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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gewalt in der Geburtshilfe



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Feuerblick
08.01.2018, 10:31
Brutus, hast du meine Beiträge eigentlich gelesen? Ich schrieb explizit, dass die Aufklärung und Information im Verlauf der Schwangerschaft und eben NICHT bei Beginn der Wehen erfolgen sollte...

Lava
08.01.2018, 10:46
Keine Frage. Auf der anderen Seite machst Du mit Aufklärung aber auch vieles kaputt. Wenn ich auf dem Sportplatz einem Jugendlichen erzähle, dass es gleich mal ordentlich weh tut, wenn ich die Patella reponiere, dann macht der dicht. Dann versuch mal, das Bein zu strecken. Wenn Du Dich aber normal mit ihm unterhälst, und dabei unauffällig das Knie untersuchst, und dann beim Smalltalk das Bein streckst, dann ist die Patella wieder drin, ohne dass da jemand was von gemerkt hätte. Gewalt? Ja sicher. Aber ist das jetzt was, wo man ein Fass für aufmachen muss? Oder eine Reportage drüber?

Da weiß ich aber auch, dass es ungefähr eine Sekunde später wieder gut ist und der Patient mir dankbar sein wird. Genau wie bei einer Reposition einer Chassaignac Luxation. Das scheint aber in der Geburtshilfe nicht so oder zumindest etwas komplexer zu sein, sonst würde es ja keine Klagen und Beschwerden geben!

Muriel
08.01.2018, 10:55
Das Problem ist, dass eben alles negativ aufgefasst werden kann. Klärst Du im Verlauf der unkomplizierten Schwangerschaft irgendwann mögliche Geburtsverläufe in noch so entspanntem Setting auf und bist ehrlich, dass es nun mal auch unschöne Verläufe geben kann, die sich eben wie eine Schulterdystokie oder vorzeitige Plazentalösung oder was weiß ich nicht unbedingt mit genügend Vorlauf zum frühzeitig abwendenen Reagieren ankündigen müssen, bist Du die Doofe, wenn daher "gezwungenermaßen" die Entscheidung fürs Krankenhaus und gegen das Geburtshaus oder das heimische Setting fällt und nachher alles easypeasy läuft, so dass man ja alles hätte super auch sonst hätte handeln können. Wenn andersherum eine unschöne Situation eintritt in eben nicht so passendem Setting, bist du auch doof, weil ja genau dieser Punkt nicht genügend eindringlich angesprochen wurde. Man kann eigentlich nur verlieren.
Meine Wunschvorstellung: Alle Geburten laufen zumindest einem Krankenhaus angegliedert. Beleghebammen, die Vorsorge und Geburt anbieten, sollten stark gefördert werden, damit dadurch die Komplikationsrate und auch das Gefühl schlechter Betreuung massiv eingedämmt werden kann. Ein Arzt sollte jederzeit greifbar sein und ja auch zwischendurch mal über den Fortschritt informiert sein, shake hands bei unkomplizierter Phase gemacht haben und nicht nur bei dampfender Kacke hinzugezogen werden.

Feuerblick
08.01.2018, 10:57
Tja... das wäre wohl ideal...

Brutus
08.01.2018, 11:11
Brutus, hast du meine Beiträge eigentlich gelesen? Ich schrieb explizit, dass die Aufklärung und Information im Verlauf der Schwangerschaft und eben NICHT bei Beginn der Wehen erfolgen sollte...
Natürlich habe ich Deine Beiträge gelesen. Aber genau das ist es doch. Egal, wann Du aufklärst. Wenn ich es so auffassen will, wendest Du Gewalt an. Denn mit der Aufklärung setzt Du die Schwangere ja unter Druck. Nötigst sie quasi. Und dabei ist es unerheblich, ob Du das schon in Woche 10 machst oder unter der Geburt. Im Zweifel wird sich eh in der 40. Woche niemand mehr erinnern, was Du bei einer Voruntersuchung vor 7 Monaten mal gesagt hast. Und jetzt sind da ja auch ganz andere Leute da...


