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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kündigung auf miese Art?



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Sebastian1
17.08.2015, 20:04
Auf meinen netten Hinweis hin, dass es doch komisch ist, wie schwankend das Vertrauen in meine Können sei, lachte er mir ins Gesicht und sagte, es sei doch Vertrauensbeweis genug, dass ich die Visite hätte alleine machen können.
Ich frage mich gerade, wer hier komisch tickt, die oder ich?

Naja, du bist noch neu im Job oder? Ich versteh' das Problem nicht: Auf der einen Seite willst du möglichst viel allein (klar, will man ja), auf der anderen Seite aber doch auch TEaching haben. Sei doch froh, solange du noch Welpenschutz hast - und man kann ja nach wenigen Monaten Berufserfahrung ja nun wirklich noch nicht unbeaufsichtigt arbeiten (egal welches Fach). Lass es doch einfach weietr auf dich zukommen, von der Leine gelassen wird man früh genug.

par
17.08.2015, 22:08
ich bin heute, Eurem Rat folgend, einigermaßen motiviert zur Arbeit gegangen, mit dem Vorsatz die verbleibenden Tage noch zum Lernen zu nutzen.Sehr gut! :-top Lass das alles nicht zu nah an dich heran, distanziere dich ein wenig davon. Mach deine Arbeit gut und wenn du "explodierst", dann beim Bier mit Freunden (und eigentlich darfst du da gar nicht mehr über Arbeit sprechen!) oder kotz dich hier kurz aus; aber lass dir nicht allzu viel (Selbst-)unsicherheit anmerken (ich mein natürlich nicht, bei Fachlichem nicht fragen). Den Rat hört man von vielen Seiten, denen das "nichts auszumachen scheint" und er funktioniert wirklich und ich übe auch gerade :-)

WackenDoc
19.08.2015, 11:03
Was mir noch fehlt: Irgendjemand muss doch dem Kollegen gesagt haben, dass er dich nicht mehr in den Plan schreiben soll und das wohl auch mit ner Begründung. Ich sehe da nicht das Problem, denjenigen konkret drauf anzusprechen. Schutz deines "Informanten" hin oder her. Hier geht es um dich.

Und was die Station angeht- sei doch froh, dass du im Routinebetrieb eher weniger Patienten hast. Und es ist völlig normal, dass man dann halt irgendwie mit der ganzen Station klar kommen muss, wenn Kollegen nicht da sind. Dass man danach dann wieder weniger hat ist sogar eher ein Glücksfall.
Ich finde es nur merkwürdig, dass das bei euch so konkret mit der Anzahl der Patienten pro Arzt geregelt ist- spricht aber eher für ein gutes Haus.

Dass die Weiterbildung oder auch Einarbeitung nicht koordniert abläuft ist hier in Deutschland gang und gäbe.

Mano
19.08.2015, 17:55
Würde aus die Situation mit der zwischenzeitlich allein-betreuten Station und dann nur wieder einige Patienten auch nicht überinterpretieren. Läuft bei uns ähnlich: Wenn gerade Personalengpass ist und drei Leute krank geworden sind, dann macht man auf einmal auch als Anfänger Dinge, die man eigentlich noch nicht können muss. Und wenn dann wieder genügend Personl da ist, wird man halt "degradiert" - hat aber nichts mit Diskreminierung zu tun sondern allenfalls mit einer zu dünnen Personaldecke.

KhKnechtin
20.08.2015, 11:36
normalerweise würde es mir auch nichts ausmachen, weniger als 15 Patienten betreuen zu müssen. Aber ich komme aus dem ambulanten Bereich und musste erst einmal trainieren, soviele Patienten gleichzeitig zu koordinieren.
Meine Vorstellung war halt, dass ich möglichst oft ( mit einem alten Assistenten im Hintergrund) eine Station managen muss, um darin fit zu werden. Leider wurde ich seitens des Arbeitgebers nie in diese Richtung gepuscht. Jetzt mache ich nur noch Dienst nach Vorschrift d.h. wir teilen die Station genau hälftig auf- zur Zeit haben wir wegen des Sommerlochs eh weniger Patienten.
Dem Kollege, der den Dienstplan macht, wurde gesagt, dass statt zwei neuen Assistenten drei eingestellt wurden und deshalb der Plan umgestellt werden muss. Weitere Infos hat er seitens des OA nicht bekommen. Er wurde hingehalten mit der Ausrede, die endgültige Planung für den übernächsten Monat sei noch nicht erstellt worden und verzögere sich auch dieses Mal bis Mitte des nächsten Monats.
Ich werde nächste Woche noch das Gespräch mit dem Chef suchen, erhoffe mir da aber auch keine neuen Erkenntnisse.
Die wollen wohl wirklich die Masche durchziehen, dass sie mir erst in letzter Minute von der Kündigung erzählen und ich bis dahin die Lücke in der Personaldecke ausfüllen "darf"
Diese Woche habe ich jetzt angefangen, mich zu bewerben. Aber es sind zur Zeit so gut wie keine Stellen ausgeschrieben, weshalb ich auf den Erfolg non Initiativbewerbungen hoffen muss.

