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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sinn und Unsinn des Veganismus



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Fr.Pelz
11.09.2016, 20:10
Nur mal nebenbei: Glauben Veganer wirklich, dass diejenigen, die diesen Lebensstil als "gut" entworfen haben, dieses nur für Menschen, Tiere und Umwelt getan haben und nicht, weil sich Bücher, Nahrungsergänzungsmittel, Kurse uvm damit verkaufen lassen?
Die Argumente mögen in Teilen gar nicht so verkehrt sein, aber wer glaubt, dass eine vegane Welt eine gute, umweltfreundliche und nicht mehr konsum- und profitorientierte Welt sein würde, der ist naiv. SEHR naiv!
Das sagt ja keiner!

Fr.Pelz
11.09.2016, 20:17
Also gut, ich versuche es für dich nochmal ganz langsam.


Frau Pelz, Du willst es aber auch nicht verstehen, oder?
Also ich versuche es: das Fleisch, was Du bei uns beim Metzger bekommst, stand gestern noch genauso wie das ganze Jahr auf der Weide beim Nachbarn.
Genau, und dann wurde es totgestreichelt. Oh nein, entschuldigung "artgerecht geschlachtet" oder was?



Wie selbst die Lobby der Fleischlosen sagt, ist das noch die beste Wahl,
Nein, es gibt keine "Lobby der Fleischlosen" Eine Lobby in dem Sinne gibt es nur von der fleischindustrie. Veganer würden sagen, Wenn Fleisch, dann das vom Metger nebenan, aber die beste Wahl wäre eben OHNE Fleisch




weil die Wiesen das CO2 der Kühe durchaus wiederverwerten. Also mit dem CO2 Ausstoß wollen wir mal den Ball flachhalten. Dass es bei Tönnies, Hertha, Gutfried und Wiesenhof und wie sie alle heißen anders aussehen mag... geschenkt.

Das ist eben NICHT geschenkt. Verstehst du? DU isst vielleicht deinen Sonntagsbraten wirklich vom Metzger, mag ja sein, aber 99% des gekauften Fleisches in Deutschland sind aus Massentierhaltung. Das ist der ALLERALLERGRÖßTE Anteil. Und wenn du nur ein jämmerliches Salamibrötchen am Bahnhof kaufst, ist diese Salami GARANTIERT aus Massentierhaltung. Daher ist da nichts geschenkt.




Die Lehre aus dem Wasserbeispiel ist, dass Du mit Deinen Argumenten, dass der Wasserverbrauch pro Kalorieneinheit, die in die Nahrungskette geht, viel zu hoch sei und deswegen die Menschen in der dritten Welt noch mehr leiden, einfach falsch liegst. Du kannst einfach das Wasser nicht dahinbringen.

Nein, aber Wolken bringen es dahin, hast du schonmal von Wasserkreisläufen gehört? Wolken die hier noch gemütlich abregnen und woanders dann eben NICHT mehr regnen bzw existieren?



Egal, ob ich hier den ganzen Tag meine Kloschüssel durchspüle, den Rasen sprenge oder meine Kühe tränke, es wird nicht einen Tropfen mehr in die Entwicklungsländer gehen. Genausowenig wie ein Kilo an Früchten, Saatgut oder Körner dorthin gehen werden. Das kannst Du arrogant finden, aber damit kann ich leben.

Es geht doch hier darum, dass du mit deinem Geld, wenn du das Salamibrötchen kaufst, eine Industrie unterstützt, die in großem Rahmen dafür verantwortlich ist, dass auch in anderen Ländern Wasser dazu benutzt wird, Tiere zu trännken oder Pflanzen zu wässen, die als Tierfutter verwendet würden. Meine ganz und gar unrealistische Idee ist ja, dass ich diese Industrie nicht mehr unterstütze und wenn das alle tun würden, tatsächlich das Wasser für die Menschen verwendet werden kann, die dort leben.


Auch hier: was ändert sich, wenn Du kein oder ein Kind bekommst? Weil Du Dir überlegst, dass die Weltbevölkerung viel zu hoch ist und die Industrieländer mit gutem Beispiel vorangehen mit einer Null- oder Einkindpolitik? Gar nichts!
Solange in den Entwicklungsländern die Menschen immer noch meinen, dass nur mit 10-20 Kindern die Alterssicherung funktioniert und außerdem kein Verständnis für Empfängnisverhütung besteht, und dazu noch eine hohe Sterblichkeit kommt, die wiederum dazu führt, dass man versucht, soviele Kinder wie irgend geht in die Welt zu setzen, kannst Du hier noch so viele heere Ideen haben, wie man die Menschheit retten kann, das Klima verbessern, und den Tierschutz hochhalten. Es wird sich nur nichts ändern!
Und das ist nicht arrogant, das ist realistisch.

