlogisch.
Außerdem lasse ich mich doch nicht durch eine Quote einschränken, weil wir in einer patriarchalen Gesellschaft leben in der ich angeblich weniger Recht auf einen Studienplatz habe da ich die theoretische Möglichkeit zur Reproduktion habe.
Keine Frau ist verpflichtet der Reproduktion nachzugehen.
Es gibt übrigens genug Studien die besagen das Jungs die Verlierer im Bildungssystem sind.
Keine Frau ist verpflichtet der Reproduktion nachzugehen.
Hast du ihren Beitrag überhaupt gelesen?
wolkenkranich6
12.07.2014, 15:50
Was ist an fifty-fifty ungerecht?
Ich kann mir auch gut vorstellen dass sich mittlerweile einfach mehr Frauen für Med bewerben als Männer, die Frauenanzahl ist ja schon besonders hoch. Ungerecht ist es dass Frauen dadurch nur mit sich selbst in Konkurrenz stehen anstatt mit ALLEN Bewerbern. Es ist ungerecht wenn eine besser qualifzierte Frau (sei es Abischnitt oder TMS) abgelehnt wird während ein Mann mit schlechter Qualifikation einen Platz bekommt
Interessanterweise gab es ja eine ähnliche Diskussion bei dem medizinertest in österreich, da bekamen die frauen auch mit schlechteren Ergebnissen einen studienplatz, weil der test genderbiased sei.
Das ist natürlich auch Schwachsinn. Ich bin für eine Zulassung die komplett unabhängig vom Geschlecht ist.
Darf ja jeder machen was er will, betrachtet es man aber auf gesundheitspolitischer Ebene, wird es eben doch zu einem Problem wenn viele Frauen nach dem Studium in Teilzeit arbeiten oder eben nicht arbeiten. Gab' da vor einem Jahr auch eine Umfrage von den Ärztekammern, Frauen wollen nach dem Facharzt mehrheitlich in Teilzeit arbeiten, Männer nicht. Natürlich braucht man dann entsprechend mehr Ärzte.
Ich sehe deinen Punkt, aber dadurch die Zulassung von Frauen zu beschränken, halte ich für sehr freiheitsbehindernd.
Matzexc1
12.07.2014, 15:53
Ja,habe ich.
Ich finde den Verweis auf die "patriarchialischen Strukturen" fehlerhaft. Frauen haben natürlich den biologischen "Nachteil" Kinder zu gebären während der Mann kurz da ist und dann schon wieder zur Jagd verschwindet.
Meine Mutter wäre nach ihrer Verlobung beinahe aus der Pflegeausbildung geflogen.Begründung:Sie heiraten ja bald.
Ihr Vorteil war das ihr Vater an diesem Haus im Verwaltungsrat saß.
Ihr Frauen habt heute die Möglichkeit zu entscheiden welchen Weg ihr geht und eine "Geschlechterquote" ist auch unmöglich.
Das Recht auf freie Berufswahl macht euch keiner streitig,weder ich noch sonst einer.
Ich finde die Verweise auf"patriarchalische Strukturen" klingen inzwischen immer mehr wie eine Anklage.
Ich selber bin der Meinung das Beruf und Familie besser kombinierbar werden müssen und auch wir Männer Verantwortung übernehmen sollten.
wolkenkranich6
12.07.2014, 15:57
Nehmen wir an die Wartezeitquote würde dieses Jahr abgeschafft. Was macht man dann mit den ganzen Leuten die bisher WS gesammelt haben? Sollen die voll über die Wartezeitquote reinkommen dürfen, sodass quasi nur noch für die Abiturienten bis 13/14 die WZ-Quote zur Verfügung steht?
Wenn man das Ganze jetzt abschaffen wollen würde (was sowieso nicht passieren wird) dann müsste man dennoch die Wartezeitquote 7-8 Jahre durchziehen für die Leute die gerade am Warten sind. Sonst wäre es ja ziemlich ungerecht.
Das nächste: Was machst du dann mit den 3,x er Abiturienten? Heißt des dann endgültig schluss aus für die Chance Arzt zu werden, wenn man dann per Grundgesetz das Recht auf freie Berufswahl hat, wo der Arztberuf definitiv eingeschlossen ist? Durch den TMS und ein Ausbildung allein wird man die DN nur in den seltensten Fällen auf ein Niveau heben können, mit dem man im AdH einen Studienplatz kriegen könnte.
