PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zusammenfassung anfechtbare Fragen!!



Seiten : 1 2 [3] 4 5

kdaguhn
21.08.2015, 15:48
zu den ersten 3 Fragen nich habe noch nicht Korrektur gelesen und versuche mich jetzt noch durch die Frage A 111 zu kämpfen.


Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchte ich zu 4 Fragen Stellung nehmen, da leider keine oder 2 Antworten richtig sind.

1. Frage 136 A Tag2
Welcher Sachverhalt repräsentiert bei einem 10 Monate alten Kind am ehesten eine Entwicklungsverzögerung?
B kann noch nicht frei sitzen
Faller Lang: S. 160 :
Im 9. Monat sollte das Kind fei sitzen, im 12. Monat stehen und im 18 Monat frei laufen können.
Schüler/ Dietz Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie S. 152
8. Monat sicheres Sitzen

D weint nicht, wenn es sieht, wie seine Mutter in fremder Umgebung den Raum verlässt.
Schön, Medizinische Psychologie und Soziologie S.53
Die Fremdenangst, auch Fremdeln genannt, tritt meistens mit ca. 8 Monaten auf (Achtmonatangst). Die häufigste Erklärung ist, dass das Kind dann in der Lage ist, fremde von vertrauten Personen zu unterscheiden. Das Fremdeln ist zwischen 8 und 30 Monaten am stärksten und nimmt ab einem Alter von 3 Jahren kontinuierlich ab.
Trennungsangst setzt ungefähr zwischen 6 und 9 Monaten ein. Die Trennungsangst soll hier die Funktion hben, um das Kind vor Gefahren zu schützen.
Die Bindung des Kindes an die Mutter setzt mit der Lokomotion sowie Objekt und Personenpermanenz ab ca. 7-8 Monat ein und wird „Attachement“ genannt.
Schüler/ Dietz Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie S. 153
Die Trennungsangst ist eine emotionale Reaktion, die das Kind zeigt, wenn es von seiner Bezugsperson in einer ihm unbekannten Umgebung verlassen wird. Trennungsängste zeichnen sich durch eine Einschränkung des Erkundungs- und Spielverhalten aus, die Stimmung des Kinders verschlechtert sich, Weinen und Schreien können auftreten. Diese Verhaltensweise ist ab dem sechsten Monat zu beachten und klingt nach dem zweiten oder dritten Lebensjahr wieder ab.
Erklärung:
Anhand der Zitate aus den Büchern ist eindeutig beschrieben, dass das freie Sitzen nach dem 10. Monat, sowie aber auch die Trennungsangst vorhanden sein sollen. Für mich gibt es da keine Abgrenzung und es ist beides einer Entwicklungsverzögerung zu zusprechen.
In der Frage ist nicht klar formuliert, ob es sich um eine motorische oder eine psychische Entwicklungsstörung handeln soll, beide fallen stark ins Gewicht von Entwicklungsstörungen und können daher nicht als mehr oder weniger interpretiert werden.
Somit ist A und B beides als richtig zu bewerten und sollte aus der Wertung rausgenommen werden.
2. Frage A 141 Tag 2
Welches der folgenden Rehabilitationsziele ist am ehesten dem Bereich der Partizipation( Teilhabe) des ICF Modells (ICF= International Classifikation of Functioning, Diasability and Health) zuzuordnen?
A Erhalt der Erwerbstätigkeit

Für die Antwort A, den Erhalt der Erwerbsfähigkeit, spricht folgendes Standardwerk:

Quelle: Medizinische Psychologie und Soziologie, Hermann Faller & Hermann Lang, 3. Auflage 2010, Springer Verlag, Kapitel 10, Seite 328

„CF-Dimensionen auf Ebene der Person
- Körperfunktionen und Körperstrukturen: krankheitsbedingte Beeinträchtigungen der anatomischen Struktur und physiologischen Funktion auf körperlicher und psychischer Ebene
(z.B. Beinamputation nach einem Unfall).
- Aktivität: Fähigkeit, im Alltagsleben bestimmte Leistungen zu vollbringen, Funktionsfähigkeit der Person (z. B. gehen können).
- Partizipation: Teilhabe an Beruf und Gesellschaft, soziale Integration (z. B. seinen Beruf als Landwirt oder Sachbearbeiter ausführen können).“
Erst unter Berücksichtigung sämtlicher Einflussfaktoren des ICF Modells bei der Analyse der individuellen Situation eines Betroffenen lässt sich entscheiden, inwieweit eine Krankheit zu einer Einschränkung der gesellschaftlichen Teilnahme führt.

B Funktionsfähigkeit im Alltag

Ebenso ist Antwort B gleichwertig korrekt, wie in folgenden Quellen ersichtlich.

Quelle: „Towards a Common Language for Functioning, Disability and Health - ICF“ , WHO 2002, Geneva

S.13:
Activity and Participation:

Problem in the person's current environment:
Example: a5101.1_ to indicate mild difficulty with bathing the whole body with the use of assistive devices that are available to the person in his or her current environment

Limitation without assistance:
Example: a5101._2 to indicate moderate difficulty with bathing the whole body and implies that there is moderate difficulty without the use of assistive devices or personal help

S.16:
Activities and Participation:

Learning and Applying Knowledge
General Tasks and Demands Communication
Mobility
Self Care
Domestic Life
Interpersonal Interactions and Relationships Major Life Areas
Commmunity, Social and Civic Life


Quelle: „Teilhabe, Teilhabemanagement und die ICF“, Gerd Grampp, Susanne Jackstell, Nils Wöbke; 2013, BALANCE Buch und Medien Verlag, Kapitel „Die Basisinhalte des ICF“ ab S.53ff., hier speziell S. 57f.

