Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Raus aus der Klinik, aber wie?



Seiten : 1 2 3 4 [5] 6 7 8

WackenDoc
21.10.2017, 11:56
Dann mach doch Betriebsmedizin

Dr.Oetker
21.10.2017, 12:17
Was bringt einem die Appropbation denn in der Industrie?
Konkretes Beispiel bitte.

Coxy-Baby
21.10.2017, 12:24
Hm tja Dr. Oetker, diesen Gedanken "Ich muss was anderes machen" hatten ja wahrscheinlich alle schon einmal. B- / C- und Exitpläne habe ich auch aber (und jetzt kommt der Unterschied zu Dir) die wären spezifisch.
Einfach nur dieses "So kann es nicht weitergehen" hilft dir nicht, wenn man jetzt davon ausgeht je "arztferner" desto schwieriger würde ich genau so rangehen....
1. Im Fach bleiben aber eine Nische suchen (Funktion/Lehre/Studienarzt)
2. Fach wechseln aber weiterhin "richtiger" Arzt bleiben (Anästhesie, Arbeits- und Betriebsmedizin, Humangenetik, etc...)
3. Offensichtliche Stellenmöglichkeiten ausserhalb der Krankenversorgung (MDK, Versicherung etc).
4. Weniger offensichtliche Stellenmöglichkeiten in der Pharmabranche, Industrie
5. Was komplett anderes (Burger King, Zuhälter, was weiss ich)...

Salzi19
21.10.2017, 12:28
Verbeamtet werden kann man übrigens gut bei der Rentenversicherung, da braucht man nicht mal nen anderen Facharzt machen ;-) Mein Vater ist z.B. seit knapp 30 Jahren als Internist bei der RV verbeamtet, da er auch keinen klinischen Job mehr haben wollte. Hat halt alles Vor- und Nachteile. Er hat geregelte Arbeitszeiten (inkl. Gleitzeit), kann Home-Office machen, Gehalt passt für ihn auch. Nachteil ist u.a. dass man auch mal von einem Standort zum anderen versetzt werden kann ohne dass man groß widersprechen kann.

Dr.Oetker
21.10.2017, 12:37
Da bleibt ja nur noch Industrie und/oder Versicherung/KK.
In welchen Stellenbörsen muss man da suchen?

Dr.Oetker
21.10.2017, 12:39
Was komplett anderes wäre mir auch recht, wäre nur schön wenn meine (doch recht aufwändige) Ausbildung zumindest finanziell berücksichtigt würde. Diss hab ich. Macht sich ja vll. ganz gut.

Dr.Oetker
21.10.2017, 12:41
Übrigens kenne ich einige Ingenieure, aber niemanden der arbeitslos ist oder gar Probleme hatte, einen Job zu finden. Denen gehts allen recht gut, sind meistens in großen Konzernen tätig, inkl. betrieblicher Altersvorsorge etc..
Und wenn mal jemand die Stelle wechselt/wechseln soll, gibt es in der Regel noch ne Abfindung im 6-stelligen Bereich. Von Abfindungen im Medizinbereich hab ich noch nie gehört.

OhDaeSu
21.10.2017, 12:59
Haha ja, der Dr.med. wird die Leute in der Pharmabranche regelrecht vor Ehrfurcht erstarren lassen. Hast du dich eigentlich mittlerweile geäußert, in welchem Fach du aktuell tätig bist? Ist es irgendwas, das gerade boomt?

WackenDoc
21.10.2017, 13:10
Das ist genau dein Problem. Du schaust auf andere, statt auf das was du willst.

Dr.Oetker
21.10.2017, 13:10
Jo, auch wenn meine Diss recht aufwändig war ist es eben auch nur ne Medizinerdiss. Ich weiß, zählt nix. Wollte das nur erwähnen, weil ohne Diss außerhalb der Medizin, das kann man wohl komplett vergessen.

Dr.Oetker
21.10.2017, 13:15
Ach ich schau nicht auf andere.
Ich weiß halt dass ich
i) im Krankenhaus unglücklich bin
ii) in der Industrie, zu vergleichbaren Konditionen eingestellt wie Ingenieure oder BWLer, deutlich glücklicher wäre.

Ich bin technisch interessiert. Und medizinisch nur (noch) theoretisch. Das Studium, inbesondere die Vorklinik, fand ich sogar relativ interessant. Ich will nicht mehr mit Patienten arbeiten. Auch nicht vom Schreibtisch aus.
Daher möchte ich einen anderen Job, und dieser Thread dient mir einfach nur der Erörterung möglicher Tätigkeitsbereiche. Wäre dieser Job in einem Großkonzern wäre ich nicht unglücklich, das wäre sicher auch mal spannend.

ehem-user-31012019-1024
21.10.2017, 13:20
Haha ja, der Dr.med. wird die Leute in der Pharmabranche regelrecht vor Ehrfurcht erstarren lassen. Hast du dich eigentlich mittlerweile geäußert, in welchem Fach du aktuell tätig bist? Ist es irgendwas, das gerade boomt?

