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Gwendoline1311
30.07.2015, 17:37
Hat jemand Angst vor dem Studium oder Zweifel das er es schaffen kann?

davo
30.07.2015, 17:49
Ich hatte damals durchaus Zweifel. Ich bin auch mit maximalem Risiko eingestiegen, hab eine gute Stelle gekündigt, bin auf einen anderen Kontinent gezogen, usw. Aber vielleicht war das auch ganz sinnvoll, da ich so psychologisch den maximalen Anreiz hatte, mich voll reinzuhängen. Ich hatte damals überlegt, mich beurlauben zu lassen, aber es dann nicht gemacht, eben um zu verhindern, dass ich mich nicht voll ins Studium reinhänge.

Im ersten Semester hatten wir nach drei Wochen die Zellbiologie-Klausur und dann 5,5 Wochen später das erste Anatomie-Testat, und ich hab wirklich VIEL gelernt und war natürlich auch etwas gestresst. Aber nach diesen beiden Erfolgserlebnissen bin ich dann beruhigter geworden.

Meine Erfahrung ist, dass es absolut essentiell ist, über Formalitäten Bescheid zu wissen (wie oft kann man antreten, wann finden die Nachklausuren statt, welche Lehrveranstaltungen sind Voraussetzungen für andere Lehrveranstaltungen, usw. usf.), denn viele, die Probleme hatten, haben ihre Kräfte schlecht eingeteilt, haben sich auf Prüfungen konzentriert, die weniger wichtig waren, haben Nachprüfungstermine, die besonders bequem lagen, zu leichtfertig verschwendet, o.ä.

Man kann, wenn man von Anfang an gut organisiert ist, die Problemwahrscheinlichkeit minimieren, und auch dafür sorgen, dass man, wenn mal was schiefgeht (was hier in Gießen fast jedem zumindest einmal passiert ist, auch den meisten Top-Studenten), aus der Situation auch wieder rauskommt. Das Allerwichtigste ist IMHO, von Anfang an mitzulernen, v.a. in Fächern wie Chemie oder Physik, und möglichst schnell ein Gespür dafür zu entwickeln, welche der vielen Details essentiell sind, und welche weniger wichtig sind. Das geht aus Lehrbüchern und Vorlesungen meist relativ klar hervor, aber anfangs war ich skeptisch, ob ich mich darauf auch wirklich verlassen kann, was mir dann einige Probleme bereitet hat :-))

PrinzessinAmygdala
30.07.2015, 17:55
Klar ist die Angst da. Gerade jetzt bevor es los geht. Aber es heißt ja bekanntlich:" Probieren geht über studieren."

Gwendoline1311
30.07.2015, 18:00
Danke das ihr so schnell geantwortet habt.
Hatte nach dem Abitur schonmal erfolglos studiert.... Naja aus Gründen wie nicht das richtige Studium und auch nicht ernst genommen... Dann habe ich eine Ausbildung zur MTAL gemacht und arbeite jetzt auch schon 3 Jahre in meinem Beruf. Also nen bisschen Vorkenntnisse sind da aber leider keine Kohle und auch die Angst wird immer größer wieder zu versagen.

PrinzessinAmygdala
30.07.2015, 18:17
Aber so viel kann ja nun auch nicht passieren. Immerhin hast du schon eine abgeschlossene Berufsausbildung und somit was in den Händen. Die 100%ige Sicherheit, dass was klappt, hat man nirgends vorher.

Arrhytmicin
30.07.2015, 19:23
Ich mach mir auch manchmal Sorgen, ob ich das wirklich schaffe. Aber dann sag ich mir, dass das ja schon sooo viele geschafft haben, da werde ich es auch schaffen! Hab aber zum Beispiel Angst, dass ich mich zu viel von den "Überfliegern" beeindrucken lasse und eben zu sehr nach links und rechts schaue. Denn ich bin zwar mit Sicherheit fleißig und diszipliniert, aber ganz sicher kein Überflieger. Hab auch Angst, dass alles zu schnell geht und ich nicht mit dem Lernen hinterher komme. Vor der vorklinik hab ich einen Riesen Respekt, auf die Klinik freu ich Mich sehr und bin in Hinblick darauf auch sehr entspannt.
Trotzdem hab ich niemals gezweifelt an meinem Berufswunsch...wirklich, nicht ein einziges Mal!

