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Schubbe
04.08.2014, 21:19
ich denke: Bei wiss. Gründen reicht da vllt ein Satz einer renommierten 3. Partei aus

Nope...

Hubär
04.08.2014, 21:20
Und so macht es dann mit der Begründung wohl jeder so, wie er es für sinnvoll hält ;) ich denke: Bei wiss. Gründen reicht da vllt ein Satz einer renommierten 3. Partei aus, bei beruflichen Gründen muss man hingegen selbst argumentieren und kann sich idR nicht auf ein Gutachten beziehen.

Meine Fallkonstellation ist sicher nicht selten, aber die individuelle Berufsplanung, die es so nicht nochmal gibt.

Glaube du hast dich mit dem Bewerbungsverfahren nicht richtig befasst? Auch bei wissenschaftlichen Gründen muss man selber argumentieren! Außerdem musst du hier nicht nur HSS von deinem Anliegen überzeugen sondern vorher auch noch die Uni! Empfehlungsschreiben mögen helfen, bringen dir aber gar nichts, wenn du nicht richtig argumentierst! Ich habe in meiner Bewerbung auf Empfehlungen übrigens gezielt verzichtet. Entweder spricht meine Arbeit, Lebenslauf und Argumentationsführung für mich oder nicht. Wenn nicht, dann hilft mir auch kein Dritter der mir Honig um den Mund schmiert.

P.S.: Wenn du doch glaubst, der Satz einer 3. renommierten Partei würde reichen, warum machst du dir dann den Umstand mit Klage und 60 Seiten langen Bewerbungen, anstatt dir eine renommierte Stimme zu holen...

jennyli
05.08.2014, 08:48
Nein, mit wissenschaftlichen Begründungen kenne ich mich tatsächlich nicht aus .... habe ich aber auch nie behauptet? ;) Ich habe mich mit beruflichen Argumentationen befasst - und das sicherlich sehr umfassend :)

Finde es ein bisschen schade, dass hier so wild über die Sinnhaftigkeit meiner Seitenanzahl diskutiert wird. Zum einen habe ich meine (juristischen) Gründe dargelegt, zum anderen ist der Drops ja schon gelutscht ... damit ist also keinem geholfen.:-nix

'netto' sind es übrigens ca. 10 Seiten reiner Begründungstext, die weiteren 10 Seiten sind u.a. Rechercheergebnisse (Liste vergleichbarer Positionen) und eine tabellarische Darstellung der jew. Studienfächer (mit kurzer Erläuterung, wozu das Wissen benötigt wird).
Ich finde wenn man sich lange Gedanken macht, wie eine mögliche Gegenargumentation von HSS aussehen könnte (Gerichtsurteile sind hier ne super Quelle) und alle möglichen Gegenargumente schon vorab versucht zu entkräften und dies mit Rechercheergebnissen untermauert, ist die Seitenanzahl gar nicht so ungewöhnlich. Ich habe ja im Dezember schon mit der Überarbeitung begonnen - da kommt eben einiges zusammen.

Ich habe im Übrigen keinesfalls den Anspruch zu sagen, dass mein Weg für jeden der richtige ist (falls das hier irgendwie so rübergekommen sein sollte) - im Gegenteil: ich finde auch, dass man HSS nicht mit unnötigem Balast beladen sollte. Aber je ungewöhnlicher der persönliche Werdegang, desto mehr gibt es eben auch zu verargumentieren.

jennyli
05.08.2014, 08:58
Hubär ich würde es aber schon gerne verstehen:

Ist es also nicht so, dass bei der wissenschaftlichen Begründung vor allem der (möglichst wissenschaftliche) persönliche Lebenslauf im Vordergrund steht, das Forschungsgebiet/-vorhaben aber letzlich nur oberflächlich erwähnt wird, weil die Uni mit dem Gutachten ja idealerweise bereits 'bestätigt' hat, dass es dort Forschungsbedarf gibt (und HSS hier ohnehin keine Details wissen will, weil der fachliche Hintergund fehlt)?

