Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Raus aus der Klinik, aber wie?



Seiten : 1 2 3 [4] 5 6 7 8

Kackbratze
21.10.2017, 00:59
...euer Hygieniker unterliegt nicht den normalen Bürozeiten....

Jetzt im ernst, schonmal an das horizontale Gewerbe gedacht? Viel Geld in kurzer Zeit, nur kurzer Endkundenkontakt, keine Leidensgeschichten, Arbeitszeiten, wenn man gerade Geld braucht, keiner fragt, wie der Tag gewesen ist und man wird fast genauso gebumxt, wie in einem Krankenhaus, nur ohne Chefarzt.
Wäre das nix?

Kaas
21.10.2017, 07:02
keine Leidensgeschichten

DAS halte ich für ein Gerücht :-))

Echinococcus
21.10.2017, 07:09
Au ja, Hygiene. Heute ist Freitag, da war unser Hygieniker mal wieder nicht zu erreichen. Er scheint irgendwie eine Gleitzeit zu haben. Und kreativ sind die von der Hygiene auch. Die haben Ideen, da könnst ihnen eine reinhauen. Sowas von unlogisch und realitätsfremd.

Schalt mal bitte einen Gang runter. Dein Krankenhaushygieniker ist wahrscheinlich der einzige, der immer den aktuellen Überblick über Änderungen an Gesetzen, DIN-Normen und Empfehlungen der Gesellschaften hat. Hast du eine Ahnung wie schwer es ist, die gesetzlichen Anforderungen und einen sauberen Klinikalltag miteinander zu vereinen?
Was denkst du denn, wie oft ich meinen Kopf auf den Tisch hauen möchte wenn ich sehe was einzelne Kliniker da anstellen. Mir ist aber klar, dass die Umsetzung von SOPs im Alltag nicht immer einfach ist, leider gibt es eben gesetzliche Grundlagen die NICHT diskutiert werden können weshalb wir ständig an Kompromissen arbeiten...
Beispiel Überleitungsbögen für MRE Patienten, wir denken uns sowas doch nicht aus um die Kollegen zu ärgern, das hat eben gesetzliche Hintergründe deren Nichtbeachten einen riesigen juristischen Rattenschwanz nach sich ziehen kann wenn etwas schief geht.
Dass dein Hygieniker Freitags nicht erreichbar ist kann daran liegen, dass er irgenwo in der Weiterbildung unterwegs ist, unser Fortbildungsplan ist dank der ständig fluktuierenden Gesetzes- und Empfehlungslage nämlich nicht ganz harmlos. Mein Chefarzt/Institutsleiter ist im Schnitt jedes 2. Wochenende unterwegs (KRINKO, Kongresse, etc.) und nein, dem macht das keinen Spaß. Dazu kommt, dass durch die katastrophale Personallage in der Hygiene auch regelmässig Beratungen für andere Häuser anstehen, würden die Hygieniker nicht teilweise mehrere Häuser gleichzeitig betreuen könnte bei der gegenwärtigen Gesetzeslage ein nicht unbeträchtlicher Teil der Krankenhäuser Deutschlands seinen Betrieb einstellen.
Ich würde mal behaupten, dass wir in unserem Haus ein wirklich gutes Verhältnis zu den Klinikern haben, was auch an ständiger Kommunikation liegt. Habt ihr keinen hygienebeauftragten Arzt in einer Abteilung dem du deine Probleme schildern kannst und der es an die Hygiene weiterträgt?
Wenn du bestimmte Vorgaben für unlogisch und realitätsfremd hälst dann kommunizier das konstruktiv aber behalte bitte im Hinterkopf, dass manche Vorgaben einfach nicht diskutabel sind.

