Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Raus aus der Klinik, aber wie?
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Feuerblick
20.10.2017, 10:59
Hat man bei Humangenetik nicht genauso Patientenkontakt?Vor allem hat man da nervige ausführliche Beratungsgespräche...
Und genauso schlimme Schicksale...
Feuerblick
20.10.2017, 12:24
Und genauso schlimme Schicksale...
...bei denen man oft noch hilfloser ist als in der Onko...
Coxy-Baby
20.10.2017, 12:42
... wobei ich mich ja eh frage wieso Dr. Oetker bei den ganzen Pulvern und Pizzen es nötig hat arbeiten zu gehen...
.... ja ich weiß der war stumpf, aber das ist dieser Thread auch....
Dr.Oetker
20.10.2017, 17:13
... wobei ich mich ja eh frage wieso Dr. Oetker bei den ganzen Pulvern und Pizzen es nötig hat arbeiten zu gehen...
.... ja ich weiß der war stumpf, aber das ist dieser Thread auch....
Stumpf, findest Du? Das finde ich schade.
Es ist einfach so, dass man im Studium immer hört Ärzte seien *überall* gefragt und "nach dem Physikum ist alles vorbei", oder "nach dem Examen wird alles gut". Und dann hat man das Studium erst einmal hinter sich und muss feststellen, dass im Job am Ende alles doch noch schlimmer wird. Klar, die Kollegen sind erst einmal nett und gerade als junger Assistent macht der Job auch erstmal zumindest ansatzweise Spaß. Erstmal, eben. Es dauert aber irgendwie doch nicht so lange, bis man feststellt, dass sich Spaßfaktor wie auch die Nettigkeit umgekehrt proportional zur Hierarchieebene verhalten, während der A-level sowie Sarkasmus und Verbitterheit signifikant zunehmen. Alles halb so schlimm, könnte man glauben, wird einem doch im Studium erzählt dass die Hälfte der Ärzte am Ende doch nicht klinisch tätig sind.
Ja, und dann informiert man sich also mal hier und erfährt, dass der Ausstieg aus der Klinik eigentlich doch nicht so einfach ist und dies offenbar auch niemand macht (zumindest hab ich hier noch keine Erfolgsgeschichte vernommen) und man also doch erstmal in der Mühle der Patientenversorgung gefangen ist.
OK, das war jetzt überspitzt und böse ausgedrückt (zumindest etwas).
Aber stumpf ist das Thema nicht, meiner Meinung nach.
Coxy-Baby
20.10.2017, 17:34
Nö das Thema an sich ist auch nicht stumpf, aber deine Herangehensweise schon, du bist Arzt und dann irgendwann FA.
Dann kannst du ja mal überlegen wofür dich der Abschluss qualifiziert, na merkste oder? Natürlich gibt es auch Sachen ausserhalb der Patientenversorgung aber auch dafür muss man etwas (mehr) bieten können (schönes Beispiel mit Medizininformatik aber keine Ahnung von Programmieren), verstehe mich nicht falsch, wenn du es so gar nicht aushältst in der Patientenversorgung dann such dir was anderes, aber dieses "ich habe eigentlich keine hohen Ansprüche" und dann kommen Aufzählungen wie mindestens 3k netto, gerne auch mal spontan frei und Gleitzeit und gerne auch was kreatives ..... klingen für mich doch eher ungewöhnlich (um es mal positiv auszudrücken).....
Der Job soll auch nicht dein Lebensinhalt sein, schön, wenn er Spaß macht, Geld bringt und nette Kollegen da sind.
Ist alles drei nicht der Fall, kann man sich überlegen, ob es am Fach, an der Abteilung, an der aktuellen Klinik liegt und da entsprechend wechseln.
Was erwartest du dir an Spaß und Kreativität an anderen Berufen?
Da ist es nach kurzer Zeit auch wieder das selbe Problem, nicht kreativ, kein Spaß und immer dasselbe.
Mach dich nach dem FA selbstständig, steig in eine Praxis ein etc. aber auch da kannst du nicht spontan wegbleiben.
Ob jetzt zB ne Versicherung spannender wäre?!? Zumindest wäre da Gleitzeit besser möglich.
WackenDoc
20.10.2017, 17:46
Außerhalb der aktuellen eigenen Klinik bedeutet ja nicht raus aus der Patientenversorgung. Nur der Arzt ist halt eher prädisponiert dafür, irgendwas mit Medizin zu machen und kann damit relativ gut Geld verdienen.
Ggf. muss man etwas rumprobieren, was einem am besten liegt und sich seine Nische suchen und schaffen.