"Partzipation (Teilhabe) ist das Einbezogensein einer Person in eine Lebenssituation. Sie repräsentiert die gesellschaftliche Perspektive der Funktionsfähigkeit (WHO 2005, S.146). Teilhabe als gesellschaftlicher Anteil der Funktionsfähigkeit bezieht sich auf die Umweltbedingungen. Nach Schuntermann geht es beim Teilhabekonzept um „Fragen nach dem Zugang zu Lebensbereichen, der Daseinsberechtigung und dem selbstbestimmten und gleichberechtigten Leben sowie der erlebten gesundheitsbezogenen Lebensqualität in Lebensbereichen, die einer Person wichtig sind.[...](Schuntermann 2004,S.27).“



Erklärung:
Für beide Antworten gibt es eindeutige Belege der Richtigkeit.
Faller Lang argumentiert im Lehrbuch das ICF Dimensionen auf Ebene der Person
Es beschreibet die Körperfunktionen, Körperstrukturen im Zusammenhang mit funktioneller Beeinträchtigung auf körperlicher und psychischer Ebene, sowie die Aktivität, die Fähigkeit im Alltag zu funktionieren. Die Partizipation wird als Teilnahme an Beruf und Gesellschaft beschrieben. Dieses kann man also beides dem Alltag aber auch der Erwerbsfähigkeit zuschreiben.

Zudem ist das von der WHO genannte Beispiel "Limitation without assistance" eine Einschränkung der Funktionsfähigkeit. Ab Seite 16 werden konkrete Beispiele der Partizipation beschrieben, deren Einschränkungen mit verminderter Funktionsfähigkeit im Alltag gleichzusetzen ist.

Die „General Tasks and Demands“ (z.B. Aufgaben übernehmen, Die tägliche Routine durchführen, Stressbewältigung und psychischen Anforderungen standhalten),
„Mobility“ (z.B. Die Körperposition ändern und aufrechterhalten, ohne Einschränkungen seinen Alltag zu leisten.),
„Self Care“ (Körperhygiene, allgemeine Bedürfnisse, wie essen trinken, ect..)
„Domestic Life“ (Häusliches Leben z.B. Beschaffung von Lebensnotwendigkeiten, Haushaltsaufgaben, Haushaltsgegenstände pflegen und anderen helfen) ,
„Commmunity, Social and Civic Life“ (Gemeinschafts-, Soziales und staatsbürgerliches Leben (z.B. Gemeinschaftsleben, Erholung und Freizeit, Religion und Spiritualität))

Da die WHO Urheber der ICF ist, ist diesen Aussagen somit mehr Gewicht zuzuschreiben als einem gewöhnlichen Lehrbuch.
Unabhängig davon ist die Fragestellung nicht konkret genug formuliert, um sich auf eine einzelne richtige Aussage festlegen zu können. Dagegen sprechen unterschiedliche Formulierungen in Lehrbüchern, weshalb sowohl die Antwort A, als auch B als richtig zu werten sind und die Aufgabe aus der Wertung genommen werden sollte.

3. Tag 2 Frage A49 Schenkelhernie
Die Bruchforte der hernia femoralis liegt stets…
Alle Antworten scheinen nicht zu stimmen.
Antwortmöglichkeit
C lateral des Ligamentum lacunare scheint im ersten Moment als einzige richtige Möglichkeit, aber nach den Quellen ist auch diese nicht richtig.
Quelle: Chirurgie Intensivkurs zur Weiterbildung Karl- Heinz Reutter 5. Auflage ThiemeSeite 275
Gimbernat Hernie: Hernia femoralis mit Durchtritt durch eine Lücke im Ligamentum lacunare.

Quelle: Lehrbuch der Chirurgie P.Sunder-Plassmann S. 213
Die Schenkelforte wird begrenzt kranial von Lig. Inguinale, kaudal vom Schambeinkamm. Sie wird durch einen Fazienstreifen – Arcus pectineuus – in 2 Abschnitte unterteilt. Lateral die Lacuna musculorum mit dem –durchtritt des M. pectineus und N. Femoralis, medial die Lacuna vasorum mit dem Durchtritt der A. und V. femoralis sowie der Lymphgefäße. Ein sicherförmiger, kurz vor dem Tuberculum pubicum vom Leistenband abzweigender Faserzug – Lig. Lacunare Gimbernati – bildet die mediale Begrenzung der Lacuna vasorum. Der Raum der auch als Schenkelring – Anulus femoralis- bezeichnet wird, ist zur Bauchhöhle zu nur durch die Fascia transversalis und durch den Durchtritt von Lymphgefäßen geschwächt. Gibt das Bindegewebe im Schenkelring nach, so entsteht unterhalb des Leistenbandes eine typische Fermoralhernie., die medial von der Vena femoralis gelegen und am Hiatus saphenus sichtbar wird.

Quelle.Kurzlehrbuch Chirurgie Thieme Verlag Schumpelick/Bleese/Mommsen
Schenkelhernien sind immer erworben. Bruchforte ist die Lacuna vasorum. Der Bruchinhalt tritt medial der V. femorailis aus und am Oberschenkel in der Fossa ovalis als Bruchgeschwulst in Erscheinung.
Quelle: Hernien Volker Schumperlick Thieme S. 51
Die Schenkelhernie ist unter dem Leistenband, meist medial der V. femorails in der Lacuna vasorum gelegen. Seltene Lokalisationen der Schenkelhernie mit dem Austritt vor den Gefäßen, die laterale Schenkelhernie sind prävaskulären Schenkelhernien mit Austritt lateral der Gefäße und de Lig. Iliopectineum, die Hernie des Lig lacunare mit der Bruchforte im Lig. Lacunare Gimbernati.

Quelle: Endspurt Seit 89 Bauchwand
Schenkelhernie. Die Bruchforte einer Schenkelhernie ist die Lacuna vasorum bzw. der Anulus femoralis mit Septum femorale, die Austrittsstelle liegt unterhalb des Leistenbamdes in Richtung Oberschenkel. Der Bruchsack zieht medial an den Femoralgefäßen vorbei, meist durch eine Lücke im bindegewebigen Lig. Lacunare.

Erklärung:
Die Schenkelhernie hat verschiedene Lokalisationen der Bruchforte. Das Wort stets bedeutet laut Duden das es immer lateral des Lig. lacunare liegt. Anhand dieser Formulierung ist die Frage nicht als richtig einzugliedern. Es besteht dadurch keine Möglichkeit eine definierte Sache anzukreuzen.
Somit muss auch diese Frage anhand der Sachlage gestrichen werden.

