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arbeiter79
12.09.2015, 22:07
Ich bin von der Arbeit in der Klinik ziemlich frustriet und habe die Nase eigentlich voll.
Das Geld stimmt, ich habe als Berufsanfänger jeden Monat deutlich über 4000 netto auf dem Konto.
Die Arbeitszeiten sind auch gut, ich bin eigentlich immer knapp im Minus was mein Stundenkonto angeht, könnte sogar deutlich ins Minus rutschen würde ich nicht manchmal extra länger bleiben obwohl nichts mehr zu tun ist.
Arbeitsbelastung ist fast immer mindestens in Ordnung, sehr selten ist mal richtig viel zu tun und man kommt kaum dazu eine Pause zu machen. Dagegen gibt es regelmäßig Tage an denen ich 2-3h nur rumsitze und im Grunde nichts tue.

Die Kehrseite der Gesichte ist natürlich das man hier natürlich keine Karriere machen kann, so lange man drauf baut das man hier bis zur Rente einen Ruhigen schiebt ist das klasse.
Wer aber von hier als FA an ein größeres Haus geht (und die meisten KH sind größer) wird sicher erstmal noch ausgebildet werden müssen um den dortigen FA-Standard zu erreichen und dann mal OA zu werden.
Die OÄ hier könnten an den wenigsten Häusern weiter OA sein, dazu können die hier einfach zu wenig machen.

Ansonsten geht mir der ständige Klinik Gossip extrem auf den Geist, im OP ist natürlich besonders viel Zeit dafür. Da wird das Privatleben eines jeden noch so unbedeutenden Hilfspflegers auseinander genommen und ich erfahre 1000 Sachen die ich nie wissen wollte...( Ist das an größeren Häusern auch so?)
Extrem belastend kann es auch sein das man im KH mit zig überarbeiteten, genervten, schlecht gelauten Leuten teilweise relativ häufig/eng zusammenarbeitet.
Dann die Hierachien, die sind wirklich so steil, selbst erfahrene FÄ müssen jeden Mist mit OÄ/CA absprechen damit die sich nicht übergangen fühlen, und natrürlich wissen die es auch viel besser.

WackenDoc
13.09.2015, 08:05
Wäre es unter den Bedingungen nicht besser, so schnell wie möglich den Facharzt zu machen und sich dann niederzulassen?

Aber tolle Karriere für wenig Aufwand gibt´s eigentlich nirgendwo.

FirebirdUSA
13.09.2015, 08:50
Wie kommst du auf 4000 netto ohne Überstunden?

Solara
13.09.2015, 12:51
Wie kommst du auf 4000 netto ohne Überstunden?

Das interessiert mich auch!

Lava
13.09.2015, 12:55
Also wenn ich dich richtig verstehe, ist dir der Laden zu klein und du willst mehr lernen bzw. an ein Haus, wo mehr gemacht wird. Wo ist denn das Problem? Mach doch!

DrSkywalker
13.09.2015, 16:05
Das interessiert mich auch!

Soweit ich mich erinnere ist er verheiratet, evtl. PKV + Dienste + Kinderfreibetrag. Schafft man durchaus!

Netto Gehlatsangaben sind immer witzlos, da NIE vergleichbar. Wenn man unter Akademiker über Gehalt redet ist es eigentlich üblich, sein JahresBRUTTO anzugeben.

anignu
13.09.2015, 19:48
Soweit ich mich erinnere ist er verheiratet, evtl. PKV + Dienste + Kinderfreibetrag. Schafft man durchaus!

Netto Gehlatsangaben sind immer witzlos, da NIE vergleichbar. Wenn man unter Akademiker über Gehalt redet ist es eigentlich üblich, sein JahresBRUTTO anzugeben.
Wenn man sich vergleichen will.
Ich sag sowieso nie wieviel ich netto rausbekomm. Wenn nicht nur Steuerklasse 3 sondern auch viele Dienste und der Kinderfreibetrag dazukommen und dann das Kindergeld auch noch mit dem Lohn ausgezahlt wird (weil öffentlicher Arbeitgeber und so) dann kommt da einfach mal ein saftiger Batzen zusammen. Dafür wirds dementsprechend weniger beim Partner mit Steuerklasse 5 und ohne die ganzen Spirenzchen.

arbeiter79
15.09.2015, 19:03
Über einen Wechsel habe ich schon oft nach aber so einfach ist es nicht. Denke ich werde mich in nicht all zu ferner Zukunft von jeglichem Karriereehrgeiz verabschieden und als Landarzt arbeiten gehen.