Das Problem ist, dass eben alles negativ aufgefasst werden kann. Klärst Du im Verlauf der unkomplizierten Schwangerschaft irgendwann mögliche Geburtsverläufe in noch so entspanntem Setting auf und bist ehrlich, dass es nun mal auch unschöne Verläufe geben kann, die sich eben wie eine Schulterdystokie oder vorzeitige Plazentalösung oder was weiß ich nicht unbedingt mit genügend Vorlauf zum frühzeitig abwendenen Reagieren ankündigen müssen, bist Du die Doofe, wenn daher "gezwungenermaßen" die Entscheidung fürs Krankenhaus und gegen das Geburtshaus oder das heimische Setting fällt und nachher alles easypeasy läuft, so dass man ja alles hätte super auch sonst hätte handeln können. Wenn andersherum eine unschöne Situation eintritt in eben nicht so passendem Setting, bist du auch doof, weil ja genau dieser Punkt nicht genügend eindringlich angesprochen wurde. Man kann eigentlich nur verlieren.
Das meinte ich. Egal was Du machst, im Zweifel bist Du der Dumme. Und Schuld.


Meine Wunschvorstellung: Alle Geburten laufen zumindest einem Krankenhaus angegliedert. Beleghebammen, die Vorsorge und Geburt anbieten, sollten stark gefördert werden, damit dadurch die Komplikationsrate und auch das Gefühl schlechter Betreuung massiv eingedämmt werden kann. Ein Arzt sollte jederzeit greifbar sein und ja auch zwischendurch mal über den Fortschritt informiert sein, shake hands bei unkomplizierter Phase gemacht haben und nicht nur bei dampfender Kacke hinzugezogen werden.
In einer idealen Welt. :-)

Muriel
08.01.2018, 11:13
Ich weiß, dass das naiv ist, aber wünschen darf man ja mal ;-)

Feuerblick
08.01.2018, 11:16
Ich sprach auch nicht von einer zwingend ärztlichen Aufklärung für eine spätere Behandlung. Sondern von allgemeinen Informationen und Aufklärungen z.B. im Rahmen standardisierter Vorbereitungskurse.
Da jede Mutti vermutlich Bücher über Geburt und Baby liest, dies aber in der Regel sehr selektiv tut, sehe ich da keine Gewalt und keine Nötigung sondern nur neutrale Aufklärung. Von mir aus können da auch gerne (aber eben unter anderem und nicht alleine!) Befürworter von Geburtshäusern und Hausgeburt zu Wort kommen. :-nix Es geht nur darum, über Vorgang, Möglichkeiten, Probleme zu informieren, damit bei Eintreten der Wehen nicht alles auf einmal auf die werdende Mama einstürzt. Einfach weil ich glaube, dass sehr, sehr viele werdende Mütter nicht die geringste Ahnung haben, was bei einer Geburt vor sich geht. Schon physiologischerweise...
Im übrigen verstehe ich nicht wirklich, warum man Schwangere in Sachen Informationen in Watte packen soll... Damit sie später klagen können, weil sie das alles nicht gewusst haben?
Selbstbestimmt entscheiden kann nur, wer informiert ist. Wer also Selbstbestimmung möchte, muss auch Informationen hinnehmen. :-meinung

Evil
08.01.2018, 12:04
Ich denke, es gibt objektivierbar 2 Dinge, die derzeit nicht optimal ablaufen:

1. die Indikation für eine Sectio wird oft zu großzügig gestellt, was man schon an der regional sehr stark variierenden Häufung sehen kann, was wahrscheinlich vielfältige Ursachen hat (Schichtwechsel, Sicherheitsbedürfnis, fehlende Erfahrung, ...)

2. die Kommunikation mit der Kreißenden ist oft wenig einfühlsam, und damit meine ich nicht ein fehlendes in-Watte-packen, sondern ein Versäumnis von klaren, deutlichen, aber einigermaßen verständnisvoll vorgetragenen Worten.
Klar kann man es nicht allen recht machen, aber ich denke, wenn das so läuft wie es in dem oben verlinkten SZ-Artikel als Positivbeispiel beschrieben ist, wäre schon das Wesentliche gewonnen.

Ich denke auch, daß z.B. Bratze oder Brutus beide meist sehr einfühlsam udn deutlich mit den Patienten reden, ich kenne aber auch Kollegen, die eher als Empathiemetzger an die Sache herangehen.