Mein Gott, die Größe der Weltbevölkerung ist viel weniger unser Bier als unser eigener Konsum. Erstmal bei sich selbst anfangen heißt die Devise. Ich kann SEHR GUT verstehen, wenn mir ein Afrikaner sagt "ihr verpestet die Luft, leistet euch Reichtum auf unsere Kosten, zb Mineralien für eure teuren Handys aus unseren Ländern und wollt uns dann die Kinder verbieten, das ist extrem bevormundend".

Die Welt ist schlecht und wir werden sie nicht retten, aber man kann mit fleischloser Ernährung ein winzig kleines Bisschen seinen eignen Beitrag dazu verringern.

Feuerblick
11.09.2016, 20:18
Doch! Du sagst, wenn alle nur noch vegan essen, dann tun wir nur Gutes für die Umwelt und alle Menschen...
Hat sich mal wer damit beschäftigt, was passiert, wenn industriell für Milliarden Menschen Grünzeug produziert werden muss? Und nein, mit "jemand" meine ich nicht die Befürworter der veganen Lebensweise. Denn am Ende kämen 99% allen gekauften Grünzeugs aus "Massengrünzeuganbau".
Dünger (künstlich), Insektizide, Bewässern, Bodenaufbereitung, Erntemaschinen, Verarbeitung... Wenn das nicht am Ende genauso schlecht aussieht...

Fr.Pelz
11.09.2016, 20:27
Wäre gut, wenn du mal die antworten vorher lesen würdest. Das hatten wir schon durchgekaut inkl Links mit Zahlen. Da es unglaublich ineffektiv ist Kalorien in Fleisch zu erzeugen, müsste man die Pflanzenproduktion eben NICHT hochfahren, wenn alle auf Fleisch verzichten würden. Sagt dir Nutzungsgrad etwas? Fleisch herzustellen ist in etwa so verschwenderisch wir eine alte Glühbirne. Was hatten die? 5% ? Wenn man gleich Pflanzen essen würde, würde man die vorhandenen Ressourcen besser ausnutzen. So als würde man die Erde wie eine Energiesparlampe benutzen.
Aber das sind halt immer ide Argumente der Leute, die sich eben noch nicht informiert haben.

Feuerblick
11.09.2016, 20:36
Hast DU dich schon mal über Landwirtschaft, Pflanzenanbau (frisst du Gras? Ich nicht... also müsste man etwas anderes anbauen, denn normalerweise auf der Weide stehende Kühe fressen meines Wissens keinen Kohl, keine Tomaten, keine Gurken... oder? Und ja, ich weiß, dass in der Massentierhaltung anders gefüttert wird. Nur... ich habe nie gesagt, dass ich Massentierhaltung gut finde. DA kann man gerne ansetzen ohne gleich allen Menschen Fleisch ausreden zu wollen.) informiert? Und dir schon mal Gedanken gemacht, dass es immer eine Industrie gibt, die Profit einfahren will? Größere, bessere, grünere Gurken, rote, besonders tolle Tomaten - denn man will mit dem Gemüse ja Geld verdienen. Immer druff mit Dünger, Pestiziden, Genmanipulation. das
Du magst Ressourcen sparen, dafür wirst du andere Probleme bekommen. Und dann kommen sie, die Besserwisser und erzählen allen, wie sch**** vegane Ernährung für Mensch, Tier und Umwelt ist.
Btw: Lies meine Beiträge, dann weißt du, dass ich mich durchaus informiert habe. Weil ich eine sehr nette, ideologisch nicht so verblendete vegane Kollegin hatte, die mich mit entsprechender Literatur versorgt hat. Die ist übrigens lange weg von dem Trip.

Brutus
11.09.2016, 20:45
BTW: die Wolken fliegen nicht mehr nach Afrika, weil ich hier Wasser an Tiere verfütter? Ooookay...
Nee, dann mach ich das nicht mehr. Ich habe zwar trotzdem meine Zweifel, dass die Wolken über den kahlen Asten kommen und wenn sie das doch schaffen sollten, dass sie die Alpen überqueren, aber gut.

