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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #61
    Diffeldoffel Avatar von tarumo
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    Zitat Zitat von daCapo Beitrag anzeigen
    Ob der Behandlungsstandard der GKV gut ist, ist ein Diskussionsthema über das keine Einigkeit besteht. Fakt ist, dass es relativ teuer ist, egal ob mit PKV oder GKV.
    .
    Ich will Dich nicht desillusionieren: der Behandlungsstandard in der GKV ist per Gesetz (SGB V) als minderwertig(Schulnote 4, ausreichend) festgeschrieben, eben WANZ. Bessere als ausreichende Leistungen DÜRFEN gar nicht verlangt und nicht erbracht werden, bitte einfach im Gesetz nachlesen. Steht im SGB V ganz vorne.
    Und was WANZ ist, legt ein Gremium namens GBA fest. Je nach Kassenlage. Überall auf der Welt, bei der PKV und auch bei BG ist das Maß der Dinge "best medical practice" bzw. die Definitionen der Fachgesellschaften. Ob man die Behandlung dann so annimmt, ist eine andere Frage. Aber man darf es zumindest.

    Ein Trabbi war übrigens auch "ausreichend", wenn man schon 15 Jahre auf ein Auto sparen und warten muß. Aber dafür sind keine Kapitalisten beteiligt....

    Überspitzt formuliert, langt im GKV-Bereich gesetzeskonform theoretisch in ein paar Jahren statt einer Narkose dann auch ein Holzkeil im Mund, der ist nämlich auch billig "wirtschaftlich", zweckmäßig und ausreichend, und in Stalingrad hat das ja auch funktioniert, gelle?
    "An allem Unfug, der geschieht, sind nicht nur diejenigen schuld, die ihn begehen, sondern auch die, die ihn nicht verhindern"
    Erich Kästner, "Das fliegende Klassenzimmer"



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  2. #62
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    Genau bei GKV Patienten erfolgt die Narkose mit Lachgas oder Pfanne auf den Schädel, und auf die Augen OP wartet man bei der GKV 15 Jahre....der Vergleich mit dem Trabant Auto (Auto der 50er Jahre) ist ebenso falsch, wo bietet denn die GKV Medizin nach den Leitlinien oder Standards der 50er Jahre analog zum trabant ?

    In den Kliniken und Ambulanzen, in denen ich gearbeitet habe, gab es medizinisch keinen Unterschied in der Behandlung zwischen GKV und PKV Patienten. Essen und Zimmer sind manchmal besser. Betreuung teilweise nur je nach Klinik bzw Motivation durch WA. Ob dass dann unbedingt besser ist als durch einen Oberarzt ist eine Frage, über die keine Einigkeit besteht.



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  3. #63
    Diffeldoffel Avatar von tarumo
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    Wir reden vom ambulanten Sektor...
    Der Vergleich mit dem Beißkeil ist leider treffender, als Du denkst. Frag einfach mal ein paar Zahnmediziner, Stichwort ambulante Narkosen. Entweder selber Narkose zahlen oder es lassen. Oder man trickst rum mit irgendwelchen "F"- Diagnosen, die sich später auch als fatal herausstellen können. Und als kleiner Kollateralschaden der Anästhesie die Möglichkeit zur Niederlassung zerschlagen.

    Überhaupt ist Zahnmedizin ein gutes Stichwort für die therapeutischen Unterschiede zwischen WANZ und best practice.

    Auch beim Dermatologen dürfte die Kassenmedizin vielleicht noch in den Zwanziger Jahren stecken, auf jeden Fall noch vor Erfindung des Auflichtmikroskop (sieht die GKV nicht vor), und welches diagnostische opthalmologische Verfahren ambulant von GKV ausreichend vergütet übernommen wird und welches nicht, das sollen die Augenärzte hier erklären. 50er Jahre könnte hinkommen...
    In der Urologie ist ambulant ein starres Zystoskop für GKV-Patienten Maß der Dinge, was besonders die Herren der Schöpfung erfreuen dürfte, wenn die anatomischen Krümmungen entsprechend aufgefädelt werden...

