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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auswahlverfahren reformieren - nur wie?



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Sheakysan
13.07.2014, 10:56
20% Abiturbeste
20% Wartezeit
60% Eignungstest nach österreichischem Vorbild

Athene.*
13.07.2014, 13:03
Ihr seid wirklich bereit euch an ein Bundesland zu binden? Auf Gedeih und Verderb? Was man so macht für nen Studienplatz.

Wir sind jung und verzweifelt. :-))

Coxy-Baby
13.07.2014, 13:14
Du hast "....und brauchen das Geld" vergessen ;-) ne kann ich ja alles nachvollziehen, aber sich als 18 Jähriger zu verpflichten mit 30 irgendwo in der Pampe niederlassen zu müssen ist halt schwer kalkulierbar...

davo
13.07.2014, 13:17
Du hast "....und brauchen das Geld" vergessen ;-) ne kann ich ja alles nachvollziehen, aber sich als 18 Jähriger zu verpflichten mit 30 irgendwo in der Pampe niederlassen zu müssen ist halt schwer kalkulierbar...

Irgendeine Ausstiegsklausel gibt es doch immer - dass man, wenn man woanders arbeiten will, Stipendium und Zinsen zurückzahlen kann. Ist ja auch kein Problem. Nach dem Studium ist man halt doch liquider als währenddessen.

Athene.*
13.07.2014, 13:32
Du hast "....und brauchen das Geld" vergessen ;-) ne kann ich ja alles nachvollziehen, aber sich als 18 Jähriger zu verpflichten mit 30 irgendwo in der Pampe niederlassen zu müssen ist halt schwer kalkulierbar...

Haha, stimmt! Das sowieso. :grins:
Du hast damit schon recht, aber ich denke, jeder muss persönlich für sich abwägen, wieviel er bereit ist, aufzuopfern, um tatsächlich dieses Studium durchziehen zu können. Mir persönlich wäre es zumindest lieber, mich für Hintertupfingen zu verpflichten und damit endlich mit dem Studium beginnen zu können, als noch gefühlte 1000 Jahre zu warten. Klar, hat auch was mit Ungeduld zu tun :-oopss, aber irgendwo ist auch mal Feierabend und ich bewundere jeden, der tatsächlich 6 Jahre lang dafür wartet, um endlich studieren zu können.

Aber wie wir bereits festgestellt haben - man kann in diesem Thema nichts pauschalisieren. Da steht einfach jeder anders zu und das ist auch irgendwie gut so.

Kackbratze
13.07.2014, 13:34
Hintertupfingen kann für dich aber die Hölle sein, wenn Du dich im Studium erst in die Neurochirurgie und dann in den Absolventen, der nach Berlin gehen wird, verliebst...

Coxy-Baby
13.07.2014, 14:11
....also doch lieber losen oder 1:1 Kämpfe bis zum Tod für einen Studienplatz? Oder (und das lasse ich mir patentieren) eine rtl(2) castingshow "Deutschland sucht den Superdoc" in der Jury Kackbratze, ich und was weibliches (muriel, die ente?) Hauptgewinn: 1 Studienplatz an einer Eliteuni, 2. Platz Ost-Uni, 3. Platz Osteuropa oder Südamerika.... Mal schauen...

Athene.*
13.07.2014, 14:13
Dann ist das eben so. Das Leben ist kein Ponyhof und irgendwo muss man Prioritäten setzen. Ist ja bei den Sanitätsoffizieren irgendwo nicht viel anders.

Kackbratze
13.07.2014, 14:22
Doch das Leben ist ein Ponyhof! Wenn man es geschickt anstellt, wird einem regelmässig das Haar gebürstet, Futter angereicht und danach wird man auchnoch von den Damen geritten!


@coxy:
1. Platz: Charite
2. Platz: Heidelberg
3. Platz: Giessen
Unter allen Teilnehmern wird dann noch ein Platz in Osteuropa verlost.
Und für 50cent pro Anruf (Handy kostet mehr) kann man pro Show auch einen Platz im Lostopf für Osteuropa gewinnen!

Athene.*
13.07.2014, 14:25
Doch das Leben ist ein Ponyhof! Wenn man es geschickt anstellt, wird einem regelmässig das Haar gebürstet, Futter angereicht und danach wird man auchnoch von den Damen geritten!