Ja, ich kenne den Wasserkreislauf, aber so hat ihn mir noch keiner erklären können... :D

Autolyse
11.09.2016, 20:47
Doch! Du sagst, wenn alle nur noch vegan essen, dann tun wir nur Gutes für die Umwelt und alle Menschen...
Hat sich mal wer damit beschäftigt, was passiert, wenn industriell für Milliarden Menschen Grünzeug produziert werden muss? Und nein, mit "jemand" meine ich nicht die Befürworter der veganen Lebensweise. Denn am Ende kämen 99% allen gekauften Grünzeugs aus "Massengrünzeuganbau".
Dünger (künstlich), Insektizide, Bewässern, Bodenaufbereitung, Erntemaschinen, Verarbeitung... Wenn das nicht am Ende genauso schlecht aussieht...
Möglich, aber unwahrscheinlich. Der Normalbraten muss ernährt werden, das geschieht im Regelfall nicht durch Gras auf der Weide, sondern durch Futterpflanzen. Diesen Anbau "umzulenken" in Nahrungsmittelanbau dürfte den Löwenanteil abdecken.

Die unmittelbare Auswirkung der Ernährungsumstellung auf minderentwickelte Länder dürfte in der Tat gering sein. Da würde sich am meisten machen lassen, indem man alles vom Hühnchen was der Verbraucher hier nicht will (im Wesentlichen alles außer der Brust) nicht mit Subventionen exportiert, sondern schlicht verbrennt um den fremden Markt zu schonen.

Feuerblick
11.09.2016, 20:47
Ich denke, ich steige hier aus der Diskussion aus. Ja, ich weiß, Mimimi... Zum Glück gibt es Veganer und Vertreter dieser Lebensform, die wesentlich ehrlicher zu sich selbst und mit den Fakten umgehen.

@Autolyse: Ich sage ja, dass ich nichts gegen glückliche Viecher auf der Weide und seltenen Fleischkonsum habe. Dann klappt das auch mit der Ernährung ohne Futterpflanzen.

Fr.Pelz
11.09.2016, 20:52
Hast DU dich schon mal über Landwirtschaft, Pflanzenanbau (frisst du Gras? Ich nicht... also müsste man etwas anderes anbauen, denn normalerweise auf der Weide stehende Kühe fressen meines Wissens keinen Kohl, keine Tomaten, keine Gurken... oder? Und ja, ich weiß, dass in der Massentierhaltung anders gefüttert wird. Nur... ich habe nie gesagt, dass ich Massentierhaltung gut finde. DA kann man gerne ansetzen ohne gleich allen Menschen Fleisch ausreden zu wollen.)
Wie gesagt, 99% des Fleisches stammen aber aus Massentierhaltung.



Und dir schon mal Gedanken gemacht, dass es immer eine Industrie gibt, die Profit einfahren will? Größere, bessere, grünere Gurken, rote, besonders tolle Tomaten - denn man will mit dem Gemüse ja Geld verdienen. Immer druff mit Dünger, Pestiziden, Genmanipulation.
Es ist aber IMMER noch effizienter Pflanzen zu essen. Man braucht immer noch weniger Fläche pro erzeugter Kalorie. Und Dünger Pestizide und Genmanipulation ersetzt dann meinetwegen die Antibiotika und Hormone im Fleisch, ernährt dafür aber mehr Menschen.




Du magst Ressourcen sparen, dafür wirst du andere Probleme bekommen. Und dann kommen sie, die Besserwisser und erzählen allen, wie sch**** vegane Ernährung für Mensch, Tier und Umwelt ist.
Btw: Lies meine Beiträge, dann weißt du, dass ich mich durchaus informiert habe. Weil ich eine sehr nette, ideologisch nicht so verblendete vegane Kollegin hatte, die mich mit entsprechender Literatur versorgt hat. Die ist übrigens lange weg von dem Trip.

Ich bin nicht ideologisch verblendet. Wenn du Lust auf mehr Daten und Fakten hast, kannst du zb mal diesen UN-Bericht lesen http://www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.htm

Und deine vegane Kollegin hat vermutlich gedacht, es wäre irgendwie gesünder vegan zu leben. Darauf habe ich auch schon geantwortet. Nein, man muss sich natürlich ein paar Gedanken machen, damit es das ist. Einfach nur alle tierischen Produkte weglassen und den Rest so essen wie bisher ist doch Quatsch. Und es gibt Millionen Menschen, die als Gegenbeispiel zu deiner Freundin sich bester Gesundheit erfreuen trotz veganer Ernährung.

