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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 1 A 96/B 145 Aphakie



Vlysher
19.08.2014, 19:49
Ich bin der Meinung, dass die Dozentenantwort auf diese Frage falsch ist.

In der Aufgabe wurde gefragt, was die Folge einer Aphakie ist, also eines Verlust der Augenlinse.
Nach meinem Verständnis verliert das Auge natürlich vor allem seine Akkomodationsfähigkeit (was allerdings nicht zur Auswahl stand), außerdem fällt die Linse als brechende Instanz weg, wodurch die Gesamtbrechkraft des optischen Apparates sinkt. Aus einer verringerten Brechkraft folgt eine Hyperopie, in anderen Worten "Gegenstände werden scharf auf der Retina abgebildet, wenn sie sehr weit vom Auge entfernt liegen" (Antwort C bei Gruppe B).

Dieser Meinung ist sowohl DocCheck (http://flexikon.doccheck.com/de/Aphakie) als auch knapp 60% der Kandidaten.

Liebe Grüße,
derboese Vlysher ;)

Nina3
19.08.2014, 20:02
Ja genau, seh ich auch so!

Instinct474
19.08.2014, 20:03
Hm ich auch, aber habe gerade in einem HNO-Buch gelesen, dass den Patienten 12dpt Brechkraft fehlen. Ob man da in der Ferne noch sehen kann ? Also scharf.

GefrorenerRegen
19.08.2014, 20:09
Mit Linse beträgt die Gesamtbrechkraft des fernakkommodierten Auges 59dpt, was einer Brechung von Parallelstrahlen auf den 17mm hinter der Linse befindliche Brennpunkt genau auf der Retina entspricht. Dabei trägt die Linse mit ihrer "Minimalbrechkraft" von 19dpt (Laut Endspurt) zur Gesamtbrechkraft bei. Nimmt man jetzt die Linse raus, ergibt sich eine unveränderliche reduzierte Gesamtbrechkraft von 40dpt. Das entspricht einem Brennpunkt in 25mm Entfernung vom ursprünglichen Ort der Linse, also hinter der Retina. Parallelstrahlen können also nicht mehr auf die Retina scharfgestellt werden. Ich hoffe, das bringt euch beide weiter :)

Vlysher
19.08.2014, 20:37
Ich bezweifle, dass man die Minimalbrechkraft der Linse bei ihrem Fehlen so direkt abziehen kann.
Wenn, wie Instinct474 gelesen hat, die Brechkraft nur um 12dpt abnimmt (hier zB steht ein ähnlicher Wert http://www.pro-sehen.de/html/aphakie.html), so wäre der Brennpunkt mit ca. 21mm Entfernung doch noch vor der Retina, also wäre ein scharfes Sehen in der Ferne möglich.

In diesem Buch steht etwas von 16dpt Brechkraftverlust, rechnerisch ein Brennpunkt 23mm hinter der nicht vorhandenen Linse und damit immer noch vor der Retina.
http://books.google.de/books?id=UU4gAAAAQBAJ&pg=PA473&lpg=PA473&dq=aphakie+brechkraft&source=bl&ots=QHo8jpjjSr&sig=rTQlUUSwE_RRGVWHuCjvUHp33_0&hl=de&sa=X&ei=U5jzU4j1GsHgyQO-woDQBA&ved=0CFYQ6AEwBw#v=onepage&q=aphakie%20brechkraft&f=false

Instinct474
19.08.2014, 20:42
Wie funktioniert das jetzt. Also wenn wir eine Quelle finden, zB. ein Lehrbuch HNO oder ähnliches, dann kann man sich doch darauf berufen und dann ... ?

kbr78
19.08.2014, 20:45
Das Problem ist das die Akkomodationsbreite (20-jährig etwa 10 dpt) kleiner ist als der Brechungsverlust. Das heißt maximal adadaptiert hat die Linse eine Brechkraft von 12 dpt und fernakomodiert immer noch 2 dpt. Somit fehlt beim nahen sehen 12 dpt brechkraft und bei der fernakkomodation fehlen auch mindestens 2 dpt.

Was die Berechnungen angeht, vor der Retina ist halt nicht scharf, sondern nur auf der Retina oder worauf wolltest du hinaus?

Maku92
19.08.2014, 20:52
Ein Person mit Hypermetropie muss, um in der Ferne scharf sehen zu können, stets nahakkomodieren. Fehlt die Linse besteht eine Hypermetropie durch eine zu geringe Brechkraft im Verhältnis zur Bulbuslänge. Das Bild wird hinter der Retina scharf abgebildet. Da aber gleichzeitig durch Verlust der Linse keine Fähigkeit zur Akkomodation besteht (Sprich: Fähigkeit zur Steigerung der Brechkraft), bleibt das Bild auch da, wo es ist - hinter der Retina. Also wird kein Gegenstand scharf auf der Retina abgebildet.

Maku92
19.08.2014, 20:53
Eine Person mit Hypermetropie muss, um in der Ferne scharf sehen zu können, stets nahakkomodieren. Fehlt die Linse besteht eine Hypermetropie durch eine zu geringe Brechkraft im Verhältnis zur Bulbuslänge. Das Bild wird hinter der Retina scharf abgebildet. Da aber gleichzeitig durch Verlust der Linse keine Fähigkeit zur Akkomodation besteht (Sprich: Fähigkeit zur Steigerung der Brechkraft), bleibt das Bild auch da, wo es ist - hinter der Retina. Also wird kein Gegenstand scharf auf der Retina abgebildet.

