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nie
01.03.2016, 21:49
Wir legen auf der Arbeit eigentlich nur größer als grün wenn der Patient irgendwie hämodynamisch kritisch ist/werden könnte.
Mache das daher echt selten und irgendwie ist mir immer ein bisschen unwohl, wenn ich so eine orangene Viggo in der Patienten bringen muss :-blush

Unsere (Anästhesisten-)Notärzte haben da aber auch weniger Skrupel, muss wohl am Fach liegen ;-)


edit: als ich in der Hausarztfamulatur dann aber plötzlich blaue Viggos legen sollte, war ich dann auch überfordert. Die sind einfach viel zu winzig... ich kann eigentlich nur grün (und ein bisschen rosa) :-oopss

Brutus
01.03.2016, 21:56
Naja, wenn man ehrlich ist: Stich ist Stich bleibt Stich. Ob das jetzt eine Rosanüle oder eine Weiß/Graue ist oder Orange...
Wenn man den Patienten nicht ärgern will, sollte man einzig an seiner Technik feilen!
Schnell Du die Haut und nicht mit der dicken Nadel die cutis aufbougieren. ;-)

smurfonline
02.03.2016, 09:34
@McDreamy: Inverse Ärzteschwemme. Momentan kann man froh sein, wenn man die Kollegen am Telefon überhaupt richtig versteht. Es ist ein Teufelskreis - genau diese Kollegen kennen sich meist nicht aus (Tarifrecht, Arbeitszeitschutz - Ruhezeit, etc.) und machen deshalb eigentlich alles mit. Sagt man etwas bzgl. Überstunden oder Arbeitsteilung im Team zw. Ärzten und Schwester ist man gleich der Unruhestifter. Und die wenigen deutschen Ärzte kommen tatsächlich in ihrer Freizeit, um mal Untersuchungen angucken zu können. Da kann man sich nur noch an den Kopf fassen - genau diese Kollegen machen das System doch weiter kaputt - wir kämpfen für Ausbildung und eine gute Weiterbildung und dann kommen diese Kollegen :-slap*gefaelltmirnicht*:heul::-keule

Lizard
02.03.2016, 09:44
Auch als Anästhesist lege ich rosa Braunülen, wenn es voraussichtlich nicht erforderlich wird größere Mengen Flüssigkeit zu infundieren. Sehe da kein Problem. Der Unterschied zwischen rosa und grün ist sicherlich nicht besonders groß, aber der Unterschied zwischen rosa und orange schon.
Wenn man sich mal Patienten anschaut, die einige orangene Kanülen liegen hatten, hinterlassen die durchaus auch mal unschöne Narben.

arbeiter79
02.03.2016, 15:19
Also orange lege ich auch nicht, max. weiß. In der Anästhesie werden vielerorts orange flex am wachen pat. auch nur im Notfall gelegt.

Brutus
02.03.2016, 17:02
Wieso sollte man den großlumige Zugänge nur im Notfall legen? Und wie definierst Du Notfall?
Ich halte eine grüne Viggo für eine gute Standardgröße bei einem Erwachsenen. Da geht gescheit was durch (auch in einem nicht vorhergesehenen Notfall) und ist jetzt nicht so groß, dass jeder direkt vor Schreck zusammen zuckt.
Aber wenn ich OPs mit einem gewissen "Risiko" habe (z.B. Gefäße, größere Bauch-OPs, TEP-Umbauten), dann möchte ich einfach einen Zugang haben, über den ich auch schnell viel geben kann. Und dann zu sagen, och, ich lege mal eine Rosanüle und dann kann ich ja in Narkose noch was Dickes legen... Hmm, ich weiß nicht, ob ich aus der Narkose wach werden will und gespickt wie ein Mettigel sein will... :-nix

Lizard
02.03.2016, 17:43
Glaube du hast da was falsch verstanden. arbeiter79 sagte, dass großlumige Zugänge nur im Notfall am _wachen_ Patienten gelegt werden ;) Und kann ich so unterschreiben.

Grün ist eine gute Standardgröße, stimmt. Ich finde nur das Gelaber "alles unter grün ist was für Warmduscher" etwas albern.
Wenn ich kleine Eingriffe habe, gerade in der Gyn (kurze Lasereingriffe, Abrasio etc etc.) oder Metallentfernungen reicht mir ne rosa Kanüle.

Logisch, dass das bei TEP, Baucheingriffen etc etc anders aussieht.