Unregistriert
21.08.2015, 16:11
Schenkelhernie, Gallensäuren, Entwicklungsstörung, soziale Rolle, Triceps und Monozygote Zwillinge hab ich auch versucht ein paar Dinge zu schreiben.

Wenn ich mich nicht täusche fehlen jetzt noch prä-mRNA und Ejektionsfraktion. Hat da wer was dazu??

gqg25
21.08.2015, 16:13
Die Scans für die Gallensäure sind Auflage 2, die 3. habe ich leider nicht.

gqg25
21.08.2015, 16:17
"Die Schenkelhernie hat verschiedene Lokalisationen der Bruchforte. Das Wort stets bedeutet laut Duden, dass es immer lateral des Lig. lacunare liegt. Anhand dieser Formulierung ist die Frage nicht als richtig einzugliedern. Es besteht dadurch keine Möglichkeit eine definierte Sache anzukreuzen.
Somit muss auch diese Frage anhand der Sachlage gestrichen werden."

gqg25
21.08.2015, 16:31
A1, Tag 2 - Euchromatin: Ich lese hier gerade in der Dualen Reihe, dass tatsächlich "Im Heterochromatin" geschrieben wird.

Auch auf Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Euchromatin) steht: "Das Euchromatin stellt die Bereiche des aufgelockerten Chromatingerüsts im Karyoplasma einer Zelle dar."

Dementsprechend ist da vielleicht eine ungewöhnliche und selten genutzte Formulierung, aber das Euchromatin scheint tatsächlich einen Bereich zu definieren, so ähnlich wie der Nukleolus einen definierten Bereich darstellt. Damit sehe ich persönlich leider keine Chance, diese Frage anzufechten.

kdaguhn
21.08.2015, 16:39
kann ich das sonst so stehen lassen?

gqg25
21.08.2015, 16:40
Ich schaue es mir gerade noch mal genau an, bin vorhin nur drüber geflogen.

kdaguhn
21.08.2015, 17:15
und hier der Rest, ich tue mir echt schwer selbst meine Erklärung dazu zu formulieren, weil ich selbst den Unterschied nicht klar darstellen kann. Wenn ihr noch nen besseren Vorschlag hab, her damit.

4. Frage A 111 Wie wird die Variable „Alkoholkonsum“ im Rahmen der untersuchten Forschungsfrage am besten bezeichnet?
A Confounder
E Risikoindikator
Quelle Faller Lang S. 5
Risikoindikator vs. kausaler Risikofaktor
Ein Risikoindikator für eine Erkrankung kann einer Vorhersagen in Bezug auf das Krankheitsrisiko erlauben, ohne dass er dieses Risiko selbst kausal beeinflussen muss. Analog kann ein prognostischer Faktor im Krankheitsverlauf die Prognose vorhersagen, ohne sie kausal zu bestimmen. Beispiel: Alkoholabhängige haben ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs. Alkoholmissbrauch ist also ein Risikofaktor für Lungenkrebs. Aber es ist nicht der Alkohol, der Lungenkrebs verursacht. Die Ursache für die Risikoerhöhung ist etwas anders: Alkoholiker sind oft auch starke Raucher, und Rauchen verursacht Lungenkrebs. Rauchen ist also ein kausaler Risikofaktor für Lungenkrebs. Dass Alkoholmissbrauch ein Risikofaktor für Lungenkrebs ist, liegt also daran, dass Alkoholmissbrauch oft gemeinsam mit Rauchen vorkommt. Einen Risikofaktor, der nicht kausal ist, aber gleichwohl ein erhöhtes Risiko anzeigt, nennt man einen Risikoindikator.
Seite 64 Störvariante Confounder:
Eine dritte Variablengruppe neben unabhängigen und unabhängigen Variablen sind die Störfaktoren (Confounder, konfundierende Variablen). Damit sind Variablen gemeint, die ebenfalls das Ergebniskriterium beeinflussen können, in der Studie jedoch nicht im Zentrum des Interesses stehen. Wenn man Störvariablen nicht erfasst und kontrolliert, kann man zu falschen Schlussfolgerungen verleitet werden.
Beispiel: In einer Längsschnittstudie zur Identifizierung von Risikofaktoren für Lungenkrebs findet man einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Lungenkrebshäufigkeit. Dieser Zusammenhang ist jedoch durch eine konfundierende Variable, nämlich Zigarettenrauchen, vorgetäuscht. Bezieht man den Zigarettenstatus mit ein, um den Confounder zu kontrollieren, z.B. durch Stratifizierung, d.h. getrennte Berechnung des Zusammenhangs zwischen Alkohol und Lungenkrebs einmal für Raucher und einmal für Nichtraucher, so lässt sich innerhalb der Gruppen der Raucher bzw. nicht Raucher kein Effekt des Alkohols nachweisen. Unabhängig vom Rauchen, bringt Alkoholkonsum also kein zusätzliches Lungenkrebsrisiko mit sich. Der ursprüngliche Zusammenhang kam dadurch zustande, dass Menschen, die rauchen, meist mehr Alkohol trinken. Alkohol ist lediglich ein Indikator eines erhöhten Lungenkrebsrisikos. Confounder spielen in nicht experimentellen Studien( Fall-Kontroll-Studien, Längsschnitt – bzw. Kohortenstudien) eine wichtige Rolle. Sie können durch noch so ausgereifte Messmethoden und statisches Prozeduren nie vollständig ausgeschlossen werden. Deshalb sind die Ergebnisse nicht experimenteller Studien hinsichtlich kausaler Zusammenhänge immer mit einer Unsicherheit belastet.

S 321/322
Risikoindikatoren. Faktoren, deren Vorhandensein zwar mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, die im kausalen Mechanismus jedoch keine Rolle spielen, nennt man Risikoindikatoren. Sie enthalten zwar Informationen über den Krankheitsprozess, bringen ihn jedoch nicht ursächlich zustande….
Der Zusammenhang zwischen Risikoindikatoren und der Krankheitsentstehung bzw., Krankheitsverlauf ist durch eine konfundierende Variable( Confounder) bedingt, die tatsächlich kausal wirkt und danach auch mit dem Risikoindikator in Zusammenhang steht.

