Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eizellen einfrieren - wäre das nicht auch was für Zahnmediziner(innen)?



Seiten : 1 2 [3] 4

Espressa
15.11.2014, 18:52
Also ich bin da ja sehr konservativ eingestellt, und finde die ganze Befruchtungsmedizin eigentlich eher würdig, wieder schön abgeschafft zu werden. Man kann in seinem Leben auch einfach Prioritäten setzen, die da dann die Partnersuche und das Kinderkriegen eben zu einem Zeitpunkt anstreben, an dem es auch so einfach funktioniert.
Etwas schwieriger ist schon die Frage nach medizinischen "Indikationen", also wenn krankheitsbedingt die Fortpflanzungsfähigkeit limitiert ist. Und auch da komme ich letzen Endes zu dem Schluss, dass halt nicht jeder alles haben kann. Und wir Menschen uns damit vielleicht auch abfinden sollten...

EVT
15.11.2014, 20:15
Ich habe da natürlich eine andere Meinung zu. :-D

Aber du hast schon Kinder oder? Ich frage mich, ob du das noch genauso sehen würdest, wenn du keine bekommen könntest ohne medizinische Hilfe. Man hat immer leicht reden, wenn man nicht betroffen ist.
Man kann das ja so sehen, aber wenn man sowas Patienten sagen würde, würde das diese sicherlich sehr verletzen.

Für mich steht diese Art der Medizin auf dem gleichen Level wie alles andere auch. Man verweigert ja auch anderen Kranken keine Therapie und sagt: Man muss sich halt mit Krebs etc. abfinden.

anna1708
16.11.2014, 10:45
Man kann in seinem Leben auch einfach Prioritäten setzen, die da dann die Partnersuche und das Kinderkriegen eben zu einem Zeitpunkt anstreben, an dem es auch so einfach funktioniert.

wie stellst du dir das vor? "so, jetzt bin ich 25 - jetzt suche ich mir nen partner und hab kinder!"
darf ich fragen, wie alt du bist?

EVT
16.11.2014, 15:04
Es herrscht immer so dieses Vorurteil, dass die Frauen in Kinderwunschbehandlung alles karrieregeile Frauen sind, die dann erst mit 40 mal Kinder haben möchten, weil es vorher nicht in ihr durchgestyltes Leben gepasst hat.
Die Erfahrung habe ich nicht gemacht und es gab auch eine Umfrage in deutschen Kinderwunschkliniken unter Frauen, die social freezing machen, die das nicht bestätigt hat, sondern eben das Warten auf den richtigen Partner.
Wer ihn schon früh hat, sehr schön, aber es hat eben nicht jeder das Glück.

Außerdem liegt es nicht immer nur am Alter der Frau, es gibt auch Probleme bei jungen Frauen und natürlich auch bei Männern. ;-)

][truba][
16.11.2014, 15:41
Etwas schwieriger ist schon die Frage nach medizinischen "Indikationen", also wenn krankheitsbedingt die Fortpflanzungsfähigkeit limitiert ist. Und auch da komme ich letzen Endes zu dem Schluss, dass halt nicht jeder alles haben kann. Und wir Menschen uns damit vielleicht auch abfinden sollten...

Also das sehe ich jetzt definitiv mal anders. Dann könnte man auch sagen, dass halt jeder der krank wird, keine Medizin brauch. Man kann ja schließlich nicht alles haben. Wenn es die Wissenschaft ermöglicht, bei einem medizinischen Problem (Krankheit, Kinderlosigkeit) Abhilfe zu schaffen, sollte man es auch tun.

LG Thomas

EVT
16.11.2014, 15:54
Infertilität ist eine Krankheit (nicht meine persönliche Meinung, sondern laut WHO-Definition) und es ist schon unfair genug, dass man so viele Bedingungen erfüllen muss, um einen Teil von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen. Nach drei bis vier IVF-Versuchen wird gar nichts mehr bezahlt und man muss es komplett alleine stemmen. Bei welcher anderen Krankheit gibt es das?

Die Paare müssen selber wissen, wie weit sie gehen wollen. Manche lehnen (vielleicht nur anfangs) IVF auch ab. Aber das haben nicht andere Leute für sie zu entscheiden, auch Ärzte nicht. Es gibt den gesetzlichen Rahmen und dann muss man schauen, was medizinisch Sinn ergibt.

