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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Hallo ihr Lieben!

    Ich zweifle gerade sehr an meiner Doktorarbeit bzw. ihrer Betreuung, habe aber mittlerweile schon so viel Arbeit reingesteckt, dass ich gern von euch hören würde, wie es bei euch war und was ihr mir raten würdet.

    Ich merke gerade, dass der Text viel zu lang ist, tut mir leid! Ich markiere mal die wichtigsten Eckdaten dick!

    Im März 2019 habe ich das Angebot zu einer Fragebogenstudie angenommen, bei der es um die Erstellung eines neuen Fragebogens auf Basis des ICD11 gehen sollte.

    Bis September haben wir uns wöchentlich getroffen, wobei meine Betreuung das Thema der Doktorarbeit immer wieder verändert hat
    (zunächst, als sich abgezeichnet hat, dass der ICD11 noch längere Zeit nicht umfassend publiziert werden wird. Es wurde ein neues Konzept entwickelt. Da es dann aber eine Ankündigung einer vorläufigen Veröffentlichung gab, wieder zurück zur ICD11-Idee. Idee wieder verworfen, da die Erkrankung im ICD11 völlig anders definiert wird und der Fragebogen dann keinen Sinn mehr machen würde. Anschließend neue Idee auf Basis des ICD10. Hat sich als unpraktikabel herausgestellt, sodass letztendlich ein Fragebogen auf Basis des DSM-5 stattfinden sollte. Hier wurde ebenfalls über längere Zeit diskutiert, wie man die Studie aufbauen könnte und ob man einen oder zwei Doktoranden benötigt)
    Im August stand dann die Fragestellung der Doktorarbeit endlich fest.

    Nun ging es daran, einen Fragebogen zu konzipieren, wwobei ich einen eigenen Fragebogen erstellt habe, der dann im Plenum mit meinem DV und seinen Mitarbeitern (größtenteils PsychologInnen) wöchentlich über drei Monate diskutiert wurde
    . Auch das zog sich bei wöchentlichen Terminen über einige Monate hin. Anfangs fand ich das super, weil ich viel Input bekommen habe. Aber wenn man jede einzelne Frage im Plenum bespricht, dann dauert es bei einem umfassenden Fragebogen sehr lange. Irgendwann wurden dann schon "abgesegnete" Fragen wieder aufgegriffen, hinterfragt, verändert, wieder kritisiert, wieder abgeändert.

    Ab ca. November habe ich mich um die Erstellung des Ethikantrags und die Berechnung der Power sowie das Studiendesigns (wie viele PatientInnen, Zusammensetzung der Kontrollgruppe, Ablauf) gekümmert. Da mein Doktorvater als Kliniker noch nie eine Doktorarbeit betreut hat und keine Erfahrung mit Statistik und Studiendesigns hat, waren auf meiner Seite natürlich viele Fragen offen. So wurde ich in diesen Dingen an eine Studien-erfahrene Mitarbeiterin verwiesen. Da sie in ihrer "Beraterrolle" aber keine Entscheidungen traf, habe ich über mehrere Monate zwischen ihr und meinem Doktorvater "übermittelt" und alles, was ich mit ihr besprochen habe, versucht noch einmal mit ihm zu besprechen. Oft wusste er aber überhaupt nicht, worum es geht oder an welchem Punkt in der Planung ich gerade bin.
    Ich traf mich also mal mit ihr und mal mit ihm, um alles zu besprechen und zu planen. Ein Großteil der E-Mail-Kommunikation bestand ab diesem Zeitpunkt darin, den jeweils anderen über das Besprochene zu informieren und um Einverständnis zu fragen. Ein gemeinsames Treffen ist aus Zeitgründen leider nur ein Mal erfolgt.