Quelle Ärzteblatt: Dtsch Arztebl Int 2009; 106(41): 664-8; DOI: 10.3238/arztebl.2009.0664
Confounding
Unter einem Confounder versteht man einen Risikofaktor für die interessierende Erkrankung, der mit der interessierenden Exposition assoziiert ist und nicht in der Kausalkette zwischen der Exposition und dem Endpunkt steht (Grafik). Wird diese Assoziation im Untersuchungskollektiv bei der Auswertung nicht berücksichtigt – etwa, weil der Confounder nicht erhoben wurde –, führt das zu einer verzerrten Schätzung des Effekts des untersuchten Risikofaktors. Sind Risikofaktor und Confounder nicht miteinander assoziiert, wird der Effekt des Risikofaktors korrekt geschätzt.

Erklärung:
Confounder und Risikoindikator sind in dieser Frage wirklich nicht auseinander zu halten, der Faller Lang kann sich in seinen 3 Zitaten selbst nicht festlegen.
Confounder bezeichnet einen Faktor in der Messung (Alkoholkonsum), der mit dem eigentlich zu messenden Faktor („Zigarettenrauchen“) exakt in den Ergebnissen übereinstimmt, ohne tatsächlich ursächlich für die abhängige Variable zu sein.
Der Alkoholkonsum ist im Fall der Studie ein Risikoindikator, der aber nicht in Bezug auf das Krankheitsrisiko der Erkrankung Lungenkrebs dies kausal beeinflusst kann.
Ich finde alle Aussagen widersprechen sich in deren Formulierungen nach Faller Lang, es ist einfach keine Grenze zu ziehen zwischen dem Alkohol oder den Zigarettenrauchens welchen man klar als Confounder oder als Risikoindikator interpretieren kann.
Aus diesem Grund sollte diese Frage aus der Wertung genommen werden. Es ist nicht klar einzugrenzen ob die Störvariable Confounder oder der Risikoindikator als richtige Zuordnung identifiziert werden kann.

Unregistriert
21.08.2015, 17:18
Weiß jemand bis wann der Brief angenommen sein muss? Reicht Montag noch???

FlameIngo
21.08.2015, 17:29
Du solltest auch die Namen der Bücher angeben und nicht nur Faller Lang hinschreiben. Auch Formulierungen wie "ich finde" klingen zu subjektiv. Es soll ja der Eindruck machen, dass deine Argumentation objektiv gesichert ist.

gqg25
21.08.2015, 17:31
- hiermit möchte ich zu 4 Fragen Stellung nehmen, bei denen entweder keine oder zwei Antworten richtig sind.

Das "leider" bringt da niemandem etwas. Der erste Satz ist immer recht wichtig, genau wie der letzte Abschnitt. Kurz und prägnant stechen.

- ThiemeSeite 275

- Die Schenkelpforte wird begrenzt kranial von Lig. Inguinale

- Sie wird durch einen Faszienstreifen – Arcus pectineus

-Ein sichelförmiger

– Anulus femoralis –

- meist medial der V. femoralis


Also inhaltlich klingt das für mich gut. Ich lasse das alles mal bis auf die offensichtlichen Rechtschreibefehler so stehen. Ich denke nicht, dass es darauf ankommt wie es geschrieben ist, sondern viel eher wie argumentiert wird. Es sollte nur halbwegs ordentlich ausschauen und in genügend sinnvolle Absätze untergliedert sein, das stimmt den Leser nämlich milde.

Warum machst Du um die Schenkelhernie eigentlich so viele Worte? Meines Erachtens nach braucht es das Zitat von Sunder-Plassmann gar nicht. Die anderen Lehrbücher schreiben ja, dass die Bruchpforte "im" Lig. Lacunare liege. Das müsste genügen.

Du kannst es aber auch stehen lassen, ich sehe nur nicht wie es Deiner Argumentation hilft.

Julia240293
22.08.2015, 08:03
Hallo,
mir ist aufgefallen, dass in Frage A132 von Tag 1 ein Schreibfehler auftaucht, der vielleicht anfechtbar ist:

Welche Konsequenz hat die Phosphorylierung der Acetyl-CoA-Carboxylase durch die AMP-abhängige Proteinkinase in der Leber?

Leider meint das IMPP die cAMP-abhängige Kinase... Glaubt ihr, dass kriegt man durch? Und wenn ja, kann jemand dass in seinen Brief mit aufnehmen? Hier wäre ja keine große Argumentation nötig, nur dass es ja sein kann, dass jemand in der Klausur dann heiß überlegt hat, wofür eine AMP abh. Kinase notwendig ist.

Unregistriert
22.08.2015, 08:25
Hättest du mal kurz gegooglet, wüsstest du, dass es AMP abhängige Kinasen sehr wohl gibt und die Aufgabe somit einwandfrei ist :)

kdaguhn
22.08.2015, 08:27
Guten Morgen, gestern ist irgendwie Medilearn abgeschmiert. Konnte nichts mehr öffnen.
Also meine Brief ist fertig. Man könnte das bestimmt auch noch mit rein nehmen. Aber vielleicht macht das auch wer anders.
Ich werde mich ab heute auf das Mündliche konzentrieren und bring den Brief nachher zur Post.
Zu der Frage warum ich um die Hernie so viel schreibe, das Lig lacunare liegt prinzipiell lateral der Lacuna vasorum. Durch das Lig. lacunare ist eher selten, wenn durch die Lacuna vasorum( das ist eben der Unterschied). Ich möchte einfach dem IMPP damit sagen, dass das Wort stets nicht angebracht ist und wollte denen so viel wie möglich als Quellen geben.

So also ich poste jetzt hier meinen Brief. Wenn jemand das übernehmen möchte kann er es tun, ich finde es ist wichtig, dass so viele wie möglich dem IMPP einen Brief schicken, sonst wird das nichts.


Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen
- Rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts -

Postfach 2528
55015 Mainz Mainz, 21.08.2015

Betreff: Frageneinreichung Physikum Herbst 2015


Sehr geehrte Damen und Herren,
nach Teilnahme am 18.08.2015 und 19.08.2015 am ersten Abschnitt (schriftlicher Teil),
möchte ich zu 4 Fragen Stellung nehmen, da keine oder 2 Antworten richtig sind.