Schubbe
05.08.2014, 10:01
'netto' sind es übrigens ca. 10 Seiten reiner Begründungstext

Das ist doch schon eine ganz andere Aussage als 40-60 Seiten. Ich denke mal wir sind hier alle bei 5-10 Seiten + Anhang. Dass der Anhang natürlich total ausufern kann ist klar, nur bei dir klang so ein bisschen wie 40 Seiten OHNE Anhang und das stößt natürlich auf Unverständnis ;)

Hubär
05.08.2014, 10:16
Hubär ich würde es aber schon gerne verstehen:

Ist es also nicht so, dass bei der wissenschaftlichen Begründung vor allem der (möglichst wissenschaftliche) persönliche Lebenslauf im Vordergrund steht, das Forschungsgebiet/-vorhaben aber letzlich nur oberflächlich erwähnt wird, weil die Uni mit dem Gutachten ja idealerweise bereits 'bestätigt' hat, dass es dort Forschungsbedarf gibt (und HSS hier ohnehin keine Details wissen will, weil der fachliche Hintergund fehlt)?

Bei wissenschaftlichen Gründen musst du erst den Gutachter der Uni überzeugen und dann hoffen, dass HSS das Gutachten annimmt und nicht mehr anfechtet. (Du sendest aber sowohl HSS als auch der Uni die exakt selben Unterlagen!)
Die Kriterien, welche aber sowohl der Gutachter der Uni als auch HSS anlegen, sind der Werdegang, die Ernsthaftigkeit des Berufsziels und dessen wissenschaftliche Bedeutung.
Dh relevant sind deine bisherigen wissenschaftlichen Leistungen und dass zu erkennen ist dass du zielstrebig auf ein wissenschaftliches Berufsziel hin arbeitest (das du ja hierfür auch erst nennen und charakterisieren musst genau wie bei beruflichen Gründen).
Schwerpunkt liegt meiner Meinung nach auf "bisherig"! Dh. jemand mit viel wissenschaftlicher Erfahrung zum Beispiel als Doktorand oder gar fertig promoviert hat deutlich mehr Chancen als jemand der ein tolles Forschungsgebiet nennen kann in dem er gerne forschen würde und wofür er ja unbedingt Medizin braucht.
Wie schon im anderen Thread gesagt, bis euch das Medizinstudium für die interdisziplinäre Forschung tatsächlich etwas bringt, vergehen erst mal einige Jahre! Das weiß auch der Gutachter... also hier ein Forschungsvorhaben zu bringen, in dem ihr vielleicht schon drin steckt oder das ihr bald umsetzen wollt, scheint kein Medizinstudium voraus zu setzen und dient also nicht bei der Begründung, warum ihr das studieren müsst für eure Forschung! Es geht hier ausschließlich um die Förderung von wissenschaftlichen Nachwuchs um so ambitionierten Wissenschaftlern eine Doppelqualifikation zu ermöglichen die dann in zig Jahren zu hoffentlich wissenschaftlich bedeutsamer Forschung führt.

Polarbear1899
16.08.2014, 00:49
Hubär du hast mit Sicherheit recht was die Hauptargumente für das Erlangen der wissenschaftlichen Gründe angeht.
Aber da die Gutachter (oder zumindest einer aus der Kommision - je nach Uni) häufig selbst Profs. von nem klinischen Institut sind, schadet es sicher nix wenn man der Bewerbung ein Empfehlungsschreiben von einem Professor oder Chefarzt beilegt, in dem bestätigt wird wie wichtig man für das Institut ist und was man schon geforscht hat.

Schubbe
16.08.2014, 09:23
:D :D

jennyli
19.08.2014, 17:57
:-)) :-))

Sammy
19.08.2014, 19:56
Hi,

ich gehöre auch zu den Zweitstudienbewerbern, kann vor dem Hintergrund meines Erststudiums (VWL mit etwas Jura) allerdings nicht wirklich irgendeine wissenschaftliche Begründung vorbringen.

Stattdessen komme ich letzten Endes maximal auf 7 Punkte (3 Punkte Abschlussnote Erststudium + 4 Punkte für "sonstige berufliche Gründe"), die in den letzten beiden Jahren ja nun leider nicht mehr für eine Zulassung ausgereicht haben.

Auch wenn es nicht ganz in diesen Thread passen mag - allerdings scheint es hier ja kein eigenes Zweitstudiums-Forum zu geben, deshalb gebe ich nun doch hier mal meinen Senf dazu -, würde mich mal interessieren, ob sich hier jemand schon mal Gedanken über das Verfahren in rechtlicher HInsicht bzw. sogar "gerichtliche" Erfahrungen damit gemacht hat.