Rico
16.11.2014, 17:11
Infertilität ist eine Krankheit (nicht meine persönliche Meinung, sondern laut WHO-Definition) und es ist schon unfair genug, dass man so viele Bedingungen erfüllen muss, um einen Teil von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen. Nach drei bis vier IVF-Versuchen wird gar nichts mehr bezahlt und man muss es komplett alleine stemmen. Bei welcher anderen Krankheit gibt es das?Brillen, Kontaktlinsen, Zahnersatz, zu kleine Oberweite, ...
Eigentlich bei fast allen Krankheiten, die nicht direkt die grundsätzliche Funktionalität des Körpers bedrohen.

EVT
16.11.2014, 18:28
Das sind Hilfsmittel und ich meine, geringe Fehlsichtigkeit ist nicht als Krankheit definiert. Nur sehr starke und da wird es dann ja auch von der Kasse übernommen oder Kontaktlinsen, wenn die Stärken zu unterschiedlich ist. Bei mir reicht es leider knapp nicht. :-D
Die Augenärzte dürfen mich da natürlich gerne korrigieren.

Zu kleine Brüste sind keine Krankheit, nur Fehlbildungen sind welche und die OPs werden dann auch von der Kasse übernommen. Muss man natürlich mit Gutachten beantragen. Ebenso andere Fehlbildungen, habe ich im Wahlfach Ästhetische Chirurgie gelernt. :-stud

Kinderwunschbehandlung (die ICSI etc.) ist ein Sonderfall, das dürfen die Kassen ja auch zu mehr als 50% übernehmen, wenn sie wollen. Die Diagnostik und Therapie der Unfruchtbarkeit an sich bis eben auf die künstliche Befruchtung wird von der Kasse übernommen.

Espressa
16.11.2014, 20:41
Es sind halt zwei Geschichten.
Zum einen die Leute, die einfach zu einem Zeitpunkt Kinder wollen, zu dem es ohne Nachhelfen nicht mehr geht. Und dazu denke ich eben, dass jeder seines Glückes Schmied ist, und es jeder selbst in der Hand hat, einen Partner zu suchen und dem Kinderkriegen einfach auch Raum zu geben. Und auch wenn die alles selbst bezahlen, ethisch ist es aus meiner Sicht fragwürdig, Single-Frauen oder "alte" mit Gewalt zu schwängern, hat find ich schon seinen Grund, dass die es nicht auf natürlichem Wege wurden.

Zum anderen diejenigen, die ein tatsächliches Fertilitätsproblem haben. Dazu fällt mir ein, Homosexualität ist auch keine Krankheit, obwohl sich diese Menschen genaugenommen auch nicht fortpflanzen können, wenn sie kein Interesse an Sex mit dem anderen Geschlecht haben (was man durchaus als Voraussetzung fürs Kinderkriegen sehen könnte...). Also ist es fraglich was alles "krank" ist, und ob sich tatsächlich jedes einzelne Individuum fortpflanzen "muss", um nicht als krank zu gelten. Nicht jeder wird 180 cm groß und kann Model werden. Nicht jeder hat Augen für einen Pilotenjob, oder den IQ für einen Doktor der Quantenphysik. Nicht jeder kann singen und Popstar werden. Manche sind sogar zu dumm und zu faul für einen Hauptschulabschluss. So what, man muss sich mit vielem abfinden.

Zu guter letzt gibt es ja auch die Möglichkeit der Adoption, dazu muss kein Arzt Kinder in Menschen hineinzwingen, wo sie sich sonst nicht hätten aufhalten wollen.

Kurzum, nur weil es geht, sollte sich mensch noch nicht in alles einmischen, find ich...

Rico
16.11.2014, 21:07
Infertilität [...] und es ist schon unfair genug, dass man so viele Bedingungen erfüllen muss, um einen Teil von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen.


Das sind Hilfsmittel und ich meine, geringe Fehlsichtigkeit ist nicht als Krankheit definiert. Nur sehr starke und da wird es dann ja auch von der Kasse übernommen oder Kontaktlinsen, wenn die Stärken zu unterschiedlich ist. Das ist genau die Analogie, die ich gemeint habe. Unter irgendwelchen (mehr oder weniger willkürlichen) Bedingungen gibt es einen (mehr oder weniger willkürlichen) Betrag von den Kassen, den Rest muss man selber wuppen.