1. Frage 136 A ,Tag 2
Welcher Sachverhalt repräsentiert bei einem 10 Monate alten Kind am ehesten eine Entwicklungsverzögerung?
B kann noch nicht frei sitzen
• Quelle: Medizinische Psychologie und Soziologie 3. Auflage Faller Lang , S. 160 :
Im 9. Monat sollte das Kind fei sitzen, im 12. Monat stehen und im 18 Monat frei laufen können.
• Quelle: Schüler/ Dietz Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie S. 152
8. Monat sicheres Sitzen

D weint nicht, wenn es sieht, wie seine Mutter in fremder Umgebung den Raum verlässt.
• Quelle: Schön, Medizinische Psychologie und Soziologie S.53/54
Die Fremdenangst, auch Fremdeln genannt, tritt meistens mit ca. 8 Monaten auf (Achtmonatsangst). Die häufigste Erklärung ist, dass das Kind dann in der Lage ist, fremde von vertrauten Personen zu unterscheiden. Das Fremdeln ist zwischen 8 und 30 Monaten am stärksten und nimmt ab einem Alter von 3 Jahren kontinuierlich ab.
Trennungsangst setzt ungefähr zwischen 6 und 9 Monaten ein. Die Trennungsangst soll hier die Funktion haben, um das Kind vor Gefahren zu schützen.
Die Bindung des Kindes an die Mutter setzt mit der Lokomotion sowie Objekt und Personenpermanenz ab ca. 7-8 Monat ein und wird „Attachement“ genannt.
• Quelle: Schüler/ Dietz Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie S. 153
Die Trennungsangst ist eine emotionale Reaktion, die das Kind zeigt, wenn es von seiner Bezugsperson in einer ihm unbekannten Umgebung verlassen wird. Trennungsängste zeichnen sich durch eine Einschränkung des Erkundungs- und Spielverhalten aus, die Stimmung des Kinders verschlechtert sich, Weinen und Schreien können auftreten. Diese Verhaltensweise ist ab dem sechsten Monat zu beachten und klingt nach dem zweiten oder dritten Lebensjahr wieder ab.
Erklärung:
Anhand der Zitate aus den Büchern ist eindeutig beschrieben, dass das freie Sitzen nach dem 10. Monat, sowie aber auch die Trennungsangst vorhanden sein sollen. Es gibt da keine Abgrenzung und es ist beides einer Entwicklungsverzögerung zu zusprechen.
In der Frage ist nicht klar formuliert, ob es sich um eine motorische oder eine psychische Entwicklungsstörung handeln soll, beide fallen stark ins Gewicht von Entwicklungsstörungen und können daher nicht als mehr oder weniger interpretiert werden.
Somit ist A und B beides als richtig zu bewerten und sollte aus der Wertung rausgenommen werden.
2. Frage A 141 Tag 2
Welches der folgenden Rehabilitationsziele ist am ehesten dem Bereich der Partizipation( Teilhabe) des ICF Modells (ICF= International Classifikation of Functioning, Diasability and Health) zuzuordnen?
A Erhalt der Erwerbstätigkeit

Für die Antwort A, den Erhalt der Erwerbsfähigkeit, spricht folgendes Standardwerk:

Quelle: Medizinische Psychologie und Soziologie, Hermann Faller & Hermann Lang, 3. Auflage 2010, Springer Verlag, Kapitel 10, Seite 328

„CF-Dimensionen auf Ebene der Person
- Körperfunktionen und Körperstrukturen: krankheitsbedingte Beeinträchtigungen der anatomischen Struktur und physiologischen Funktion auf körperlicher und psychischer Ebene
(z.B. Beinamputation nach einem Unfall).
- Aktivität: Fähigkeit, im Alltagsleben bestimmte Leistungen zu vollbringen, Funktionsfähigkeit der Person (z. B. gehen können).
- Partizipation: Teilhabe an Beruf und Gesellschaft, soziale Integration (z. B. seinen Beruf als Landwirt oder Sachbearbeiter ausführen können).“
Erst unter Berücksichtigung sämtlicher Einflussfaktoren des ICF Modells bei der Analyse der individuellen Situation eines Betroffenen lässt sich entscheiden, inwieweit eine Krankheit zu einer Einschränkung der gesellschaftlichen Teilnahme führt.




B Funktionsfähigkeit im Alltag
Ebenso ist Antwort B gleichwertig korrekt, wie in folgenden Quellen ersichtlich.

Quelle: „Towards a Common Language for Functioning, Disability and Health - ICF“ , WHO 2002, Geneva

S.13:
Activity and Participation:
Problem in the person's current environment:
Example: a5101.1_ to indicate mild difficulty with bathing the whole body with the use of assistive devices that are available to the person in his or her current environment

Limitation without assistance:
Example: a5101._2 to indicate moderate difficulty with bathing the whole body and implies that there is moderate difficulty without the use of assistive devices or personal help

S.16:
Activities and Participation:
Learning and Applying Knowledge
General Tasks and Demands Communication
Mobility
Self Care
Domestic Life
Interpersonal Interactions and Relationships Major Life Areas
Commmunity, Social and Civic Life


Quelle: „Teilhabe, Teilhabemanagement und die ICF“, Gerd Grampp, Susanne Jackstell, Nils Wöbke; 2013, BALANCE Buch und Medien Verlag, Kapitel „Die Basisinhalte des ICF“ ab S.53ff., hier speziell S. 57f.

"Partzipation (Teilhabe) ist das Einbezogen sein einer Person in eine Lebenssituation. Sie repräsentiert die gesellschaftliche Perspektive der Funktionsfähigkeit (WHO 2005, S.146). Teilhabe als gesellschaftlicher Anteil der Funktionsfähigkeit bezieht sich auf die Umweltbedingungen. Nach Schuntermann geht es beim Teilhabekonzept um „Fragen nach dem Zugang zu Lebensbereichen, der Daseinsberechtigung und dem selbstbestimmten und gleichberechtigten Leben sowie der erlebten gesundheitsbezogenen Lebensqualität in Lebensbereichen, die einer Person wichtig sind.[...](Schuntermann 2004,S.27).“

Erklärung:
Für beide Antworten gibt es eindeutige Belege der Richtigkeit.
Faller Lang argumentiert im Lehrbuch das ICF Dimensionen auf Ebene der Person.
Es beschreibet die Körperfunktionen, Körperstrukturen im Zusammenhang mit funktioneller Beeinträchtigung auf körperlicher und psychischer Ebene, sowie die Aktivität, die Fähigkeit im Alltag zu funktionieren. Die Partizipation wird als Teilnahme an Beruf und Gesellschaft beschrieben. Dieses kann man also beides dem Alltag, aber auch der Erwerbsfähigkeit zuschreiben.