Bruttoeinkommen habe ich etwa meist irgendwas zwischen 6200 und 6500, davon 1600 bis 2000 durch Dienste. Ich mach nur reguläre 24h Stationsdienste (viele!) sonst kein Dazuverdienst. Kindergeld rechne ich nicht mit. Bin gesetzlich krankenversichert. Allerdings Stkl 3.
Wir werden nach MB TV bezahlt.

Sicher das gute Gehalt hält mich auch hier an Ort und Stelle.

JazzKo
28.09.2015, 14:11
Über einen Wechsel habe ich schon oft nach aber so einfach ist es nicht. Denke ich werde mich in nicht all zu ferner Zukunft von jeglichem Karriereehrgeiz verabschieden und als Landarzt arbeiten gehen.

Bruttoeinkommen habe ich etwa meist irgendwas zwischen 6200 und 6500, davon 1600 bis 2000 durch Dienste. Ich mach nur reguläre 24h Stationsdienste (viele!) sonst kein Dazuverdienst. Kindergeld rechne ich nicht mit. Bin gesetzlich krankenversichert. Allerdings Stkl 3.
Wir werden nach MB TV bezahlt.

Sicher das gute Gehalt hält mich auch hier an Ort und Stelle.

Was schreckt denn eigentlich so viele vom "Landarzt" sein ab?

aspirin08
05.10.2015, 00:17
@arbeiter79:
Wow, 6500 €! wie viele 24h Dienste entspricht das denn im Schnitt? Und lässt du dich freiwillig in so viele einteilen (oder Personalmangel)?

Blöde Frage: Ergibt dieses (durchaus sehr hohe) Brutto denn tatsächlich weit über 4000 (!) netto/Monat?? Ich habe davon noch wenig Ahnung, aber steuerfrei sind doch nur die Bereitschaftszuschläge oder?

MissGarfield83
05.10.2015, 05:19
Was schreckt denn eigentlich so viele vom "Landarzt" sein ab?

Bürokratie, finanzielle Unsicherheit, Bürokratie, Einzelkämpferdasein, oft nicht genügende Infrastruktur, fehlende Jobs für den PArtner/Partnerin, ... aber das wird ja schon seit Jahren zur Genüge diskutiert. Ist die ganze Diskussion in den Medien an dir vorbeigegangen ?

SuperSonic
05.10.2015, 08:04
Blöde Frage: Ergibt dieses (durchaus sehr hohe) Brutto denn tatsächlich weit über 4000 (!) netto/Monat?? Ich habe davon noch wenig Ahnung, aber steuerfrei sind doch nur die Bereitschaftszuschläge oder?
In Steuerklasse III käme man auf >4000 € netto. (Rechner (http://www.focus.de/finanzen/steuern/gehaltsplaner/brutto-netto-rechner-was-2013-vom-gehalt-uebrig-bleibt_aid_28104.html))
Steuerfrei sind Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit bis zu bestimmten Grenzen.

arbeiter79
06.10.2015, 20:20
@arbeiter79:
Wow, 6500 €! wie viele 24h Dienste entspricht das denn im Schnitt? Und lässt du dich freiwillig in so viele einteilen (oder Personalmangel)?

Blöde Frage: Ergibt dieses (durchaus sehr hohe) Brutto denn tatsächlich weit über 4000 (!) netto/Monat?? Ich habe davon noch wenig Ahnung, aber steuerfrei sind doch nur die Bereitschaftszuschläge oder?

Also letzten Monat hatte ich (ganz ohne Urlaubsgeld-ist bei mir entsprechend hoch und macht ne Menge aus wenn ichs bekomme, und leicht unterdurchschnittlicher Dienstanzahl) etwa 6300 brutto und das waren ca. 4300 Netto. Dieses Verhältniss kommt fast immer hin, also ca. 2/3 bekomm ich vom Brutto ausgezahlt.

Das Zuschläge Steuerfrei sind hatte ich gar nicht gewusst, sehr interessant! Hatte mich auch schonmal gewundert das meine Lohnsteuer schon immer etwas niedriger war als in diversen Tabellen oder von Brutto-/Nettorechnern angegeben.