Eigentlich habe ich die "typischen" Studienplatzklagen immer vehement abgelehnt. Allerdings ärgere ich mich zurzeit wirklich über das Zulassungsverfahren für Zweitstudienbewerber im Allgemeinen, bzw. halte ich es für fast schon offensichtlich verfassungswidrig. So wird im Verfahren für Erststudienbewerber ja ein Teil der Plätze allein nach Wartezeit vergeben - was letztlich aus dem Grundrecht auf freie Berufswahl folgt (bzw. aus der entsprechenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1972) - d.h. jeder Mensch mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung hat grundsätzlich einen Anspruch auf einen Medizin-Studienplatz. Die Tatsache, dass es im Verfahren für Zweitstudienbewerber nichts Vergleichbares gibt, impliziert ja letztlich die Auffassung, dass ein Mensch im Zeitpunkt des Abschlusses seines Erststudiums dieses Grundrecht verwirkt hat.

Nun mag man einwenden (vielleicht nicht ganz zu Unrecht), dass es mir früher hätte einfallen können, dass Medizin meine Leidenschaft ist (ich bin mittlweile 31 Jahre alt, habe zwar nach dem Abi schon überlegt, Medizin zu studieren, bin damals allerdings aus verschiedenen Gründen davon abgekommen - dass das womöglich ein großer Fehler war, habe ich dann erst vor ein paar Jahren gemerkt, als ich angefangen habe, mich ehrenamtlich in dem Bereich zu engagieren). Allerdings bewirkt das derzeitige Verfahren ja ebenso, dass ein z.B. 21-jähriger, frisch gebackener Absolvent eines Germanistik-Bachelors u.U. nie wieder die Chance auf einen Medizin-Studienplatz haben wird (sofern die Messzahlen in Zukunft nicht doch wieder sinken).

Einerseits würde ich wirklich gern Klage gegen meinen Ablehnungsbescheid einreichen, da ich die Auswahlkriterien schlicht völlig sachfremd finde, andererseits will ich letztlich aber keine Kosten für einen Prozess tragen, der mir wohl eh nichts bringen wird (erstens glaube ich nicht, dass ein "einfaches" Verwaltungsgericht ein abschließendes Urteil dazu fällen würde, d.h. die Sache würde sich tendenziell mehrere Jahre hinziehen, zweitens würde ich ja selbst im Erfolgsfall wohl nicht direkt eine Zulassung bekommen).

Trotzdem würde mich einfach mal die Meinung von Anderen dazu interessieren - oder hat bei euch allen die Begründung für eine ausreichend hohe Messzahl gereicht? (dann Glückwunsch dazu ;-))

Viele Grüße aus dem hohen Norden,

Sam

jennyli
19.08.2014, 20:25
Hi Sam,

also ich habe nun zum zweiten mal einen Eilantrag auf Zulassung beim VG Gelsenkirchen gestellt.
Positiv beschiedene Anträge sind in der Tat rar ... lies dir am besten mal ein paar Urteile durch. Mehrere Jahre dauert es per Eilantrag nicht, was ja auch der Sinn eines Eilantrages ist. Den kannst du selbst stellen, müsstest dich allerdings kurzfristig entscheiden, weil sonst die Eilbedürftigkeit nicht mehr anerkannt wird. Gerichtskosten um die 300 EUR.
Viele auf Studienplatzklagen spezialisierte Kanzleien bieten auch oft eine unentgeltliche telefonische Kurzberatubg an - erkundige dich da doch mal.
Ob du damit Erfolg hast kommt allein auf die Fallkonstellation an und ist nicht Instanzenabhängig - gegen Positive Beschlüsse geht HSS idR nicht vor.

Eine verfassungsrechtliche Begründung hat allerdings wenig Aussicht auf Erfolg, das würde ich mir sparen und die entsprechenden Urteile mal studieren - da gibt es einige zu. Da findest Du auch das Urteil, auf das in diesen Fällen immer verwiesen wird und die verfassungsrechtliche Unbedenklichkeit bescheinigt.

jennyli
19.08.2014, 20:27
Sam was mich aber intersieren würde ist, mit welcher Begründung Du die Fallgruppe 4 bekommen hast