Ich denke, Ängste und Respekt vor dieser neuen, tollen und anspruchsvollen Aufgabe sind ganz normal :)

Gwendoline1311
30.07.2015, 19:59
Das sind echt gute Motivation die ihr da habt, echt Klasse. Ich hab Mega Angst davor das ich selber lernen muss über so einen großen Zeitraum. In der Ausbildung ists ja so nächste Woche ne LK und du lernst... Und im Studium kommen irgendwann im Semester eine Riesen Arbeit aber das in vielen Fächern und man kann ja nicht alles Gleichzeitig lernen... Im Studium hab ich ja voll versagt hab das nicht gebacken bekommen und deshalb auch aufgehört und in der Ausbildung war ich einer der besten.
Meint ihr das ist kompensierbar indem man sich Kommilitonen sucht die sowas können und im Gegensatz kann man denen was bei bringen auf eine andere Art?

PrinzessinAmygdala
30.07.2015, 21:00
So ähnlich ist das bei mir auch, Arrhytmicin. Habe auch mehr Angst vor der Vorklinik als der Klinik. Frage mich auch, ob ich relevantes von nicht relevantem beim Lernen anfangs unterscheiden kann und mitkomme und mich nicht zu sehr mit den Kommilitonen messe.

Arrhytmicin
30.07.2015, 21:23
Mir ist es jetzt schon ein paar mal so gegangen, dass ich paar naturwissenschaftliche Bücher durcharbeiten wollte und ich hab ganz motiviert angefangen und was ist dann passiert? Ich bin nach 8 Seiten eingeschlafen ^^ muss dazu sagen, dass das jedes Mal nach der Arbeit passiert ist, also nachdem ich schon 8 Stunden gearbeitet habe und ziemlich früh aufgestanden bin. Trotzdem dachte ich nur so "oooooh mein Gott, hoffentlich bleibt das nicht so :-)) " :-oopss

Gwendoline1311
30.07.2015, 21:33
Wie 8 Stunden arbeiten während des Medizinstudiums oder hab ich das jetzt falsch verstanden?

Arrhytmicin
30.07.2015, 21:48
Nein, ich studiere ja noch nicht....arbeite derzeit noch Vollzeit. Und wollte dann immer mal nachm Dienst ein bisschen in den Büchern blättern...was ja grandios gescheitert ist :-))

Gwendoline1311
30.07.2015, 21:54
Achso genial ja geht mir auch so wollte bisschen in meinen alten Ausbildungsheftern lesen naja kläglich gescheitert. Hab auch selten das Gefühl Freizeit zu haben da jeden zweite We arbeiten und so....

Arrhytmicin
30.07.2015, 22:05
Ja so geht's mir auch. Aber im Studium ist ja dann die Uni unsere Hauptaufgabe des Tages, da haben wir genug Zeit, uns dem Stoff zu widmen. Jetzt so neben nem fulltime-Job und Bereitschaftsdiensten fällt mir das schon ziemlich schwer.

Sticks
30.07.2015, 22:08
Ja. Ich hatte auch Zweifel.
Bis man nicht mitten im Studium ist weiß man eben nicht wie es laufen wird.

Thunderstorm
30.07.2015, 22:10
Keine Sorge - ihr schafft das alle!
Es gibt Einführungsveranstaltungen von der Fachschaft - danach wisst ihr schon mal ungefähr, wo alle wichtigen Orte sind und wie das Studium im allgemeinen an der jeweiligen Uni funktioniert.
Beachtet Tipps der Fachschaft und Kommilitonen - das bewahrt Euch davor, zu viele unsinnige Bücher zu kaufen und im Lernchaos zu versinken.
Nicht zuletzt sollte ihr Euch gleich zu Beginn die Altklausuren holen und Euch vor dem Start der Vorlesungen durchlesen! So erfahrt Ihr, welche Themen in welcher Bandbreite geprüft werden und könnt Euch besser auf das Lernen konzentrieren und verzettelt Euch nicht.
Habt einfach Spaß und genießt die Studienzeit! Viel Erfolg!

