Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anstellungsmöglichkeiten in einigen Jahren - Zukunftsprognosen
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ehem-user-31012019-1024
18.09.2017, 19:50
Nächste Fragen:
Wieso sollte man einen Arztassistenten einstellen, wenn ein PJler oder Famulant dieselbe Arbeit in den meisten Fällen kostenlos macht?
Kann man den Bachelor mit dem Staatsexamen vergleichen?
Haben die physician assistants eine höhere Qualifikation als die Famulanten oder PJler?
Wird der physician assistant den Assistenzarzt also jemals ersetzen?
Ein physician assistant steht zuverlässig zur Verfügung, wenn die Stelle einmal geschaffen wurde, und nimmt teilweise Aufgaben eines Assistenzarztes ab. Bei deutlich weniger Gehalt. Viele kleinere Kliniken haben nur unregelmäßig Famulanten und PJler, das trifft sogar teilweise für Maximalversorger zu. Und mit etwas Erfahrung hat der physician assistant in seinem Bereich eine höhere Qualifikation als PJler, nicht zu reden von Famulanten.
Mit etwas Nachdenken sollte das Deine Fragen beantworten.
ehem-user-31012019-1024
18.09.2017, 21:15
Hallo, Evil.
Ein physician assistant steht zuverlässig zur Verfügung, wenn die Stelle einmal geschaffen wurde, und nimmt teilweise Aufgaben eines Assistenzarztes ab. Bei deutlich weniger Gehalt.
Welche Tätigkeiten darf ein physician assistant ausführen, die ein PJler oder Famulant nicht darf?
Viele kleinere Kliniken haben nur unregelmäßig Famulanten und PJler [...]
Da stimme ich Dir zu.
Und mit etwas Erfahrung hat der physician assistant in seinem Bereich eine höhere Qualifikation als PJler, nicht zu reden von Famulanten.
Welchen Bereich übernimmt denn ein physician assistant?
Google doch mal, easy peasy, wird doch eigentlich gut beschrieben. ZB 1. und 2. Assistenz - und Gegensatz zum Studenten regelmäßig und langfristig da, Interesse und Können stabil.
ehem-user-31012019-1024
18.09.2017, 22:01
Hallo, Solara.
Ich denke, man versteht mich nicht ganz. Ich kenne nämlich schon die Antworten auf die meisten meiner Fragen...
Google doch mal, easy peasy, wird doch eigentlich gut beschrieben. ZB 1. und 2. Assistenz - und Gegensatz zum Studenten regelmäßig und langfristig da, Interesse und Können stabil.
Der User bremer macht sich Sorgen, dass der physician assistant möglicherweise den Arzt irgendwann ersetzen könnte. Das wird aber, meiner Meinung nach, niemals passieren. Dafür hat der Mediziner einfach deutlich mehr Wissen.
Außerdem kann man einen Bachelor nicht mit einem Staatsexamen vergleichen.
Line of Scrimmage
19.09.2017, 02:54
@ easy-peasy
Natürlich werden Physician Assistans (und ähnliche Berufskonzepte) den Arzt niemals vollständig ersetzen, aber sie können zu einer deutlichen Reduzierung der Arztstellen beitragen. Im Grunde dürfen Physician Assistens jede ärztliche Maßnahme durchführen, die delegierbar ist. Natürlich können das auch Famulaten und PJler, nur sind diese nicht immer zu diesen Tätigkeiten bereit und auch nicht immer verfügbar.
Christoph_A
19.09.2017, 11:07
Ich sehe diesen ganzen Pseudoakademisierungskrams inklusive Schmalspurakademiker aka Bachelorabsolventen äußerst kritisch. Dann lieber die Kompetenzen von Pflegekräften stärken und sukzessive ausbauen, um eine Entlastung der Ärzte zu erreichen. Eine strukturierte Zusatzausbildung ähnlich der Spezialisierung zur Intensivschwester/-pfleger mit Schwerpunkt auf das Erkennen von Notfällen, eines Erlernens von selektiven praktischen Fähigkeiten (Nadeln/ZVKs legen, kleine Wundversorgung etc) und einer Triagefähigkeit ist da meiner Meinung nach zielführender, als einen "Schmalspurarzt" zur Kostenreduktion zu züchten.