Ich mache das meist freiwillig, die Dienste sind bei uns aber auch relativ locker. Aber viele die Dienste machen sind wir natürlich auch nicht. Auf lange Sicht würde ich aber auch auf keinen Fall so weiter machen, das wär keine Persepektive für mich max. jedes 2, manchmal nur jedes 3. WE freizuhaben...

CNSVX
13.10.2015, 18:06
Nun meine Fragen: Wie empfindet ihr zur Zeit die Arbeitsbedingungen in der Klinik oder auch als Selbstständige?
Wie viele Dienste habt ihr (und welche)?
Empfindet ihr im Anbetracht eurer Leistung die Bezahlung als gerecht?
Habt ihr noch Spaß oder findet ihr, dass alles nur noch Routine ist? [/B]

Ich arbeite erst seit Anfang des Jahres und bin jetzt schon VÖLLIG frustriert - obwohl der Beruf mein absoluter Traumberuf war und ich das Studium aus voller Überzeugung angefangen hatte!

Zig unbesetzte Stellen in meiner Abteilung, deshalb werden jede Menge Ärzte aus dem Ausland eingestellt, die leider überwiegend der deutschen Sprache noch nicht annähernd ausreichend mächtig sind, sodass sich die Anzahl der Dienste auf nur wenige dienstfähige Assisi verteilt, schlechte Stimmung in der Klinik, bei Stationsarbeit täglich 2-4 Überstunden. Alle 4-6 Wochen 7 Nachtdienste, nicht selten 3 Wochenenden im Monat Dienst. In den Diensten kaum eine freie Minute, meine Fachrichtung ist leider dauerbeschäftigt... Patientenwartezeiten in der Notaufnahme von > 6 Stunden sind Normalität. Arbeiten im Dauerstress unter Dauerzeitdruck und trotzdem (oder deswegen...) nur unzufriedene Patienten.

Ich bin völlig deprimiert. Für mich steht fest, dass ich in der Abteilung nicht bleiben kann. So stelle ich mir mein Leben nicht vor. Was bringt mir das Geld (über die Lohnhöhe an sich beschwere ich mich absolut nicht, aber gemessen an Verantwortung und Zeitaufwand entschädigt das nicht annähernd...), wenn ich keine Zeit mehr habe mich mit Freunden zu treffen, usw.!?

Mein riesiges Problem zurzeit: Ich habe grade KEINE Ahnung, wie ich mein berufliches Leben gestalten soll. Ich stehe zurzeit jeden Morgen auf und grübel, in welches Fachgebiet, in welche Abteilung ich wechsle soll... Noch nie war ich so planlos.

Spaß macht das Arbeiten so absolut nicht. Und dabei war ich so überzeugt von diesem Beruf...

Kackbratze
13.10.2015, 18:31
Innere? Maximalversorger? NDS?

Zumindest bei uns sieht es in der internistischen Notaufnahme häufig so aus....die meisten die können, rennen weg...

Jeru
13.10.2015, 18:37
Bist du ein niedergelassener Kardiologe? Was verdient man da? Und wie sind die Arbeitszeiten?

Kackbratze
14.10.2015, 13:03
Ich bin kein Arzt, ich bin Chirurg.

Espressa
14.10.2015, 14:08
Notaufnahme >6 Stunden Wartezeit? Hah, wir schaffen das auch in der normalen Ambulanz mit Termin. Letztlich aus den selben Gründen; zu wenig Personal, das bisschen Personal das da ist sind eben Newbies, und dann noch die völlig bescheuerte KV-Regelungen...
Und vom ärztlichen Direktor gibts eher noch Schelte, dass die Abteilung Umsatzeinbußen hat. Na wen wundert's.

arbeiter79
14.10.2015, 16:10
wenn man nichts gegen die KH Arbeit an sich hat sollte man es vllt in dem Fall an einem kleinem Haus in einer anderen Fachrichtung probieren. Da kann die Sache ganz anders laufen was die Arbeitsbelastung angeht. Hab manchmal das Gefühl das die jenigen die sagen der Arztberuf ist Stress und Überstunden am laufenden Band vom Maximalversorger kommen und denken es ist überall so in Deutschland.

CNSVX
14.10.2015, 20:36
Innere? Maximalversorger? NDS?
Fast... Maximalversorger und NDS ja, aber Neuro und nicht Innere.