Gwendoline1311
30.07.2015, 22:18
Danke für die Infos...
Die erste schwere Hürde ist ja nicht mal genommen... Der Studienplatz...

PrinzessinAmygdala
30.07.2015, 22:23
Danke. Ja daß mit den Altklausuren scheint ein guter Tipp zu sein. Den hab ich jetzt schon öfters bekommen.

DeKl
31.07.2015, 06:46
... Es gibt Einführungsveranstaltungen von der Fachschaft - danach wisst ihr schon mal ungefähr, wo alle wichtigen Orte sind und wie das Studium im allgemeinen an der jeweiligen Uni funktioniert.
Beachtet Tipps der Fachschaft und Kommilitonen - das bewahrt Euch davor, zu viele unsinnige Bücher zu kaufen und im Lernchaos zu versinken.
...
Das, vor allem jedoch DAS sind die besten Tips für das Studium (Hier ist noch wichtig auf die Kommilitonen aus den HÖHEREN Semestern zu hören und NICHT auf die aus dem eigenen Semester. Die haben ihr Fachwissen nämlich auch nur aus dem Hörensagen und ihrer eigenen Angst gebastelt). Es gibt sicherlich an den meisten Unis Veranstaltungen, die von höheren Semestern betreut werden. Man darf denen ruhig Vertrauen schenken. Die haben das schon gemacht und wollen einem prinzipiell nichts böses. Vor allem bewahren sie einen davor Lernzeit falsch zu gewichten, z.B. extrem viel Arbeit in extrem unaufwendige Nebenfachklausuren zu investieren (tendiert der "kleine" Student gern zu). Lieber auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren. Das wird super! :-top

Sticks
31.07.2015, 08:18
Ich habe mir die Altklausuren erst angeschaut wenn ich mit dem Stoff durch war, zumindest in der Vorklinik.
Wenn du keine Ahnung von dem Thema hast bringt dir die Altklausur nichts. Und in der Vorklinik muss man den Stoff meist wirklich drauf haben. Also zumindest die Vorlesungen grob nacharbeiten und dann Altklausuren anschauen, damit man weiß was man noch besser lernen muss.
Wenn du dir zudem vorher alle anschaust kannst du nachher nicht mehr unter "Klausurbedingungen" kreuzen, weil die Fragen schon kennst.

Und noch ein Tip: Nur bedingt auf die Fachschaft hören. Oft sind dort Klugscheißer die für jeden die besten Tipps haben, aber selber seit 3-4 Jahren in der Vorklinik stecken. Am besten suchst man sich erfolgreiche ältere Kommilitonen raus.

][truba][
31.07.2015, 08:38
Mach dir keinen Kopf.

Du bist es gewohnt zu arbeiten. Vielleicht (noch) nicht gewohnt zu lernen aber du weißt, was es heißt mindestens 8 Stunden deines Tages "für die Arbeit" zu reservieren. Letztlich ist ein Studium nichts anderes.

Denk dran, dass das hier kein "Spass" ist und setz dich jeden Tag damit 8 Stunden auseinander. Dann wirst du es auch schaffen. Mit einer Woche vor der Klausur lernen und alles bestehen, wird es nicht mehr klappen. Steh auf, geh zu Vorlesungen und deinen Pflichtveranstaltungen und wenn dann noch nicht die 8 Stunden voll sind, lern selbstständig (was du eh viel machen musst - auch manchmal über die 8 Stunden hinaus). Wenn du nicht zu Vorlesungen gehst (so wie ich), nutz die Zeit zu Hause/in der Bib um den Stoff selber zu lernen.

Das Studium ist kein Hexenwerk. Es ist lediglich viel. Mit guter Organisation, Willen und Durchhaltevermögen (und manchmal ganz wenig Glück) ist es gut zu schaffen und das selbst mit einem Job nebenher!

Viele wichtige andere Tipps sind ja bereits gekommen.