Wohin dieser ganze Bachelorkrempel aus den Bolognaprozessen führt, haben wir ja die letzten 10 Jahre in den technischen Fächern zur genüge bestaunen dürfen.
ehem-user-31012019-1024
19.09.2017, 16:06
Ich kann es mir schon vorstellen, wie ein älterer Patient aus einem ländlichen Gebiet mit geringen Englischkenntnissen den PA fragt:
„Sie sind also "phüsikin ässsistant"? Was machen sie so?“
„Ich nehme den Ärzten das letzte bisschen Patientenkontakt weg.“
Ich kann es mir schon vorstellen, wie ein älterer Patient aus einem ländlichen Gebiet mit geringen Englischkenntnissen den PA fragt:
„Sie sind also "phüsikin ässsistant"? Was machen sie so?“
„Ich nehme den Ärzten das letzte bisschen Patientenkontakt weg.“
Ein älterer Patient vom Land sieht gar nicht mehr so gut, dass er das Schild lesen könnte und hält dich entweder für den Doktor (männlich) oder Schwester (weiblich), egal was du sagst ;-)
Ein älterer Patient vom Land sieht gar nicht mehr so gut, dass er das Schild lesen könnte und hält dich entweder für den Doktor (männlich) oder Schwester (weiblich), egal was du sagst ;-)
Das Schlimme an diesem Satz: er beinhaltet zu viel Wahrheit...
Und nochmal an alle anderen: wie oft wurde prognostiziert, dass es bald zu viele Ärzte gibt? Nie eingetreten. Für mich ist auch das Argument der zunehmenden Spezialisierung das Schlagende. Früher ging man zum Hausarzt und der hats gemacht oder auch nicht und fertig. Heute schickt einen der Hausarzt zum Internisten oder Chirurgen, der Chirurg wiederum ist zu spezialisiert, dass der Patient wieder weiter geschickt wird etc. Und jeder will nur noch vom Spezialisten behandelt werden.
Ich hab das Gefühl, dass man tendenziell eher noch mehr Ärzte braucht. Selbst im Speckgürtel um München werden für klassische Standardfächer (Innere, Anästhesie, Unfallchirurgie etc.) teils händeringend Assistenz- oder Oberärzte gesucht, weils niemand mehr machen will und immer stärker die individuelle Prioritätensetzung Richtung Familie zunimmt. Wenn man in einer Abteilung mit 3 Oberärzten schon zusätzlich eine Stelle frei hat (und es keine Bewerber gibt) und keiner der 3 Oberärzte 100% arbeitet, dann spricht das für mich auch seine eigene Sprache.
Hallo, Solara.
Ich denke, man versteht mich nicht ganz. Ich kenne nämlich schon die Antworten auf die meisten meiner Fragen...
Der User bremer macht sich Sorgen, dass der physician assistant möglicherweise den Arzt irgendwann ersetzen könnte. Das wird aber, meiner Meinung nach, niemals passieren. Dafür hat der Mediziner einfach deutlich mehr Wissen.
Außerdem kann man einen Bachelor nicht mit einem Staatsexamen vergleichen.
Bist du schon als Arzt tätig? Es gibt nicht um ersetzen, es geht darum Stellen einzusparen. Das ist meiner Meinung nach nicht nur möglich, sondern auch notwendig. Viele ärztliche Tätigkeiten lassen sich sehr gut deligieren. Ein Arzt sollte natürlich immer als letzte Entscheidungsinstanzen absegnen, ansonsten wüsste ich nicht, was gegen mehr physician assistants und weniger Ärzte sprechen sollte.
Vom ökonomischen Standpunkt aus ist die Entwicklung von weniger Ärzten zu mehr physician assistants hin logisch und richtig. Ob es so kommen wird, keine Ahnung.
Jule-Aline
20.09.2017, 16:26
Es spricht viel dagegen:Wie willst du denn vernünftig ausgebildet werden,wenn der PA das lernt ?Und wenn es hart auf hart kommt und du das machen musst was der PA nicht hinbekommt?Hast selber wenig Praxis damit gesammelt weil e s eben der PA macht?Lies mal das vorletzte Dt Ärzteblatt,da gibt es eine rege Diskussion zu dem Thema.Die KV Brandenburg wehrt sich ebenfalls gegen den PA,lies mal auf der Internetseite des D. Ärzteblatts nach..