    In der Radiologie ist man im GKV-Sektor auf dem Stand von vor ca. 30 Jahren steckengeblieben, CT-Angiographie gibt es nicht, MRT-Mammographie im Prinzip auch nicht, Ultraschall als Ausnahme, leberspezifisches Kontrastmittel, was ist das? Kopf- bitte gerne ohne Diffusionswichtung, keine MR-Spektrographie...keine Volumentrie...keine Spezialsequenzen...Herzdiagnostik... gibts auch nicht. Zumindest nicht auf Kasse. Knochendichtemessung...egal... bitte erst Wirbelbrüche nachweisen.
    TOF-Angio..neue Technik, darf nicht jeder mal eben so...totaaaal kompliziert, bitte erst Qualifikation nachweisen und gesondert beantragen....ansonsten hat der/die Pat. Pech gehabt. Wo kommen wir da hin, wenn jeder mal einfach so Angios befunden darf...
    PET-CT mit Hängen und Würgen, geschätzt 10-15 Jahre später nach flächendeckender Einführung. Ich kann mich nicht erinnern, daß man sich bei den damaligen Patienten (oder deren Angehörigen) entschuldigt hätte, daß so wichtige Tumordiagnostik entweder gar nicht übernommen wurde oder später nur auf Antrag. Oder das Geld rückerstattet hätte...Dafür aber die Ärzte als Abzocker verunglimpft. Und später geht es dann auf einmal doch, ohne daß sich die Indikation geändert hätte.

    Bevor ich irgendwie wieder als PKV-Versicherungshansel hingestellt werde: auch bei der BG ist die Erbringung der nicht im GKV-Leistungskatalog vorgesehen Verfahren ganz unproblematisch möglich... was letztendlich bedeutet, daß entweder die BG Versichertengelder für überflüssige Maßnahmen raushaut...oder die GKV ihren Mitgliedern sinnvolle Maßnahmen verweigert...guess what

    Spielt, wie gesagt, für den 28jährigen Kliniker keine große Rolle...mit 52, wenn es dann regelmäßig zum Dermatologen, Augenarzt, Urologen und vielleicht noch woanders hingeht, wird das dann ganz schnell ganz relevant.
    Und wie gesagt, dem Truthahn geht es bis Thanksgiving auch ganz prima.
    Geändert von tarumo (02.02.2021 um 13:08 Uhr)
    "An allem Unfug, der geschieht, sind nicht nur diejenigen schuld, die ihn begehen, sondern auch die, die ihn nicht verhindern"
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  4. #64
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    Ich wiederhole mich: Zum Abrechnen ist die PKV eine Goldgrube, wie du selbst schreibst.

    a) Habe selber meine Weisheitszähne entfernen lassen chirurgisch mit Lokalanästhesie, ja Zahnreinigung ist bei der GKV nicht drin, schade, aber kein Weltuntergang, kostet auch nicht die Welt
    b) Auflichtmikroskop habe ich auch mit der GKV beim Dermatologen bekommen, aber sehr viel entfernen "eher prophylaktisch" nach eigener Aussage wollte sie nur als ich PKV Patient war mit entsprechend hoher Rechnung.
    c) Starre Zystoskopie bei Männern, die ein Urologe ambulant macht? Macht das jmd wirklich?
    d) MRT Mammagraphie schon mehrfach bei GKV Patienten gesehen, wenn indiziert z.B. zum Staging. Leber-MRT ebenso bei onko. Fragestellung, wenn das CT keine eindeutige Aussage zuließ. MR-Spektroskopie / Perfusion / FET-PET bei Hirntumoren sicherlich eine hilfreiche Sache je Fragestellung. Vllt mal eine S3 Leitlinie zu hirneigenen Tumore vor den flächendeckenden Einsatz in jeder Radiologiepraxis? Wenn man an einem guten Zentrum angeschlossen ist, wird das in der Regel durchgeführt.
    e) das PET-CT hat seine Indikationen und die Diskussion werde ich nicht weiter führen. Leider gibt es übrigens immer noch die merkwürdige Art Patienten stationär aufzunehmen wegen einem MRT oder einem PET-CT, damit man es zeitnah bekommt. Da könnte man jetzt lange diskutieren, ob das alles so sinnvoll ist oder nicht.