Dann bin ich wohl das verlotterte Pony in Hintertupfingen. :-))

Bonnerin
13.07.2014, 14:29
Hm...schwierige Frage. Tests finde ich eigentlich nicht so wirklich gut, die sind sehr leicht trainierbar und hängen auch sehr von der momentanen Tagesform ab, dennoch eine gute Chance für Leute mit nicht ganz gutem Abitur.
Auswahlgespräche und Motivationsschreiben ist aber meiner Meinung nach ein noch falscherer Weg. In Amerika wird das von vielen Colleges verlangt und da hat sich ein richtiger Markt ausgebildet, mit Coaches die einem den Text formulieren und einem sagen wie man sich am besten zum Studienplatz lügt. Eine Unverschämtheit die man sich auch nur mit viel Geld leisten kann.

Ich würde die Stellschrauben auch an den Quoten ansetzen:
- 45% Abiturbeste und es werden nicht die Durchschnittsnoten sondern die Punktzahlen (fachlich und insgesamt) verglichen, unter Beachtung und Berücksichtigung der Fächerwahl. So sollte jemand mit 1,5 und Mathe, Bio, Chemie in der Oberstufe sofort einen Platz bekommen als jemand mit 1,1 und Geschichte, Kunst und Literatur.
- 45% Wartezeit, mit einer Staffelung nach Noten (2,2er mit einem Wartesemester weniger sollen eher einen Platz bekommen als 3,9er mit einem Wartesemester mehr) und einer verpflichtenden Bewerbung jedes halbe Jahr.
- 10% TMS-Beste. Auch wenn ich den Test nicht mag, abschaffen wird man ihn wohl nie ganz

Und zwischen Abitur und Studium muss mindestens 1 Monat KPP abgeliefert werden. In meinem Bekanntenkreis hat nämlich so jemand festgestellt, dass Medizin nichts für sie ist, sich augenblicklich wieder immatrikuliert (hatte schon die Zusage) und studiert jetzt (glücklich!) Journalismus. Dazu sollte es einen für alle Krankenhäuser verpflichtenden Katalog geben der die Tätigkeiten im KPP festlegt.

Und natürlich mehr Studienplätze generell!

][truba][
13.07.2014, 14:42
Was soll dieser Quatsch mit der Bewerbung jedes halbe Jahr? Da hätte mir ja was gefehlt mich 12 mal bei denen zu melden.

Bonnerin
13.07.2014, 15:00
Das wurde hier auch schon ein paar Mal vorher gesagt: Damit in der Wartezeit wirklich diejenigen einen Studienplatz bekommen, die ihn wirklich wollen und auch mit Ausbildung, Tätigkeiten in der Pflege ect. gezielt die Zeit genutzt haben. Die meisten in unserem Semester, die das so gemacht haben sind extrem engagiert und extrem gut. Wohingegen diejenigen, die sich "einfach so um zu schauen ob's was wird" spontan bei Hochschulstart beworben hatten Probleme in so ziemlich allen Fächern haben und etliche Scheine schon jetzt wiederholen müssen.

Ich will hier keinem zu Nahe treten, es ist halt einfach eine Beobachtung die ich gemacht habe.

Außerdem müsste man das bei einem System in dem eine Staffelung von Note und Wartezeit stattfindet ohnehin tun - denn es könnte theoretisch in jedem halben Jahr reichen, wenn man ein halbwegs gutes Abitur hat. Und dann würde man sich ärgern wenn man mit 1,7 schon nach 5 WS nen Platz bekäme sich aber erst nach 6 Jahren bewirbt.

][truba][
13.07.2014, 15:03
Deshalb muss man noch lange nicht gezwungen werden, sich jedes Jahr bei dem Verein zu melden. Reicht doch, wenn man sich direkt nach dem Abi 1x bewerben muss.

Ich wollte auch meinen Studienplatz und habe mich trotzdem nur 2 x beworben. 1 x direkt nach dem Abi und 1 x als ich merkte, dass es soweit ist. Da noch Geld verschwenden um 10 Absagen zu bekommen, hätte mir noch gefehlt.