Sammy
19.08.2014, 21:24
Hi Jenny,

danke für die schnelle Antwort. Ein Eilantrag macht bei mir, denke ich, tatsächlich keinen Sinn - wenn man das Zulassungsverfahren an sich als rechtmäßig akzeptiert, hat es in meinem Fall auch zum korrekten Ergebnis geführt. Meine Argumentation würde sich nach wie vor auf die Verfassungswidrigkeit der allgemeinen Ausgestaltung des Verfahrens beziehen - ehrlich gesagt sähe ich darin auch immer noch ganz gute Chancen. Denn auch wenn es schon diverse Entscheidungen zu verfassungsrechtlichen Fragen in dem Bereich gibt, hat sich meiner Ansicht nach durch den deutlichen Anstieg der Messzahl in den letzten beiden Jahren doch etwas geändert. So hat man mittlerweile auch in der Fallgruppe 4 ja keine Chance mehr auf einen Studienplatz - für jemanden, dessen Erststudium keinen sachlichen Bezug zu Medizin hat, ist es allerdings quasi unmöglich, eine "höhere" Fallgruppe zu erreichen, folglich verlieren diese Personen faktisch jegliche Chance auf eine Zulassung, was meiner Meinung nach verfassungsrechtlich problematisch ist.

Zu deiner Frage, wie ich in Fallgruppe 4 gekommen bin: etwas verkürzt gesagt habe ich in den letzten drei, vier Jahren mehrere hundert Bewerbungen geschrieben, ohne dass dabei eine "richtige" Stelle herausgekommen wäre... längere Geschichte - nach meinem Erststudium habe ich angefangen zu promovieren, was ich allerdings aus verschiedenen Gründen wieder aufgeben musste, daneben habe ich kleinere Jobs an und außerhalb der Uni gehabt, die aber immer nur "Aushilfscharakter" hatten (also zeitlich befristet), zwischenzeitlich kam noch ein schwerer Unfall dazu u.ä. - das alles hat mir leider meinen Lebenslauf etwas ruiniert... Zudem engagiere ich mich seit einigen Jahren ehrenamtlich fürs Rote Kreuz (Bereich Katastrophenschutz / Rettungsdienst) und habe in dem Kontext noch eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht - dabei kam dann eben auch die Leidenschaft für Medizin. Letztlich habe ich meine Geschichte auf knapp zwei Seiten als Begründung eingereicht, ergänzt um eine Aufstellung all meiner Bewerbungen. Was nun genau ausschlaggebend war, dass man mir dafür die Fallgruppe 4 anerkannt hat, weiß ich nicht - wahrscheinlich der Umstand, dass ich trotz umfassender Bemühungen keine meinem Studienabschluss "adäquate" Beschäftigung finden kann.

Grüße, Sam

JellyBelly123
30.09.2014, 14:53
Hallo ihr Lieben,
Ich hätte auch nochmal eine -wenn auch sehr detailbezogene- Frage zum Begründungsschreiben. Ich hatte bereits in einem anderen Thread kurz meine "Geschichte" geschrieben. Hier nochmal die Kurzfassung: Sportwissenschaft Bachelor+Master of Sc. Fachrichtung Leistungsphysiologie & Sportmedizin. Nun promoviere und arbeite ich an der Uni. Bin gerade dabei mein Begründungsschreiben vorzubereiten, ich würde wissenschaftliche Gründe geltend machen wollen. Nun meine eigentliche Frage: Ich möchte auf einen ganz individuellen interdisziplinären Forschungszweig zwischen Sport und Medizin hinweisen, in dem ich auch meine Abschlussarbeiten geschrieben habe, eine Publikation habe und letztlich auch das Thema meine Dissertation dorthin einzuordenen ist. Nun ist es aber so, ich kann da bisher nur eine einzige Publikation in dem von mir beschriebenen Themenbereich vorweisen. Ich hätte noch die ein oder andere Publikation vorzuweisen, aber da diese während des Masterstudiums entstanden sind, also oftmals veröffentlichte Daten aus Pflichtprojekten während des Studiums waren, sind diese zum teil inhaltlich nicht genau passend zu dem Forschungsbereich, den ich in meiner Begründung ausführe und der durch Masterarbeit, Promotion etc begründet wird. Also das ist jetzt vielleicht Haarespalterei, aber diejenigen die Sport studiert haben wissen vielleicht wie vielschichtig selbst der fachbezogene Masterstudiengang noch sein kann. Den interdiszplinären Bereich den ich angeben werde basiert eher auf biochemisch-physiologischer Anwendung. Während des Studiums haben wir aber auch Daten aus biomechanisch-physikalischen Experimenten, leistungsdiagnostischen und ernährungswissenschaftlichen Modulen veröffentlicht.

