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smanpodg
03.03.2015, 07:51
9 Monate ohne Dienste, Zugänge, i.v. Gabe von Medikamenten, sonstige Punktionen, infektiöse Patienten und allem, was Stress bereitet....

Jahrhundertelang haben Frauen, vollkommen zu Recht, dafür gekämpft, dass ungeborenes Leben geschützt wird und dem Umstand Rechnung getragen wird, dass eine Schwangere physisch und psychisch geschützt wird.

Das ist auch notwendig.

Zuweilen verstehe ich dann nicht, wie sich die Schwangeren heutzutage dann wieder entgegenentwickeln.

Schutz: Ja bitte, aber nur so, dass es meine Karriere und mein berufliches Fortkommen nicht einschränkt.

Die biologische Wahrheit ist schwer zu verkraften, aber Frauen sind eben diejenigen, die die Kinder bekommen (müssen). Wenn es anders möglich wäre, würde ich das auch tun. Ist es leider nicht.

Ich finde, es ist manchmal schon ein bisschen "best of both worlds". Keine Dienste, keine dies und keine das, aber Knochenmarkspunktionen brauch ich noch für mein Logbuch...

Eilika
03.03.2015, 08:04
Ich kann ja eh nicht mitreden...hier Nachtdienste bis zur 32. Woche, alles invasive wird eh gemacht und Mutterschutz VOR ET geht von den 14 Wochen ab, die Frau nur hat und meist lieber nach Entbindung nimmt...

Colourful
03.03.2015, 08:17
Ja, vor allem soll es auch Frauen geben, die bis zum Mutterschutz normal und vernünftig mitarbeiten können und nein, man muss nicht überall Blut abnehmen und/oder sich gefährden.

Salzi19
03.03.2015, 11:37
Als angestellte Zahnärztin ist man ab Bekanntgabe der Schwangerschaft komplett raus, da gibt es auch keine Diskussionen. Als niedergelassene kann man dagegen machen, was man will...

smanpodg
03.03.2015, 11:56
Als angestellte Zahnärztin ist man ab Bekanntgabe der Schwangerschaft komplett raus, da gibt es auch keine Diskussionen. Als niedergelassene kann man dagegen machen, was man will...

Ja, Salzi, das ist leider die Tragik an der Sache. Eine Kollegin hat es deshalb verheimlicht, bis die zwei Jahre rum waren. Hat sich dann niedergelassen und bis zur Entbindung gearbeitet. Sie hat im Januar zwei gesunde Mädchen entbunden :)

(Natürlich war sie keine zwei Jahre schwanger, sie war vier Monate vor Ende der Assistenzzeit.)

murkel
03.03.2015, 12:42
lässt sich das eigentlich alles auch auf die KV-Dienste übertragen?

Muriel
03.03.2015, 13:02
In Nordrhein kann man sich während Schwangerschaft und bis zu einem Jahr nach der Geburt von den Diensten befreien lassen.

murkel
03.03.2015, 14:31
das klingt dann aber eher nach Freiwilligkeit, als dass es verboten wäre, oder?

Muriel
03.03.2015, 14:44
Genau. Auf Antrag geht das wohl. Ist es bei Dir konkret? ;-)

denkstdu
03.03.2015, 14:58
Aber das verstehe ich jetzt nicht. Wenn die KV Dienste nicht verboten wären, dann arbeitet man doch auch nicht nach dem Mutterschutzgesetz. Da die KV Dienste doch auch nachts sind und nicht 20 Uhr am Tag enden. Ebenso kann doch auch niemand garantieren, dass man bei den Diensten nichts spritzen muss oder in eine Notfallsituation kommt.

anignu
03.03.2015, 15:54
Muriel schrieb von einem Zeitraum "bis zu einem Jahr nach Geburt". Und irgendwann greift da das Mutterschutzgesetz nimmer. Die KV bietet also für die Zeit NACH dem Mutterschutz an dass man sich FREIWILLIG noch weiter von den KV-Diensten befreien lassen kann.

Muriel
03.03.2015, 16:14
So wie ich das verstehe, dient das MuSchuG dazu, dass der AG die Pflicht hat, die werdende Mutter und damit das Kind zu schützen. Eine selbständige Schwangere hat keinen AG bzw ist dieser selber und entscheidet dann auch selber für sich.

denkstdu
03.03.2015, 16:34
ah ok, danke jetzt ist der Groschen gefallen.

uneFleur
03.03.2015, 18:00
Deshalb gibt e s immer mal die Forderung, Selbständige und Studenten ins Mutterschutzgesetz mit hineinzunehmen.

uneFleur
03.03.2015, 18:03
9 Monate ohne Dienste, Zugänge, i.v. Gabe von Medikamenten, sonstige Punktionen, infektiöse Patienten und allem, was Stress bereitet....