Trianna
09.01.2018, 09:57
Als jemand, der eine "traumatische" Geburt bei Kind 1 erlebt hat, war sowohl in dem Moment als auch in Retrospektive das Schlimme die herablassende und unwürdige Kommunikation und Einstellung der Ärzte mir ggü. Wenn die Kommunikation im Ansatz so gelaufen wäre, wie in dem Artikel von Fr. Pelz, dann hätte ich die unschönen Umstände anders aushalten können. Was da für Klopper kamen... Meine Fresse, werde schon wieder so wütend :/

So war es einer der schlimmsten Tage meines Lebens.

Zum Glück war die (jetzt privat zusatzversicherte) Geburt von Kind 2 versöhnlich.

Espressa
11.01.2018, 11:51
In Deutschland gibt es doch gar nicht so wenige Geburten und außerdem werden doch die ersten Häuser wegen zu wenig Geburten geschlossen.
Kannst du auch noch zwei Sätze zum Risiko von Hausgeburten schreiben? Da würde mich deine Meinung einfach interessieren.

Ich meine dass die Deutschen mit 1,x Kindern ja nicht so viele bekommen, als dass man auf dem Gebiet nicht ein bisschen investieren (draufzahlen) könnte, weil es ja insgesamt nicht so viel Geld wäre. Und diese Schließungen und Zentralisierung von Geburten sind auch nachteilig, da wäre eher eine flächendeckende, naheliegende Versorgung gut, und vor allem reichlich Hebammen, die Vorsorge und Aufklärung übernehmen würden, und dann Beleggeburten begleiten könnten. Das ist inzwischen ein echtes Problem, da eine 1:1 Betreuung für vor, während, oder nach der Geburt zu finden.

So, Risiko von Hausgeburten wolltest du wissen. Ja da hab ich natürlich auch sehr intensiv darüber nachgedacht.
Als aller erstes sollten Hausgeburten einem selektionierten "Patienten"gut vorbehalten bleiben; also gesunde Mutter, unauff. Schwangerschaft, keine Vor-OPs, Kind am Termin, Schädellage, Einling. Ob jetzt Erstgebärende prizipiell ausgeschlossen werden - hm, da bin ich unschlüssig, kam erst bei der zweiten Schwangerschaft darauf, und meine Hebamme schließt Erstgebärende auch aus. Die Verlegungsrate ist relativ hoch mit ca. 30% mein ich - da müsste man sicherlich abwägen. Andererseits weiß ich von vielen außerklinischen Erstgeburten die auch völlig unspektakulär waren.
Dann gibt es ja zunächst die "milden" Komplikationen, die nicht wirklich Zeitdruck mit sich bringen, und diesen Fällen kann man ja auch dann doch in die Klinik fahren. Also zB grünes Fruchtwasser, Kind dreht sich überraschend in BEL oder Querlage, mütterliche Erschöpfung etc.
Dann gibt es gruselige Komplikationen, wie Fruchtwasserembolie - daran stirbt man wiederum da wie dort, selbst in Kliniken kann ja nicht jedes Drama verhindert werden.
Und dann gibt es noch das alles dazwischen, wo es natürlich sehr hilfreich ist, wenn man medizinische Hilfe gleich neben dran hat. Dazu zähle ich die Reanimationsmaßnahmen beim Neugeborenen, Versorgung mütterlicher Blutungen oder Verletzungen, oder auch die Notsectio.
Und da ist halt die Frage, wie häufig diese Risiken ohne vorangegangene Manipulation der Geburt auftreten. Denn dass es diese in der Klinik quasi regelmäßig auftreten, ist mir bekannt. Ich meine aber auch dass da häufig einiges voranging (Einleitung, Z. n. Sectio, PDA, Wehenhemmer oder -Förderung, künstl. Fruchtblasensprengung etc.), und laut Literatur und den Daten der QUAG kommt es dazu sonst an sich gar nicht so furchtbar oft. Um nicht zu sagen, außerordentlich selten. Unter genannten Bedingugen eben - aber die halte ich ja ein.