sleepyhead
21.10.2017, 09:13
Stumpf, findest Du? Das finde ich schade.
Es ist einfach so, dass man im Studium immer hört Ärzte seien *überall* gefragt und "nach dem Physikum ist alles vorbei", oder "nach dem Examen wird alles gut". Und dann hat man das Studium erst einmal hinter sich und muss feststellen, dass im Job am Ende alles doch noch schlimmer wird. Klar, die Kollegen sind erst einmal nett und gerade als junger Assistent macht der Job auch erstmal zumindest ansatzweise Spaß. Erstmal, eben. Es dauert aber irgendwie doch nicht so lange, bis man feststellt, dass sich Spaßfaktor wie auch die Nettigkeit umgekehrt proportional zur Hierarchieebene verhalten, während der A-level sowie Sarkasmus und Verbitterheit signifikant zunehmen. Alles halb so schlimm, könnte man glauben, wird einem doch im Studium erzählt dass die Hälfte der Ärzte am Ende doch nicht klinisch tätig sind.
Ja, und dann informiert man sich also mal hier und erfährt, dass der Ausstieg aus der Klinik eigentlich doch nicht so einfach ist und dies offenbar auch niemand macht (zumindest hab ich hier noch keine Erfolgsgeschichte vernommen) und man also doch erstmal in der Mühle der Patientenversorgung gefangen ist.
OK, das war jetzt überspitzt und böse ausgedrückt (zumindest etwas).
Aber stumpf ist das Thema nicht, meiner Meinung nach.

Ich verstehe dich, bin auch fast am Ende der Weiterbildung und fühle mich ähnlich.

Dr.Oetker
21.10.2017, 10:16
Lies dir mal einen meiner ersten Beiträge durch. Da habe ich zu zwei Berufen etwas mehr geschrieben. Und warum es schwierig für dich wird bzw. warum das deinen Anforderungen nicht entsprechen wird.

Pharmaindustrie oder Beratung wäre sicher auch spannend. Aber wenn man im Pharmabereich mal nach Jobs sucht sind da am Ende aber doch nicht so furchtbar viele Ärzte gesucht, oder die schreiben vielleicht auch nicht aus. Hat jemand einen Tipp wo ich da noch schauen könnte?

Dr.Oetker
21.10.2017, 10:17
Ich verstehe dich, bin auch fast am Ende der Weiterbildung und fühle mich ähnlich.

Danke. Wenigstens einer :-)

OhDaeSu
21.10.2017, 10:21
Ein Ansatz wäre herauszufinden, in welchen Abteilungen dieser riesigen Konzerne medizinisches Know-how gefragt sein könnte. Auch wenn es für den geneigten FA-Anwärter schwerlich vorstellbar ist, "Arzt in der Pharmaindustrie" ist keine erschöpfende Tätigkeitsbeschreibung.


Danke. Wenigstens einer :-)

Sry, aber du bist so ein Vogel. Hier schreiben dir Leute wie Echinococcus sehr aussagekräftige Beiträge und derjenige, bei dem du dich bedankst, ist jmd der einfach unkonstruktiv in dein Gejammer mit einstimmt. Auf rumheulende Ärzte ohne jede Eigeninitiative, die nichts anzubieten haben, warten ganze Branchen. NICHT.

Dr.Oetker
21.10.2017, 10:52
Das stimmt ja nicht, ich hatte mich irgendwo zwischendurch bereits bedankt und angemerkt, dass hier eine sehr nette Athmosphäre vorherrscht. Aber gerne nochmal ein Danke @all, falls das nicht so rüber kam. Internetkommunikation ist manchmal auch etwas mißverständlich, ich finde es wirklich super hier viele Meinungen zu hören. Natürlich tut es aber auch mal gut, zu hören, dass man nicht der einzige ist, der keine Lust mehr auf kranke, leidende Menschen und schlechte Arbeitsatmosphäre hat.
Ich finde auch die Alternativen, die genannt wurden, durchaus reizvoll. Außer Tischler vielleicht, das wäre mir zu statisch und zu wenig akademisch, und wenn ich mit Holz arbeiten will gehe ich mit ner Kettensäge in den Wald. Wass ich ohnehin jeden Herbst tue, also, ne, kenne ich schon :-)
"Arzt in der Pharmaindustrie" ist keine erschöpfende Tätigkeitsbeschreibung.
Genau das denke ich auch, so richtig viel kann ich mir darunter auch nicht vorstellen. Aber wenn es darum geht, sich Gedanken über Statistiken und deren Interpretation zu machen, da hätte ich durchaus Interesse dran. Bin mir nur nicht sicher ob ich dafür noch irgendwelche Zusatzstudiengänge benötige, oder die autodidaktischen Kenntnisse ausreichen. Meistens haben die ja auch Mathematiker mit an Bord.
Pharmaberater wiederum wäre nichts für mich. Da kenne ich ein paar Arzthelferinnen in dem Bereich, und auch wenn das nicht abwertend klingen soll, aber da wäre ich mir bei meiner Ausbildung zu schade für. Abgesehen davon hab ich ja auch, zumindest manchmal, ein Problem mit der Medizinerhybris, und das könnte sich im direkten Gespräch unter Umständen auch nicht unbedingt verkaufsfördernd auswirken, könnte ich mir vorstellen ;-)

