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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Als Norwegerin in Deutschland Zahnärztin werden



scho-ko
23.08.2014, 10:05
Servus zusammen,

ich melde mich bei euch im Namen einer guten Freundin. Sie ist Norwegerin, studiert jedoch in Ungarn Zahnmedizin. Sie wird vermutlich in den nächsten Jahren fertig und spielt mit dem Gedanken ihre Laufbahn als Zahnärztin in Deutschland zu beginnen.

Mal abgesehen von der Bürokratieflut die sie hier erwartet...
Kennt Ihr ähnliche Fälle? Wie sieht der Arbeitsmarkt derzeit bei euch aus? Gibts für solche Fälle Anlaufstellen in den großen Unistädten bei denen man sich beraten lassen kann?
Grundsätzlich sorgt Sie sich um einen Arbeitsplatz, denn Zahnärzte gibt es hier schließlich wie Sand am Meer (?). Lieber Praxis oder Klinik? Natürlich muss sie das selber wissen, jedoch könnte ich mir vorstellen dass eine Klinik eher Ärzte mit Migrationshintergrund einstellt als eine Private Praxis mit gutem Ruf etc.

Ich würd mich über ein paar Denkanstöße freuen.

LG

Scho

anna1708
23.08.2014, 18:49
Kennt Ihr ähnliche Fälle? nur solche, in denen fertige zahnärzte aus dem nicht-eu-ausland kommen und dann mit uns zusammen nocheinmal studieren müssen...

Wie sieht der Arbeitsmarkt derzeit bei euch aus? arbeitslosigkeit bei zahnärzten liegt irgendwo zwischen 1 - 2 %. geht also ;-

Gibts für solche Fälle Anlaufstellen in den großen Unistädten bei denen man sich beraten lassen kann?

am besten zur zahnärztekammer.

Grundsätzlich sorgt Sie sich um einen Arbeitsplatz, unbegründet, würde ich sagen.

jedoch könnte ich mir vorstellen dass eine Klinik eher Ärzte mit Migrationshintergrund einstellt als eine Private Praxis mit gutem Ruf etc. ach du gott, das wäre schlimm. glaub ich eigentlich nicht. das hauptproblem ist die sprache. wenn ein beratungsgespräch mit dem patienten doppelt so lange dauert, weil deine freundin kein deutsch kann, könnte das einen praxisinhaber sicher stören. an der uniklinik ist das scheißegal, da reicht es, wenn du guten morgen sagen kannst ;-)

Anna Se
01.10.2014, 09:52
Hallo Scho-ko,
ich schließe mich der Meinung an. Ich kenne auch Zahnärzte aus Nicht-EU-Ländern, die hier eine Stelle gefunden haben. Bei guten Deutschkenntnissen spielt der Migrationshintergrund m.E. keine große Rolle. Die Deutschkenntnisse sind wirklich der Knackpunkt. Voraussetzung für die Approbation ist derzeit ein Niveau von B2, C1 wäre aber besser. Ansonsten ist die Beantragung der Approbation für EU-Länder relativ einfach. Soweit Deine Freundin ihr Studium nach dem Beitrittsdatum (Stichtag ist der 1. Mai 2004) begonnen hat und als Ausbildungsnachweis einen "Fogorvos oklevél (doctor medicinae dentariae, dr. med. dent.) nachweisen kann, wird ihr Studium automatisch anerkannt. Für die Beantragung sind hier unterschiedliche Behörden zuständig, je nachdem wo sie arbeiten möchte. In der Regel ist es das Landesgesundheitsamt oder die Bezirksregierung. Wenn Du mehr Informationen benötigst, kannst Du gerne an a.sewerin@immident.com schreiben. Wir arbeiten gerade an einer Beratungsstelle und einem Online-Portal für ausländische Zahnärzte! ;) Fragen beantworten wir natürlich auch gerne auf Englisch.
Liebe Grüße,
Anna