Autolyse
11.09.2016, 20:59
Das wollte ich Dir auch nicht unterstellen. Es ging mir mehr um den Hinweis, dass sich die Diskussion in Deutschland wie so häufig um große ideologische Fernziele dreht und das kurzfristig machbare, tatsächlich effektive Handeln nicht berücksichtigt wird. Leider ist das in allen ideologisch aufgeladenen Aspekten der Fall. Aber das ist in der Sicherheitspolitik ja auch so, der wird auch stets das ganz große Rad gedreht.

Feuerblick
11.09.2016, 21:00
Nein, meine vegane Kollegin hatte deine Argumentation auch komplett drauf! Hatte sich mit allem befasst, hatte genaue Ernährungspläne ausgearbeitet. Und dennoch sah sie aus wie der Tod auf Latschen und gab zu, dass es eben oftmals nicht reicht, nur B12 zu supplementieren. Also bitte urteile nicht über Menschen, die du nicht kennst, nur weil du meinst, die Materie zu überblicken ohne selbst danach zu leben.

Was die Massentierhaltung angeht: Dann sollte man wohl DORT mal ansetzen statt alle Welt zu Grünfutterfressern machen zu wollen. Damit wäre schon einiges getan.

Fr.Pelz
11.09.2016, 21:09
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Nein, meine vegane Kollegin hatte deine Argumentation auch komplett drauf! Hatte sich mit allem befasst, hatte genaue Ernährungspläne ausgearbeitet. Und dennoch sah sie aus wie der Tod auf Latschen und gab zu, dass es eben oftmals nicht reicht, nur B12 zu supplementieren. Also bitte urteile nicht über Menschen, die du nicht kennst, nur weil du meinst, die Materie zu überblicken ohne selbst danach zu leben.

Und was ist mit den Millionen gesunden Veganern? Unterstellst du denen etwa, sie würden heimlich alle Pillen nehmen? Nee sorry.
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Was die Massentierhaltung angeht: Dann sollte man wohl DORT mal ansetzen statt alle Welt zu Grünfutterfressern machen zu wollen. Damit wäre schon einiges getan.

Aber um es nochmal zu sagen, 99% des verkauften Fleisches ist von dort. Ein stoppen der Massenproduktion würde einem völligen Fleischverzicht sehr sehr vieler Menschen gleichkommen. Fleisch vom Metzger würde qua Nachfrage exorbitant teuer werden und hätte zur Folge, dass die meisten Menschen zwangsweise zu Vegetariern würden, aber OHNE auf ihre eisenzufuhr zu achten. Dann lieber freiwillig verzichten und die Industrie so damit runterfahren.

Feuerblick
11.09.2016, 21:18
Soso... Warum gibt es bei dir eigentlich immer nur 0% oder 100%? Ich meine mich zu erinnern, dass es hierzulande Zeiten gab, in denen es maximal am Sonntag Fleisch gab. Wenn überhaupt. Ansonsten aber durchaus tierische Produkte in Maßen und das ohne Massentierhaltung und ohne "Veganismus".
Würde man nicht gleich 100% erreichen wollen, würde so einiges funktionieren. Aber nee, es geht ja nur ganz ohne tierische Produkte oder es geht gar nicht. Schwarz oder weiß. Grau wird nicht akzeptiert, auch wenn grau vielleicht einiges bringen könnte.
Erschließt sich übrigens sofort, dass der Massentierhaltung und der damit einhergehenden Industrie Einhalt geboten wird, wenn man die zu Veganern macht, die sich sowieso schon Gedanken über ihren Fleischkonsum und die Herkunft des Fleisches machen. Klar. Die 99% Fleisch aus Massentierhaltung verschwinden dann einfach mal so, weil die Käufer dieses Fleisches ganz sicher freiwillig vegan werden. So wie sie jetzt schon freiwillig den Fleischkonsum einschränken und nicht mehr im Supermarkt sondern beim Biometzger kaufen. Irgendwie glaube ich, das wird nix :-nix
Ich bin definitiv hier raus!

