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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verzweifelt wegen Studienwahl - 24 zu alt?



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Katallina
02.09.2017, 18:57
Leute, ich bin absolut verzweifelt.



Ich habe meine Matura in Österreich (Nähe Wien in Niederösterreich) 2011 im Alter von 18 Jahren abgeschlossen. Mein Notendurchschnitt war 1,8. 

Wenn mich jemand gefragt hat, habe ich immer gesagt, dass ich gerne einmal Kinderärztin werden würde. Lehramt war aber auch eine Option. Nach dem Abi bin ich 1 Jahr gereist, habe ein bisschen gearbeitet und viel gelernt, 2012 den MedAt versucht, allerdings ganz knapp (2 Ränge zu schlecht) nicht geschafft. 
Das Gleiche dann noch ein Jahr. Wieder knapp nicht drin (6 Ränge zu schlecht). 
Ich war verzweifelt und habe dann beschlossen, Lehramt (Sport+Deutsch) zu studieren und habe mir das Medizinstudium und auch den Beruf Mediziner richtig schlecht geredet (keine Zeit, viel Lernen, psychisch anstrengend…). Hier in Wien hat das Lehramtsstudium eine Mindestzeit von 6 Jahren. Ich habe also vor mich hin studiert, zu Beginn ganz lustig alles war neu, aber je weiter ich im Studium vorankam, desto mehr hatte das Gefühl das ich absolut Nichts lerne. Alle Prüfungen konnte man sich irgendwie 3 Tage zuvor ins Hirn quetschen, es waren teilweise richtig unnötige Sachen, ich war oft den ganzen Tag unterwegs oder beschäftigt und hab mich aber trotzdem leer gefühlt und als ob ich absolut nichts Sinnvolles lernen würde!
Da in Wien großer Lehrermangel ist, und auch die Lehrerinnenbildung reformiert wurde (Lehrer alles Schulstufen werden gemeinsam ausgebildet), habe ich auch schon 1 Jahr 12 Stunden an einer Mittelschule unterrichtet. Und ganz ehrlich - es hat mir überhaupt nicht gefallen. Ich habe immer schon mit Kindern gearbeitet, ich weiß, dass ich auch als Lehrerin gut war, die Direktorin hat mich total gelobt, aber ich will und kann das auf gar keinen Fall mein Leben lang machen!
Es war mir immer schon irgendwie bewusst, aber ich habe versucht, es zu verdrängen und mir den Lehrerberuf schön zu reden!


Nun ja, je näher das neue Semester kommt, desto mehr merke ich, welch Abneigung ich gegen mein derzeitiges Studium habe und wie sehr ich unbedingt Medizin studieren möchte!

Natürlich ärgere ich mich: Ich hätte den MedAt weiter versuchen sollen, im Ausland studieren oder zumindest derzeit arbeiten gehen und Geld verdienen! Andererseits denke ich mir; ich bin jetzt 24, es ist blöd gelaufen, aber es ist muss zu schaffen sein. Lieber 6 Jahre im Leben „verschenken“, dafür dann den Rest des Lebens zufrieden sein. Ich weiß genau, wie sehr mich der Arzt-Beruf ausfüllen würde und was er mir alles geben würde….und ich denke, auch wenn ich erst mit 30 mit dem Studium fertig bin, kann ich noch in der Assistenzarztzeit Kinder kriegen, das klappt sicher irgendwie!



So, also nun konkret: 
24 Jahre, 12 Wartesemester, DN 1,8, noch nie in Deutschland studiert. Mein Abschluss des Lehramtsstudiums in Wien wäre nächstes Jahr oder übernächstes Jahr.


Wunsch: Humanmedizin, egal wo.



Was soll ich eurer Meinung nach tun?
Die Grenze für Wartesemester Human liegt momentan liegt bei 14, für Zahn bei 12. Soll ich mich zum SS für Zahnmedizin bewerben und hoffe, irgendwann darüber zu Human zu kommen?
Soll ich 1 Jahr warten und hoffen, dass es bei 14 Wartesemester erstmal bleibt? Soll ich dann lieber hier arbeiten gehen und Geld verdienen oder mein Studium fertig machen?



Ich bin komplett verzweifelt…und freue mich über jeden Tip!