Hmm, merkwürdigerweise haben die Naturwissenschaftler mit ihrer (Dr.rer.nat.) Promotion ziemlich schlechte Aussichten auf einen Industriejob.
Und die armen Mediziner mit ihrer lächerlichen (Dr.med.) Promotion auf Diplomniveau haben dagegen gute Aussichten. Ist das nicht unfair? :-nix:troest:

Salzi19
21.10.2017, 13:28
Übrigens kenne ich einige Ingenieure, aber niemanden der arbeitslos ist oder gar Probleme hatte, einen Job zu finden. Denen gehts allen recht gut, sind meistens in großen Konzernen tätig, inkl. betrieblicher Altersvorsorge etc..
[...].
Diese betriebliche Altersvorsorge gibt es aber zumindest bei einem großen Konzern (der mit dem S vorne dran ;-) ) nicht mehr für Neuanstellungen. Auch von der Jobsicherheit her ist es nicht mehr so, wie es mal war.

Dr.Oetker
21.10.2017, 13:29
easy-peasy
Hör auf hier so einen Müll zu verbreiten.
Offenbar studierst Du nicht einmal, oder stehst ganz am Anfang, und redest wie toll doch alles an der Medizin ist. Industriejobs noch und nöcher. WO DENN?
Poste hier einen Link zu den Industriejobs, die eine Approbation erfordern und einen Dr. med. Ich glaube, wer als Mediziner nichtmal die Diss zu Stande gebracht hat kann es in einem Unternehmen, das Leistung erfordert, gleich vergessen, das ist aber auch schon alles.
Andererseits ist meine Erfahrung, dass die Industriejobs, die ausgeschrieben sind, mittlerweile viel spezialisierte Kenntnisse voraussetzen, wie etwa in diesen ganzen neuen molecular-medicine-Studiengängen vermittelt werden. Als einfacher Mediziner wird man vielleicht höchstens da benötigt, wo Unterschriften und Approbation gebraucht werden, aber nicht als Ersatz für jemanden der Bioinformatik oder Genetik oder sonstwas studiert hat.
Abgesehen davon, was ist so falsch daran auf andere zu schauen. Ich sehe halt Jobs in anderen Bereichen und denke mir, das würde ich viel lieber machen. So what? Zumal ich ohnehin keine Patienten mehr sehen will ist das doch allemal besser als sich gar nicht umzugucken.

OhDaeSu
21.10.2017, 13:33
Hmm, merkwürdigerweise haben die Naturwissenschaftler mit ihrer (Dr.rer.nat.) Promotion ziemlich schlechte Aussichten auf einen Industriejob.
Und die armen Mediziner mit ihrer lächerlichen (Dr.med.) Promotion auf Diplomniveau haben dagegen gute Aussichten. Ist das nicht unfair? :-nix:troest:

Wenn du meinst.

Dr.Oetker
21.10.2017, 13:34
Diese betriebliche Altersvorsorge gibt es aber zumindest bei einem großen Konzern (der mit dem S vorne dran ;-) ) nicht mehr für Neuanstellungen. Auch von der Jobsicherheit her ist es nicht mehr so, wie es mal war.

Dann muss man sich halt einen Konzern suchen der vielleich keine AG ist. Jobsicherheit? Wo gibt es denn sowas? Bei den befristeten Ärztestellen vielleicht??

roxolana
21.10.2017, 13:36
Also die mir bekannten Naturwissenschaftler (Chemiker, Physiker und Biochemiker; n > 20) haben alle ohne Probleme einen Industriejob gefunden. Vielleicht liegt das Problem ja an dir, easy-peasy? Auf jeden Fall nervt das gebetsmühlenartige Jammern, wie schlecht es Naturwissenschaftler hätten, jetzt so langsam.

ehem-user-31012019-1024
21.10.2017, 13:36
Hör auf hier so einen Müll zu verbreiten.
Sorry, aber das ist eben kein Müll. :-nix

Ich glaube, wer als Mediziner nichtmal die Diss zu Stande gebracht hat kann es in einem Unternehmen, das Leistung erfordert, gleich vergessen.
Ich sprach von guten Aussichten in der pharmazeutischen Industrie. Natürlich muss man Leistungen bringen, nicht jeder kann einfach so eine Stelle in der Industrie bekommen. Nichtsdestrotrotz hat man in der Pharmaindustrie als Pharmazeut oder Mediziner bessere Chancen als ein Naturwissenschaftler. Grund? Approbation!