Bergziege a.D.
12.09.2016, 00:25
So, ich oute mich zuerst mal:
1. ich zähle mich zur Kategorie "Allesfresser"
2. ich bevorzuge nicht die Schwarzgescheckte, sondern eher die Braune, gerne auch mit Horn und mit Weideglocke (aber nur die kleine Schelle, nicht zu verwechseln mit den großen Glocken, welche nur zur Viehscheid getragen werden - damit es auch keine Probleme mit evtl. Anwohnern oder Tierschützern gibt)
3. Fleisch und Wurst kommen, angesichts einer ausgewogenen Ernährung, nicht täglich auf den Tisch und wenn, dann wird auch auf Herkunft/Qualität geachtet
4. vielleicht wähle ich irgendwann mal grün :-)

Bei der ganzen Diskussion werden viele verschiedene Diskussionspunkte angesprochen:
gesunde Ernährung, Klimawandel, Bevölkerungsentwicklung, Massentierhaltung/Tierquälerei/Tötung usw.

Nehmen wir doch mal das Argument der Tierhaltung/Tötung
Massentierhaltung. Es wird immer gesprochen, dass 99% des Fleisches aus Massentierhaltung kommt. In Deutschland? Weltweit? Geflügel? Schwein? Rind? Wie definiere ich Massentierhaltung/Intensive Tierhaltung? Gibt bestimmt irgendeinen Maßstab (Relation Großvieheinheit./.Hektar betriebl. landwirtschaftl. Nutzfläche)... Bleiben wir doch mal in Deutschland. Bei der Rinderhaltung. Geflügel und Schwein wird bestimmt in der überwiegenden Anzahl in Massentierhaltung "produziert". Rinder hingegen werden, zumindest in Südwestdeutschland, nur in etwa 50 Prozent in Beständen mit mehr als 100 Tieren gehalten. Es existieren noch viele Familienbetriebe (ich glaube, in Bayern liegt der Durchschnitt bei 32 Milchkühen/Betrieb). Die neuen, modernen Laufställe haben nichts mehr mit den alten dunklen Anbindeställen von früher gemeinsam, in denen die Tiere im Winter nicht mal Tageslicht sahen. Viele Molkereien fordern von den Landwirten mittlerweile eh schon strenge Auflagen zwecks Tierhaltung. Massentierhaltung wird häufig mit Missständen gleich gesetzt und als Synonym für eine nicht tiergerechte Haltung. Stehen grosse Bestände und Tierschutz wirklich immer im Widerspruch zueinander? Allein die Anzahl von Tieren muss nichts über das Wohlbefinden oder die tiergerechte Haltung aussagen. Wobei "gerecht" hier wahrscheinlich auch, je nachdem welcher Fraktion man angehört, unterschiedlich ausgelegt wird. Ganz wohl, ehrlich gesagt, ist mir bei den riesigen "Agrarfabriken" mit tausenden von Rindern aber auch nicht. Profit steht, wie bei Konzernen üblich, ganz oben. Die Kuh wird zum Hochleistungsprodukt. Ökonomisch gesehen nach dem dritten Kalb am Ende. Ich hoffe, dass langsam ein Umdenken in den Köpfen der Verantwortlichen einsetzt.

Gehen wir mal hypothetisch davon aus, ganz Deutschland stellt den Fleischkonsum ein. Komplett. Weideflächen verschwinden, da der Mensch nun mal kein Gras frisst. Angebaut wird nur noch Getreide, Gemüse. Noch mehr Monokulturen also. Was sagen da unsere Umweltfreunde zu Fauna und Flora? Langfristig verändert sich unser Landschaftsbild dadurch nachhaltig.
Schon jetzt werden in manchen Gegenden überwiegend nur noch Rohstoffe (Mais etc.) zur Stromerzeugung in Biogasanlagen angebaut und stehen dafür auch in scharfer Kritik. Wir verwenden also kostbares Getreide zur Stromgewinnung statt den Hunger der Welt zu bekämpfen. Okay, dafür können wir bei Kohle-/Atomstrom einsparen (oder im Ausland zukaufen?). Kann man auch alles zwiespältig sehen.