Feuerblick
20.10.2017, 17:55
Keine Erfolgsgeschichte in Sachen Ausstieg? Doch, kann ich liefern. Aber für Job 1 hättest du keine Qualifikation und er wäre dir zu schlecht bezahlt und Job 2 ist dir nicht kreativ genug...dafür wäre er frei von Bauchgefühl und schön evidence based :-))
Dr.Oetker
20.10.2017, 18:16
Coxy: Ich kann schon programmieren, aber das soll auch nicht mein Lebensinhalt sein, ich bin da eher lösungorientierter Frickler ;-) Abgesehen davon wird in der Medizininformatik höchstens in der Entwicklung bei den großen Softwareanbietern programmiert, durch das MPG kann man halt nicht mal eben ein Programm ein bisschen anpassen bis es für den Anwendungszweck passt, weil dann wieder eine neue Abnahme fällig wäre. nun kann ich halt nicht so gut programmieren, wie jemand, der das Informatik studiert hat - wie sollte ich da mit so jemandem konkurieren, zumal für das stumpfe Coden in der Regel auch kein medizinisches Fachwissen gefragt ist?
Ich kann mir wirklich nicht vorstellen dass Coden Voraussetzung für die Zusatzbezeichnung "Medizininformatik" sein soll.
Außerdem ist meine Herangehensweise vielleicht deshalb insgesamt etwas stumpf, weil ich sehe das Leute die in anderen Bereichen/Berufen arbeiten heute einfach viel besser darstehen, sei es vom Freizeitfaktor, vom Gehalt oder von beidem her. Und daher bin ich gerade in einer Null-Bock-Ich-will-das-auch-Phase. Nennt man vielleicht auch Enttäuschung oder Verbittertheit. Ich kenne auch ein paar Lehrer - und die planen gerade ihr erstes Sabattical, für in ein paar Jahren. Und dann vielleicht noch eins. Ich möchte zwar auf gar keinen Fall Lehrer sein, aber ein Sabattical könnte ich mir auch vorstellen, geht aber in der Medizin auch eher schwierig. Verbeamtung? Wohl auch mühsam, und vom Gehalt her soll das ja auch nicht so prall sein. Wobei ich da ja fast der Meinung bin, dass die Verbeamtung diesen Nachteil wieder aufhebt.
Oder einfach mal was Eigenes aufbauen? Geht nur mit Facharzt und man ist dann arg an örtliche Vorgaben gebunden, was die Verteilung der KV-Zulassungen angeht, und einfach mal da selbstständig machen wo man (und der Freundeskreis) gerade wohnt ist auch nicht. Homeoffice geht schon gar nicht.
Im Ernst. Der springende Punkt ist, dass ich mir grob veräppelt vorkomme. Sicher, das hat man alles vorher gewusst, könnte man meinen, aber so hab ich mir das wirklich nicht vorgestellt. Erst ein ellenlanges Studium, und dann noch eine ewige Facharztausbildung, da komme ich mir im Vergleich zu anderen Berufen etwas doof vor. Einfach mal irgendwo anders quereinsteigen ist eben schwierig, denn mittlerweile gibt es für diese Bereiche Leute, die durch neue Studiengänge deutlich besser für diese Anforderungen qualifiziert sind.
Solara und WackenDoc, ihr habt recht, wenn ich nicht verhungern will muss ich da wohl jetzt durch. Wer sagt denn dass Arbeit Spaß machen muß.
WackenDoc
20.10.2017, 18:21
Versuch erstmal rauszufinden, was dir wichtig ist. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es jobmäßig nicht.
Dr.Oetker
20.10.2017, 18:21
Feuerblick dann erzähl doch mal.
Neulich war im Radio dass die Insekten sterben, und Studien nötig seien, um deren Verbleib zu klären. Hey, mit dem Jeep über die Felder fahren und Mücken zählen. Sicher nicht kreativ, aber allemal besser als in einer Klinik zu sitzen. Nur wird sowas wohl kaum von Ärzten gemacht, schade.
Im Vergleich zu welchen anderen Berufen genau?
Du wirkst hier, als lebst du nach der Maxime: auf der anderen Seite ist das Gras grüner ...
Sabattical - ja! Aber doch nicht als Lehrer arbeiten!
Viel Geld, aber bitte Gleitzeit und spontan freinehmen.
Ne Niederlassung, aber bitte nur im Ballungsgebiet, wo der aktuelle Freundeskreis ist.
Mücken zählen? Ernsthaft? Wirst aber zur Fuß gehen müssen, mit Jeep ist da nix.
