Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weiterbildung in Teilzeit/Reform der WBO
Briefe waren nicht das Problem. Aber Bettenorganisation (jaja...!), Befunden hinterhertelefonieren, immer parat stehen für irgendwelche Fragen von wem auch immer, Akten suchen... Das waren täglich mindestens vier Stunden. Schwachsinn so was.
Feuerblick
04.12.2016, 15:04
Akten suchen war nicht mein Job (hab ich verweigert), Betten organisieren mussten wir nicht, weil eigenständige Klinik. Befunden hinterhertelefonieren? Warum? Befunde nicht da, aber wichtig? Keine OP... Oder Patient organisiert es selbst.
Parat stehen für Fragen - gerne, wenn ich Zeit hatte. Nie im Leben waren das vier Stunden am Tag! Zum Glück hatte ich keine Chefs, die sowas erwartet haben.
Heute würde ich das nicht mehr mitmachen. Damals steckte man halt in der "ist eben so" Mühle mit drin. Und Patienten auflaufen lassen wegen mangelnder Struktur im Krankenhaus, das konnte ich einfach noch nie. Bin jedenfalls froh, mit diesem Beschäftigungsfeld nix mehr am Hut zu haben.
Feuerblick
04.12.2016, 15:36
Aber das war ja auch das, was ich meinte mit "Weiterbildung verbessern und schauen, dass auch weitergebildet wird".
Wobei ich jetzt nicht fand, dass ich in der Praxis nach fünf Jahren Klinik wirklich Essentielles dazugelernt hätte. Von der Behandlung der simplen Konjunktivitis mal abgesehen.
Dennoch - es kann nicht sein, dass der Assistenzarzt nix lernt und stattdessen Sekretärin spielt. Viele Kliniken haben das schon kapiert. Der Rest müsste eben mal streng überprüft werden.
Das mit den Kernkompetenzen ist ja auch so eine Sache: wer bestimmt denn, wieviel man machen muss, und wie gut man dabei ist? Wenn man sich mal Zusatzbezeichnungen ansieht, wo mehrere Fachverbände ihre Fingerchen im Spiel haben:
Thema Lumbalpunktionen: die Neurologen sagen - 100 gefordert. Die Neurochirurgen meinen, dass 5 reichen. ;-)
Und nun?
Das nenne ich eine Ansage :-))
Wobei ich da dann doch eine Art Kontrolle erforderlich halte. Du wärest bestimmt begeistert von jährlichen Prüfungen, um Deine Kompetenz zu präsentieren? ;-)
Wäre kein Problem für mich, ehrlich :-)
(ist halt einfach ein Unterschied ja, Psychiatrie ist nicht zu vergleichen mit anderen Fächern ;-))
....ich beweise meine Kompetenz ohnehin jeden Tag aufs neue...in der Patientenversorgung :-)
nur leider darf ich nicht die entsprechenden Ziffern abrechnen, da mir der FA dazu fehlt....
Aber auch in der Psychiatrie sammelt man bei weniger Arbeitszeit nunmal weniger Erfahrung.
Dass es Stellen gibt, in denen man mehr lernt, und Stellen, in denen man weniger lernt, ist doch völlig logisch. Aber bei gegebener Stelle lernt man bei 50% der Arbeitszeit nunmal weniger als bei 100% der Arbeitszeit. Da es unmöglich ist, das sinnvoll zu quantifizieren oder zu prüfen, hat man halt Mindestzeiten definiert. Diese Mindestzeiten gibt es natürlich auch in völlig kompetenzbasierten Systemen - auch in den USA oder in Kanada kann man nicht schneller Facharzt werden, nur weil man die Kompetenzen vielleicht schon vorzeitig erlangt hat.
Christoph_A
05.12.2016, 17:55
Zur Ursprungsfrage des threads: von der Idee halt ich mal so gar nix. Boostert nur typisches ypsiloner Verhalten. Möglichst viel Ertrag für möglichst 0 Aufwand. Während andere hier ackern, soll mit halber Kraft der gleiche Ertrag erbracht werden. Witzlos. Beruf ist Beruf und privat ist privat. Wer sich nicht entscheiden kann, was er will braucht halt länger, ist nur gerecht.