Zudem ist das von der WHO genannte Beispiel "Limitation without assistance" eine Einschränkung der Funktionsfähigkeit. Ab Seite 16 werden konkrete Beispiele der Partizipation beschrieben, deren Einschränkungen mit verminderter Funktionsfähigkeit im Alltag gleichzusetzen ist.
•
Die „General Tasks and Demands“ (z.B. Aufgaben übernehmen, Die tägliche Routine durchführen, Stressbewältigung und psychischen Anforderungen standhalten),
• „Mobility“ (z.B. Die Körperposition ändern und aufrechterhalten, ohne Einschränkungen seinen Alltag zu leisten.),
• „Self Care“ (Körperhygiene, allgemeine Bedürfnisse, wie Essen, Trinken, etc..)
• „Domestic Life“ (Häusliches Leben z.B. Beschaffung von Lebensnotwendigkeiten, Haushaltsaufgaben, Haushaltsgegenstände pflegen und anderen helfen) ,
• „Commmunity, Social and Civic Life“ (Gemeinschafts-, Soziales und staatsbürgerliches Leben (z.B. Gemeinschaftsleben, Erholung und Freizeit, Religion und Spiritualität))

Da die WHO Urheber der ICF ist, ist diesen Aussagen somit mehr Gewicht zuzuschreiben als einem gewöhnlichen Lehrbuch.
Unabhängig davon ist die Fragestellung nicht konkret genug formuliert, um sich auf eine einzelne richtige Aussage festlegen zu können. Dagegen sprechen unterschiedliche Formulierungen in Lehrbüchern, weshalb sowohl die Antwort A, als auch B als richtig zu werten sind und die Aufgabe aus der Wertung genommen werden sollte.

3. Frage A49 Tag 2 Schenkelhernie
Die Bruchforte der Hernia femoralis liegt stets…
Alle Antworten A, B, D, E stimmen nicht.
Antwortmöglichkeit
C lateral des Ligamentum lacunare
• Quelle: Chirurgie Intensivkurs zur Weiterbildung Karl- Heinz Reutter 5. Auflage Thieme: Seite 275
Gimbernat Hernie: Hernia femoralis mit Durchtritt durch eine Lücke im Ligamentum lacunare.

• Quelle: Lehrbuch der Chirurgie P.Sunder-Plassmann S. 213
Die Schenkelforte wird begrenzt kranial von Lig. Inguinale, kaudal vom Schambeinkamm. Sie wird durch einen Fazienstreifen – Arcus pectineuus – in 2 Abschnitte unterteilt. Lateral die Lacuna musculorum mit dem Durchtritt des M. pectineus und N. Femoralis, medial die Lacuna vasorum mit dem Durchtritt der A. und V. femoralis sowie der Lymphgefäße. Ein sicherförmiger, kurz vor dem Tuberculum pubicum vom Leistenband abzweigender Faserzug – Lig. Lacunare Gimbernati – bildet die mediale Begrenzung der Lacuna vasorum. Der Raum der auch als Schenkelring – Anulus femoralis- bezeichnet wird, ist zur Bauchhöhle zu nur durch die Fascia transversalis und durch den Durchtritt von Lymphgefäßen geschwächt. Gibt das Bindegewebe im Schenkelring nach, so entsteht unterhalb des Leistenbandes eine typische Fermoralhernie, die medial von der Vena femoralis gelegen und am Hiatus saphenus sichtbar wird.

• Quelle: Kurzlehrbuch Chirurgie Thieme Verlag Schumpelick/ Bleese/ Mommsen
Schenkelhernien sind immer erworben. Bruchforte ist die Lacuna vasorum. Der Bruchinhalt tritt medial der V. femorailis aus und am Oberschenkel in der Fossa ovalis als Bruchgeschwulst in Erscheinung.
• Quelle: Hernien Volker Schumperlick Thieme S. 51
Die Schenkelhernie ist unter dem Leistenband, meist medial der V. femorails in der Lacuna vasorum gelegen. Seltene Lokalisationen der Schenkelhernie mit dem Austritt vor den Gefäßen, die laterale Schenkelhernie sind prävaskulären Schenkelhernien mit Austritt lateral der Gefäße und de Lig. Iliopectineum, die Hernie des Lig lacunare mit der Bruchforte im Lig. Lacunare Gimbernati.
• Quelle: Endspurt Seit 89 Bauchwand
Schenkelhernie. Die Bruchforte einer Schenkelhernie ist die Lacuna vasorum bzw. der Anulus femoralis mit Septum femorale, die Austrittsstelle liegt unterhalb des Leistenbandes in Richtung Oberschenkel. Der Bruchsack zieht medial an den Femoralgefäßen vorbei, meist durch eine Lücke im bindegewebigen Lig. Lacunare.
Erklärung:
Die Schenkelhernie hat verschiedene Lokalisationen der Bruchforte. Das Wort „stets“ bedeutet laut Duden dass es „immer“ lateral des Lig. lacunare liegt. Anhand dieser Formulierung ist die Frage nicht als richtig einzugliedern. Es besteht dadurch keine Möglichkeit eine definierte Sache anzukreuzen. Somit muss auch diese Frage anhand der Sachlage gestrichen werden.
4. Frage A 111 Tag 2
Wie wird die Variable „Alkoholkonsum“ im Rahmen der untersuchten Forschungsfrage am besten bezeichnet?
A Confounder
E Risikoindikator
• Quelle: Medizinische Psychologie und Soziologie 3. Auflage Faller Lang S. 5
Risikoindikator vs. kausaler Risikofaktor
Ein Risikoindikator für eine Erkrankung kann einer Vorhersagen in Bezug auf das Krankheitsrisiko erlauben, ohne dass er dieses Risiko selbst kausal beeinflussen muss. Analog kann ein prognostischer Faktor im Krankheitsverlauf die Prognose vorhersagen, ohne sie kausal zu bestimmen. Beispiel: Alkoholabhängige haben ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs. Alkoholmissbrauch ist also ein Risikofaktor für Lungenkrebs. Aber es ist nicht der Alkohol, der Lungenkrebs verursacht. Die Ursache für die Risikoerhöhung ist etwas anders: Alkoholiker sind oft auch starke Raucher, und Rauchen verursacht Lungenkrebs. Rauchen ist also ein kausaler Risikofaktor für Lungenkrebs. Dass Alkoholmissbrauch ein Risikofaktor für Lungenkrebs ist, liegt also daran, dass Alkoholmissbrauch oft gemeinsam mit Rauchen vorkommt. Einen Risikofaktor, der nicht kausal ist, aber gleichwohl ein erhöhtes Risiko anzeigt, nennt man einen Risikoindikator.