Ich denke, wir müssen, wie bei allem im Leben, die Kirche im Dorf lassen. Jeder soll sich ernähren, wie er für richtig hält. Eine gewisse Sensibilisierung kann jedoch nicht schaden. Es muss nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch. Wie in vorigen Beiträgen schon erwähnt, gab es bei der Generation unser Großmütter nur Sonntags Fleisch (und evtl. Montags, falls was übrig blieb). Den Rest der Woche Kartoffel und Milch, Milch und Kartoffel. Allerdings aus Not. In der Nachkriegszeit. Nicht aus freier Überzeugung. Wir sind in der glücklichen Lage, selbst zu wählen, was auf den Tisch kommt. Und so soll es auch bleiben.
Ich bin jedoch der Meinung, landwirtschaftliche Produkte, egal welcher Art, sollten einen angemessenen Preis haben. Muss der Liter Milch für unter 50 Ct. zu haben sein? Oder Fleisch zu Schleuderpreisen? Ich will jetzt aber keine weitere Diskussion zu Milchquote etc. lostreten. Ich für mich achte, wo und was ich einkaufe. Hier auf dem Land habe ich dazu die Möglichkeit: Eier von freilaufenden, im Dreck scharrenden Hühnern. Fleisch direkt vom Hofladen oder von der Metzgerei, welche ausschließlich regionale Produkte vermarktet. Gerne zahle ich dafür mehr :-)

Verbesserungen gäbe es sicherlich hinsichtlich zu Regelungen bei Haltung (Legehennen!), Schlachtbedingungen, Tiertransporten usw. Da bin ich mir durchaus bewusst. Aber die gibt es für soooo viele andere, wichtige Bereiche des Lebens ebenso.

Ich versuche so zu leben, dass ich es mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Dazu zählen nicht nur Essgewohnheiten, sondern vor allem auch Konsumverhalten. Wieviel Tonnen Lebensmittel wirft Deutschland täglich weg? Wieviel sinnloses Zeug kaufen wir täglich ein? Muss es schon wieder ein neues Smartphone/TV/wasweißich sein? Für die einen JA, für mich NEIN. Ist aber Erziehungs- und Einstellungssache. Bin halt Schwabe :-)

Ob nun Veganer/Vegetarier die Welt retten? Den Regenwolken den Weg nach Afrika ebnen?

Bergziege a.D.
12.09.2016, 00:28
So, ich oute mich zuerst mal:
1. ich zähle mich zur Kategorie "Allesfresser"
2. ich bevorzuge nicht die Schwarzgescheckte, sondern eher die Braune, gerne auch mit Horn und mit Weideglocke (aber nur die kleine Schelle, nicht zu verwechseln mit den großen Glocken, welche nur zur Viehscheid getragen werden - damit es auch keine Probleme mit evtl. Anwohnern oder Tierschützern gibt)
3. Fleisch und Wurst kommen, angesichts einer ausgewogenen Ernährung, nicht täglich auf den Tisch und wenn, dann wird auch auf Herkunft/Qualität geachtet
4. vielleicht wähle ich irgendwann mal grün :-)

Bei der ganzen Diskussion werden viele verschiedene Diskussionspunkte angesprochen:
gesunde Ernährung, Klimawandel, Bevölkerungsentwicklung, Massentierhaltung/Tierquälerei/Tötung usw.

Nehmen wir doch mal das Argument der Tierhaltung/Tötung
Massentierhaltung. Es wird immer gesprochen, dass 99% des Fleisches aus Massentierhaltung kommt. In Deutschland? Weltweit? Geflügel? Schwein? Rind? Wie definiere ich Massentierhaltung/Intensive Tierhaltung? Gibt bestimmt irgendeinen Maßstab (Relation Großvieheinheit./.Hektar betriebl. landwirtschaftl. Nutzfläche)... Bleiben wir doch mal in Deutschland. Bei der Rinderhaltung. Geflügel und Schwein wird bestimmt in der überwiegenden Anzahl in Massentierhaltung "produziert". Rinder hingegen werden, zumindest in Südwestdeutschland, nur in etwa 50 Prozent in Beständen mit mehr als 100 Tieren gehalten. Es existieren noch viele Familienbetriebe (ich glaube, in Bayern liegt der Durchschnitt bei 32 Milchkühen/Betrieb). Die neuen, modernen Laufställe haben nichts mehr mit den alten dunklen Anbindeställen von früher gemeinsam, in denen die Tiere im Winter nicht mal Tageslicht sahen. Viele Molkereien fordern von den Landwirten mittlerweile eh schon strenge Auflagen zwecks Tierhaltung. Massentierhaltung wird häufig mit Missständen gleich gesetzt und als Synonym für eine nicht tiergerechte Haltung. Stehen grosse Bestände und Tierschutz wirklich immer im Widerspruch zueinander? Allein die Anzahl von Tieren muss nichts über das Wohlbefinden oder die tiergerechte Haltung aussagen. Wobei "gerecht" hier wahrscheinlich auch, je nachdem welcher Fraktion man angehört, unterschiedlich ausgelegt wird. Ganz wohl, ehrlich gesagt, ist mir bei den riesigen "Agrarfabriken" mit tausenden von Rindern aber auch nicht. Profit steht, wie bei Konzernen üblich, ganz oben. Die Kuh wird zum Hochleistungsprodukt. Ökonomisch gesehen nach dem dritten Kalb am Ende. Ich hoffe, dass langsam ein Umdenken in den Köpfen der Verantwortlichen einsetzt.

