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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Eins vorweg , dieser Thread richtet sich um Gottes Willen natürlich NICHT gegen die Pflege , wir arbeiten ja alle täglich mit der Pflege zusammen, denke das sollte allen klar sein .

    Hier geht es um das Bild, das aktuell in den Medien vermittelt wird und auch die Bevölkerung teils wiederspiegelt.

    Ich formuliere es ganz plakativ

    Pflege : unterbesetzt , unterbezahlt , unterwertschätzt, hohe Belastung bei Covid (richtige Punke)

    Das ganze wird praktisch täglich medial mantraartig wiederholt , die Auswirkungen bisher natürlich mau.

    Ärzte : NUR Experten (Chefärzte etc) die in den Medien diskutieren , teils im Kreuzverhör mit der Politik. Immer kritisches Feedback ( Uneinigkeit , „Die Mediziner haben vor 3 Monaten gesagt“ etc...“)

    Alltag der Assistenzärzten oder FA/ Oberärzten an Kliniken ? Fehlanzeige.
    Ärztemangel und prekäre Arbeitssituationen massig Überstunden miese Weiterbildung etc ? Fehlanzeige
    Impfungen - Horrendes Gehalt der Ärzte , unerhört , unredlich.

    Ich formuliere es mal so - sind wir tatsächlich so unbeliebt oder uninteressant ??
    Medial könnte man meinen Ärzte spielen bei der Pandemie abseits von Virologen keine Rolle ??

    Auch wird oft erwähnt in der Reihenfolge und Art „Pflegerinnen und Pfleger und medizinisches Personal (also ua wir)“
    Klasse .

    Ich verstehe es nicht , vielleicht hat jemand von euch einen Erklärungsansatz.
    Geändert von medicinentia (16.12.2020 um 20:58 Uhr)



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  2. #2
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    Massenmedien zielen darauf ab, Quote zu erzielen. Es geht ja nicht, um eine detaillierte, faktenreiche, und differenzierte Abbildung der Realität, sondern um eine Story, die ihren Abnehmer finden muss. Wenn beispielsweise ein beliebtes Narrativ lauten würde: die pöhse niedergelassene Ärzteschaft hätte vormittags Recht, interessierte sich nicht für gesetzlich -versicherte Patienten und wäre nachmittags vornehmlich auf dem Golfplatz zu finden (und bekommt im Allgemeinen den Hals nicht voll), dann würde es ja Sicht des Storytellings ja keinen Sinn machen, dieses Zerrbild mal etwas näher an die Realität zu bringen.

    Was zusätzlich noch ein Faktor sein könnte, ist die Tatsache, dass sich ein großer Teil des journalistischen Nachwuchses politisch eher als 'links- progressiv' einstufen würde. Da passen Reportagen über den Missbrauch beim Arbeitszeitgesetz, Ausbeutung von Weiterbildungsassistenten, mangelnde Wertschätzung etc. vermutlich weder in den Erwartungshorizont der Leserschaft (reiche Ärzteschaft- arme ausgebeutete Pflege), noch in die eigene Überzeugung.

    https://www.faz.net/aktuell/feuillet...-17038169.html

    Wenn man mal angenehm differenzierte und nüchterne Berichterstattung und Nachrichten lesen möchte, ohne ordenliche Dosis PC Sugarcoating und 'Haltung', kann man ausländische Medien wie die schweizer NZZ empfehlen und dann mal spaßeshalber mit der Berichterstattung über denselben Sachverhalt mit der Alpen Prawda (ehemals Süddeutsche Zeitung) etc. vergleichen. Man ist da manchmal sehr erstaunt über viele deutsche Qualitätsmedien.



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  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von crossie
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    Ich frage mich auch jeden Tag, warum wir Klinikärzte in der täglichen Berichterstattung überhaupt keine Rolle spielen. Immer heißt es Pflegemangel - was ja auch 100% zutrifft. Aber nie auch nur ein Wort zum Ärztemangel, den es ja genauso gibt. Auch deswegen können nicht alle theoretisch möglichen ITS Betten auch belegt werden.

    Und zumindest bei uns ist die Arbeitsbelastung der Ärzte deutlich höher als die der pflegerischen Kollegen. Also deren Belastung ist schon zu hoch aber unsere ist höher.



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  4. #4
    Diamanten Mitglied
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    @medicinentia

    Deine Beobachtung über die Darstellung in den (Massen)Medien ist weitgehend zutreffen. Es gibt natürlich kleinere Medien wie bspw. das Ärzteblatt wo unsere Problemstellen schon nochmal anders rausgestellt werden. In meinem nicht-ärztlichen und nicht-akademischen Umfeld - und das sind in Deutschland die Mehrheit der Menschen und Medienkonsumenten - habe ich nicht das Gefühl, dass man nicht über die massive Arbeitsbelastung und die hohe Verantwortung im Arztberuf bescheid wüsste.

    Ich habe einen Verdacht und ich bitte meine Aussage mit Vorsicht zu genießen:
    Der Pflege wird medial und gesellschaftlich mehr Mitgefühl entgegengebracht und die Empörung ist bei Belastung und Bezahlung höher, weil es eine Berufsgruppe darstellt mit der sich ein größerer Teil der Gesellschaft identifizieren kann. Es ist ein Ausbildungsberuf, man kennt doch die eine oder andere Person die dort arbeitet, vergleichbares Bildungsniveau etc.

    Ärzte sind für die Mehrheit der Gesellschaft eine Blackbox, mit dem Menschen an sich kommen sie wenig in Berührung. Das Bildungsniveau und das Umfeld unterscheidet sich im Durchschnitt einfach stark. Dementsprechend "schwieriger" ist es dort Empathie zu erwirken. Gleichzeitig bekommen Ärzte aber etwas, was in der Pflege weniger der Fall ist: ernstgemeinten Respekt und Ehrfurcht vor dem Job. Das zeigen die Berufsrankings jahrelang aufs Neue.



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  5. #5
    verfressen & bergsüchtig Avatar von Evil
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    Zitat Zitat von Mr. Pink online Beitrag anzeigen
    Gleichzeitig bekommen Ärzte aber etwas, was in der Pflege weniger der Fall ist: ernstgemeinten Respekt und Ehrfurcht vor dem Job. Das zeigen die Berufsrankings jahrelang aufs Neue.
    Ich denke, das ist ein entscheidender Punkt: Ärzte gehören zu den Berufsgruppen, die am meisten geachtet und wertgeschätzt werden.
    Schaut man sich dagegen die Beliebtheitswerte von Politikern oder gerade auch Journalisten an, so fallen die ziemlich ab. Schätze, bei der Berichterstattung spielt der Neid der Autoren einen erhebliche Rolle.
    Und wenn dann noch der (vermeintliche) Neid der anderen bedient wird, greift die Argumentation von Thomas.
    Weil er da ist!
    George Mallory auf die Frage, warum er den Everest besteigen will



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