• Quelle: Medizinische Psychologie und Soziologie 3. Auflage Faller Lang, Seite 64 Störvariante
Confounder:
Eine dritte Variablengruppe neben unabhängigen und unabhängigen Variablen sind die Störfaktoren (Confounder, konfundierende Variablen). Damit sind Variablen gemeint, die ebenfalls das Ergebniskriterium beeinflussen können, in der Studie jedoch nicht im Zentrum des Interesses stehen. Wenn man Störvariablen nicht erfasst und kontrolliert, kann man zu falschen Schlussfolgerungen verleitet werden.
Beispiel: In einer Längsschnittstudie zur Identifizierung von Risikofaktoren für Lungenkrebs findet man einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Lungenkrebshäufigkeit. Dieser Zusammenhang ist jedoch durch eine konfundierende Variable, nämlich Zigarettenrauchen, vorgetäuscht. Bezieht man den Zigarettenstatus mit ein, um den Confounder zu kontrollieren, z.B. durch Stratifizierung, d.h. getrennte Berechnung des Zusammenhangs zwischen Alkohol und Lungenkrebs einmal für Raucher und einmal für Nichtraucher, so lässt sich innerhalb der Gruppen der Raucher bzw. Nichtraucher kein Effekt des Alkohols nachweisen. Unabhängig vom Rauchen, bringt Alkoholkonsum also kein zusätzliches Lungenkrebsrisiko mit sich. Der ursprüngliche Zusammenhang kam dadurch zustande, dass Menschen, die rauchen, meist mehr Alkohol trinken. Alkohol ist lediglich ein Indikator eines erhöhten Lungenkrebsrisikos. Confounder spielen in nichtexperimentellen Studien( Fall-Kontroll-Studien, Längsschnitt – bzw. Kohortenstudien) eine wichtige Rolle. Sie können durch noch so ausgereifte Messmethoden und statisches Prozeduren nie vollständig ausgeschlossen werden. Deshalb sind die Ergebnisse nichtexperimenteller Studien hinsichtlich kausaler Zusammenhänge immer mit einer Unsicherheit belastet.

• Quelle: Medizinische Psychologie und Soziologie 3. Auflage Faller Lang S 321/322
Risikoindikatoren. Faktoren, deren Vorhandensein zwar mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, die im kausalen Mechanismus jedoch keine Rolle spielen, nennt man Risikoindikatoren. Sie enthalten zwar Informationen über den Krankheitsprozess, bringen ihn jedoch nicht ursächlich zustande….
Der Zusammenhang zwischen Risikoindikatoren und der Krankheitsentstehung bzw., Krankheitsverlauf ist durch eine konfundierende Variable( Confounder) bedingt, die tatsächlich kausal wirkt und danach auch mit dem Risikoindikator in Zusammenhang steht.

• Quelle Ärzteblatt: Dtsch Arztebl Int 2009; 106(41): 664-8; DOI: 10.3238/arztebl.2009.0664
Confounding
Unter einem Confounder versteht man einen Risikofaktor für die interessierende Erkrankung, der mit der interessierenden Exposition assoziiert ist und nicht in der Kausalkette zwischen der Exposition und dem Endpunkt steht (Grafik). Wird diese Assoziation im Untersuchungskollektiv bei der Auswertung nicht berücksichtigt – etwa, weil der Confounder nicht erhoben wurde –, führt das zu einer verzerrten Schätzung des Effekts des untersuchten Risikofaktors. Sind Risikofaktor und Confounder nicht miteinander assoziiert, wird der Effekt des Risikofaktors korrekt geschätzt.




Erklärung:
Confounder und Risikoindikator sind in dieser Frage wirklich nicht auseinander zu halten, der Faller Lang kann sich in seinen 3 Zitaten selbst nicht festlegen.
Confounder bezeichnet einen Faktor in der Messung (Alkoholkonsum), der mit dem eigentlich zu messenden Faktor („Zigarettenrauchen“) exakt in den Ergebnissen übereinstimmt, ohne tatsächlich ursächlich für die abhängige Variable zu sein.
Der Alkoholkonsum ist im Fall der Studie ein Risikoindikator, der aber nicht in Bezug auf das Krankheitsrisiko der Erkrankung Lungenkrebs dies kausal beeinflusst kann.
Alle Aussagen wiedersprechen sich in deren Formulierungen nach Faller Lang, es ist einfach keine Grenze zu ziehen zwischen dem Alkohol oder den Zigarettenrauchens welchen man klar als Confounder oder als Risikoindikator interpretieren kann.
Aus diesem Grund sollte diese Frage aus der Wertung genommen werden. Es ist nicht klar einzugrenzen ob die Störvariable Confounder oder der Risikoindikator als richtige Zuordnung identifiziert werden kann.

Ich bitte um Überarbeitung.
Mit freundlichen Grüßen

Katrin Daguhn

FlameIngo
22.08.2015, 08:50
Hallo,
mir ist aufgefallen, dass in Frage A132 von Tag 1 ein Schreibfehler auftaucht, der vielleicht anfechtbar ist:

Welche Konsequenz hat die Phosphorylierung der Acetyl-CoA-Carboxylase durch die AMP-abhängige Proteinkinase in der Leber?

