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Smibo
30.11.2003, 14:04
http://www.trumanlibrary.org/museum/flash/somalia.jpg

http://www.konformist.com/images/2002/somalia.jpg

http://www.pathguy.com/lectures/somalia.jpg

http://www.rudolf-walther-stiftung.com/armut.jpg

http://www.un.org/av/radio/portuguese/photos/hunger.jpg

http://www.sjs.sd83.bc.ca/h-rights/hunger.jpg

http://www.kinderhilfe-afghanistan.de/images/Hunger-gross.jpg

Ich könnte mir keinem von ihnen einen Versuch starten, du etwa Dopamin????

mar7ini
30.11.2003, 16:56
Hey, das mit den Links war jetzt aber unnötig und unfair... Bilder sagen nunmal viel mehr als Worte, und ich könnte dir jetzt genauso viele Fotos von Tieren präsentieren die traurig und verängstigt in kleinen Käfigen sitzen. Das bricht mein Herz auch, weißt Du?

Martini

Dopamin
12.12.2003, 18:32
Hallo Smibo,
diese Bilder kenne ich nicht erst seit Deinem Hinweis, mir ist allein Deine Motivation dabei nicht ganz klar.
Genau in diese, und in keine andere Kategorie, gehören für mich Tierversuche, die gleiche Abscheu vor dieser himmelschreienden Ungerechtigkeit, die gleiche Wut über die Menschen, dass Sie so etwas zulassen, die gleiche große Traurigkeit, die ich empfinde wenn ich das Leid (von Kinder die leiden und in gleichem Maße von Tieren die von Menschen gequält werden) mitempfinde.
Das Leid mitfühlen, Mitgefühl empfinden, bei unschuldigen Menschen und Tieren (die im übrigen von sich heraus unschuldig sind), dass ist was vielen abgeht gerade auch vielen Medizinern. Ich bin ein Gegner der Abschottungs- oder Abstumpfungstheorie. An dem Tag, an dem man Leid von Patienten nicht mehr mitfühlen kann und entsprechend auch danach verhalten kann, ab dem Tag kann man einem Patienten kein wirklich guter Arzt mehr sein.

Gruß Dopamin.

Dopamin
31.01.2004, 14:36
Hallo Simbo, hallo Leute,
war´s das schon, habt Ihr keine nezuen Aspekte Meinungen?
So viele haben hier gelesen, wenige nur sich eingebracht.

Gruß Dopamin.

coni
03.03.2004, 13:47
Forschung ganz ohne Tierexperimente dürfte gerade in unserer Wissenschaft unmöglich sein. Zwischen Furschungsresultaten in vitro und in vivo besteht dann doch teilweise eine signifikante Diskrepanz resp. zeigen sich z.B. erst bei tierexperimenteller Applikation neuer Pharmaka, welche UAW diese aufweisen. Ein anderes Beispiel ist meine Dissertation: Es geht um den Einfluss von FGF (fibroblast growth factor) bei der Regeneration peipherer Nerven. Das Modell ist z.B. für FGF-ko und FGF-Überexprimierer etc. bereits an der Ratte etabliert, dasselbe wird jetzt noch einmal an Mäusen durchgeführt. Die dazu notwendige Durchtrennung des N. ischiadicus und die anschließende Verbindung des prox. und dist. über ein mit Schwann-Zellen gefülltes Silikonrörchen Endes wird natürlich unter Narkose durchgeführt. Getötet werden müssen die Tiere trotzdem. Hierbei handelt es sich jedoch um medizinisch notwendige Forschung. Experimente an Tieren, um kosmetische Produkte zu testen, lehne ich jedoch ab.

test
03.03.2004, 17:21
Original geschrieben von coni
Forschung ganz ohne Tierexperimente dürfte gerade in unserer Wissenschaft unmöglich sein. Zwischen Furschungsresultaten in vitro und in vivo besteht dann doch teilweise eine signifikante Diskrepanz resp. zeigen sich z.B. erst bei tierexperimenteller Applikation neuer Pharmaka, welche UAW diese aufweisen.

Gerade dazu gabs erst vor kurzem im british medical journal einen Artikel, dass gerade bei der Pharmaka Testung die Tierversuche häufig sinn- und nutzlos sind.

Bei Grundlagenforschung gerade in den Neurowissenschaften wird man wohl in nächster Zeit nicht um Tierversuche herum kommen.

Leelaacoo
04.03.2004, 08:36
Kurze Frage:
Wenn, wie du schreibst, das Modell bereits an Ratten etabliert ist, wieso noch mal an Mäusen testen???
Man mag mir wissenschaftliches Verständnis absprechen, aber das scheint mir doch seltsam.
LG Lee (vollständig zufrieden mit furchtbar unwissenschaftlicher und wenig Ruhm einbringender statistischer Dr.Arbeit.)

test
04.03.2004, 09:42
Original geschrieben von Leelaacoo
Kurze Frage:
Wenn, wie du schreibst, das Modell bereits an Ratten etabliert ist, wieso noch mal an Mäusen testen???
Man mag mir wissenschaftliches Verständnis absprechen, aber das scheint mir doch seltsam.
LG Lee (vollständig zufrieden mit furchtbar unwissenschaftlicher und wenig Ruhm einbringender statistischer Dr.Arbeit.)

