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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 80% in Apotheke - Warum?



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Nessiemoo
05.05.2016, 20:25
Wobei ich glaube, wenn man sich ganz sicher ist, dass man in die Forschung oder Industrie gehen will, ist man wahrscheinlich besser mit einem Studiengang aufgestellt, dass sich eben darauf spezialisiert, wie zB Molekulare Biotechnologie.

MineBiene
08.05.2016, 11:59
Wobei ich glaube, wenn man sich ganz sicher ist, dass man in die Forschung oder Industrie gehen will, ist man wahrscheinlich besser mit einem Studiengang aufgestellt, dass sich eben darauf spezialisiert, wie zB Molekulare Biotechnologie.

Für die Industrie mag das vielleicht stimmen, aber für die Forschung eher nicht.. Da ist man in der Pharmazie schon eher aufgehoben. Biotechnologie wäre da glaube ich viel zu allgemein.

Hanno04
10.05.2016, 14:41
hä wer sonst als Apotheker werden in der Pharmaindustrie gebraucht. Apotheker bilden da das Fundament. als qualified Person, die final chargen freigeben, dürfen meines wissen auch nur Apotheker arbeiten.

die Pharmaindustrie ist außerdem breit aufgestellt, ich weiß nicht wie groß die biotechnologische Branche ist. außerdem ist die Konkurrent unter denn ja viel höher. das musst du sicherlich einer der besten sein und zusätzlich noch promoviert haben, damit du dich auf dem Arbeitsmarkt durchsetzen kannst.

Minoo
10.05.2016, 14:56
Ihr wisst ja gar nicht was für ein Gemischtwaren-laden auch die Pharmazuetiesche Industrie ist.

In meinem PJ habe ich so viele Kollegen mit ganz anderem Hintergrund kennengelernt.
Ua. PTA's, Bäcker, Kontitor, Ökotrophologe, Ingenieure. Gut ist es, wenn man wie der Apotheker Kenntnisse über QS also sowas wie den GMP-Gedanken kennt. Daher werden auch gerne Mitarbeiter aus der Lebensmittelindustrie genommen.
Wenn man etwas wirklich will- bin ich der Meinung, dann findet man auch seinen Weg dorthin.
Ein Studium gibt auch nur eine grobe Richtung. Abzweigungen kommen später

SuperSonic
10.05.2016, 15:42
als qualified Person, die final chargen freigeben, dürfen meines wissen auch nur Apotheker arbeiten.
Lies mal § 15 AMG. ;-)

Lissminder
11.05.2016, 14:57
hat sich geändert.

1) Der Nachweis der erforderlichen Sachkenntnis als sachkundige Person nach § 14 wird erbracht durch 1.
die Approbation als Apotheker oder
2.
das Zeugnis über eine nach abgeschlossenem Hochschulstudium der Pharmazie, der Chemie, der Biologie, der Human- oder der Veterinärmedizin abgelegte Prüfung
sowie eine mindestens zweijährige praktische Tätigkeit auf dem Gebiet der qualitativen und quantitativen Analyse sowie sonstiger Qualitätsprüfungen von Arzneimitteln.
(2) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 muss der zuständigen Behörde nachgewiesen werden, dass das Hochschulstudium theoretischen und praktischen Unterricht in mindestens folgenden Grundfächern umfasst hat und hierin ausreichende Kenntnisse vorhanden sind:
Experimentelle Physik
Allgemeine und anorganische Chemie
Organische Chemie
Analytische Chemie
Pharmazeutische Chemie
Biochemie
Physiologie
Mikrobiologie
Pharmakologie
Pharmazeutische Technologie
Toxikologie
Pharmazeutische Biologie.
Der theoretische und praktische Unterricht und die ausreichenden Kenntnisse können an einer Hochschule auch nach abgeschlossenem Hochschulstudium im Sinne des Absatzes 1 Nr. 2 erworben und durch Prüfung nachgewiesen werden.

(3) Für die Herstellung und Prüfung von Blutzubereitungen, Sera menschlichen oder tierischen Ursprungs, Impfstoffen, Allergenen, Testsera und Testantigenen findet Absatz 2 keine Anwendung. An Stelle der praktischen Tätigkeit nach Absatz 1 muss eine mindestens dreijährige Tätigkeit auf dem Gebiet der medizinischen Serologie oder medizinischen Mikrobiologie nachgewiesen werden. Abweichend von Satz 2 müssen an Stelle der praktischen Tätigkeit nach Absatz 1

-------------
Trotzdem bleibt die Position vorerst Apothekern vorbehalten, so ist jedenfalls meine Erfahrung aus der Praxis.