Mhm, das ist natürlich eine gute Frage, da es ja wirklich im Grundgesetz verankert ist. Andrerseits hat jeder die Möglichkeit sich diese Freiheiten mit einem guten Abitur zu eröffnen. Die Chance auf ein gutes Abi hat wirklich jeder, man braucht nur viel Fleiß - für besondere Fälle (Krankheit, psychische Probleme usw) kann man ja einen Härtefallausgleich beantragen.
Wenn man das AdH aber noch durch andere Dinge ergänzt (TMS, Interviews ,Motivationsschreiben usw) kann man so die Abiturnote auch unwichtiger machen. Ich würde da der Uni sowieso mehr Autonomie geben und die Reglung dass das Abi mind 51 % zählen muss runterschrauben.
WackenDoc
12.07.2014, 15:59
Ich fand das alte System bei dem eine besserer Abischnitt zu kürzerer Wartezeit geführt hat, ganz gut.
Die Wartezeitquote garantiert übrigens, dass wirklich jeder, der die Voraussetzungen für ein Medizinstudium hat (nämlich das Abitur) Medizin studieren darf. In anderen Ländern gibt es diese Quote auch nicht- aber da kann man dann eben mit schlechtem Abi gar nicht Medizin studieren.
Edit: Ja, früher war der TMS Pficht-allerdings konnte man mit gutem Abi einen Studienplatz bekommen, egal wie schlecht der TMS war.
Matzexc1
12.07.2014, 16:04
Wenn man das Ganze jetzt abschaffen wollen würde (was sowieso nicht passieren wird) dann müsste man dennoch die Wartezeitquote 7-8 Jahre durchziehen für die Leute die gerade am Warten sind. Sonst wäre es ja ziemlich ungerecht.
Wird es gerechter das noch 7-8 Jahre zu belassen und dann zu beenden?
Mhm, das ist natürlich eine gute Frage, da es ja wirklich im Grundgesetz verankert ist. Andrerseits hat jeder die Möglichkeit sich diese Freiheiten mit einem guten Abitur zu eröffnen. Die Chance auf ein gutes Abi hat wirklich jeder, man braucht nur viel Fleiß - für besondere Fälle (Krankheit, psychische Probleme usw) kann man ja einen Härtefallausgleich beantragen.
Das Problem hierbei:
Wir haben in jedem Bundesland andere Anforderungen an Lehrerausbildung und Abitur.In Hessen gibt es die Stochastik als Kernthema.In Baden-Württemberg ist sie eine Nebensache.
Privatschulen haben häufig andere Anforderungen als Staatliche
Als erstes sollte es ein einheitliches Abitur geben mit festen Standards und eine einheitliche Lehrerausbildung mit dem Ziel das jeder Schüler das Optimum seiner geistigen Fähigkeiten herausbekommt.
Wenn man das AdH aber noch durch andere Dinge ergänzt (TMS, Interviews ,Motivationsschreiben usw) kann man so die Abiturnote auch unwichtiger machen. Ich würde da der Uni sowieso mehr Autonomie geben und die Reglung dass das Abi mind 51 % zählen muss runterschrauben.
Kann ich mich anschliessen. Das AdH ist mir zu Abi-lastig.
Ich finde die 50 / 50 Variante gut. Dadurch sinkt die Abiquotennote und die Wartezeit. Gleichzeitig könnte man ja eine Verbesserung von 0,1 pro Wartesemester wieder einführen :-dafür
Oder z.B. im jetzigen System die Abschlußnote der Ausbildung mit berücksichtigen. Vielleicht ähnlich wie beim TMS 51 % Abinote und 49 % Ausbildungsabschlußnote... Dann werden auch die belohnt, die im Examen sehr gut waren :-top
Erstmal langfristig die Wartezeitquote abschaffen - warum werden Studienplätze für's Nichtstun verteilt?
Ich finde es auch fairer, wenn jemand, dessen Abi nur ein bisschen zu schlecht war, nicht genauso lange warten muss wie jemand mit 3.9. Warum wurde das eigentlich abgeschafft, dass jedes Halbjahr die Note um 0.1 quasi verbessert wird?