Feuerblick
20.08.2015, 12:09
Wann glaubst du denn, dass einem die Kündigung in der Probezeit normalerweise mitgeteilt wird? Wochen vorher? Tja, dann willkommen im wahren Leben. Zwei Wochen sind zwei Wochen... Und die werden in der Probezeit auch dann in aller Regel genau eingehalten, auch wenn sich die Assis gegenseitig auf den Füßen stehen, weil niemand Urlaub hat.
Deine Ansprüche an die Einarbeitung decken sich nicht mit dem, was bei euch üblich ist....statt gleich Verschwörung und "Masche" zu vermuten, solltest du das lieber in einem ruhigen Gespräch thematisieren. So unüblich ist das alles nämlich gar nicht (siehe WackenDoc). Aber ich glaube, dass du gar nicht an einer Klärung interessiert bist und lieber dabei bleibst, dass alle böse zu dir sind. Sorry, aber :-nix

Mano
20.08.2015, 17:55
Klingt für mich auch zunehmend nach Verschwörungstheorie. Dem Kollegen wurde also gesagt, dass zwei statt drei neue Assistenten eingestellt wurden - ja und? Die Dienstplanung geschieht erst kurzfristig, weil der Chef im Urlaub ist. Irgendwie wird da für mich noch kein Schuh draus, dass sie ausgerechnet dich loswerden wollen...

Kackbratze
20.08.2015, 18:23
Vorige Kündigungen bzw. keine Übernahme nach der sechsmomatigen Probezeit kamen bereits vor, aber da wurde wohl vorher das Gespräch gesucht und die Unzufriedenheit signalisiert.

Dann weisst Du ja wie es dort normalerweise läuft. Warum sollte es jetzt anders sein?

WackenDoc
20.08.2015, 18:26
Es gibt in keiner Klinik Konzepte, dass ein Neuling "lernt" eine Station alleine zu managen. Entweder sind genug Assis da, so dass man sich die Patienten aufteilen kann- da bekommt der Neuling wenn genug Personal da ist, eher weniger Patienten- einfach damit er sich überhaupt mit sich und seinen Patienten zurecht findet. Üblicherweise braucht man als Anfänger eh mehr Zeit für alles. So dass ein Arbeitspensum mit weniger Patienten halt leichter zu schaffen ist.
Oder es gibt nicht genug Assis, dann hat man mit Pech 1-2 Stationen alleine an der Backe. Glaub aber nicht, dass man dir dann beibringt, die zu managen. Man erwartet dann eher, dass du es irgendwie geregelt bekommst.
Im günstigen Fall gibt es dann noch einen Stationsarzt (Altassi in fortgeschrittener Fortbildung oder kurz vorm Facharzt oder sogar Facharzt), der eine Station mit mehreren Assis managed. Aber das ist oft Luxus.

Ich weiss nicht, warum du da so eine Verschwörung draus bastelst. Offenbar seid ihr genug Assis, dass ihr es aufteilen könnt. Was soll denn der zweite machen, wenn du alle Patienten hast? Sei doch froh, dass du Welpenschutz genießt.

Das mit dem Dienstplan kapier ich nicht. Wenn jetzt 3 Kollegen eingestellt werden, können die doch eh nicht sofort Dienste machen???
Oder ist das einfach eine Arbeitseinteilung und der Chef weiss einfach noch nicht sicher, wie viele neue jetzt wirklich zusagen und weiss einfach noch nicht, wie er sein Personal verteilt?

KhKnechtin
20.08.2015, 19:26
es wurden bereits drei neue Kollegen bei zwei offenen Stellen eingestellt. Das ein Kollege/in von mir gekündigt hat, ist mir nicht bekannt. Tatsache ist, dass ich auf dem Dienstplan des übernächsten Monats nicht mehr draufstehe. Das habe ich selbst gesehen.
Ich habe beim betreffenden Oberarzt verschiedene Versuche gestartet, um herauszufinden, wie ich im übernächsten Monat eingeplant bin, verlaufen in Leere. Ich werde mit fadenscheinigen, sehr offensichtlichen Ausreden/ Vorwänden hingehalten.
Mir fällt es schwer, den Oberen zuzugeben, dass ich die Aufstellung der Assistenten für das letzte Quartal kenne, da ich da mit nicht ganz legalen Mitteln dran gekommen bin.
Nächste Woche ist der Chef wieder da und dann werde ich ihn wohl darauf ansprechen müssen, warum er im letzten Quartal ohne mich plant.
Letztendlich fände ich eine Kündigung gar nicht so schlimm, wenn sie gleich ausgesprochen worden wäre und man nicht noch als Lückenbüsser herhalten muss, bis die Urlaubszeit vorbei ist. Aber an solche Methoden muss ich mich Euren Posts nach ja noch gewöhnen.