MineBiene
14.05.2016, 22:36
Ihr wisst ja gar nicht was für ein Gemischtwaren-laden auch die Pharmazuetiesche Industrie ist.

In meinem PJ habe ich so viele Kollegen mit ganz anderem Hintergrund kennengelernt.
Ua. PTA's, Bäcker, Kontitor, Ökotrophologe, Ingenieure. Gut ist es, wenn man wie der Apotheker Kenntnisse über QS also sowas wie den GMP-Gedanken kennt. Daher werden auch gerne Mitarbeiter aus der Lebensmittelindustrie genommen.
Wenn man etwas wirklich will- bin ich der Meinung, dann findet man auch seinen Weg dorthin.
Ein Studium gibt auch nur eine grobe Richtung. Abzweigungen kommen später


Damit hätte ich jetzt auch gar nicht gerechnet,aber du wirst sicher Recht haben. Man denkt immer, dass es in der Industrie v.a. Apotheker gibt,was aber völliger Blödsinn ist, denn damit ein so großes Unternehmen fkt. braucht man natürlich auch andere Fachkräfte. Wo machst du das PJ und in welchem Bereich?

Slumdog_Skillionaire
20.06.2016, 09:34
Ich melde mich nochmal in diesem Thread zurück, weil ich mir mittlerweile einen eigenen Eindruck gemacht habe.
Ich habe einfach mal ein 1-wöchiges Praktikum in einer öffentlichen Apotheke gemacht, allerdings ein wirklich großer Betrieb mit
vielen angestellten Apothekern, PTAs und PKAs.

Auffällig war, dass ausschließlich die PTAs für die Rezeptur zuständig sind, die Apotheker arbeiten ausschließlich an der Offizin/
und erledigen den "Papierkram" (Dokumente unterschreiben, Rückrufe in der DAZ durchlesen und BTM-Rezepte bearbeiten).
Ein Apotheker beantwortete mir die Frage, warum sein Anteil an praktischer Arbeit komplett bei 0 ist, damit, dass die Apotheke eine große sei und sich für die Rezeptur/Labor PTAs leisten kann. In kleineren Apotheken käme es aber durchaus noch vor, dass Apotheker selbst Hand anlegen.

Lange Rede kurzer Sinn, nach dem Praktikum habe ich nun endgültig festgestellt, nicht in einer Apotheke arbeiten zu wollen.
Nun erzählten mir die Apotheker sowie der Chef der Apotheke, dass man auch in anderen Bereichen arbeiten kann, solange man es wirklich will. Komisch, dass mir teilweise in Foren das Gegenteil gesagt wird (nur die allerbesten schaffen den Weg in Industrie/Forschung).

Um mich selbst zu überzeugen, habe ich einfach mal nach Stellenangeboten für Apotheker gesucht. und siehe da, es gibt wirklich sämtliche Stellen für Apotheker in Krankenhäusern, bei Krankenkassen/Behörden und in der Industrie. Das macht mir natürlich Mut,
fragt sich nur wieviele Bewerber es pro Stellen gibt.

Dass sich durch Automatisierung/Internet -Supermarktapotheken die Bedeutung der öffentlichen Apotheke und damit auch vieler Apotheker auf lange Sicht verändern wird steht zweifellos fest. Frage ist nur, ob das Berufsbild des Apothekers langsam verschwinden oder sich verschieben wird.

Deswegen würden mich eure Prognosen interessieren, begibt man sich als neuer Pharmazie Student auf ein sinkendes Schiff,
oder kann ich die Suchergebnisse für Stellenangebote als Indiz dafür nehmen, dass der Weg in Industrie/Forschung/Krankenhaus
auch in Zukunft existiert?

StuartProwerFaktor
20.06.2016, 11:19
Prognosen für die Zukunft sind natürlich immer schwierig. Ich denke bei Jobs muss man halt abwägen, was der jeweilige Beruf der "Menschheit" bieten hat und wo er vllt überflüssig ist/wird durch technische Innovation.