Ich finde mit solchen Forschungsprojekten, sind sie auch noch so grundlegend, zeigt man eben dass man wissenschaftlich arbeiten und schreiben kann, dass man Statistik und (Labor-)Methodik "drauf hat" und Strukturen in der Forschung kennt. Ich finde das kann nicht falsch sein, allerdings stellt sich mir jetzt die Frage wie man das in dem Begründungsschreiben am optimalsten aufbereitet. Denn letztlich sind das vielleicht interessante und tolle Publikationen, aber sobald ich einen sehr deutlichen Themenbereich benenne in dem ich forsche und für den ich das Medizinstudium brauche, kommt mir die Nennung von nicht fachspezifischen Publikationen irgdnwie unsinnig vor. Ich habe aber bisher noch keine anderen, also will ich sie schon irgdnwie einfließen lassen. Jetzt mal eure Meinung dazu: Fändet ihr es merkwürdig oder sehr weit hergeholt, wenn man sagt ich erforsche Thema A, habe dazu auch schon eine Publikation und Promotion etc., habe aber ebenfalls auch noch Publikationen in anderen Themenbereichen B und C und D. ;-)

Ich habe einfach die Befürchtung, dass die Hernn und Frau Gutachter da keinen geradlinigen Weg sehen, sondern denken "na holla die hat auch alles mal so halb gemacht und hat hier und dort mal reingeschaut, die wird in Medizin auch nur mal reinschauen".
Wisst ihr wie ich das meine? Oder meint ihr ich spalte gerade sehr unnötigerweise Haare :-)
Vielleicht sollte ich auch einfach ertsmal das Schreiben fertig machen und dann am Ende schauen, wie und wo ich die restlichen Publikationen einfließen lasse richtig?

Danke schonmal für eure Meinung, *gefaelltmir*

LotF
30.09.2014, 19:01
ja du spaltest Haare. Schau dir doch langjährige Profs und deren Literaturliste mal an: Es gibt zahlreiche, die hatten für 2-3 Jahre ein Thema, haben dazu ein Buch geschrieben und darauf basierend eine Handvoll Paper und Kongressbeiträge verfasst und sich anschließend einem anderen Thema zugewandt.

Ich würde das so aufziehen, dass du schreibst bereits im Masterstudiengang fundierte wissenschaftliche Arbeiten durchgeführt zu haben, die als Publikationen erscheinen sind. Diese Kenntnisse waren dir überaus nützlich und hilfreich deinem eigentlichen Forschungsziel XZY nachgehen zu können, in dem du ebenfalls eine Publikation vorweisen kannst und darüber hinaus nun deine Dissertation diesem Thema widmest.

Du möchtest ja nur aufzeigen, dass du wissenschaftlich tätig sein kannst/bist und es wird dir sicherlich niemand vorhalten, dass dies zunächst nicht in deinem jetzigen Forschungsthema war.

JellyBelly123
01.10.2014, 18:27
Ja, dank dir für deine Antwort, so habe ich mir das auch gedacht und so werde ich es auch machen. Allerdings das Bsp mit den Profs hinkt etwas, klaro haben die ihre Forschungsbereiche breit gefächert, aber die haben auch niemanden der ihren wissenschaftlichen Werdegang bewertet.....die müssen sich für nichts mehr rechtfertigen- ich eben schon in dem Begründungsschreiben. Aber du hast schon recht, ich werd das mal so locker von der Hand einfließen lassen. Versuche nur beim Schreiben jetzt schon jeglichen argumentativen Gegenwind aus den Segeln nehmen zu können, deshalb die etwas kleinkarierte Fragerei. :-) Sorry :-)

JellyBelly123
29.10.2014, 22:03
So mein Begründungsschreiben wäre fertig, meine ich zumindest. Es sind vier Seiten geworden und dann eben der Anhang mit Publikationen und Arbeitsnachweisen und referenzschreiben. Ich denke vier Seiten Schrift gehen gerade noch so in Ordnung oder? Ich las hier ziemlich oft 2Seiten aber auch schon einige Male über 10seiten was ich persönlich zu lang finde 😃 vier ist im Rahmen oder wie sind da eure Erfahungswerte?