LG Thomas

P.S: Fraglich wann dann die Leute mit >3,0 ihren Platz bekommen sollen.

Nessiemoo
13.07.2014, 15:06
naja, man muss ja damit leben, dass solange es mehr Leute studieren wollen als es Plätze gibt, dann werden egal welches Verfahren, viele Leute eben nicht studieren können.

Um das Problem zu lösen sollte man: 60 Std. Woche einführen für alle Ärzte zzgl. Dienste (unbezahlt), Kürzung des Gehaltes um 50%. Arbeitsplatz für ersten 8 Jahre wird verpflichtend zugelost. Einführung von Studiengebühren von 5 000 Euro im Jahr. Dazu 1,5 Jahre Pflicht-Krankenpflegepraktikum.

Das löst das Problem von Ärztemangel, Pflegemangel, mangelnde Finanzierung an den Unis und Bewerberauswahl, da jetzt wird keiner "Einfach nur so" studieren wollen. ^^

Matzexc1
13.07.2014, 15:11
naja, man muss ja damit leben, dass solange es mehr Leute studieren wollen als es Plätze gibt, dann werden egal welches Verfahren, viele Leute eben nicht studieren können.

Um das Problem zu lösen sollte man: 60 Std. Woche einführen für alle Ärzte zzgl. Dienste (unbezahlt), Kürzung des Gehaltes um 50%. Arbeitsplatz für ersten 8 Jahre wird verpflichtend zugelost. Einführung von Studiengebühren von 5 000 Euro im Jahr. Dazu 1,5 Jahre Pflicht-Krankenpflegepraktikum.

Das löst das Problem von Ärztemangel, Pflegemangel, mangelnde Finanzierung an den Unis und Bewerberauswahl, da jetzt wird keiner "Einfach nur so" studieren wollen. ^^

Sehr witzig.

wolkenkranich6
13.07.2014, 17:18
Wieso plädieren Leute hier eigentlich für eine 50%ige Wartezeitquote? Dann kommen doch noch weniger Leute durchs Abitur rein und Leute mit 1,5 müssen schon warten.
Ich würde außerdem den Ausbildungsbonus deutlich verringern, denn so machen viele Leute nur eine Ausbildung um danach zu studieren -> wirtschaftlich unrentabel.
Da fände ich es besser, eine Ausbildung in der Wartezeit anzurechnen, da man so sieht dass die Person defintiv medizinisches Interesse hat und sich in den Studiengang reinhängen wird und sich nicht einfach aus einer Laune hinaus beworben hat.


Ich finde es nur ehrlich gesagt unfair Leuten ihr hart erarbeitetes Abitur abzuerkennen. Ich finde die Bestenquote zwar doof, da es landesweite Unterschiede gibt (vorallem in der Fächerwahl) aber ein Abi bis 1,3 kann man nun wirklich überall schaffen, selbst wenn man einen scheiß Lehrer hat der einem fiese Noten eindrückt. Wieso sollten sehr gute Abiturienten dann mit der Einschränkung der Quote die das Abitur berücktsichtigt bestraft werden? Ich würde stattdessen ein 80%iges AdH einführen.

Klar machen Noten keinen guten Arzt aus, Empathie blabla und der Abischnitt sagt nix über die Intelligenz aus, das seh ich auch so. Allerdings braucht man für das Medizinstudium nicht Intelligenz (wobei das natürlich hilft) aber vorrangig Fleiß - und aus Fleiß besteht auch das Abitur. Ein 1,6er Abi ist mMn gut schaffbar, sofern man sich einfach nur viel Mühe gibt und Punkte in Laberfächern usw sammelt.

WackenDoc
13.07.2014, 17:25
ADH hat aber den Nachteil, dass es aufwändig ist und alles andere als objektiv.
Gibt ja schon eine Uni die so nen Schwachsinn wie eine Art Medizinstudentencasting erfunden hat.
Da mussten die Bewerber ÜbPatienten Joghurt füttern und die, denen aufgefallen ist, dass auch noch das Bett neu bezogen werden muss, haben gute Punkte bekommen (oder so ähnlich)

Athene.*
13.07.2014, 17:33
Ich finde es nur ehrlich gesagt unfair Leuten ihr hart erarbeitetes Abitur abzuerkennen. Ich finde die Bestenquote zwar doof, da es landesweite Unterschiede gibt (vorallem in der Fächerwahl) aber ein Abi bis 1,3 kann man nun wirklich überall schaffen, selbst wenn man einen scheiß Lehrer hat der einem fiese Noten eindrückt. Wieso sollten sehr gute Abiturienten dann mit der Einschränkung der Quote die das Abitur berücktsichtigt bestraft werden? Ich würde stattdessen ein 80%iges AdH einführen.