Ich möchte das auch gar nicht werten, ob jemand, der mangels Sehkraft kein Buch lesen kann jetzt "kränker" (und damit eher zur Inanspruchnahme von Kassenleistungen qualifiziert) ist als jemand kinderloses oder jemand ohne Zähne, ich wollte nur illustrieren, dass eben nicht jede Abweichung von der kompletten Gesundheit in den Vollkaskoschutz der KV fällt, nachdem Du die nur eingeschränkte Kostenübernahme bei den Kinderwunschbehandlungen als quasi solitär dargestellt hast. Im Gegenteil, es ist absolut üblich, einen Teil der Behandlungskosten auf den Patienten abzuwälzen, siehe auch die vielen nicht erstattungsfähigen Medis, die die Patienten trotz erwiesener Wirksamkeit selber zahlen müssen.

Nurbanu
16.11.2014, 21:36
Zum einen die Leute, die einfach zu einem Zeitpunkt Kinder wollen, zu dem es ohne Nachhelfen nicht mehr geht. Und dazu denke ich eben, dass jeder seines Glückes Schmied ist, und es jeder selbst in der Hand hat, einen Partner zu suchen und dem Kinderkriegen einfach auch Raum zu geben.

Ich freue mich für dich, dass du Mann und Kind(er) hast, aber das Glück hat nicht jeder (zum rechten und benötigten Zeitpunkt). Bedauerlicherweise stellst du die Partnersuche als etwas sehr Simples dar. Aber die Partnersuche ist nicht so leicht wie die Suche nach der richtigen Jeans oder dem passenden Auto. Dabei geht es nicht so sehr um die äußerlichen Ansprüche ("zu hohe" Ansprüche), sondern darum erstmal jemanden zu finden, bei dem man sich vorstellen kann einen längeren Lebensabschnitt (wenn möglich bis zum Tod) mit demjenigen zu verbringen. Dazu gehören neben dem Äußeren, welches die Eintrittskarte in die Beziehung darstellt, vor allem Charakter, Sympathie und eine ähnliche Lebensvorstellung. Beziehungen kann man ohne Weiteres beenden, aber die Kinder daraus nicht löschen. Aus diesem Grund ist es das Recht jedes Einzelnen auf seinen Deckel zu warten und sich nicht mit einem großen Teller, den man ebenfalls auf den Topf tun kann, zu begnügen.

Mich erinnert deine Aufforderung an die Aussage, die Marie Antoinette zugeschrieben wird: Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.

Tja, wenn es nur so leicht wäre.

Espressa
16.11.2014, 21:54
Mit ist schon klar dass das nicht so einfach ist. Auch ich habe Jahre "vergeudet" in Beziehungen, bei denen mir relativ klar war, dass sie nicht mit einer Familie enden werden. Oder hab dem Job den Vorzug gegeben, bin dafür weggezogen, hab Beziehungen daran kaputtgehen lassen. Fand eben, das ginge schon, irgendwann würde es schon irgendwie werden. Im Grunde war es falsch, und sehr riskant, wäre ich nun alleine und kinderlos, hätte ich es auch nur mit und meinen Entscheidungen zuzuschreiben.
Und wie gesagt, jemanden zu finden, der mit einem kinder machen und aufziehen will, sollte noch als die geringste "Eignungsprüfung" angesehen werden...

Und zurück zum Thema; es geht mir auch nicht nur um die Erstattung durch die Kassen sondern ums Prinzip, die grundsätzliche Frage ob es angemessen ist, Menschen die aus verschiedensten Gründen nicht schwanger werden können oder wollen, befruchtete Embryonen einzupflanzen...

KirstenP
17.11.2014, 08:47
Sorry, aber einer alleinstehenden Frau mit Kinderwunsch zu erzählen, es sei ja wohl kein Ding, sich einen passenden Kindsvater mal eben anzuschaffen, ist ein Schlag ins Gesicht. Der Meinung zu sein, die Krankenversicherung müsse nicht für die Reproduktionsmedizin zahlen, finde ich ok (auch wenn ich persönlich es anders sehe), aber solche Aussagen über die Partnersuche sind unverschämt.

EVT
17.11.2014, 14:19
Ich würde, bevor ich irgendwann kinderlos dastehe, auf die California Cryobank zurückgreifen. :-))
Männer können sich eben länger Zeit lassen mit der Entscheidung, ob sie Kinder haben wollen oder nicht, das kann in Beziehungen schon zu Problemen führen..

Ich finde es eher befremdlich, wie man darauf kommt, dass Menschen mit Problemen sich nicht fortpflanzen dürften...
Was kann z.B. eine junge gesunde Frau dafür, wenn ihr Partner in der Kindheit Mumps oder einen Hodenhochstand hatte? Soll sie deshalb auf genetisch eigene Kinder verzichten?

