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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : erste Fam. im Ausland?



Lila
24.09.2003, 13:39
Hallo!

In den nächsten Semesterferien will ich meine erste (Klinik-)Famulatur bestreiten. Es gibt ja nun schon genug Diskussionen über die Fachbereiche, aber wie sinnvoll ist es die erste Famulatur im Ausland zu machen (z.B. England wg. Sprache)?
Kann man dort genausogut die Grundkenntnisse erwerben (Blutabnehmen etc.) und darf man genauso viel?
Danke schon mal für eure Erfahrungen!

Vystup
24.09.2003, 16:44
hab zwar noch keine famulatur im ausland gemacht, aber ich denke viel weniger als in deutschland wirst du da auch nicht machen dürfen. was du aber vielleicht im auge behalten solltest, ist dass du - falls du sprachprobleme hast - schon mit diesen zu kämpfen haben wirst und dir nach möglichkeit den streß, der zwansläufig auftritt, wenn du beim fünften mal stechen immer noch nicht in der vene bist nicht noch zusätzlich geben möchtest.
musst halt wissen, was du dir zutraust. deinen spass wirst du auf jeden fall haben.
ich bin gerade bei meiner zweiten famulatur in deutschland und ich habe in beiden massig gelernt. werde wohl noch ein bißchen im ausland machen, mal sehen, was sich so anbietet.

Froschkönig
24.09.2003, 16:51
Original geschrieben von Lila
..., aber wie sinnvoll ist es die erste Famulatur im Ausland zu machen (z.B. England wg. Sprache)?

Ich würde sagen, es hängt auch vom Fachbereich ab. Ist es z.B. sowas wie innere, wo man viele Akten vor sich hat, Medikamentös Therapiert und sich somit als frisch-Kliniker auch hierzulande schwer täte, weiß ich nicht, ob das dank der zusätzlichen Sprachbarriere viel bringt (außer Spaß ;-) ), bei anderen Fachgebieten (Vielleicht Chirurgie ? Die einzelnen Eingriffe des nächsten Tages kann man sich da relativ bequem am Vortag mit Deutscher Fachliteratur reinziehen) mag das eher Sinn machen.

Der Frosch

Lila
25.09.2003, 11:56
... danke für die Antworten. Da ich Englisch fliessend spreche, hatte ich ja an England gedacht, und weil ich gehört habe, dass man da als Student immer viel machen darf und gezeigt bekommt.
Aber vielleicht sollte ich das erste Mal doch hier machen, da fühl ich mich wahrscheinlich erstmal "geborgener".

Älgen
08.10.2003, 19:15
Hej !

Hab den Großteil meiner Famulaturen im Ausland gemacht & hab da eigentlich mehr mitgenommen, als in D; Sprache ist allerdings ein muß meiner Meinung & im nichtenglischsprachigen Ausland sollte man zumindest Grundzüge der Lansdessprache können, sonst isses sicher eher spannend als lehrreich. Ansonsten kann ich zu Ausland nur raten & gerne viel davon, weil man den "deutschen Kram" doch irgendwann dann kann & es einfach interessant ist zu sehen, daß man Dinge auch einfach & selbstverständlich anders machen kann ...

So Du halbwegs englisch kannst fahr !
Entschuldige bitte diesen etwas direktiven Rat, kann's aber einen Monat vor dem 3.Stex mit 'ner ziemlichen Menge Auslandserfahrung nicht anders sagen ... !

Viele Grüße aus SChweden übrigens ... ;-)

Kolja

FataMorgana
08.10.2003, 19:30
Ich kann dieser Meinung nicht so uneingeschränkt zustimmen.

Ich habe früher beim DFA als LEO mitgearbeitet. Dort haben wir immer empfohlen, die erste Famulatur in D zu machen. Für die Teilnahme an den DFA-Programmen ist dies auch Voraussetzung.

Ich stehe auch weiterhin zu dieser Meinung, aus folgenden Gründen:

- Man kann sinnvolle Vergleiche zwischen den Gesundheitssystemen (die ich im übrigen sehr interessant und produktiv finde) nur anstellen, wenn man das deutsche System auch in der Praxis kennt.

- Der Respekt gegenüber dem Gastgeberland (insbesondere bei Entwicklungsländern) gebietet es, dass man nicht als absoluter Anfänger dorthin geht, weil man "viel machen" darf. Das ist weitere Ausnutzung von bereits Ausgenutzten. Auch die Gastgeber können von einem Famulaturaufenthalt eines Austauschstudenten evtl. ein bisschen profitieren, z. B. durch den o. g. Vergleich zwischen den Gesundheitssystemen.

- Wenn man nicht ohnehin über fließende Sprachkenntnisse verfügt (was die Ausnahme ist), kann man die Zeit der ersten klinischen Semester nutzen, um die Sprache des Gastgeberlandes besser zu lernen. Bis zur ersten Famulatur ist die Zeit dafür häufig zu knapp (erfahrungsgemäß klappt es erst nach dem Physikum mit Sprachkursen).