Auch wie bereits hier thematisiert, wo zieht man die Kermkompetenzgrenzen, wann werden welche Kernabschnitte wie geprüft? Und wo sollen die ganzen Prüfer herkommen? Und wie kann man Kompetenzen wie Erfahrung und Bauchgefühl, die oft den Unterschied ausmachen in ner Prüfung kontrollieren?
Alles komplett hahnebüchen, aber halt im medizinischen Zeitgeist angesiedelt!
Ein Facharzt ist in Vollzeit zu absolvieren, das ist eine ernstzunehmende Ausbildung und kein Heiteitei Kuschelbetrieb wo man 2.5 Tage die Woche vorbeischneit um dann möglichst überpünktlich wieder heimzugehen und sich die zwischendrin laut zeternd die Rosinen rauszupicken, während die Vollzeitler den ganzen niederen Tätigkeitsramsch machen sollen.
vanilleeis
05.12.2016, 18:10
Möglichst viel Ertrag für möglichst 0 Aufwand. Während andere hier ackern, soll mit halber Kraft der gleiche Ertrag erbracht werden. Witzlos. (...)
Ein Facharzt ist in Vollzeit zu absolvieren, das ist eine ernstzunehmende Ausbildung und kein Heiteitei Kuschelbetrieb wo man 2.5 Tage die Woche vorbeischneit um dann möglichst überpünktlich wieder heimzugehen und sich die zwischendrin laut zeternd die Rosinen rauszupicken, während die Vollzeitler den ganzen niederen Tätigkeitsramsch machen sollen.
Merkwürdige Haltung.
Christoph_A
05.12.2016, 18:23
Inwieweit?
vanilleeis
05.12.2016, 19:15
Warum sollte eine FA-Ausbildung zwingend in Vollzeit erfolgen?
Was soll so ein Satz von wegen "Wer sich nicht entscheiden kann, was er will braucht halt länger, ist nur gerecht."? Seit wann muss ich mich zwischen FA-Ausbildung und Familie entscheiden?
Dein Posting beinhaltet so viele Angriffe auf Weiterbildungsassistenten/-innen in Teilzeit, dass einem das Gruseln kommen könnte, wenn mir die damit transportierte Meinung eines einzelnen (frustrierten?) nicht so egal wäre
Feuerblick
05.12.2016, 19:18
Dass du dich entscheiden musst, hat Christoph nicht geschrieben. Er hat lediglich geschrieben, dass man eben länger braucht, wenn man FA und Familie haben möchte. Und das halte ich genau wie er für in den allermeisten Fällen völlig in Ordnung. Eine FA-Ausbildung muss nicht in Vollzeit erfolgen, aber wer Teilzeit haben möchte, der muss eben auch damit zurechtkommen, dass es dann länger dauert. Nur die Rosinen (Teilzeit und trotzdem in gleicher Zeit fertig) rauspicken ist denen gegenüber nicht fair, die die gesamte Zeit "absitzen" müssen.
vanilleeis
05.12.2016, 19:20
Er schreibt aber auch "Ein Facharzt ist in Vollzeit zu absolvieren". Ich verstehe ihn da deutlich anders
Feuerblick
05.12.2016, 19:26
Doppelte Zeit bei Teilzeit ist am Ende ja dann auch Vollzeit...
Christoph_A
05.12.2016, 20:16
@ Vanilleeis: Oh, hab ich da etwa nen Nerv getroffen? Dafür, daß Dir meine Meinung ach so egal ist, wirst Du a) ziemlich persönlich und b) zu emotional.
Ich sagte mitnichten, daß der FA in Teilzeit nicht zu schaffen ist, ich sagte lediglich, daß man sich entscheiden muß und nicht alles haben kann den FA in kürzester Zeit und ne Familie. Die Enttscheidung muß jeder für sich selbst treffen, in Teilzeit dauerts halt länger, ist ja nicht schlimm, hat niemand hier behauptet!
Und was daran ein Angriff auf Teilzeitassistenten ( das gedendere is nicht so mein Ding, laß ich den Bubble- Bewohnern der Linksgrünfraktion) ist, musst Du mir bitte erst mal erläutern.