Ausserdem sollte man sich jedes Halbjahr bewerben muessen, dann verhindert man die "Spontanentscheider" bei den Wartern, die ziehen die Abbrecherquote dort naemlich so in die Hoehe.
Ich zitiere nochmal aus meinem Lieblingsartikel^^:
Tatsächlich schließen mehr als neunzig Prozent der Studienanfänger ihr Studium erfolgreich ab. Erwähnenswert dabei: Die Kandidaten ohne Abschluss wurden zumeist nicht über die Abiturnote ausgesucht, sondern entstammen zu einem ganz überwiegenden Anteil aus der so genannten Wartezeit-, Ausländer- oder Zweitstudiengangquote - ein Klientel, auf dessen Auswahl die Hochschulen überhaupt keinen Einfluss haben.
Dabei muss insbesondere in der Wartezeitquote noch zwischen zwei verschiedenen Klientelen unterschieden werden. Da gibt es die Kandidaten, die ganz gezielt auf das Medizinstudium hin gewartet und sich vermutlich jedes halbe Jahr erneut beworben haben, bevor sie dann (nach derzeit etwa sechs Jahren Wartezeit) endlich studieren durften. Diese Gruppe besteht in der Regel mit durchaus ansprechende Studienleistungen und Erfolgsquoten. Dem gegenüber weisen die „Spätberufenen“, also die Studierenden mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung in einem anderen Bereich eine deutlich schlechtere Prognose auf. Bedauerlicherweise sind beide Bewerberklientele im Vergabeverfahren gleich gestellt, so dass in dieser Quote etwa die Hälfte der Aspiranten älter als 28 Jahre und damit der zweiten Gruppe zuzuordnen ist.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/medizinstudium-die-inflation-der-spitzenzeugnisse-11336173-p2.html
Es gibt auch eine Studie zum Erfolg des TMS, die finde ich aber gerade nicht. Die von Hamburg zum Ham-Nat habe ich auch schonmal gepostet.
Wenn solche Tests dazu fuehren, dass die Abbrecherquoten sinken, sollte man die benutzen. Der TMS gibt auch Leuten eine Chance, die ein Abi um die 2.0 haben. War es rein rechnerisch nicht sogar mit 2.4 dann noch moeglich in Heidelberg/Mannheim?
Athene.*
12.07.2014, 16:28
Ach krass. Ich wusste gar nicht, dass das früher so war, dass man pro Wartesemester eine Verbesserung auf die DN bekam. Würde mich auch mal interessieren, warum das abgeschafft wurde. Für Leute wie mich, die mit einer DN von 2,2 nicht unbedingt ein schlechtes Abitur haben, wäre das auf jeden Fall fairer. Eigentlich müsste sich doch dort jetzt mal was ändern, der NC steigt ja immer weiter.
Fände auch eine Abschaffung der Abiturbestenquote gar nicht schlecht ... Im Semester meiner besten Freundin studieren zu viele, die meinen, Medizin studieren zu müssen, weil sie für etwas anderes ihre gute DN nicht verschwenden wollen, es sei ja schließlich etwas exklusives, Medizin zu studieren. Und dann noch rummeckern, wie eklig die Leiche und die Organe doch sind. Zu sowas fällt mir einfach gar nichts mehr ein. :-(
Absolute Arrhythmie
12.07.2014, 16:30
Das Problem bei der ganzen Geschichte mit dem Abischnitt: man "braucht" für Medizin neunmal kein 1,0er abi. Der aktuell hohe NC resultiert einzig über allein aus dem geringen Angebot an Studienplätzen und der extrem hohen Nachfrage.
Vor ein paar Jahren konnte man locker mit nem zweier schnitt studieren.
Wartezeit ist in Deutschland nach aktueller Gesetzeslage auch nicht abschaffbar, daher mMn Zeitverschwendung darüber zu diskutieren.
Besser wäre es (wenn man überhaupt was ändert) weniger! Gewicht auf Ausbildungen zu legen und mehr auf TMS, HAM-Nat etc.
Was bringt es denn, wenn man die Abibestenquote abschafft? Die sind dann eben auch alle im AdH, der NC wird dadurch ja nicht sinken. :-nix Nur, wenn der TMS etc. verpflichtend waere, wuerde es einen Unterschied machen. Zumal es ja mittlerweile auch schon so viele mit 1.0 gibt, dass die auch ins AdH muessen.