Gehen wir mal hypothetisch davon aus, ganz Deutschland stellt den Fleischkonsum ein. Komplett. Weideflächen verschwinden, da der Mensch nun mal kein Gras frisst. Angebaut wird nur noch Getreide, Gemüse. Noch mehr Monokulturen also. Was sagen da unsere Umweltfreunde zu Fauna und Flora? Langfristig verändert sich unser Landschaftsbild dadurch nachhaltig.
Schon jetzt werden in manchen Gegenden überwiegend nur noch Rohstoffe (Mais etc.) zur Stromerzeugung in Biogasanlagen angebaut und stehen dafür auch in scharfer Kritik. Wir verwenden also kostbares Getreide zur Stromgewinnung statt den Hunger der Welt zu bekämpfen. Okay, dafür können wir bei Kohle-/Atomstrom einsparen (oder im Ausland zukaufen?). Kann man auch alles zwiespältig sehen.

Ich denke, wir müssen, wie bei allem im Leben, die Kirche im Dorf lassen. Jeder soll sich ernähren, wie er für richtig hält. Eine gewisse Sensibilisierung kann jedoch nicht schaden. Es muss nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch. Wie in vorigen Beiträgen schon erwähnt, gab es bei der Generation unser Großmütter nur Sonntags Fleisch (und evtl. Montags, falls was übrig blieb). Den Rest der Woche Kartoffel und Milch, Milch und Kartoffel. Allerdings aus Not. In der Nachkriegszeit. Nicht aus freier Überzeugung. Wir sind in der glücklichen Lage, selbst zu wählen, was auf den Tisch kommt. Und so soll es auch bleiben.
Ich bin jedoch der Meinung, landwirtschaftliche Produkte, egal welcher Art, sollten einen angemessenen Preis haben. Muss der Liter Milch für unter 50 Ct. zu haben sein? Oder Fleisch zu Schleuderpreisen? Ich will jetzt aber keine weitere Diskussion zu Milchquote etc. lostreten. Ich für mich achte, wo und was ich einkaufe. Hier auf dem Land habe ich dazu die Möglichkeit: Eier von freilaufenden, im Dreck scharrenden Hühnern. Fleisch direkt vom Hofladen oder von der Metzgerei, welche ausschließlich regionale Produkte vermarktet. Gerne zahle ich dafür mehr :-)

Verbesserungen gäbe es sicherlich hinsichtlich zu Regelungen bei Haltung (Legehennen!), Schlachtbedingungen, Tiertransporten usw. Da bin ich mir durchaus bewusst. Aber die gibt es für soooo viele andere, wichtige Bereiche des Lebens ebenso.

Ich versuche so zu leben, dass ich es mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Dazu zählen nicht nur Essgewohnheiten, sondern vor allem auch Konsumverhalten. Wieviel Tonnen Lebensmittel wirft Deutschland täglich weg? Wieviel sinnloses Zeug kaufen wir täglich ein? Muss es schon wieder ein neues Smartphone/TV/wasweißich sein? Für die einen JA, für mich NEIN. Ist aber Erziehungs- und Einstellungssache. Bin halt Schwabe :-)

Ob nun Veganer/Vegetarier die Welt retten? Den Regenwolken den Weg nach Afrika ebnen? ...

Reflex
12.09.2016, 06:05
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Und was ist mit den Millionen gesunden Veganern? Unterstellst du denen etwa, sie würden heimlich alle Pillen nehmen? Nee sorry.
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Es gebt mehrere Organisationen (unter anderem Peta), die vegane Ernährungspläne propagieren, die von vornherein davon ausgehen, dass man permanent bestimmte Stoffe zu supplementieren muss.

tinyworld
12.09.2016, 08:46
Ich denke auch, leben und leben lassen... ich esse überwiegend vegetarisch, aber auch gerne mal ein Steak, schwanke dabei zwischen Metzger und dem tollen türkischen Laden mit dem genialen Obst. Beim Metztger weiß ich von Freilandhaltung, beim Türken ehrlich gesagt nicht, müsste ich mal nachfragen. Da das Fleisch aber relativ teuer ist hoffe ich mal dass es dort ähnlich ist.