Kandra
30.10.2014, 16:32
So mein Begründungsschreiben wäre fertig, meine ich zumindest. Es sind vier Seiten geworden und dann eben der Anhang mit Publikationen und Arbeitsnachweisen und referenzschreiben. Ich denke vier Seiten Schrift gehen gerade noch so in Ordnung oder? Ich las hier ziemlich oft 2Seiten aber auch schon einige Male über 10seiten was ich persönlich zu lang finde �� vier ist im Rahmen oder wie sind da eure Erfahungswerte?

Das kommt drauf an was drin steht ;) Aber 4 Seiten lesen sie sich vermutlich schon noch durch.

JeffAlbertson
16.08.2015, 22:40
Hi an alle Zweitstudienbewerber. Ich wollte hier mal eine Rangehensweise an die wissenschaftliche Begründung kurz erläutern, in der Hoffnung, dass sie dem ein oder anderen für seine Bewerbung behilflich sein kann.

Zuerstmal zu meiner Situation:

Erststudium: MINT
Anläufe: 2
Begründung: Wissenschaftlich (1x - akzeptiert), Beruflich (1x - nicht akzeptiert)
Paper (bei Bewerbung): 0

Ich habe mich bei meiner Begründung sehr nahe an das Informationsblatt der HSS gehalten und versucht, soviele Punkte abzudecken, die dort aufgeführt wurden. Wichtig dabei war der Nachweis, dass ich eine gewisse Vorarbeit geleistet habe.

Ich habe schon vor Ende meines Erststudiums angefangen gewisse Punkte abzudecken (was natürlich meiner Meinung nach nicht zwingend ist, aber einen leichten Vorteil bietet). Ich werde die Punkte hier nochmal zitieren, damit man das nicht extra auf der HSS Seite aufrufen muss. Vorneweg möchte ich sagen, dass das, was ich mir überlegt habe natürlich nicht stimmen muss. Ich gebe einfach nur meine Interpretation wieder. Kritik ist durchaus erwünscht.


Fallgruppe 2: wissenschaftliche Gründe
Wissenschaftliche Gründe liegen vor, wenn im Hinblick auf eine spätere Tätigkeit in Wissenschaft und Forschung auf der Grundlage der bisherigen wissenschaftlichen und praktischen Tätigkeit eine weitere wissenschaftliche Qualifikation in einem anderen Studiengang angestrebt wird.

Den Teil habe ich so verstanden, dass für eine wissenschaftliche Begründung einfach ein Background erwartet wird, der zu der angestrebten wissenschaftlichen Tätigkeit passt. Für mich persönlich heißt das sowas wie:
Masterarbeit -> Untersuchung von Tumorzellen ; Angestrebte wissenschaftliche Tätigkeit: Forschung an Krebs mit Studienpatienten.
Masterarbeit -> Entwicklung von medizinischen Geräten ; Angestrebte Tätigkeit: Bionische Medizingeräte in klinischen Studien.
Vielleicht nicht die besten Beispiele, aber so in der Art habe ich das verstanden. Was aber wichtig ist, dass man wirklich einen roten Faden (wurde schon sehr oft von anderen Usern erwähnt) nachweisen kann. Wenn ich beispielsweise in der Biologie meine Masterarbeit über Pflanzen schreibe, wird die Begründung für ein Medizinstudium schwieriger sein - jedoch nicht umöglich. Man kann durch diverse Praktikas, die sich in die medizinische Richtung bewegen, durchaus einiges wieder wett machen.
Der optimale Ausgangspunkt für eine Bewerbung - mMn - ist, dass man schon vor dem Ende des Erststudium diverse Praktikas in medizinischer Richtung gemacht hat (wenn es geht, ist es eine gute Ausgangsposition, wenn nicht, auch kein K.O. Kriterium).

Punktesystem für die wissenschaftliche Begründung:

[U]7 Punkte

Die wissenschaftlichen Gründe sind gewichtig und durch den wissenschaftlichen Werdegang belegt

Hier ist - mMn - gemeint, dass die Gründe der wissenschaftlichen Arbeit zumindest nicht komplett sinnlos ist. Das Problem bei der "Gewichtung" der wissenschaftlichen Gründe ist, dass sie vom Gutachter der jeweiligen Universität abhängt. Der Punkt der aber nicht vom Gutachter abhängt, ist der letzte Teil. Im Prinzip reicht in diesem Fall ein wissenschaftlicher Abschluss aus, würde aber bei der derzeitigen Konkurrenz nicht mehr ausreichen. Daher wären Praktikas (oder sogar Papers) vor Beenden des Erststudium sicher ein Bonuspunkt.