Ich wuerde eine Ausbildung auch hoechstens nur noch mit 0.1 bonieren, die ganzen Plaetze werden von kuenftigen Medizinstudenten besetzt und nachher fehlt es an Pflegekraeften.
Ein FSJ koennte man dafuer staerker bonieren, aber dann machen das auch wieder alle und es bleibt im Endeffekt gleich.
Ausserschulische Aktivitaeten, Wettbewerbe... finde ich auch wichtig, die kann man nicht so leicht faken wie ein Motivationsschreiben.
Die Interviews sind aber glaube ich auch ganz gut geeignet, wenn sie standardisiert sind.
Absolute Arrhythmie
12.07.2014, 16:50
FSJ zu bonieren hätte aber wenigstens einen positiven Effekt für das Gesundheitswesen. Ausbildungsbonus hat ja eher nen negativen.
Wie euch allen ja bekannt ist, braucht man, um ins Humanmedizinstudium zu kommen, eine
DN jenseits der 1,4. Für viele,- inklusive mir - , bedeutet das, erstmal zu warten und die Wartezeit durch FSJ, Ausbildung etc. zu füllen.
Wobei das mit der 1.4 ja nicht stimmt ;-)
Bis 1.9 geht es ueber den Ham-Nat und bis ca. 2.2, 2.4 ueber den TMS.
Ich glaube auch nicht, dass ein FSJ bisher jemanden geschadet haette, im Gegenteil. Da hat man nach dem Abi noch ein Jahr Zeit nachzudenken, ob man es wirklich will, bekommt ein bisschen Geld, hilft der Gesellschaft... Je nach Aufgabe muss man dann auch kein Pflegepraktikum mehr machen.
Alternativ koennte man, wie Frankfurt, jeden schon abgeleisteten Monat des KPP bonieren.
Gleichzeitig könnte man ja eine Verbesserung von 0,1 pro Wartesemester wieder einführen :-dafür
@ Puschll: war das wirklich so bei Medizin ?
Athene.*
12.07.2014, 16:57
Wobei das mit der 1.4 ja nicht stimmt ;-)
Bis 1.9 geht es ueber den Ham-Nat und bis ca. 2.2, 2.4 ueber den TMS.
Da hast du Recht. Ich wollte lediglich damit sagen, dass man mit einer Note, die schlechter als 1,4 ist, nicht mit einer direkten Zulassung rechnen kann.
Naja, das Ding mit der Ausbildung/FSJ ist auch so 'ne Sache. Klar nimmt man damit Leuten die Plätze weg, die später auch tatsächlich in den Beruf möchten. Doch auf der einen Seite bewerben sich immer weniger bzw immer weniger Menschen mit ausreichenden Qualifikationen für den Job (was wiederum ein ganz anderes Problem darstellt, aber darauf will ich jetzt nicht eingehen), wobei ich mir dann denke, dass es dann das geringere Übel ist, jemanden für die Ausbildung zu nehmen, der die Fähigkeiten mitbringt, aber nicht bleiben will, als jemand, der einfach völlig unterqualifiziert ist. Kenne da leider auch genügend Menschen aus unserer Krankenpflegeschule. Die können nicht mal richtig Deutsch sprechen. Warum also nicht Menschen nehmen, die die Qualifikationen für den Job mitbringen, aber nur vorläufig bleiben? Für manche wird dann auch im Laufe der Ausbildung klar, dass sie niemals die Verantwortung eines Arztes übernehmen wollen und bleiben dann im Beruf.
Man kann ja am aktuellen Auswahlverfahren kritisieren was man will, aber durch die Wartezeit kann immerhin jeder, der wirklich will Medizin studieren und das ist mMn gut so. Wenn man das Verfahren jetzt in Richtung Motivationsschreiben oder Auswahlgespäche verändert verschiebt man das Problem doch nur. Klar bekommen dann mehr Leute die Chance für eine erfolgreiche Bewerbung, aber gleichzeitig werden dann diejenigen bestraft, die in der Oberstufe 2 oder 3 Jahre alles für ein gutes Abi investiert haben.
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