Jahrhundertelang haben Frauen, vollkommen zu Recht, dafür gekämpft, dass ungeborenes Leben geschützt wird und dem Umstand Rechnung getragen wird, dass eine Schwangere physisch und psychisch geschützt wird.

Das ist auch notwendig.

Zuweilen verstehe ich dann nicht, wie sich die Schwangeren heutzutage dann wieder entgegenentwickeln.

Schutz: Ja bitte, aber nur so, dass es meine Karriere und mein berufliches Fortkommen nicht einschränkt.

Die biologische Wahrheit ist schwer zu verkraften, aber Frauen sind eben diejenigen, die die Kinder bekommen (müssen). Wenn es anders möglich wäre, würde ich das auch tun. Ist es leider nicht.

Ich finde, es ist manchmal schon ein bisschen "best of both worlds". Keine Dienste, keine dies und keine das, aber Knochenmarkspunktionen brauch ich noch für mein Logbuch...


Mein Gyn ist auch sehr konservativ.Das Wohl des Kindes steht über der Karriere der Mutter.das sagt er einem auch so direkt.
Der findet diese Entwicklung auch zum Kotzen,dass Schwangere operieren wollen etc...

Moorhühnchen
03.03.2015, 19:20
Mein Gyn ist auch sehr konservativ.Das Wohl des Kindes steht über der Karriere der Mutter.das sagt er einem auch so direkt.
Der findet diese Entwicklung auch zum Kotzen,dass Schwangere operieren wollen etc...Ich find's auch eher bedenklich! Hab den Artikel über die Chirurgin mal gelesen und fand irgendwie, daß hier ein überzogenes "Vorbild" für andere gezeichnet wird.

Reflex
03.03.2015, 19:34
Ich hatte ein ähnliches Problem mit unserem Chef, weil er ein wenig überfordert war, weil ich seine erste Schwangere in seiner Abteilung war. Nachtdienste standen zum Glück außer Frage, aber er wollte irgendwie das MuSchuGesetz ein wenig frei interpretieren und kam dann auf so Dinge wie 12 Stunden Vordergrunddienste am Samstag und Blutabnahmen/Punktionen wären unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Trotz das ich ihm das MuSchuGesetz auf den Schreibtisch gelegt hatte, beharrte er dann immer noch drauf. Ich hab mich dann an unsere Betriebsärztin gewandt, die hat ihm dann den Zahn gezogen. Seit dem war ich von Diensten, Ambulanz und invasivem Untersuchungen befreit. Andernfalls hätte mich meine Gynäkologin erstmal prophylaktisch aus dem Verkehr gezogen, weil ich schon alleine körperlich niemals einen 12 Stunden Dienst bei unserer Arbeitsbelastung geschafft hätte.

Muriel
03.03.2015, 19:40
Wie war danach seine Reaktion insbesondere auch bei deinem Wiederkommen?

Zanza
04.03.2015, 02:04
Ich find's auch eher bedenklich! Hab den Artikel über die Chirurgin mal gelesen und fand irgendwie, daß hier ein überzogenes "Vorbild" für andere gezeichnet wird.

Geht mir genauso... An sich bin ich bei solchen Sachen ja der Meinung, dass jede Frau mit sich selber ausmachen muss, was sie sich "traut" und was nicht und ich kann einige Gedanken dahinter auch verstehen. Das Problem an der Sache ist aber, dass, wenn eine Frau anfängt, doch weiter zu operieren, auch von allen anderen, die das eigentlich nicht wollen, mehr oder weniger explizit verlangt wird, dass sie das auch macht - "Aber Ihre Kollegin hat doch..." und so.

Reflex
04.03.2015, 05:33
@Muriel Unser Chef hat während meiner Elternzeit gewechselt. Aber ich hab mit ihm noch lose freundschaftlichen Kontakt. Ich glaube nicht, dass der das böswillig bewusst gemacht hat. Ich glaube der wusste es in dem Moment einfach nicht besser und hat dann erst einfach auf sturr geschaltet wie er es gerne auch bei anderen Dingen in der Vergangenheit gelegentlich getan hat, wenn es sich im Recht fühlte. Denn musste man in solchen Momenten dann nur argumentativ mit harten Beweisen um stimmen. Jedenfalls hab ich sonst nie Probleme mit ihm gehabt und würde auch jederzeit wieder bei ihm anfangen.