Vlysher
19.08.2014, 20:56
Du meinst, die Aufgabe anfechten?
Soweit ich weiß, macht das dann Sinn, wenn man nachlegen kann, dass 2 Antworten GLEICHZEITIG richtig sein müssen.
Ich gehe im Moment davon aus, dass C richtig und A falsch ist (und dass das IMPP das weiß...).
Für C hast du ja dann schonmal eine Quelle.
Wenn in einer anderen Quelle nun steht, dass A stimmt, könnte man die Aufgabe anfechten.

Was passiert, wenn sich das IMPP tatsächlich irrt, weiß ich auch nicht^^

kbr78
19.08.2014, 21:06
Ich denke ehr, dass IMPP weiß genau wie der Dozent das A richtig ist und nun leider 60 % der Frage auf den Leim gegangen sind.

Natik92
19.08.2014, 21:16
Ist doch egal...anfechten kostet nichts und mehr als die Frage trotzdem drin zu lassen, können die ja gar nicht machen :P

Vlysher
19.08.2014, 21:16
Ich dachte, man könnte hier direkt auf Posts antworten, scheinbar nicht... mein Post eben bezog sich auf Instinct474.

Zu Maku92:
Vergleich mal einen Emmetropen (nahakkomodiert), einen Hypermetropen (nahakkomodiert) und einen Aphaken (wenn man das so nennt^^):
-Der Emmetrope bildet einen nahen Gegenstand scharf ab, was noch näher ist, ist unscharf, und für weiter entfernte Gegenstände muss er akkomodieren.
-Der Hypermetrope bildet einen entfernten Gegenstand scharf ab, nähere Gegenstände sind unscharf und für sehr weit entfernte Gegenstände muss auch er fernakkomodieren.
-Der "Aphake" bildet einen sehr weit entfernten Gegenstand scharf ab, nähere und fernere Gegenstände sind unscharf, da er nicht akkomodieren kann.

Der Aphake ist mit einem nahakkomodierten Hypermetropen (der +12dpt-Sammellinsen braucht) zu vergleichen, unter der Annahme, dass der Brechkraftverlust "nur" 12dpt beträgt.
Sollte der Brechkraftverlust bei Linsenverlust zu hoch sein (zB 19dpt, falls man die Brechkraft der Linse direkt abziehen kann), so könnte auch ein unendlich ferner Gegenstand nicht scharf abgebildet werden (da der Brennpunkt selbst hier hinter der Retina liegt)
Die Frage ist nun, wie groß der Brechkraftverlust des Aphaken ist. Verschiedene Quellen weisen auf einen Wert zwischen 10 und 16 dpt hin, was für das Erkennen ferner Gegenstände ausreicht.

moed
19.08.2014, 22:01
also durch nachdenken war die aufgabe zu lösen, man findet immer ein Buch wo die eigene Meinung vertreten wird, aber die Logik sagt Folgendes:

im entspannten auge, fernakkomodiert, hat die Linse nicht 0 dpt, sondern eine positive Brechkraft (Das steht in jedem Buch). Wenn man die rausnimmt, hat man weniger als vorher, und die Strahlen aus der Ferne treffen sich nicht mehr auf der Retina, sondern dahinter. Alles was näher ist, sowieso.

Muriel
19.08.2014, 22:27
Ein Aphaker kann nichts weder nah noch fern wirklich scharf sehen. Insofern, ohne die anderen Antworten zu kennen, ist diese Aussage jedenfalls nicht richtig. Was wurde denn als richtig genannt?

efv42
19.08.2014, 22:29
Ich finde die Lösung klingt im Nachhinein einfach:
Die Linse liefert im Auge 19 dpt zur Gesamtbrechkraft im fernakkomodierten Zustand, wenn sie sich abrundet zur Nahakommodation kommen noch ca. 12 dpt obendrauf (zumindest wenn man jung ist). D. h. also wenn sie komplett fehlt, fehlen zumindest die 19 dpt auch für die Fernsicht und man kann in keiner Weite klar sehen: Ist wie beim Fernrohr, dass mehrere Linsen (brechnede Strukturen vergleichbar Auge mit Conea etc.) hat. Wenn man eine entfernt, stimmt das Gesamtsystem nicht mehr und es ist insgesamt unbrauchbar.

moed
20.08.2014, 15:22
meine rede. habe mich gestern im halbschlaf etwas umständlich ausgedrückt.

Feuerblick
20.08.2014, 15:40
Ihr denkt zu kompliziert... Es geht um ein ehemals emmetropes Auge, das man aphak macht, oder? Emmetropie heißt, dass das Auge ohne Akkommodationsaufwand einen unendlich weit entfernten Gegenstand scharf abbilden kann. Dass also parallel auf die optischen Medien treffende Lichtstrahlen so gebrochen werden, dass sie sich in einem Punkt auf der Netzhaut treffen. Und nun klaut man diesem System mal einen nicht gerade unerheblichen Teil seiner Brechkraft. Man macht es hyperop. Noch weiter als unendlich und noch paralleler als parallel geht nicht...ergo: eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut ist nicht möglich. Diese wäre nur mit Akkommodation zu erreichen...und die fällt mangels Linse flach....