9 Punkte

Die wissenschaftlichen Gründe sind von besonderem Gewicht und durch bisherige Leistungen belegt.

Für 9 Punkte muss man wirklich was vorweisen. Da reicht ein Abschluss in einem naturwissenschaftlichen Fach nicht einfach aus. Hier sollte man - natürlich auch je nach Gutachter - vorweisen können, dass man zwischen Abschluss und Bewerbung in einem medizinischen Bereich tätig war und dort auch wirklich was geleistet hat (in Form von Papern oder Projekten).

11 Punkte

Die Gründe sind von überragender wissenschaftlicher Bedeutung, durch hervorragende Leistungen belegt und von besonderem allgemeinen Interesse.
Während eurer Zeit in Afrika, wo ihr freiwillig Neugeborene geimpft habt, habt ihr ein Heilmittel gegen Aids gefunden. Gleichzeitig gibt es noch eine Abhandlung über die quantenmechanischen Prozesse in weißen Zwergen und die Auswirkung auf das menschliche Bewusstsein. Keine Ahnung wie man an 11 Punkte kommt - sorry.

Dann geht das Info-Blatt noch detaillter an die ganzen Punkte ran. Ich möchte die auch nochmal zitieren und meine Interpretation.

Bisheriger Werdegang;

dabei sollten insbesondere die früheren wissenschaftlichen und praktischen Tätigkeiten herangezogen werden;

Den Punkt habe ich so aufgegriffen, dass man wirklich wissenschaftlich tätig war. Ob klinisch oder nicht, sei erstmal dahin gestellt. Ersteres wäre natürlich von Vorteil.

Ernsthaftigkeit des interdisziplinären Berufs-/Studienwunsches

hier sind die wissenschaftlichen Tätigkeiten (z. B. Teilnahme an Bundeswettbewerben wie „Jugend forscht“) ebenso zu würdigen wie z. B. die Mitarbeit in Forschungsprojekten während der Studienzeit;

Hier kann man dadurch Punkten, dass man irgendwas klinisches während der Studienzeit gemacht hat. Wenn man in einem naturwissenschaftlichen Fach zu Hause ist, gibt es mit Sicherheit einen Bereich in der Medizin, mit dem man eine Überscheidung hat. Beispiele:

Chemie -> Klinische Chemie
Biologie -> Tumorbiologie
Physik -> Medizinphysik
Maschinenbau -> Medizintechnik
usw.

Ziel sollte es sein, in einem dieser Bereiche vllt. mal ein Praktikum zu absolvieren und sich eine Bestätigung dafür zu holen, damit man es als Munition für die Begründung angeben kann. Das untermauert nochmal euer Vorhaben und zeigt, dass ihr wirklich in diese Richtung arbeitet.

Wenn man bspw. Biologe ist und in der Tumorbiologie ein Praktikum absolviert hat, kann man dann in seiner Begründung schreiben "... und habe an einem Forschungsprojekt im Bereich der Tumorbiologie mitgearbeitet...".

Wissenschaftliche Bedeutung der angestrebten interdisziplinären Betätigung;

ist die angestrebte Tätigkeit objektiv von wissenschaftlicher Bedeutung?
Das ist natürlich sehr schwer. Objektiv ist für den Gutachter natürlich subjektiv. Wenn ihr natürlich an einem Projekt arbeitet, dass von der EU gefördert wird, könnt ihr das natürlich angeben und die Objektivität somit untermauern.


Ich bin so vorgegangen, dass ich mir eine Checkliste angelegt habe und ca. 1 Jahr vor meinem Abschluss und der Bewerbung versucht habe, vieles abzuarbeiten.
Meine Checkliste sah wie folgt aus:
[ ] Klinisches Praktikum
[ ] Masterarbeit in medizinischer Richtung (hat nicht geklappt)
[ ] Potentielle Doktorandenstellen in medizinischer Richtung finden
[ ] Vorlesungen finden, die einen Schnittpunkt zwischen Medizin und Erststudium aufweisen.