Ich kenne natürlich auch die Geschichten mit schlechtem Ausgang. Und zwar habe ich mir die ganze seitenlange Gerichtsakte der verurteilten Hebamme Anna Rockl-Loenhoff reingezogen, in der gleich mehrere Geburten mit tödlichem Ausgang oder massiven Folgeschäden beschrieben sind. Ich halte aber ihr Handeln für grob fahrlässig, da hat sich das Unheil mehrfach angekündigt, und sie hat es missachtet. Z.B. eine Frau mit Gestose, massiven Ödemen, schon subj. Flimmern vor den Augen, Kind in BEL, weit über Termin - und sie hat nicht verlegt, bis es zum eklamptischen Anfall kam. Oder Geburten von Drillingen (!) weit vor der 38. Woche, oder oder. Sie hatte ihre Frauen auch nie in der Klinik angekündigt, hatte nie vor zu verlegen, (hat auch nie verlegt) war da einem gewissen Wahn verfallen, wie ich finde.

Miss_H
11.01.2018, 12:04
Danke für deine Antwort :-)
Du hast meiner Meinung nach eine differenzierte Meinung und viele Informationen. Danach hast du entschieden, dass es für dich die Hausgeburt sein soll. (Du würdest wohl auch mit den Konsequenzen leben/sie akzeptieren.)
Für mich ist das kleine Risiko noch zu hoch und ich würde anders entscheiden, auch aus familiären Gründen. Ich würde daher ein zuviel an Behandlung in Kauf nehmen als das Risiko.
Natürlich würde ich mir wünschen, dass alle die sich für die Hausgeburten einsetzten auch die Risiken erwähnen. Allerdings erzählen die Leute, die sich für Klinikgeburten einsetzten auch nicht von den möglichen Nachteilen (schlechte Betreuung durch zu wenig Hebammen, Indikation abhängig von Erfahrung des Arztes, etc.).

Espressa
11.01.2018, 12:07
Also würdest Du doch auch Deine Verantwortung an der Kreisssaaltür abgeben! Selbst Du, als jemand, der eben weiß, was kommen kann. Und selbst Du empfindest dann bei gewissen Maßnahmen "Gewalt". So ganz passt das aber nicht, wenn man mal ganz rational im Nachgang drüber nachdenkt, oder?


Und damit hattest Du einfach das Glück, dass Du über Dein Wissen und vll. über die regelmäßige Teilnahme an Geburtsvorbereitungskursen genau Bescheid wusstest, was gut für Dich ist. Aber das kannst Du nicht verallgemeinern.


Das funktioniert schon aus dem Grunde nicht, weil einfach nicht alle Dein Wissen haben.


Nö, ich würde nicht meine Verantwortung an der Kreißsaaltür abgeben. Aber wenn ich eine außerklinische Geburt abbreche und in die Klinik fahre, dann nicht unbedingt um dort wieder alles abzulehnen, sondern weil ich der Meinung bin dass evt. eine Maßnahme erforderlich ist. Ich persönlich bin auch nicht davon betroffen, Gewalt bei der Niederkunft erfahren zu haben, und meine dass ich mit meiner persönlichen Erfahrung und dem Wissen, sowie auch angemessenem Verhalten dem Personal gegenüber, durchaus eine Betreuung auf Augenhöhe erleben würde.

Ich kann nicht verallgemeinern und meinen Wissenstand und Kooperationswillen bei allen voraussetzen. Aber ich denke das ist auch ein kleiner Systemfehler, dass Frauen vermittelt wird: Im Krankenhaus wird alles gut, wir wissen was wir tun - du musst es nicht verstehen. Wenn die Geburt zB in angegliederten hebammengeleiteten Geburtshäusern flächendeckend möglich und als "normal" betrachtet würde, müsste man auch eine andere Vorbereitung bieten - zB über die Beleghebammen.
Ich hab halt viel gelesen.
Besonders empfehlenswert an alle die historische und pathophysiologische Hintergründe rund um die Geburt interessieren: Buchtipp (https://www.amazon.de/Geb%C3%A4ren-ohne-Aberglauben-Pl%C3%A4doyer-Hebammenkunst/dp/3850766985) - der Autor ist Gynäkologe und war lange Zeit Chefarzt einer Gyn/Gebhilfe-Abteilung in Wien.