Klar machen Noten keinen guten Arzt aus, Empathie blabla und der Abischnitt sagt nix über die Intelligenz aus, das seh ich auch so. Allerdings braucht man für das Medizinstudium nicht Intelligenz (wobei das natürlich hilft) aber vorrangig Fleiß - und aus Fleiß besteht auch das Abitur. Ein 1,6er Abi ist mMn gut schaffbar, sofern man sich einfach nur viel Mühe gibt und Punkte in Laberfächern usw sammelt.

Na klar geht das. Ich war auf einem privaten Gymnasium, wo ein ganz anderer Standard als bei den staatlichen Gymnasien lag und hatte größtenteils Lehrer, die einem nichts geschenkt haben. Da half auch Diskutieren und Labern nichts. Es war so resignierend zu sehen, dass größtenteils Aufgaben, die dem Niveau meiner Hausaufgaben entsprach, an den staatlichen Gymnasien die Klausuren waren. Im letzten Halbjahr vor dem Abi hatte ich endlich die Noten, die ich mir eigentlich fürs erste der Oberstufe verdient hätte - 1,8. Wenn ich diesen Schnitt durchgängig gehalten hätte in Addition zu den sehr guten Noten, die ich im Zentralabi danach hatte, hätte ich einen Schnitt von 1,3.

Klar, eine strenge Schule zahlt sich an der Uni aus, deswegen bereue ich es nicht. Zudem wollte ich früher gar nicht Medizin studieren, insofern war es mir wampe, dass ich "nur" eine DN von 2,2 hatte - wollte ja kein NC-Fach studieren. Was ich einfach nur sagen will, ist, dass es Menschen gibt, bei denen sich das einfach erst mit den Praxiserfahrungen der Wunsch fürs Medizinstudium ergibt und solche Bonierungen gerade bei Leuten wie mir 'ne Menge ausmachen können. Und es ist eben nicht überall einfach, ein gutes Abi zu bekommen. Ist zwar ein Einzelschicksal und zum Glück nicht überall so, aber naja.

wolkenkranich6
13.07.2014, 17:35
ADH hat aber den Nachteil, dass es aufwändig ist und alles andere als objektiv.
Gibt ja schon eine Uni die so nen Schwachsinn wie eine Art Medizinstudentencasting erfunden hat.
Da mussten die Bewerber ÜbPatienten Joghurt füttern und die, denen aufgefallen ist, dass auch noch das Bett neu bezogen werden muss, haben gute Punkte bekommen (oder so ähnlich)
In Münster gibt es doch ein recht aufwändiges System mit Wissenstest, Patienten Situationen (glaube aber eher Gespräche) plus Motivationsschreiben. Das finde ich eigentlich nicht schlecht, aber das ist halt, wie du schon sagtest, aufwendig und teuer.

Eine andere Idee, die glaube ich noch nicht genannt wurde: In Frankreich wird (sofern ich das verstanden habe) JEDER mit der Hochschulzugangsberechtigung zum Medizinstudium zugelassen. Nach dem ersten Jahr folgt eine Prüfung bei der richtig hart ausgesiebt wird, mir wurde gesagt nur so 15% dürfen dann weiterstudieren.
Vorteile liegen auf der Hand, jeder bekommt eine Chance sich im Medizinstudium zu beweisen...alledings hat man, falls man die Prüfung verhaut, ein Jahr verloren. Aber die Möglichkeit sich sein Studienplatz durch gute Leistungen während des Studiums zu erarbeiten hat JEDER.
Nachteilig sind natürlich die immensen Kosten und der ganze Aufwand der betrieben wird. Im ersten Jahr haben Unis ja dann tausende Studenten. Ich hab keine Ahnung wie die Franzosen das hinbekommen.