Es sind zwar wenige Punkte, aber zeitlich doch sehr anstrengend, da man ja parallel nicht das Erststudium vernachlässigen sollte.
Nach meinem Abschluss habe ich mich gezielt in Forschungseinrichtungen beworben, die stark medizinisch ausgerichtet sind. Tatsächlich habe ich auch eine Stelle gefunden. Erst nach dem diese Safe war, habe ich meine Begründung dann strategisch so aufgebaut, dass ein roter Faden erkennbar war.
Meine derzeitige Stelle stimmt inhaltlich auch mit meinen Praktikas überein, die ich während der Studienzeit absolviert habe.
Weiterhin habe ich viele HiWi-Stellen über mein gesamtes Studium gehabt. Jedoch waren diese HiWi-Stellen nicht medizinisch.. Ich habe sie zwar in meine Begründung eingefügt, weiß jedoch nicht, inwiefern sie eine Rolle gespielt haben.

Beworben habe ich mich zwei mal. Einmal mit beruflichen Gründen, die mit einem Punkt selbstverständlich abgeschmettert wurden und dann mit einer wissenschaftlichen Begründung, die angenommen wurde.
Wieviel Punkte ich habe, weiß ich nicht. Ob meine Begründung gut oder schlecht war, weiß ich auch nicht.
Insgesamt waren es 2 Seiten. Meine berufliche Begründung war hingegen 6 Seiten, aber das meiste eben nur Geschwafel, weil ich es mir selbst nicht wirklich abgenommen habe. Das Problem war, dass ich nicht konkret belegen konnte, dass ich mich in diesen Bereich bewege. Bei der wissenschaftlichen Begründung war es einfacher, weshalb ich auch weniger geschrieben habe.

Der Post hier ist etwas chaotisch aufgebaut und ich versuche ihn mal besser zu strukturieren, aber wahrscheinlich auch erst in den nächsten Tagen / Wochen.

Ich wünsche jedem Bewerber wirklich viel Erfolg und ich hoffe es klappt bei jedem. Lasst euch auf jeden Fall nicht demotivieren.

Für die Leute, die sich über berufliche Gründe bewerben, kann ich nur auf eine Sache im Merkblatt verweisen:

Entscheidend ist die konkrete und individuelle Berufsplanung

Individuell und konkret sind hier die wichtigsten Schlagwörter. Es ist komplett egal ob ihr Kunstgeschichte, Politikwissenschaften oder BWL studiert habt. Ihr müsst den Leuten nur beweisen können, dass ihr euch in die medizinische Richtung bewegt und das Studium ein Vorteil ist. Iht müsst denen auch klar machen, dass ihr nicht als Arzt arbeiten wollt. Ich weiß, dass berufliche Gründe nochmal ein Stück schwerer sind, als wissenschaftliche, aber auch nicht unmöglich. Macht euch schlau, welchen Schnittpunkt euer Fach mit der Medizin hat und schaut, ob ihr dort erstmal einen Fuß in die Tür bekommt. Dann könnt ihr eure Begründung stets mit Referenzen festigen und bekommt dann auch eure Punkte.

Vllt. noch eine kurzer Satz in eigener Sache:
Ich merke in vielen Foren, dass Leute sich oft mal rechtfertigen müssen, warum sie denn jetzt unbedingt Medizin studieren wollen und ihnen werden Alternativen vorgeschlagen. Ganz ehrlich: Das ist eure Sache und hat niemanden was zu interessieren. Geht auch gar nicht auf diesen Mist ein. Ich lese sehr oft auf der berühmten Konkurrenzseite, die jeder hier wahrscheinlich auch kennt, so Sätze wie "...aber da reicht es doch auch, wenn du eine Ausbildung in XYZ machst.." oder "...du kannst doch XYZ studieren. Das ist näher an dem, was du machen willst...". Nein, ihr wollt Medizin studieren und Punkt. Ob ihr Medizin studiern, weil ihr 3 Folgen Dr. House gesehen habt oder euch die Arbeit des Neurochirurgen fasziniert, ist komplett euer Bier. Versucht so Sätze zu meiden wie "Ich interessiere mich für...". Schreibt einfach sowas wie: "Ich versuche über berufliche Wege reinzukommen, hat jemand irgendwelche Tipps für ein Erststudium in XYZ...".
Und lasst euch auch nicht von denen Sätzen wie "Kein Chance, kannst du dir abschminken!" demotivieren. Arbeitet hart an eurer Begründung und wenn ihr endlich im Studium seid, gebt was zurück an die, die nach euch kommen.

JeffAlbertson
16.08.2015, 22:42
Kann man eigentlich die eigenen Posts bearbeiten? Ist ja schrecklich, wie viele Rechtschreibfehler ich habe...