Offizin

Das Problem der Apotheker in der Offizin ist halt, dass sie wenig exklusiv zu bieten haben. Beratung kann theoretisch auch eine gut entwickelte interaktive Software übernehmen, oder auch via Telefon (Telepharmazie / Telemedizin). Rezeptur kann auch zentralisiert und via Versand erfolgen, was Qualität und Preis von Rezepturen auch sicher dienlich wäre. Logistisch werden Konzerne wie Amazon oder DocMorris sicher bald in der Lage sein, durchaus auch am gleichen Tag zu liefern (Packstation, Drohnen ...). Hieraus kann man ja nur schlussfolgern, dass es für Apotheker eher schwerer als leichter wird.
Auch wenn man sich die aktuelle Presse anschaut und zwischen den Zeilen liest, heißt es ja de facto immer: Mehr Geld wird's nicht geben.
Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist auch der aktuelle Prozess am EuGH zum Thema Rx-Boni-Verbot, Urteil im Herbst. Wenn der EuGH das Boni-Verbot kippt (gar nicht so unwahrscheinlich), dann gehen in DE für 1000e Apotheken sehr schnell die Lichter aus, denn DocMorris wird sich viele Chroniker schnappen (mit denen verdient die Apotheke letztlich das Geld).
Letztlich sinkt durch Lagerautomaten, moderne Software und Filialisierung ja auch der Personalbedarf. Es gibt Apotheken die machen mit 2 Leuten 200 Kunden/d klar (da klingelt dann halt auch in den Filialen kein Telefon, und Rezepturen werden auch zentral gemacht).

Industrie / Forschung

Kann ich schwer abschätzen. Soweit ich weiß, ist der Personalbedarf in der Industrie relativ konstant, vllt auch moderat steigend. Bedenkt man die Verrentungswelle, gibt's hier sicher schon Chancen. Man muss sicher kein Überflieger sein (kenne genug Leute, die definitiv keine Überflieger sind und auch einen Platz gefunden haben), man sollte aber natürlich auch kein Minderleister sein. Aber ob jeder Job so toll in der Industrie / Forschung ist, weiß ich auch nicht - so total happy wirkt da auch nicht jeder - unter anderem wohl sehr ausgeprägter Konkurrenzkampf.

Minoo
20.06.2016, 15:02
Deswegen würden mich eure Prognosen interessieren, begibt man sich als neuer Pharmazie Student auf ein sinkendes Schiff,
oder kann ich die Suchergebnisse für Stellenangebote als Indiz dafür nehmen, dass der Weg in Industrie/Forschung/Krankenhaus
auch in Zukunft existiert?

Moinsen, erstmal klasse wie du dich informierst und aktiv wirst. Das finde ich gut. Um auf deine Frage nach dem sinkenden Schiff zu antworten: Nein. du wirst mit dem Pharmaziestudium nicht die Titanic betreten. Untergehen wirst du mit diesem Studium sicherlich nicht. Allenfalls der Apotheker in der Offizin wird in Zukunft durch das Studium nicht gänzlich abgesichert sein.
Es gibt wirklich viele Stellen in der Industrie. Als Apotheke bist du extrem gut für die Qualitätskontrolle oder die Herstellung ausgebildet. Das sind beides Bereiche, die wirklich jedes noch so kleine Pharmaunternehmen hat und am besten durch eine Apotheker besetzt werden können. Ich war während meines PJ's ein halbes Jahr in der Industrie. Die Aufgaben dort habe ich als sehr abwechslungsreich empfunden.

Lissminder
21.06.2016, 12:02
Lange Rede kurzer Sinn, nach dem Praktikum habe ich nun endgültig festgestellt, nicht in einer Apotheke arbeiten zu wollen.
Nun erzählten mir die Apotheker sowie der Chef der Apotheke, dass man auch in anderen Bereichen arbeiten kann, solange man es wirklich will. Komisch, dass mir teilweise in Foren das Gegenteil gesagt wird (nur die allerbesten schaffen den Weg in Industrie/Forschung).
?
Das ist Unfug. In die Industrie kann es jeder schaffen, will ich mal behaupten (ihr dürft mir gern widersprechen, wenn dem nicht so ist). Natürlich schafft es nur nicht jeder in jedes (renommierte) Unternehmen auf jede Position.
Stellen in der Forschung & Entwicklungsabteilung sind schon die Zuckerstücke und dort muss man auch schon gut sein und eine Promotion vorweisen können. Aber wer sich auch in der QS oder in der Produktion wohlfühlt, wird dort auch was finden.

Phosphorsalzperle
22.06.2016, 14:39
Hallöchen,

ich kenne auch einige die es nicht in die Industrie geschafft haben. Wenn man sein PJ nicht auch schon in der Industrie verbracht hat, stehen die Chancen deutlich schlechter.

Ich hoffe aber auch einfach, dass sich etwas in der öffentlichen Apotheke tut. In Engländer startet ja bald ein Pilotprojekt, bei dem es in jeder Hausarztpraxis einen Apotheker geben soll, der für die pharmazeutische Betreuung zuständig ist.
Wenn sich das dort etabliert, sehe ich auch Chancen dafür, dass die Welle nach Deutschland überschwappt.