Leider meint das IMPP die cAMP-abhängige Kinase... Glaubt ihr, dass kriegt man durch? Und wenn ja, kann jemand dass in seinen Brief mit aufnehmen? Hier wäre ja keine große Argumentation nötig, nur dass es ja sein kann, dass jemand in der Klausur dann heiß überlegt hat, wofür eine AMP abh. Kinase notwendig ist.


So wie du das sagst, klingt wirklich so, als wäre das so nicht zulässig. Man muss viele Fragen ja schon sehr genau lesen und auffassen, weil sie einem oft Fallen stellen. Demnach wäre eine fehlerhafte/ungenaue Angabe wie diese schon ein Grund mE, die Frage rauszunehmen.

Leider steht in meinem Buch (mediscript KLB Biochemie), dass es die AMP-abhängige Proteinkinase ist. AMP signalisiert Energiemangel, weshalb die Fettsäure-Synthese gestoppt werden muss per Phosphorylierung.

Wie steht´s denn in deinem Buch ?

xwg66
22.08.2015, 08:59
Ich kann auch nur bestätigen, dass es die AMP-abh.-Kinase gibt (auch AMPK), wurde bei uns sogar in den Biochemie-Vorlesungen thematisiert.

qcm66
22.08.2015, 10:56
Hey, ich habe auch noch eine Frage gefunden und zwar Tag 1 Frage 51 bei Gruppe A. Wie genau müssen die Beschwerden beim Impp eingereicht werden? Per Post oder gibts auch die Möglichkeit eine Mail zu schreiben?

Münze
22.08.2015, 11:08
Die Rügen müssen bis eine Woche nah dem Examenstermin schriftlich beim IMPP eingehen, das bedeutet per Brief oder per Fax.
Was willst du denn an dieser Frage rügen?

Unregistriert
22.08.2015, 11:24
Nein, per fax genügt auch. Eine Woche hat man zeit, also alles, was bis Mittwoch ankommt muss bearbeitet werden.
Werde auch noch alle ausformulierten Argumentationen zusammenschreiben und ich denke, noch so jede kleine Ungenauigkeit (auch wenn es nur ein Rechtschreibfehler ist) hat eine reale Chance. Setze mich ab morgen ran und werde noch bis Mittwoch die 320 fragen umdrehen ;) letztendlich wird es auch, trotz Ankündigung, dass nicht die Masse, sondern die Argumentation zählt, beeindruckender sein, wenn sich möglichst viele daran beteiligen.

Tobias160993
22.08.2015, 19:45
Hier meine Quellen und Argumentation zu der soziale Rolle Aufgabe: (ist noch die Rohfassung)

Tag 2, Auflage B, Frage 43

Patienten richten an den Arzt eine Reihe verbindlicher Verhaltenserwartungen. Am zutreffendsten (vom Genannten) werden diese in der Soziologie bezeichnet?

(A) Genfer Ärztegelöbnis

(B) soziale Normen

(C) soziale Rolle

(D) Statusdifferenzierung

(E) Verhaltensdisposition

Zu dieser Antwort gibt es keine eindeutige Antwort.

• Quelle: Medizinische Psychologie und Soziologie, Hermann Faller & Hermann Lang, 3. Auflage 2010, Springer Verlag, Kapitel 2 Seite 40f.
„Soziale Rollen führen zu einer gewissen Berechenbarkeit des Verhaltens von Menschen in sozialen Situationen. [...] Rollen legen das Verhalten nicht hundertprozentig fest, sondern lassen einen Spielraum für flexibles Verhalten in unterschiedlichen Situationen.“
„Soziale Normen sind Regeln, die sich auf das Verhalten aller Menschen in der Gesellschaft beziehen.“
• Quelle: Psychologie und Soziologie: Lehr- und Lernbuch für die Verwaltung, Olaf Leiße et al., Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2006, Seite 209
„Soziale Normen sind allgemein geltende und allgemein verständliche Vorschriften für menschliches Handeln, deren Einhaltung von den anderen Gesellschaftsmitgliedern erwartet und sanktioniert wird. Sie legen fest, welches Handeln in spezifischen, sich wiederkehrenden Situationen geboten und verboten ist und bewirken damit, dass die Mitglieder einer Gesellschaft sich in einiger Sicherheit und Dauerhaftigkeit aufeinander einstellen können. Damit begrenzen soziale Normen die Willkür in den Beziehungen zueinander. [...] Indem soziale Normen mehr oder weniger verbindlich festlegen, was in einer bestimmten Situation zu tun oder zu unterlassen ist, begrenzen sie die theoretisch zur Verfügung stehenden Handlungsalternativen und schaffen einen verlässlichen Handlungsrahmen.“

Antwortmöglichkeiten A, D und E sind nicht mit Verhaltenserwartungen in Verbindung zu bringen, sondern sind mit anderen soziologischen Aussagen verbunden.
Aufgrund der Frage nach verbindlichen Verhaltenserwartungen ist diese Aufgabe jedoch auch mit den beiden übrigen Antworten B und C nicht zu lösen. Soziale Rollen beziehen sich laut dem Lehrbuch von Faller/Lang auf das Verhalten von Menschen mit bestimmten sozialen Positionen (die Erwartungen eines Patienten an den Arzt), jedoch sind diese nicht verbindlich; der Innehaber der sozialen Position an den die Erwartungen gestellt werden hat einen gewissen Handlungsspielraum.
Mehr oder weniger verbindliche Verhaltenserwartungen werden lediglich mit dem Begriff soziale Norm in Verbindung gebracht. Eine soziale Norm ist eine allgemein geltende Vorschrift, dessen Einhaltung erwartet wird (Leiße et al.). Jedoch gehen soziale Normen von universellen Erwartungen - also Regeln, die sich auf alle Menschen beziehen (Faller/Lang) - aus.
Aufgrund der spezifischen Fragestellung nach verbindlichen Verhaltenserwartungen kann man anhand der Definitionen von sozialer Rolle/Norm keine eindeutige Antwort liefern und sollte demnach nicht gewertet werden.