ehem-user-31012019-1024
21.10.2017, 10:56
Pharmaindustrie oder Beratung wäre sicher auch spannend. Aber wenn man im Pharmabereich mal nach Jobs sucht sind da am Ende aber doch nicht so furchtbar viele Ärzte gesucht, oder die schreiben vielleicht auch nicht aus. Hat jemand einen Tipp wo ich da noch schauen könnte?

Pharmaberatung ist ein Auffangbecken für Naturwissenschaftler. Ob das spannend wird? Naja...
Mit einer Approbation (und guten Noten) hast Du gute Chancen auf einen Industriejob.

Dr.Oetker
21.10.2017, 11:00
Jey, Industriejob klingt super. Wobei ich mir konkret nichts darunter vorstellen kann. Gibt es da ein Jobportal oder irgendwie eine konkrete Beschreibung? Danke.

Solara
21.10.2017, 11:06
Jey, Industriejob klingt super. Wobei ich mir konkret nichts darunter vorstellen kann. Gibt es da ein Jobportal oder irgendwie eine konkrete Beschreibung? Danke.

Oje, dir ist wirklich nicht mehr zu helfen. XY klingt super, auch wenn du dir gar nichts darunter vorstellen kannst? Liegst du nicht selbst vor Lachen unterm Tisch wenn du so etwas schreibst?

Dr.Oetker
21.10.2017, 11:14
Naja. "Konkret" kann ich mir nichts vorstellen.
Dass es da um die Entwicklung "neuer" Medikamente oder von Generika geht ist mir schon klar. Vermutlich auch um eine ganze Menge Papierkram. Mir ist aber weniger klar, an welcher Stelle der Arzt dann ins Spiel kommt.

Coxy-Baby
21.10.2017, 11:15
Wobei auch lustig, jetzt geben die Prästudenten (easy-peasy) schon Empfehlungen ab was man so arbeiten kann mit Arztschein,
vielleicht entpuppt sich Dr. Oetker ja doch noch als Spambot, wenn der nächste Beitrag lautet "Supi habe jetzt DAS Jobportal für Mediziner gefunden, einfach mal unter www.*******.de vorbeischauen.......

ehem-user-31012019-1024
21.10.2017, 11:20
Wobei auch lustig, jetzt geben die Prästudenten (easy-peasy) schon Empfehlungen ab was man so arbeiten kann mit Arztschein [...]

Oh, man...
Bei allem Respekt, Coxy-Baby, aber man braucht kein Medizinstudent zu sein um zu wissen, in welchen Richtungen man als Mediziner mit Vollapprobation arbeiten kann.
Ich schüttle mir die Fakten nicht aus dem Ärmel... :-keule

Dr.Oetker
21.10.2017, 11:20
Haha, Coxy, das wäre ja schön wenn es so wäre dass die Industrie solchen Aufwand treiben müsste, um Ärzte aus der Klinik abzuwerben. Dann müsste es ja von Jobportalen nur so wimmeln. Ich finde aber nicht wirklich was für abtrünnige Ärzte.