Finde ich auch etwas seltsam. Mache auch in Neurowissenschaften Dr.Arbeit und da wurde mir gesagt, dass das bei Mäusen und Ratten normalerweise das gleiche ist. Man sollte halt in einer Versuchsreihe möglichst immer die selbe Art benutzen.

VanessaGroß
25.06.2007, 13:03
Wie sieht es denn während dem Studium aus? Muss man da als student versuche an tieren durchführen? Das würde ich nämlich niemals tun

agouti_lilac
25.06.2007, 13:36
Das kommt auf die Uni an.

Hier in MD z. Bsp. ist es so.
Im Bio-Praktikum haben wir eine Ratte seziert (getötet von der MTA, nicht von uns). Über den Sinn kann man jetzt streiten.

Im 2. Studienjahr ist es wohl so, dass wir in Physio eine betäubte Ratte bekommen und intrakardiale (?) Injektionen von Adrenalin etc. vornehmen (hab ich gehört) und jemand von uns sie danach auch töten muss. (Zweiergruppen pro Tier).

Ich weiss jetzt nicht, wie es ist, wenn man sich weigert, das zu machen... ob das jetzt als nicht teilgenommen gilt oder das okay ist und man nur zuguckt. Allerdings hat man ja auch Fehltermine, die man dazu nutzen könnte, zu diesen Versuchen nicht zu erscheinen.

Am Besten, du rufst mal bei den zuständigen Dekanaten bzw. Instituten an und erkundigst dich, wenn du das gar nicht machen möchtest.

Grüße, lila

mar7ini
25.06.2007, 14:47
ich habe, außer Zecken, kein einziges Tier während des Studiums gesehen :-))

McBeal
25.06.2007, 16:44
Bei uns stammen einige Enzyme im Biochemiepraktikum aus Ratten oder Mäusen - finde ich auch nicht prickelnd, aber irgendwoher müssen sie ja kommen. Und in Physio gabs zu meiner Vorklinikzeit noch einen Versuch an einem Froschmuskel, der aber angeblich abgeschafft wurde (?). An "vollständigen" Tieren muss man in Bochum aber nichts machen, egal ob lebendig oder tot. War mir auch sehr lieb, sonst hätte ich da auf jeden Fall meinen Fehltermin genommen. Auch in meiner Doktorarbeit läufts gut ohne Tierversuche, wobei eventuell ein, zwei Reagenzien doch aus Tieren stammen... so genau möchte ich das aber eigentlich nicht wissen...

LG,
Ally, ihres Zeichens Vegetarierin

PhineasGage
25.06.2007, 18:16
In Marburg sind alle Physio-Versuche in der Vorklinik durch Computersimulationen ersetzt - und zwar seit Jahrzehnten schon.
Ansonsten mussten wir nie Tiere töten........

Ich selber mache eine experimentelle Doktorarbeit mit Hausschweinen.
Und mir persönlich sind 5 tote Schweine lieber als 50 tote Mäuse.........nur mal so nebenbei erwähnt. Es kommt eben nicht auf den Kuschelfaktor an, sondern irgendwo auch auf die Anzahl an Individuen, die sterben.

LMD
25.06.2007, 20:31
Echt mal eine interessante diskussion und noch interessanter wie ihr damit umgeht. ich führe selber eine studie an mäusen durch. und alle meine kommilitonen wissen es, nur hat noch keiner so abwertend reagiert wie ihr.

In Dresden ist es so, dass man einen versuchstierkundlichen kurs besuchen muss um tierexperimente durchzuführen. da werden sämtliche grundlagen vermittelt und ich finde, dass man sich danach wirklich größtenteils dafür vorbereitet fühlt. und wenn nicht, kann man immer noch zum tierarzt gehen.

wer die tiere schlecht behandelt ist nur zum teil selber schuld, da größtenteils die betreuer das handling der tiere vor machen und da lernt man jede schlechte eigenschaft. teilweise wird aber das handling, welches man anwenden muss, auch vom tier vorgegeben, denn es gibt rassen, die total lieb sind und förmlich auf die hand springen und wieder andere, die relativ aggressiv sind, dennoch rechtfertigt dies noch lange nicht ein schlechtes verhalten an den tieren.

Die zahlen aus deutschland: jährlich werden ca. 2 bis 3 millionen tiere für forschungszwecke getötet und davon sind über 90% nagetiere.

in dresden werden im physiologie-praktikum mind. 3 versuche an karpfenorganen durchgeführt....und das zu ausbildungszwecken und wenn du mehr als 2 dieser insgesamt 16 versuche fehlst, bekommst du den schein nicht....also an einem muss man teilnehmen.

Und ich habe es irgendwo satt mich rechtfertigen zu müssen gegenüber leuten, die nicht wirklich viel ahnung davon haben und einmal hinter das wort "Tiervsuch" geschaut haben, was wirklich gemacht wird und wie. meine ag macht das auf eine scherzhafte weise, aber die sehen meine arbeit und sie akzeptieren das und schätzen meine ergebnisse, doch niemand, der nicht mind. 1 gutes und ein schlechtes beispiel von tierversuchen gesehen hat, sollte sich darüber ein urteil erlauben. und ja tierversuche sind teilweise unnötig, dennoch gibt es aber auch die, wo solche möglichkeiten sehr wichtig sind und diese sollten unbedingt ausgetestet werden, denn kein in vitro modell ist so gut wie das in vivo modell...

und nur nebenbei ich bin sowohl vegetarier als auch unnötige-tierversuchs-gegner...

LMD