MineBiene
26.06.2016, 18:45
Hallöchen,

ich kenne auch einige die es nicht in die Industrie geschafft haben. Wenn man sein PJ nicht auch schon in der Industrie verbracht hat, stehen die Chancen deutlich schlechter.

Ich hoffe aber auch einfach, dass sich etwas in der öffentlichen Apotheke tut. In Engländer startet ja bald ein Pilotprojekt, bei dem es in jeder Hausarztpraxis einen Apotheker geben soll, der für die pharmazeutische Betreuung zuständig ist.
Wenn sich das dort etabliert, sehe ich auch Chancen dafür, dass die Welle nach Deutschland überschwappt.

Das wäre mega cool! Finde ich auch absolut notwendig, weil wir Apotheker nun mal mehr Ahnung von Medikamenten haben:-dafür

Tamii
26.06.2016, 19:29
Hallöchen,

ich kenne auch einige die es nicht in die Industrie geschafft haben. Wenn man sein PJ nicht auch schon in der Industrie verbracht hat, stehen die Chancen deutlich schlechter.

Ich hoffe aber auch einfach, dass sich etwas in der öffentlichen Apotheke tut. In Engländer startet ja bald ein Pilotprojekt, bei dem es in jeder Hausarztpraxis einen Apotheker geben soll, der für die pharmazeutische Betreuung zuständig ist.
Wenn sich das dort etabliert, sehe ich auch Chancen dafür, dass die Welle nach Deutschland überschwappt.

Das ist doch auch genau die richtige Aufteilung. Es sollte doch auch so sein, dass der Arzt die Diagnosen macht und um die medikamentöse Behandlung sich eher der Apotheker kümmern sollte.

MineBiene
03.07.2016, 19:50
bis sich so ein neues System in DE etabliert, kann es wohl noch dauern. Theoretisch klingt das gut, aber ob man das so umsetzen kann, weiß ich nicht. Vielleicht klein anfangen und so wie oben genannt.. dann kann man sich dem ganzen in kleinen Schritten nähern.

MarcCologne
07.07.2016, 05:05
Ich werde jetzt auch Pharmazie anstatt Medizin studieren und ziehe deshalb nach Berlin. Mein Ziel ist es nachwievor später im Krankenhaus zu arbeiten. Entweder in einer einer Krankenhausapotheke oder in der klinischen Forschung an der Charité. Diese bietet ja interessante Masterstudiengäng in dieser Hinsicht an. Klingt das realistisch? Ich möchte nämlich alles andere als in einer öffentlichen Apotheke als Verkäufer für Medikamente landen..

Hanno04
13.07.2016, 19:45
hi marc, ja cool. ich freue mich für dich. hört sich absolut gut an, was du vor hast. in der krankenhausapotheke findest du bestimmt einen job. evt müsstest du noch deinen fachapotheker in klinischer pharmazie machen, da der im kh gerne gesehen wird.
es sei denn du strebst gleich einen masterstudiengang an, der damit vergleichbar ist. da kenne ich mich jetzt nicht so gut aus.
aber ich könnte mir ich auch vorstellen, dass du nach dem studium noch promovierst und danach in der forschung durchstartest.

janis02
17.07.2016, 17:58
Ich werde jetzt auch Pharmazie anstatt Medizin studieren und ziehe deshalb nach Berlin. Mein Ziel ist es nachwievor später im Krankenhaus zu arbeiten. Entweder in einer einer Krankenhausapotheke oder in der klinischen Forschung an der Charité. Diese bietet ja interessante Masterstudiengäng in dieser Hinsicht an. Klingt das realistisch? Ich möchte nämlich alles andere als in einer öffentlichen Apotheke als Verkäufer für Medikamente landen..

Ja cool :) wünsch dir nen guten Start!!
Ach ich find es gar nicht verkehrt, sich so einen groben Plan zu machen. Im Gegenteil- es ist sogar gut, wenn man weiß, was man will bzw. auf keinen Fall will. So oder so ähnlich kann ich mir meine Karriere später auch vorstellen. :) :-top
Es ist auf jeden Fall realistisch, aber Step By Step.

MineBiene
24.07.2016, 20:55
Wer Ziele hat, findet Wege. Guten Start wünsch ich auch. ;-)

Morphium
24.07.2016, 21:33
andererseits ist man dann unzufrieden, wenn es nicht genauso läuft, wie man es wollte. deshalb habe ich auch nicht immer zu hohe Erwartungen, weil man sonst, falls man das nicht bekommt, nur enttäuscht ist und mit was anderem nicht so zufrieden sein könnte, weil es eben 2. Wahl wäre.