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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer
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    Liebe Forengemeinde,

    nachdem ich schon seit längerem stiller Mitleser hier bin habe ich mir nun einen Account gemacht, um meinem Unmut etwas Luft zu machen, und nachzufragen, wie andere damit umgehen.

    Das Medizinstudium war der Fehler meines Lebens. Ich kann mir das nicht verzeiehn. Es war naiv, dumm und uninformiert von mir, diese Weg gegangen zu sein. Ich trage mich jeden Abend mit dem Gedanken der Reue ins Bett. Ich hasse mich dafür, pure and simple. Warum?

    1) Das Gehalt

    Ganz ehrlich: Das Gehalt ist im Verhältnis zu Arbeitszeit, Verantwortung und Ausbildungsstand erbärmlich.
    Die 2700€ netto, die man als Anfänger verdient, sind lächerlich wenig. Braucht ihr Vergleichswerte? Gymnasiallehrer verdienen genau so viel. Juristen und gute Betriebswirte das Doppelte. Wenn jetzt das Argument kommt "nicht jeder, der Jura studiert, kommt in diese Gehaltsklassen": 15-20% schaffen ein Prädikat, und für die ist dann eine Anstellung in einer Großkanzlei mit 120.000€ Jahresgehalt im ersten Jahr und mehr nur eine Formsache. Wenn man bedenkt, dass Mediziner zu den besten Abiturienten ihrer Altersklasse gehören und nebenbei noch extrem viel Zeit für das Studium aufwenden müssen, ist die Chance doch recht hoch, dass der Durchschnittsmediziner in Jura auch ein Prädikat schaffen würde.

    2) Die Arbeitsbedingungen

    Arbeiten auf kaputten Schreibtischstphlen vor einem 19-Zoll-Bildschirm, in einem Arztzimmer, das so klein ist, dass es als Besenkammer fungieren könnte? Unbezahlte Überstunden, lächerlich bezahlte Dienste? Pfleger, die einem auf der Nase rumtanzen? Undankbare, unhöfliche, unverschämte Patienten?
    Ja, all das haben die Juristen nicht. Auch die ohne Prädikat. Eigentlich würde sich niemand das gefallen lassen, außer eben wir Ärzte.

    3) Die Perspektive

    Man sollte nicht unerwähnt lassen, dass diese Scheiße sich in den ersten 5-10 Berufsjahren als Arzt nicht ändert.
    Während also eure Schulkameraden schon ihren Porsche spazieren fahren, den Kindern auf Privatschulen eine gute Zukunft erkaufen und am Wochenende beim Golf relaxen, ackert ihr immernoch bei Diensten unter dem Mindestlohn in nicht-klimatisierten Zimmerchen und in unbequemer Funktionskleidung.
    Andere berufliche Perspektiven? Kann man vergessen, bis man Facharzt ist. In der Pharmabranche verdient man ohne Facharzttitel nichts, in die Unternehmensberatung schafft es dann nur noch eine kleine Minderheit...faktisch ist dieses Gerede von den vielen ach-so-tollen Möglichkeiten außerhalb des Arztberufes einfach Sand, den man uns in die Augen streut.

    Also, das soll auch eine Warnung an alle Abiturientinnen da draußen sein, die vielleicht diesen Beitrag lesen: Studiert nicht Medizin. Auf keinen Fall. Praktisch jede Alternative ist besser.

    Praktisch alle meine Kollegen hassen ihren Job. Praktisch alle meine alten Studienfreunde hassen ihren Job. Selbst die Oberärzte sagen uns, dass sie nie wieder Medizin studieren würden.

    Wie geht der Rest der Community damit um? Ist meine Wahrnehmung bzw. meine Peer Group so verzerrt?



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  2. #2
    Registrierter Benutzer
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    24.07.2017
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    52
    Korrektur: Ein unverheirateter verbeamteter Gymnasiallehrer hat in Bayern ein Einstiegsgehalt von mind. 3300 netto*13 (A13Z).



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  3. #3
    Registrierter Benutzer
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    Ort
    Bayern
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    Zitat Zitat von JungerArzt92 Beitrag anzeigen
    Liebe Forengemeinde,


    Wie geht der Rest der Community damit um? Ist meine Wahrnehmung bzw. meine Peer Group so verzerrt?
    Ja.

    Erzähl doch mal bisschen wo und wie du genau arbeitest. Fachrichtung usw.
    Ich kenne genug Ärzte die genau so denken wie du. Andersrum kenne ich auch genug die sehr zufrieden sind. Vielleicht schaust du dich mal einem anderen Fach oder einer anderen Stelle um, bei dir scheint es ja ziemlich ungemütlich zu sein wenn alle zu unzufrieden sind (wobei ich mich frage wieso die dann da alle noch arbeiten...)



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  4. #4
    Registrierter Benutzer
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    12.07.2020
    Beiträge
    19
    Ein Fach in der Inneren Medizin an einer größeren Uniklinik. Ich bin leider aus persönlichen Gründen an den Standort gebunden.

    Eine Alternative wäre nur der Wechsel des Faches, wobei ich da innerlich der sunk cost fallacy erliege. Ich wüsste aber auch ehrlich gesagt ad hoc nicht, wo es besser ist.



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  5. #5
    Registrierter Benutzer
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    14.07.2012
    Semester:
    Studium: Check. Casting Couch: Check. Status: Exploited Assistenzärztin
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    925
    Werd doch Radiologe, die verdienen schon im ersten WBA Jahr 150.000 Euro hab ich mal in der Zeitung gelesen.

    Alternativ kannst du dich nebenberuflich in einem ganz anderen Bereich selbstständig machen. Sollte doch als high potential kein Problem sein.



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