Gleich vorweg: Für Privatunis habe ich leider kein Geld, zudem würde ich da auch eher ungern studieren…

minifussel
02.09.2017, 19:24
Liebe Katallina, erstmal herzlich Willkommen. Bei mir war es ähnlich. Ich wußte schon immer, dass ich Ärztin werden möchte aber es kam erstmal doch anders (nicht ganz von mir anbhängig). Ich habe Pflege und Notfallmedizin studiert (in Polen studiert man, um Notfallsani zu werden), habe Pflege mit Master und Notfallsani mit einem Bachelorabschluss abgeschlossen.

Und jetzt, nachdem ich mein Leben in Deutschland geordnet habe, Kinder zur Welt gebracht habe, etc. habe ich mir mit 30 meinen Wunsch erfüllt - ich habe eine Zusage für WS 2017. Und ich könnte einfach nicht glücklicher sein.

Mein Rat für Dich - warte, bis du Medizin studieren kannst. Ein Wechsel von Zahmed soll sehr schwierig sein (habe mir sagen lassen, habe keinerlei Erfahrungen) und wenn es nicht dein Wunsch ist, Zahnärztin zu sein, lass es. 24 ist noch kein Alter :)

Coxy-Baby
02.09.2017, 20:10


Wenn mich jemand gefragt hat, habe ich immer gesagt, dass ich gerne einmal Kinderärztin werden würde. ...Ich weiß genau, wie sehr mich der Arzt-Beruf ausfüllen würde und was er mir alles geben würde….


Wieviel Praktika hast du schon gemacht, um reale Einblicke ins Leben eines Arztes zu bekommen?

Ansonsten würde ich auch empfehlen, zu warten um definitiv einen Humanmedizinplatz zu bekommen, egal wo.

S.Pearce
02.09.2017, 20:26
Hallöchen :)

24 ist definitiv kein Alter wo man sagen muss "es ist zu spät". Gerade bei Medizin. Ich hab im Gegensatz zu dir mein Abitur erst nachgeholt und war dann mit 23/24 fertig, habe nun 1 Jahr gewartet und meine Zulassung gestern vorab erhalten. Jetzt werde ich nächste Woche 25 und werde dementsprechend auch erst mit 25 anfangen. Klar ist das im Vergleich zu anderen "spät", da viele aber 7-8 Jahre warten mussten bevor es losgehen konnte, quasi genau im Rahmen.

Wenn du es willst, mach es.. unglücklich sein im Job zahlt sich niemals aus. Da kann man verdienen wie man will..

LG

SarahManning
03.09.2017, 07:05
Hast du eine Möglichkeit, einer Kinderärztin Fragen zu ihrem Beruf zu stellen? Vielleicht ist dieser Beruf ganz anders als du ihn dir vorstellst?

davo
03.09.2017, 08:43
MedAT-H. Wenn du zweimal so knapp an der Grenze vorbeigeschrammt bist, musst du genau analysieren, in welchen Bereichen du noch Verbesserungspotenzial hast, und dann dort üben bis zum Umfallen.

Zahnmedizin in Deutschland ist IMHO keine gute Idee. Zum WS 2018/19 wirst du höchstwahrscheinlich einen Humanmedizin-Platz in Deutschland bekommen. Allerdings hat das Studium in Deutschland auch Nachteile: dauert ein halbes Jahr länger, ist mehr Aufwand, kein Abschluss mit Dr., usw. Ich würde also trotzdem erneut am MedAT-H teilnehmen, und zwar top vorbereitet.

Es besteht natürlich tatsächlich die Gefahr, dass dir der Arztberuf in Wahrheit gar nicht gefällt. Ich an deiner Stelle würde deshalb unbedingt das Lehramtsstudium abschließen (das ist, da du in Österreich studierst, keinerlei Nachteil im Medizin-Bewerbungsverfahren, weder in Österreich noch in Deutschland) und außerdem mehrere kurze Schnupperpraktika in Krankenhäusern und bei niedergelassenen Ärzten machen. Z.B. zwei Wochen investieren: 3 Tage Hausarzt, 2 Tage Allgemein- und Viszeralchirurgie, 3 Tage Innere Medizin, 2 Tage Psychiatrie. So kannst du dir innerhalb kurzer Zeit ein gutes Bild von den unterschiedlichen Settings machen. Solche Schnupperpraktika zu vereinbaren ist meiner Erfahrung nach sehr einfach.

Katallina
03.09.2017, 10:13
@Coxy-Baby

Ja, hab' ich schon! Sowohl Zahnarzt (Kinderzahnarzt) als auch Kinderarzt+im Krankenhaus und ich war total happy. War aber eben schon vor 3-4 Jahren, aber ich bin mir sicher, dass es sich nicht verändert hat seitdem!