Miss_H
17.11.2014, 18:20
Zu guter letzt gibt es ja auch die Möglichkeit der Adoption, dazu muss kein Arzt Kinder in Menschen hineinzwingen, wo sie sich sonst nicht hätten aufhalten wollen.


Ende 2007 waren 886 Kinder und Jugendliche für eine Adoption vorgemerkt. Dagegen lagen den Adoptionsvermittlungsstellen insgesamt 8.914 Adoptionsbewerbungen vor.

Um nur einen Aspekt von Adoption zu nennen. Zum Rest würde ich gerne etwas schreiben, aber das ist mir nicht sachlich genug. Ich finde es super, dass es die Möglichkeit gibt und kann die Gegenargumente nicht verstehen. (Natürliche Selektion gibt es in unserer Gesellschaft schon lange nicht mehr und das finde ich gut.)

Absolute Arrhythmie
17.11.2014, 18:24
Ich finde es eher befremdlich, wie man darauf kommt, dass Menschen mit Problemen sich nicht fortpflanzen dürften...
Was kann z.B. eine junge gesunde Frau dafür, wenn ihr Partner in der Kindheit Mumps oder einen Hodenhochstand hatte? Soll sie deshalb auf genetisch eigene Kinder verzichten?

Gibt ja auch einige Erkrankungen, die bei sonst gesunden, jungen Frauen zur Infertilität führen können und zum Teil nicht mal bemerkt werden. Adnexitis, Myome, etc pp.

Zum Rest sage ich lieber auch nichts :-((

Trianna
17.11.2014, 18:42
@ Espressa

Bist du nicht damals ungeplant schwanger geworden beim 1.? Weil du hier so forcierst, dass man planen soll und eben einfachmal im richtigen Moment die Kinder bekommen soll anstatt sich dann nachher zu beschweren. Dass das Thema Homosexualität bei dir natürlich auch auftaucht, war klar. Alles andere hätte mich enttäuscht ^^

@ Thread

Ich selbst, für mich persönlich, habe eine klare Antihaltung zum Thema IVF etc. bezogen auf meine Person (nur um Missverständnissen vorzubeugen :D). Hätte es also nicht in Betracht gezogen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich an dieser Stelle EVT zustimme dahingehend, dass ich eben auch keinerlei Probleme hatte, schwanger zu werden (direkt im 1. Versuch geklappt) und es sich daher auch sehr einfach sagen lässt.

EVT
17.11.2014, 19:15
Gibt ja auch einige Erkrankungen, die bei sonst gesunden, jungen Frauen zur Infertilität führen können und zum Teil nicht mal bemerkt werden. Adnexitis, Myome, etc pp.

Ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster und sage, dass die allermeisten Patienten in Kinderwunschbehandlung nicht damit gerechnet hätten, diese zu benötigen. Es sei denn, irgendwelche anatomischen Auffälligkeiten sind lange bekannt. Aber die meisten probieren es ja länger erfolglos und dann geht die Ursachensuche los.
Welcher Mann macht sonst ein Spermiogramm oder welche Frau lässt die Durchlässigkeit ihrer Eileiter prüfen? Chlamydien merkt man ja auch oft nicht. Aber es gibt so viele Ursachen. ;-)

Daher bin ich ja auch so für ein Screening. :-))

Wenn man jahrelang erfolglos in Behandlung war, kann man irgendwann zu alt für Adoption sein, also ist das auch nicht immer eine Lösung.

Espressa
17.11.2014, 19:52
Sorry, aber einer alleinstehenden Frau mit Kinderwunsch zu erzählen, es sei ja wohl kein Ding, sich einen passenden Kindsvater mal eben anzuschaffen, ist ein Schlag ins Gesicht.
Wieso? Das ist doch das kleine 1x1 der Menschheit! Vollkommen normal und hey, doch nicht wirklich überraschend?
Viel bescheuerter finde ich, der Menschheit zu suggerieren, Kinder könne man sich bei Bedarf jederzeit kaufen und basteln. Auch schon mal ohne echte Eltern oder außerhalb der eigentlich reproduktiven Zeit.

Ist einfach ein kulturelles Problem, Verschiebung der Werte, und hinterher sind alle anderen schuld?

Muriel
17.11.2014, 20:00
Ich sag jetzt besser nichts.