    Irgendwann fing ich mehr schlecht als recht an, den Ethikantrag und die Patienteninformationen/Datenschutzformalitäten etc. zu schreiben, wobei mein Doktorvater zur Korrektur weitere Mitarbeiter heranzog, die mit unserer Studie nicht vertraut waren. Dementsprechend war das Feedback nicht immer hilfreich oder passend. Ich hatte noch viele Fragen und Anmerkungen, aber irgendwann drängte mein DV mich, den Antrag hochzuladen (da sich wohl bald die einzureichenden Dokumente verändern würden). Ich glaube nicht, dass er sich mein Material jemals wirklich durchgelesen hat. Auch zu meinem Studienprotokoll, die Datenschutzerklärungen, meine Projektskizze, hat er sich nie selbst geäußert und wenn ich Fragen hatte, habe ich an seiner Reaktion und dem "ich werde das mal weiterleiten" gemerkt, dass er nicht wirklich weiß worum es geht.

    Ich habe den Ethikantrag dann irgendwann fertig geschrieben und vor zwei Monaten endlich eingereicht. Leider ist er mit einigen Korrekturaufforderungen zurückgekommen.

    Meine Doktorabeit ist noch nicht einmal offiziell angemeldet. Mittlerweile bin ich einfach nur noch erschöpft und habe innerlich auch keine Lust mehr auf dieses "Rumgeeiere". Ständig an jemand anderen verwiesen zu werden oder Feedback von "Fremden" zu erhalten, und ständig das Gefühl der Unzulänglichkeit und Hilfloskigkeit bzw. Unklarheit über die nächsten Schritte zu haben ist ganz schön frustierend.

    Beispielsweise sind viele Fehler im Ethikantrag, weil ich keine Erfahrung und kein Wissen über viele (rechtliche) Dinge habe. Materialien wie Patienteninformation, Datenschutzerklärung, Rücktrittserklärung, Aufbewahrung von Daten selbst zu schreiben, alle Formalitäten und rechtlichen Feinheiten korrekt zu formulieren und zu bedenken ist total schwierig (da habe ich zum Beispiel einige Korrekturen von der Ethikkommission kassiert). Meine Kommilitonen mussten so etwas nie schreiben, auch musste von ihnen keiner den Ethikantrag selbst schreiben oder das Studiendesign großartig planen, da stand das meiste schon relativ früh fest (wir wissen z.B. zur Zeit immer noch nicht, wann wir die Kontrollgruppe nun testen werden, unser ursprünglicher Zeitplan wurde von der Ethikkommission für nicht gut befunden).

    Wie war das bei euch?

    Was sagt ihr dazu, ist es normal, sich so viel mit Planung und Organisation abzumühen? Hab ich nicht genug Biss?
    Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich die Motivation verloren habe. Lohnt es sich überhaupt noch, weiterzumachen?



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  2. #2
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Erinnerung für alle "echten" Ärzte: Schamanen benötigen einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung - nicht nur einen Wochenendkurs! Bitte endlich mal merken!

    „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ (Matthias Claudius)



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  3. #3
    derzeit nicht wankelmütig Avatar von Relaxometrie
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    Zitat Zitat von Tulipan Beitrag anzeigen
    Lohnt es sich überhaupt noch, weiterzumachen?[/B]
    Meiner Meinunng nach definitiv: NEIN

    Wie Du schon geschrieben hast.....es ist zu unkoordiniert, um halbwegs zügig voran zu kommen. Deutlich zu viel trial&error, was zu frustraner Zeitverschwendung führt.
    Wozu dient der zu erstellende Fragebogen eigentlich genau? Alleine schon die zähen Überlegungen, ob er sich auf ICD10, ICD11, oder DSM 5 beziehen soll, klingen nach Chaos.



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  4. #4
    Registrierter Benutzer
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    Tut mir leid, ich dachte irgendwas hat nicht geklappt beim posten.



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  5. #5
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    Zitat Zitat von Relaxometrie Beitrag anzeigen
    Wozu dient der zu erstellende Fragebogen eigentlich genau? Alleine schon die zähen Überlegungen, ob er sich auf ICD10, ICD11, oder DSM 5 beziehen soll, klingen nach Chaos.
    Es geht darum, einen Fragebogen zum Screening auf Persönlichkeitsstörungen zu erstellen, der im klinischen Alltag gut funktioniert.



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