Katallina
03.09.2017, 10:14
Hallöchen :)

24 ist definitiv kein Alter wo man sagen muss "es ist zu spät". Gerade bei Medizin. Ich hab im Gegensatz zu dir mein Abitur erst nachgeholt und war dann mit 23/24 fertig, habe nun 1 Jahr gewartet und meine Zulassung gestern vorab erhalten. Jetzt werde ich nächste Woche 25 und werde dementsprechend auch erst mit 25 anfangen. Klar ist das im Vergleich zu anderen "spät", da viele aber 7-8 Jahre warten mussten bevor es losgehen konnte, quasi genau im Rahmen.

Wenn du es willst, mach es.. unglücklich sein im Job zahlt sich niemals aus. Da kann man verdienen wie man will..

LG


Vielen lieben Dank, das freut mich, dass ich dann nicht der Oldie bin ;)

Katallina
03.09.2017, 10:15
@ Sarah Manning, ich habe bereits Praktika gemacht und es war super!

Katallina
03.09.2017, 10:33
@ Sarah Manning, ich habe bereits Praktika gemacht und es war super!

Katallina
03.09.2017, 10:52
@davo

Bei mir wars damals noch nicht der MedAT, sondern der EMS Test. Ich weiß es nicht sicher, aber ich glaube, der ist jetzt schon wieder etwas anders und die Zahl der Bewerber ist ja auch extrem gestiegen...

Wieso ist deiner Meinung nach keine gute Idee? Jetzt nur speziell für mein Profil oder generell?
Naja, in Wien schließt man das Humanmedizinstudium ja auch nicht mit Doktortitel ab?
Und ob es länger dauert, wär mir auch egal. Und schwerer macht auch nichts, solange ich es schaffe :P

Ich habe bereits 2013 bei einer Kinderzahnärztin, einem Kinderarzt sowie im Krankenhaus und in einer Klinik für Essgestörte Praktika gemacht und es hat mir super gefallen. Ich denke nicht, dass sich das bis jetzt geändert hat.

Die Zahnarztsache hat mir an sich schon auch gefallen. Aber ich finde irgendwie gerade auch Nachtdienste und "Notfälle" spannend, außerdem denke ich, liegt mir dieses Kleinhandwerkliche nicht so gut!

Wenn ich 1 Semester Zahnmedizin studiere, also zB im SS18 beginne und dann im WS18 mich nochmal extra für Human bewerbe, genommen werde und mir die Scheine anrechnen lasse, klappt das nicht, oder? Weil dann wäre ich ja Zweitstudienbewerber...

Feuerblick
03.09.2017, 10:59
Zweitstudienbewerber bist du nur, wenn du das Erststudium abgeschlossen hast. Aber die meisten Unis haben inzwischen den Inhalt der Fächer so angepasst, dass sie nicht mehr äquivalent sind. Und dann ist mit Anrechnen Essig...

Solara
03.09.2017, 11:09
Das mit den Nachtdiensten und Notfällen spannend finden hält auch nur so lange, bis du Alleinverantwortliche da stehst.
Medizin und die Tätigkeit als Arzt ist nicht das non plus ultra.
Frag dich, was du vom Leben willst. Dem Beruf so viel Verantwortung fürs Glücklichsein aufzubürden ist nicht zielführend.
Klar ist es gut, wenn der Job Spaß macht, aber irgendwann wird alles routine, in jedem Job.

Feuerblick
03.09.2017, 11:12
Erfahrungsgemäß verlieren Nachtdienste und Notfälle auch ganz schnell ihren Reiz des Neuen und werden nur noch anstrengend und nervig. Vom Sozialleben, das deshalb draufgeht, wollen wir mal gar nicht anfangen.

davo
03.09.2017, 11:18
Wieso ist deiner Meinung nach keine gute Idee?

Weil der Wechsel von Zahnmedizin zu Humanmedizin sehr schwer ist. Das solltest du also nur dann machen, wenn du den Beruf Zahnarzt besser als den Beruf Arzt findest.


Naja, in Wien schließt man das Humanmedizinstudium ja auch nicht mit Doktortitel ab?

Doch, sicher. Steht doch gleich auf der Startseite des Studiengangs. Ein Diplomstudium mit Abschluss Dr. med. univ. - eine typisch österreichische Lösung halt :-p


Und ob es länger dauert, wär mir auch egal.