Brutus
20.08.2015, 20:11
Mein Güte. Du musst doch keinen ans Messer liefern. Sag halt, dass Du den (noch nicht fertigen) Dienstplan auf einem Rechner oder auf dem Schreibtisch im Dienstzimmer gesehen hast und Du Dich halt wunderst, dass Du nicht eingeplant bist.
Wenn man dann immer noch nicht mit der Sprache rausrücken will, dann sofort Deinen (Rest-) Urlaub und Überstunden verplanen vor Ende der Probezeit!

Nurbanu
20.08.2015, 21:52
Ohne alles gelesen zu haben, zitiere ich eine Freundin:

Einfach mal gepflegt krank machen.

WackenDoc
20.08.2015, 23:02
Nochmal- was genau hat es mit dem Dienstplan auf sich? Arbeitseinteilung oder echte Dienste? Wie sollten die neuen Kollegen denn so schnell dienstfit sein? Kann es sein, dass du nicht die einzige bist, die drauf steht? Oder kann es sein, dass der Chef einfach noch nicht weiss, wie er sein Personal verteilt?

Ich hab das Gefühl, du steigerst dich in was rein.

John Silver
20.08.2015, 23:08
Wenn die Sache mit der geplanten Kündigung seitens des Arbeitgebers wahr sein sollte, wäre meine Vorgehensweise folgende:

1. Ein unqualifiziertes Zeugnis beantragen, und zwar schriftlich, mit der Personalabteilung auf cc.
2. Bewerbungen schreiben.
3. Kündigung seitens des Arbeitgebers abwarten, es sei denn, eine neue Stelle findet sich vorher.
4. Immer locker durch die Hose atmen. Stellen in der Inneren findet man immer. Am besten bei der lokalen Ärztekammer nachfragen, mittlerweile haben die meisten irgendwelche Programme für angehende Hausärzte, mit festen Rotationsstellen etc.

Es stimmt übrigens keineswegs, dass Arbeitszeiträume unter 6 Monaten für die Weiterbildung nicht anerkannt würden. Mir wurden 5 aus 5,5 Monaten anerkannt (Hessen). Üblicherweise erfolgt die Anrechnung monatsweise.

Feuerblick
21.08.2015, 06:40
Da hast du Glück gehabt. Für Allgemeinmedizin gelten auch Dreimonatsabschnitte, für die meisten anderen Fächer sechs Monate. Steht aber in der jeweiligen WBO...

WackenDoc
21.08.2015, 08:18
In der Allgemeinmedizin üblicherweise 1. Abschnitt 6 Monate, alle weiteren 3.

anignu
21.08.2015, 22:54
Ich hab das Gefühl, du steigerst dich in was rein.
dito...

KhKnechtin
22.08.2015, 12:47
an alle, die meinen, dass ich mich da in etwas reinsteigere:
ich finde eindeutigere Anzeichen als diese gibts kaum noch- außer der klärenden Aussprache, die ich nächste Woche mit dem Chef führen werde:
- es wurden bei zwei freien Stellen drei neue Assistenten eingestellt, von den alten Assistenten hat keiner gekündigt.
- ich bin auf dem Dienstplan ab Oktober nicht mehr berücksichtigt, es gibt keine separaten Dienstpläne für Rotation/ Funktionen
- ich bin in der Probezeit
- meine Einarbeitung lief mehr als schleppend, das Engagement für Fortschritte ging stets von mir aus und ich wurde mehrmals ausgebremst.
Jetzt überlege ich halt nur, ob die korrekte Reaktion auf das Kündigungsvorhaben des Arbeitgebers- was ich ja hoffentlich Anfang nächster Woche dann im Gespräch offiziell erfahren werde- nicht die sofortige Auflösung des Arbeitsverhältnisses wäre?
Ich habe zwar letzte Woche angefangen, Bewerbungen zu schreiben, aber das wird sich wohl noch etwas hinziehen.
Ich weiss halt nicht, ob ich - wenn die Kündigung seitens des AG ofiziell ist- ob ich dann dort noch bis zum Schluss arbeiten kann bzw. will?
Wie würdet Ihr Euch verhalten, im Augenblick mache ich meinen Job so gut wie möglich, aber nur noch Dienst nach Vorschrift d.h. nur die vorgesehene Anzahl an Patienten und möglichst keine Überstunden?

rettesichwerkann
22.08.2015, 16:42
an alle, die meinen, dass ich mich da in etwas reinsteigere:
ich finde eindeutigere Anzeichen als diese gibts kaum noch- außer der klärenden Aussprache, die ich nächste Woche mit dem Chef führen werde

Na dann ist doch hier alles geklärt und wir können hier die Diskussion beenden!

Trianna
22.08.2015, 17:21
Also ich finde, dass sie sich überhaupt nicht reinsteigert bezüglich der Kündigungsvermutung (dass sie sich ein dickeres Fell zulegen sollte bezüglich gewisser Gegegebenheiten/Sprüche mal außen vorgelassen).

Ich würde die Sachen genauso interpretieren.

Allerdings wäre ich schon längt ins kritische Gespräch gegangen ^^