Espressa
11.01.2018, 12:21
Danke für deine Antwort :-)
Du hast meiner Meinung nach eine differenzierte Meinung und viele Informationen. Danach hast du entschieden, dass es für dich die Hausgeburt sein soll. (Du würdest wohl auch mit den Konsequenzen leben/sie akzeptieren.)
Für mich ist das kleine Risiko noch zu hoch und ich würde anders entscheiden, auch aus familiären Gründen. Ich würde daher ein zuviel an Behandlung in Kauf nehmen als das Risiko.
Natürlich würde ich mir wünschen, dass alle die sich für die Hausgeburten einsetzten auch die Risiken erwähnen. Allerdings erzählen die Leute, die sich für Klinikgeburten einsetzten auch nicht von den möglichen Nachteilen (schlechte Betreuung durch zu wenig Hebammen, Indikation abhängig von Erfahrung des Arztes, etc.).

Du hast natürlich auch recht, es gibt sehr viele Hausgeburtsanhänger, mit denen ich mich überhaupt nicht identifizieren kann. Die oft aus Trotz und bewusster Ablehnung ärztlicher Ratschläge der Klinik fernbleiben, oder noch wilder die Alleingebärenden, die auch bewusst auf eine Hebamme verzichten. Aber das sind die Leute die sich gern eher selektiv informieren, die halt immer eine Info finden die sie hören wollen, und wenn nicht, hören sie eben lieber weg.
Ich fürchte dass diese Bewegung zum Teil auch der schlechten Betreuung in Kliniken entspringt oder eben Folge traumatischer Geburten ist, oder eben Hebammenmangel verbunden mit dem Trotz, dann halt alleine zu bleiben, aber bloß nicht in die Klinik zu gehen.

Und bezüglich Risiko: es geht nicht nur um Risiko bei Hausgeburt vs. zuviel an Behandlung, sondern vs. anderer Risiken, die aus dem Zuviel an Behandlung resultieren...

Jule-Aline
11.01.2018, 12:48
Vielleicht sollte es mehr Hebammenkreisäle geben.Da braucht man nicht auf das Gefühl der Hausgeburt und der Sicherheit eines Krankenhauses zu verzichten und das wäre was für Erstgebärene. Beleghebammen sind ja nun wirklich rar.

Solara
11.01.2018, 13:08
Was sind denn Hebammen-Kreißsäle?
Hier herrscht eklatanter Mangel an Hebammen in der Klinik.

tragezwerg
11.01.2018, 13:13
Es gibt immer mehr Hebammen-geführte Kreißsäle, die in der Theorie eine besser betreute und weniger "medizinisch" orientierte Geburt ermöglichen sollen. Ärztliches Backup ist dort aber vorhanden. In den zwei Kliniken, die das hier in der Region gemacht haben, hat allerdings eine das Projekt wegen Hebammenmangel wieder abbrechen müssen. An sich finde ich die Idee echt gut, aber die Durchführung ist bestimmt nicht ganz einfach.

McBeal
12.01.2018, 05:10
Hebammenkreißsäle (in der Klinik, in der ich meine Spontangeburten hatte nehmen sie nur absolut risikofreie Schwangere und man wird von zwei Hebammen betreut, im ganz normalen Kreißsaal mit allen ärztlichen und operativen Backups im Hintergrund) und an Kliniken angeschlossene Geburtshäuser, bei denen die Notsectio eben auch in der vorgesehen EE-Zeit möglich ist, da alles auf einem Gelände ist, finde ich super. Ich wäre auch an einer Hausgeburt interessiert gewesen, wenn wir direkt neben einer Klinik mit Geburtshilfe wohnen würden. Da das aber (aus allen anderen Gründen glücklicherweise) nicht so ist, war für mich zwei mal die ambulante Geburt mit Beleghebamme und dadurch eben 1:1-Betreuung die ideale Lösung.
Was ich sehr schade finde, ist, dass der Hebammenkreißsaal hier keine Frau mit Z.n. Sectio betreut, sonst hätte ich das auch interessant gefunden.

LG
Ally