Brutus
02.03.2016, 18:55
Nö, ich hab das schon richtig verstanden. Aber nochmal: warum sollen großlumige Zugänge nur im Notfall beim wachen Patienten gelegt werden?
Zum Einen muss man auch sowas "üben".
Zum Anderen ist eine TEP primär auch erstmal kein Notfall!
Eine Viggo muss eben zum anvisierten Gefäß und zur Indikation passen. Mir ist auch eine blaue / rosa Viggo lieber als keine, vor allem bei den exsikkierten Omis. Aber das heißt doch nicht im Umkehrschluss, dass ich grundsätzlich keine großen Zugänge lege, weil der Patient wach ist. Wenn ich mir so manche Unterarme ansehe, in denen sich halbzöllige Venen tummeln, in die eine blaue Viggo gelegt wurde, weil die ja nicht so weh tun... Nee, da kommt mein Verständnis an seine Grenzen.
:-meinung

arbeiter79
02.03.2016, 20:09
Nö, ich hab das schon richtig verstanden. Aber nochmal: warum sollen großlumige Zugänge nur im Notfall beim wachen Patienten gelegt werden?
Zum Einen muss man auch sowas "üben".
Zum Anderen ist eine TEP primär auch erstmal kein Notfall!
Eine Viggo muss eben zum anvisierten Gefäß und zur Indikation passen. Mir ist auch eine blaue / rosa Viggo lieber als keine, vor allem bei den exsikkierten Omis. Aber das heißt doch nicht im Umkehrschluss, dass ich grundsätzlich keine großen Zugänge lege, weil der Patient wach ist. Wenn ich mir so manche Unterarme ansehe, in denen sich halbzöllige Venen tummeln, in die eine blaue Viggo gelegt wurde, weil die ja nicht so weh tun... Nee, da kommt mein Verständnis an seine Grenzen.
:-meinung

Nein, überhaupt nicht richtig verstanden.
Ich ausdrücklich NUR von ORANGEN Flexülen am WACHEN Pat. gesprochen, alles drunter lege ich wann immer es mir passt. Komisch das die grünen dann gelobt werden...
Ich habe damit auch versucht auszudrücken das man in Narkose ruhig die max. Größe nehmen sollte und sei es nur zu Übungszwecken. Aber ich gehe nicht mal hin und lege die größte (orange) die wir da haben nur weil ichs mir beweisen will und dann die Antibiose in 5 sekunden durchläuft. Da muss auch die kleine Weiße reichen ;)

Brutus
02.03.2016, 20:25
Also erstens muss ich mir mittlerweile gar nichts mehr beweisen. Aber ich frage mich halt nur ernsthaft, warum ich mit einer "kleinen" Nadel anfange, um dann später eine zweite (u.U. größere) zu legen. Warum also soll ich den Patienten zweimal stechen, und ggf. die "kleine" Nadel in ein Gefäß gesteckt zu haben, wo die größere ohne Probleme reingehen würde, dann aber für die Große keine adäquate Vene übrig bleibt... Von der zweiten Punktion, auch wenn Patient sie nicht wach miterlebt, mal ganz zu schweigen...

KirstenP
02.03.2016, 20:29
Um mal wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen...
In meinem derzeitigen Famulatur Haus gibt es einen Blut- und Viggodienst, der Vormittags über die Stationen geht. Nur dringliche/zeitkritische Sachen müssen separat von den Ärzten (bzw mir im Moment) abgenommen werden. Außerdem gibt es eine wirklich fitte Stationssekretärin, die alles abheftet, sortiert, kopiert, sich um Konsilanmeldungen etc kümmert und sogar die Arztbriefe schon mal anlegt, ein Traum!

klingelpütz
02.03.2016, 21:29
Das wäre durchaus sinnig, überall so zu etablieren.

teopiuo
12.05.2016, 13:42
Ja. Ich habe inzwischen die Entscheidung getroffen, Deutschland zu verlassen und nach Suedtirol zu ziehen, wo es kompetente Pflegekraefte gibt und die Nachtdienste, wie eigentlich von Europa entschieden wurde, nicht mehr als 12 Stunden dauern. Keine 24 Stunden mehr durch Braunuelen, Transfusionen, Antibiotika-Erstgabe. Ein Traum.
Ich wuensche Euch alles gute und hoffe dass ihr das System aendern koennt. Ich als Auslaender hier wurde zu oft als solcher behandelt (wenn das System dir nicht gefaellt, kehr in dein Heimatland zurueck usw.) und hab davon genug.
Ciao ;)

Solara
12.05.2016, 13:55
Sprichst du Italienisch? Hab gerade nochmal nachgelesen, du kommst aus Italien, dann hat sich die Frage ja schon selbst beantwortet ;-).

Habe Südtiroler Arbeitsbedingungen als nicht wirklich gut in Erinnerung, sie suchen ja auch vermehrt - naja, vielleicht bist du dort ja zufriedener. Berichte doch mal, ob es die richtige Entscheidung war - oder komme dann eben wieder zurück und suche dir hier eine gute Klinik. Gibt es auch.