Wie wäre es als Tischler? Kannst kreativ sein, für dich selbst arbeiten und musst nicht stumpf Leitlinien abarbeiten - okay, Ausbildung bis hin zum Meister stehen dir noch bevor, aber das macht ja nix.
Alles hat Nachteile - so ist es nun mal.
Dr.Oetker
20.10.2017, 18:28
WackenDoc Ja, mache ich ja schon. Ich hatte mir hier ein paar Ideen erhofft, in welche Richtung ich meinen weiteren Berufsweg lenken könnte, wenn ich nicht in der Klinik bleiben möchte. Und eben nicht mit Patienten arbeiten möchte. Am Hungertuch möchte ich natürlich auch nicht nagen, und es sollte vielleicht auch nicht ein Job sein, den es in dieser Form nur ein einziges Mal gibt, so dass ich immer das Risiko hätte, irgendwann auf der Straße zu stehen. Ein ganz normaler nicht-klinischer Job halt. Aber leider ist das offenbar doch nicht so einfach, wie ich mir das erhofft hatte.
Nebenbei bemerkt ist das aber eine nette Gesprächsrunde hier.
Dr.Oetker
20.10.2017, 18:28
WackenDoc Ja, mache ich ja schon. Ich hatte mir hier ein paar Ideen erhofft, in welche Richtung ich meinen weiteren Berufsweg lenken könnte, wenn ich nicht in der Klinik bleiben möchte. Und eben nicht mit Patienten arbeiten möchte. Am Hungertuch möchte ich natürlich auch nicht nagen, und es sollte vielleicht auch nicht ein Job sein, den es in dieser Form nur ein einziges Mal gibt, so dass ich immer das Risiko hätte, irgendwann auf der Straße zu stehen. Ein ganz normaler nicht-klinischer Job halt. Aber leider ist das offenbar doch nicht so einfach, wie ich mir das erhofft hatte.
Nebenbei bemerkt ist das aber eine nette Gesprächsrunde hier.
Dr.Oetker
20.10.2017, 18:41
Solare Haha, Tischler, wird das nicht immer den Patienten in der Psycho empfohlen? Ein Freund von mir ist allerdings Tischler, so schlecht ist der Job gar nicht mal, hier mal ne Kommode, da mal ein Tisch... Allerdings ist der seit mindestens 10 Jahren meister und hat seit ewigen Zeiten seinen eigenen Laden, der auch richtig gut läuft. Boomt halt gerade alles. Baubranche wäre da wohl noch besser, aber Maurer wäre vielleicht doch etwas zu einfach, und Bauing kann man wohl auch nicht mal eben als Aufbaustudium dranhängen, und ich glaube in meinem Alter noch ne Lehre, das wäre mir unangenehm zwischen den ganzen Kiddies. Vom Gehalt mal ganz ab, von daher vergiss das... :-)
Aber Handwerk macht mir Spaß, ich mache auch zu Hause oder bei Freunden vieles selber, hab nen selber nen Kettensägenschein und nen LKW-Führerschein (von der Bundeswehr, war aber in den Ferienjobs extrem praktisch), oder ich repariere z.B. mein Motorrad komplett alleine, inkl. Zylinderkopfdichtung und was sonst mal so anfällt, da hab ich schon ein Händchen dafür, eigentlich schon immer.
Bringt mich im Medizinbereich leider alles nicht weiter.
Das ist Jammern auf extrem hohen Niveau, irgendeinen Tod wirst du sterben müssen. Lies dir mal deine Beiträge hier durch, du hast an jedem anderen Job was zu mäkeln, weißt aber auch nicht was du eigentlich wünscht außer viel Geld, Kreativität und wenig feste Arbeitszeit.
Warum ist es ein Problem, wenn du nochmal in die Berufsschule musst? Du sitzt da nicht als einziger alter Mensch drin (persönliche Erfahrungswerte ;-) )
Meine Prognose: du wirst nichts ändern
Feuerblick
20.10.2017, 19:14
Lies dir mal einen meiner ersten Beiträge durch. Da habe ich zu zwei Berufen etwas mehr geschrieben. Und warum es schwierig für dich wird bzw. warum das deinen Anforderungen nicht entsprechen wird.
Setz deinen Nickname in die Realität um.
Ne im Ernst: Von medizinischen Bereichen kommt dem doch arbeitsmedizin oder Hygiene am nächsten.
Au ja, Hygiene. Heute ist Freitag, da war unser Hygieniker mal wieder nicht zu erreichen. Er scheint irgendwie eine Gleitzeit zu haben. Und kreativ sind die von der Hygiene auch. Die haben Ideen, da könnst ihnen eine reinhauen. Sowas von unlogisch und realitätsfremd.
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