Mir wären mindestens €25k Verdienstentgang nicht egal. Aber gut, das muss jeder selbst wissen.


Weil dann wäre ich ja Zweitstudienbewerber...

Zweitstudienbewerber bist du in Deutschland dann, wenn du in Deutschland ein Studium abgeschlossen hast. (Du wärst es also nie, da du ja in Österreich studierst - sei froh drüber, denn sonst wäre die Zulassung viel schwerer.) In Österreich bist du auch "nie" Zweitstudienbewerber, da es für die Zulassung zum österreichischen Medizinstudium völlig egal ist, ob du schon ein Studium abgeschlossen hast oder nicht.

Also noch einmal: Wenn du Zahnmedizin studieren willst, ist der einfachste Weg, dich in Deutschland zum SS 2018 zu bewerben. Wenn du Humanmedizin studieren willst, ist der einfachste Weg, dich in Deutschland zum WS 2018/19 zu bewerben, aber du solltest dennoch auch ein Studium in Österreich (und somit eine Teilnahme am MedAT-H) in Erwägung ziehen, aus den von mir genannten Gründen. Du musst dich also eigentlich nur noch entscheiden, ob du Ärztin oder Zahnärztin werden willst. Kein Grund zu "verzweifeln" also :-p

Katallina
03.09.2017, 13:26
@davo

Oh, das mit dem abgeschlossenen Studium wusste ich nicht!

Und wegen den 25k. Ich könnte nächstes Jahr als Lehrerin beginnen, wenn ich stattdessen aber 6 Jahre Medizinstudium mache, habe ich auch einen Verlust von durchschnittlich 36k pro Jahr^^


Haha, und ich dachte, den Doktortitel kriegt an erst nachm Facharzt, außer eben bei Vet oder Zahn!

Also, aus deinem Post schließe ich dann, dass du denkst, dass ich nächstes Jahr sicher einen Platz für Humanmedizin in Deutschland kriegen sollte, mit 14 WS und DN von 1,8?

Eine Frage noch: Wenn ich aber im SS18 mit Zahn beginne und dann einfach die Scheine mach, die sich mit Humanmedizin überschneiden, mich dann im WS18 für Human bewerbe und reinkomme, dann kann ich mir die Scheine ja anrechnen lassen, oder? Also quasi nicht Studium wechseln, sondern wirklich neu bewerben. Wäre das keine Option?

Solara
03.09.2017, 13:32
Zu letzten Absatz: warum mit Zahnmedizin beginnen, wenn du doch Humanmedizin machen willst?

Informiere dich mal intensiv über beide Studiengänge in Ö und D - und darüber, was du eigentlich willst - irgendwie scheinst du mir da nicht wirklich sicher, was du überhaupt willst und warum.

Katallina
03.09.2017, 13:39
Warum? Na weil ich dann ein halbes Jahr "gewinnen" kann.

Und ich hab mich doch schon recht gut mit beiden auseinander gesetzt, hab das mit dem Dr. med. univ. halt "überlesen" bzw bin ich davon ausgegangen, dass gemeint ist, dass man NACH dem Facharzt diesen Titel hat, aber das ist ja jetzt auch nicht so wichtig.

Außerdem glaube ich, wenn ich nach dem Lehramtsstudium nochmal ein Medizinstudium auf mich nehme, zeigt das doch ganz gut, dass ich das wirklich will und nicht zwangsweise wegen des Geldes oder sonstigem mache.

dekubaum
03.09.2017, 13:45
Ich denke, du hast keine Ahnung was ein Arzt eigentlich macht, und dir geht es eher darum, einen unerfüllten Traum zu erfüllen. Das beobachte ich gerade bei vielen, vor allem weiblichen Akademikerinnen. Das sieht man übrigens auch daran, wie naiv du meinst einfach noch nebenbei Kinder kriegen zu können und das wird "schon irgendwie gehen".

Meiner Meinung nach sollten Wartesemester sowieso abgeschafft werden, jeder sollte sich vor Beginn des Studiums an Hand einer Prüfung beweisen müssen. Aber damit stosse ich hier wohl eh auf taube Ohren.

Feuerblick
03.09.2017, 13:45
Nochmal: An den meisten Unis ist ein Wechsel bzw. ein Anrechnenlassen nicht möglich! Du sparst also nichts...

@dekubaum: Warum sollten Ärztinnen denn keine Kinder bekommen können? Es geht tatsächlich mit etwas Organisation "schon irgendwie".