Gerade im niedergelassenen Bereich gibt es die VERAH,da braucht man keinen PA.Wer will in der Praxis die Pat behandeln?Außerdem gibt es genügend spezialisierte Pflegekräfte,die bestimmte Aufgaben übernehmen können.
ehem-user-31012019-1024
20.09.2017, 16:29
EKG-Befundung, Sonographie, Voranamnese, körperliche Untersuchung?!?!?! Ernsthaft?!
Zuganglegen, Aufnahme der Patienten und Blutabnahme übernimmt schon das Pflegepersonal... Blutabnehmen kann ja sogar ein Student.
Wer von euch hat den bereits mit PA zusammengearbeitet?
Heerestorte
20.09.2017, 17:16
Wer von euch hat den bereits mit PA zusammengearbeitet?
Ich, auch wenn ich das nur aus Famulanten-Sicht schildern kann. Die haben genau das Gleiche gemacht wie wir und noch mehr, weil sie mehr Praxis-Erfahrung haben als die meisten Famulanten, da es ja ein duales Studium ist.
In der Notaufnahme also Patienten untersucht, Briefe geschrieben, Wunden versorgt und genäht, Briefe geschrieben etc.
Eigentlich alles was der Arzt auch gemacht hätte, außer z.B. so Sachen wie Rönten-Untersuchungen anfordern etc, weil ihnen dafür ja die Fachkunde fehlt.
schnix25
20.09.2017, 17:16
https://www.aerzteblatt.de/archiv/191941/Akademische-Gesundheitsberufe-Physician-Assistants-die-Neuen-im-Aerzteteam
Aus dem Artikel: "Die Aufgaben sind anspruchsvoll. Unter anderem führen die PAs auf Anordnung des Arztes im Ortenau-Klinikum Ultraschalluntersuchungen durch, schreiben und befunden EKGs, interpretieren gemeinsam mit dem Arzt Röntgenbilder, legen intravenöse Zugänge oder wirken bei Pleura- und Aszitespunktionen mit."
Also ich sehe das schon sehr kritisch. V.a. wie in dem Artikel beschrieben behauptet der Chefarzt, dass die Anamnese im Notfall natürlich ärztliche Aufgabe sei, und dann nicht der physician assistant die Anamnese machen darf. Dass es im Notfall aber auch kein Fall für den Assistenzarzt sei.
Aber wie soll es denn der Facharzt dann gelernt haben, wenn immer nur die physician assistants die Anamnese machen? Letztlich dient das doch sicher nicht dem Zweck Ärzte zu entlasten, sondern schlicht diese einzusparen.
Hab auch schon öfters mit PAs zusammen gearbeitet. Sie übernehmen teilweise auch speziellere Untersuchungen bzw. werden darauf trainiert. In Herzzentren zum Beispiel Echokardiographien. Das kann natürlich eine enorme Erleichterung und Zeitersparnis bringen, wenn Ärzte dann nur noch bei unklaren Befunden bzw. zur Kontrolle die Echos machen müssen.
Dass Ärzte das genauso wie PAs lernen müssen, hat mit der Thematik irgendwie gar nichts zu tun.
Was mir noch einfällt: Einerseits regt man sich über zu hohe Arbeitsbelastung auf. Gegenüber Ideen, das zu ändern, steht man dann wieder überkritisch gegenüber.
Sonderlich einleuchtend finde ich das nicht.
WackenDoc
21.09.2017, 10:14
Komischerweise sollen die PAs aber genau die ärztlichen Aufgaben mit dem meisten Arztkontakt machen und nicht doe eigentlich entlastenden Aufgaben.
Und nein, nicht überall nehmen Pflegekräfte Blut ab und legen Viggos. Meist machen sie übrigens die PFLEGERISCHE Anamnese, nicht die für den Arzt relevante und verlassen würde ich mich da nie drauf.
Jule-Aline
21.09.2017, 11:12
bremer: Die PA ssollen dann die Aufgaben machen,die Ärzte belasten.Nämlich die Dokumentation ,codieren ,Befunde anfordern etc.
Dass Ärzte das genauso wie PAs lernen müssen, hat mit der Thematik irgendwie gar nichts zu tun.
Aber sicher, sehr schön einleuchtend zu sehen am Beispiel Echokardiographie: um die zu lernen und auch in Übung zu bleiben, muß man das regelmäßig machen, gerade auch an Normalbefunden trainieren.
Wenn das jetzt in der Routine überwiegend von den PAs übernommen wird, woran soll dann der Assistent üben? Wie soll er es dann können als Facharzt?
Echos sind keine simplen BEs, dort geht das.
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