Einfach nur aufschreien ist nicht immer genug.....:-keks
Ein Facharzt ist in Vollzeit zu absolvieren, das ist eine ernstzunehmende Ausbildung und kein Heiteitei Kuschelbetrieb wo man 2.5 Tage die Woche vorbeischneit um dann möglichst überpünktlich wieder heimzugehen und sich die zwischendrin laut zeternd die Rosinen rauszupicken, während die Vollzeitler den ganzen niederen Tätigkeitsramsch machen sollen.
Das ist ein einziger Angriff, weil Du hiermit pauschal allen TZ-WBAs diese Haltung unterstellst. Auf diejenigen bezogen, die evtl tatsächlich diese Haltung haben könnten, inhaltlich zwar richtig, aber in der Wortwahl vielleicht dennoch zu überdenken ;-)
Ein Facharzt ist in Vollzeit zu absolvieren, das ist eine ernstzunehmende Ausbildung und kein Heiteitei Kuschelbetrieb wo man 2.5 Tage die Woche vorbeischneit um dann möglichst überpünktlich wieder heimzugehen und sich die zwischendrin laut zeternd die Rosinen rauszupicken, während die Vollzeitler den ganzen niederen Tätigkeitsramsch machen sollen.
Das ist ein einziger Angriff, weil Du hiermit pauschal allen TZ-WBAs diese Haltung unterstellst. Auf diejenigen bezogen, die evtl tatsächlich diese Haltung haben könnten, inhaltlich zwar richtig, aber in der Wortwahl vielleicht dennoch zu überdenken ;-)
Christoph_A
05.12.2016, 20:29
Doppelpost. Und nein, ich überdenke meine Wortwahl sicher nicht! Und nein, ich unterstelle nichts pauschal, ich sagte nur, diese Forderungen nach gleichschneller Weiterbildung in Teilzeit zu Vollzeit sind utopisch und klingen nach Yler Rosinenpickerei. Das ist meine Meinung und zu der steh ich auch!
Ok, hast du nicht gesagt wenn du nur das meinst, ist es ok. Aber die Unterstellung, Teilzeitler sähen sich für niedere Aufgaben nicht gemacht (nichts Anderes impliziert ja Dein Text) und wollten überall nur das Beste abgreifen, ist nicht nur nicht richtig (Einzelfälle wie auch bei Vollzeitlern ganz genauso ausgenommen) sondern auch wie eben von dir vorgetragen absolut pauschal gewesen.
Ich bin völlig bei Dir, dass man für die Hälfte Arbeit, Weiterbildung etc nicht das Gleiche herausbekommen sollte, ich bekomme ja schließlich auch zu Recht nur 50% Gehalt (warum eigentlich? Ungerecht :-)) ), klar wird einem auch nicht alles für den FA so anerkannt, wäre ja völlig absurd. Aber die überhebliche Art Deines Vortragens hier stößt mir tatsächlich auf, zumal keine der mir bekannten "Teilzeit-Muttis" dieses von Dir beschriebenene Verhalten je an den Tag legte.
Ok, hast du nicht gesagt wenn du nur das meinst, ist es ok. Aber die Unterstellung, Teilzeitler sähen sich für niedere Aufgaben nicht gemacht (nichts Anderes impliziert ja Dein Text) und wollten überall nur das Beste abgreifen, ist nicht nur nicht richtig (Einzelfälle wie auch bei Vollzeitlern ganz genauso ausgenommen) sondern auch wie eben von dir vorgetragen absolut pauschal gewesen.
Ich bin völlig bei Dir, dass man für die Hälfte Arbeit, Weiterbildung etc nicht das Gleiche herausbekommen sollte, ich bekomme ja schließlich auch zu Recht nur 50% Gehalt (warum eigentlich? Ungerecht :-)) ), klar wird einem auch nicht alles für den FA so anerkannt, wäre ja völlig absurd. Aber die überhebliche Art Deines Vortragens hier stößt mir tatsächlich auf, zumal keine der mir bekannten "Teilzeit-Muttis" dieses von Dir beschriebenene Verhalten je an den Tag legte.
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