Ich kenne relativ viele Veganer. ALLE substituieren, viele sind sogar wegen Mangelerscheinungen/Kraftlosigkeit trotz Substitution wieder davon abgekommen. Und ja, auch mich nervt das wirklich ein Großteil der Veganer sich auf einer missionarisches Mission zu befinden scheinen. An unserer Hochzeit hat die Partnerin meines Onkels über eine halbe Stunde! auf unseren damals 10jährigen Sohn eingeredet und ihn versucht vom veganen Essen zu überreden. Da ist mir mal dezent die Hutschnur hochgegangen.

Jeder wie er will, natürlich wäre es toll wenn man etwas bewusster Essen würde. Aber ich denke dass das in "unserer" Bildungsschickt schon häufig der Fall ist. Und leider können sich eben nicht alle Menschen teures BioFleisch leisten. Klar, man kann natürlich sagen: Dann esst kein Fleisch, aber ich verstehe auch dass sich diese Menschen nicht bereit sind komplett darauf zu verzichten :-nix

Fr.Pelz
12.09.2016, 12:53
Soso... Warum gibt es bei dir eigentlich immer nur 0% oder 100%

Wo habe ich das denn gesagt? Man kann sich natürlich auch in virtuelle Dinge reinsteigern, wenn man immer nur die Hälfte liest. Das Optimum wäre der völlige Verzicht. Dass das nicht jeder schafft, vor allem heutzutage, wo alles auf Fleischkonsum ausgelegt ist, ist doch klar. Ich esse just in diesem Moment ein Mozzarella-Brötchen, weil ich mein Mittagessen zu Hause vergessen habe und der hiesige Bäcker nichts Veganes im Angebot hat. Aber ganz zu Anfang habe ich auch schon gesagt, dass es mir um die Erkenntnis geht, dass Fleischkonsum schädlich ist. Dass eine Partei, die nur daran erinnert und einen Vorschlag gemacht hat, wie eventuell ein mü weniger Fleisch gegessen werden könnte, eben auch nicht daran schuld ist, dass Fleischkonsum schädlich ist.

Auch die aktuelle Regierung WEIß übrigens von der Tatsache, setzt aber diesbezüglich kein Gesetz durch. Und das nicht, weil sie keine böse vorschriftspartei wie die Grünen sein wollen, sondern weil es natürlich (wer hätte das gedacht) zu Umsatzeinbußen der Fleischindustrie kommen würde. Exzellenter Lobbyismus, der da betrieben wurde.
http://m.dw.com/de/geringer-fleischkonsum-aus-klimaschutzplan-gestrichen/a-19530320

Und zu den Tabletten, da hätte ich mich vielleicht klarer ausdrücken sollen. Vitamin B12 muss natürlich supplementiert werden, aber , wenn man sich seine Mahlzeiten mit etwas Köpfchen zusammenstellt, nichts darüber hinaus.

Und das ist bei omnivorer Ernährung bis auf das b12 genauso. Die Ironie an der Geschichte ist ja, dass das b12 den Kühen auch bloß gespritzt wird, weil die Böden schon lange nicht mehr genug davon enthalten. Ob ich also erst die Kuh esse oder gleich die Tablette, ist grad egal. Und die Omnivoren haben auch sehr häufig nährstoffmangel. Ich habe dauernd Patienten mit Eisenmangelanämie, die Fleisch essen. Mein eigener Sohn isst 3Xwoche Fleisch in der Kita und hat b12-Mangel. Das fällt natürlich nicht auf, wenn man nicht testet.

Heerestorte
12.09.2016, 12:59
Pelz, überprüfst du deine eigenen Fakten eigentlich?
In Posting 15 waren es noch 70-250l Wasser für 1 Kg Fleisch, in Posting 46 plötzlich 5000 Liter.

Fr.Pelz
12.09.2016, 13:50
Ja. Du darfst ja gerne einfach mal auf den in posting 46 angegeben Link klicken. Da wird dann der Begriff des virtuellen Wassers erklärt, der deutlich macht, dass in der Erzeugung von Fleisch natürlich insgesamt viel mehr Wasser verbraucht wird, als das Vieh täglich trinkt.