Coxy-Baby
21.10.2017, 11:30
Ich schüttle mir die Fakten nicht aus dem Ärmel... :-keule

Das weiß ich doch ;-), es ist nur lustig zu sehen und sollte auch keinen Angriff auf die inhaltliche Komponente deiner Beiträge sein.

@Dr. Oetker: Nochmal du bist Arzt, nicht mehr, nicht weniger, was kannst du also bieten in der Industrie? Und wenn du selber schreibst neue Medikamente und Generika, was könntest du dazu genau beitragen?

Dr.Oetker
21.10.2017, 11:30
Easy-Peays Vor und im Studium habe ich auch immer gedacht, dass es für Ärzte endlose Beschäftigungsmöglichkeiten gäbe, auch außerhalb der Klinik. Hier siehst Du ja, wie schwierig es dann tatsächlich ist, was zu finden. Da ist man als (Wirtschafts-)Ingenieur oder als Pharmakologe deutlich besser dran.

WackenDoc
21.10.2017, 11:36
Es ist schwierig, weil du nicht weisst, was du willst und an jedem Job was zu mäkeln hast.
Dazu kommt noch völlig fehlende Eigeninitiative.

ehem-user-31012019-1024
21.10.2017, 11:41
Das weiß ich doch ;-), es ist nur lustig zu sehen und sollte auch keinen Angriff auf die inhaltliche Komponente deiner Beiträge sein.

Dann entschuldige ich mich für meinen "Tonfall". :-))


Easy-Peays Vor und im Studium habe ich auch immer gedacht, dass es für Ärzte endlose Beschäftigungsmöglichkeiten gäbe, auch außerhalb der Klinik. Hier siehst Du ja, wie schwierig es dann tatsächlich ist, was zu finden. Da ist man als (Wirtschafts-)Ingenieur oder als Pharmakologe deutlich besser dran.

Nur leider hat der Mediziner, im Gegensatz zu dem Ingenieur, eine hervorragende Berufsaussicht. Völlig unabhängig von der Studienleistung. ;-)
Mit Pharmakologe meinst Du den Facharzt oder den Pharmazeut? Letztere Berufsgruppe hat zwar, wie der Mediziner, einen Plan B, aber eben nur in der Apotheke. Und da bist Du, auch wenn das nicht nett klingt, studierter Verkäufer.

Wie gesagt, und da kannst Du auch gerne Echinococcus fragen, als Mediziner oder Pharmazeut hat man mit der Approbation riesige Vorteile in der Industrie.

Dr.Oetker
21.10.2017, 11:50
Coxy: Ich frage ja was benötigt wird. Was habe ich zu bieten? Mh, Sprachkenntnisse, handwerkliches und technisches Geschick, kann auch ne Pipette halten oder Daten durch Python-Scripte jagen, kann also mit Computern und Netzwerken gut umgehen und habe fundierte Statistikkentnisse, bin halbwegs sportlich und bin gerne an der frischen Luft. Führerscheine habe ich alles was es gibt. Und nen Jagdschein. Und von Krankheiten hab ich natürlich auch grobe Ahnung.
Was ich suche: Eine (möglichst) abwechslungsreiche Tätigkeit, die mir und im Idealfall auch anderen Menschen Freude bereitet. Was ich nicht (mehr) will: Leid und Elend um mich herum. Das zieht mich selber runter, und andere Leute verkaufen eben auch Freude und nicht lebens(leidens)verlängernde Maßnahmen. Ich repariere lieber ein Auto mit Neuteilen als einen Menschen notdürftig :-) Ich habe meine absolute Hochachtung vor Menschen, die auf Dauer klinisch tätig sind, und es mag sicher auch Leute geben denen der Job auch nach Jahren noch Freude und Erfüllung bereitet. Aber irgendwo ist das auch mein Leben und ich bekomme außer gesundheitlicher und psychischer Belastung einfach überhaupt nichts mehr zurück. Ja, Menschen sterben. Aber ich muß doch nicht jeden Tag damit konfrontiert sein.