Andererseits ist meine Erfahrung, dass die Industriejobs, die ausgeschrieben sind, mittlerweile viel spezialisierte Kenntnisse voraussetzen, wie etwa in diesen ganzen neuen molecular-medicine-Studiengängen vermittelt werden.
Das ist nichts anderes als Biologie mit fancy Wahlmodulen.

Als einfach Mediziner wird man vielleicht höchstens da benötigt, wo Unterschriften und Approbation gebraucht werden, aber nicht als Ersatz für jemanden der Bioinformatik oder Genetik oder sonstwas studiert hat.
wow, Du hast echt Ahnung!

anignu
21.10.2017, 13:40
Schalt mal bitte einen Gang runter. Dein Krankenhaushygieniker ist wahrscheinlich der einzige, der immer den aktuellen Überblick über Änderungen an Gesetzen, DIN-Normen und Empfehlungen der Gesellschaften hat. Hast du eine Ahnung wie schwer es ist, die gesetzlichen Anforderungen und einen sauberen Klinikalltag miteinander zu vereinen?
Was denkst du denn, wie oft ich meinen Kopf auf den Tisch hauen möchte wenn ich sehe was einzelne Kliniker da anstellen.
...
Wenn du bestimmte Vorgaben für unlogisch und realitätsfremd hälst dann kommunizier das konstruktiv aber behalte bitte im Hinterkopf, dass manche Vorgaben einfach nicht diskutabel sind.
Ui, getroffen...

Fortbildungen und Zeug sind das Eine, unklare Erreichbarkeitszeiten (immerhin besser als bei unserer Personalabteilung) das Andere. Fortbildungen sind bei uns im Outlook hinterlegt. Da kann ich nachschauen wann er außer Haus ist.

Ich HAB Sachen die ich unlogisch und realitätsfremd finde mit denen besprochen. Und dann haben wir sie halt nicht so gemacht wie die es gesagt hatten:
Chirurgische Station mit 3 chirurgischen Fachbereichen, Durchfallausbruch auf nur dieser Station mit Befall von 60% der Patienten und 40% des Pflegepersonals, keine Ärzte betroffen. Erreger wurde gefunden (weiß jetzt nicht mehr welcher, war irgendein Standardkeim) und Patienten und Station isoliert. Neuaufnahmen auf die Station wurden komplett gestoppt, Gesundheitsamt informiert usw. Das große Programm. So weit so gut. Seh ich soweit noch ein.

Und dann kamen sie daher und wollten uns verbieten, dass wir jegliche nicht absolute Notfalloperation der Patienten absagen und nicht mehr durchführen. Keinerlei VAC-Wechsel, Spalthautdeckungen, Wundrevisionen etc. Und dann ist es leicht eskaliert. "Nur" weil die Patienten bissl Durchfall hatten, können wir nicht plötzlich die Therapie einstellen und die Patienten mit frischem Fremdmaterial die Wundrevisionen nicht mehr durchführen. Das ist einfach eine massive Gefährdung für die Patienten. Auch gegen das Argument "dann behandeln wir sie halt wie MRSA/4MRGN/etc" im OP mit allem Zeug von wegen direkt in den OP, im OP Aufwachen lassen und später wieder direkt auf Station, kein Umweg über Aufwachraum, danach OP gründlichst putzen etc. Hat denen nicht gereicht. Mei, dann ist es halt ein wenig eskaliert, letztlich hat die Klinikleitung dann entschieden das nicht so zu machen wie der Hygieniker das wollte... die Operationen wurden unter schärfsten Hygienestandards doch durchgeführt.

Neue Standards schön und gut, Gesetze auch, seh ich alles noch ein. Aber: Dinge wie es in einem vorherigen Haus war "KG darf bei MRSA-Patienten grundsätzlich nicht stattfinden" oder jetzt bei uns "Wundrevisionen dürfen nun nicht mehr durchgeführt werden" machen mich wahnsinnig. Mein Job ist es für meine Patienten die bestmögliche Therapie zu gewährleisten. Der Job des Hygienikers ist es die irgendwie vereinbar zu machen mit den Gesetzen und Hygienestandards. Er soll uns beraten und helfen. Er soll nicht die Therapie verschlechtern. Dass Dinge wie "KG bei MRSA" schwierig ist, ist mir bewusst. Aber wenn ich alles verbiete, brauch ich auch wiederum keinen Hygieniker.

Dr.Oetker
21.10.2017, 13:46
easy-peasy wo ist der Link mit den Stellen?