    Zusammenfassend erhält man auch als GKV Patient gute Medizin, insb. wenn man an ein gutes Zentrum angeschlossen ist.
    Wenn man meint ein PET-CT und cMRT mit Spektroskopie zu brauchen als Vorsorgeuntersuchung kann es jedoch auch mal schwierig werden.



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  5. #65
    Diffeldoffel Avatar von tarumo
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    Zitat Zitat von daCapo Beitrag anzeigen
    ) Habe selber meine Weisheitszähne entfernen lassen chirurgisch mit Lokalanästhesie, ja Zahnreinigung ist bei der GKV nicht drin, schade, aber kein Weltuntergang, kostet auch nicht die Welt
    Gemeint war NARKOSE und nicht Lokalanästhesie. Die Zahnreinigung ist je nach GKV durchaus Satzungsleistung, bei PKV selbst zu blechen. Whatabouism..

    Zitat Zitat von daCapo Beitrag anzeigen
    b) Auflichtmikroskop habe ich auch mit der GKV beim Dermatologen bekommen, aber sehr viel entfernen "eher prophylaktisch" nach eigener Aussage wollte sie nur als ich PKV Patient war mit entsprechend hoher Rechnung.
    Genau SO funktioniert das. Ich äußere dann möglichst viele Verdachtsfälle und exzidiere die, dann stimmt auch die Kalkulation wieder. Auch mit dem Auflichtmikroskop. Narben? Who cares...
    Seit den Allgemeinmedizinern das Screening (natürlich auch ohne Mikroskop) übertragen wurde, sind die Exzisionen nochmal drastisch angestiegen. Sparen, was egal was es kostet...

    Zitat Zitat von daCapo Beitrag anzeigen
    c) Starre Zystoskopie bei Männern, die ein Urologe ambulant macht? Macht das jmd wirklich?
    Dann frag mal. Wahrscheinlicher ist aber, daß gar kein starres Zystoskop mehr da ist und Du das flexible Zystoskop als Selbstzahlerleistung bekommst oder eine Überweisung in die Klinik. Womit wir dann wieder beim "Sparen, egal was es kostet" wären. Ach ja, PSA noch vergessen. Wenn der Wert unütz wäre, dann bitte ab sofort in der Klinik auch nicht mehr bestimmen lassen. Und das Prostata-Ca fische ich schon beim Rö LWS raus, dann aber zu spät.


    Zitat Zitat von daCapo Beitrag anzeigen
    (...)
    MRT-Mammographien gibt es auf Bezugsschei...äääh, Antrag und damit von der Laune des Sachbearbeiters abhängig, Spektroskopie benutzt man natürlich nicht regelhaft, sollte aber den Wissenrückstand illustrieren und das Problem bei PET-CTs ist, daß es eines regelmäßigen Vorgehens im Rahmen eines (Re-) Staging bedarf. Aber wie gesagt, das war den Kassen egal, sollen die Patienten doch zahlen. Jetzt ist es im Katalog, die Vergütung ist aber derart niedrig geworden, daß diverse Kliniken das Gerät wieder abgebaut haben. Und die Patienten dürfen dann ein Dreivierteljahr warten, bis an der nächsten Uniklinik ein Termin frei wird. Oder vorher sterben...aber wie im Casino, die Bank gewinnt immer.
    Bevor Du in whataboutism verfällst, magst Du vielleicht erklären, wie eine banale CT-Angiographie wegen AVK oder meinetwegen nur Aneurysma-Verlaufskontrolle bei einem GKV-Mitglied ambulant durchgeführt werden kann? Ein behelfsmäßiges Thorax-Abdomen-CT in arterieller Phase wird gnadenlos als Abrechnungsbetrug verfolgt. Ich warte gespannt...

    Zitat Zitat von daCapo Beitrag anzeigen
    Zusammenfassend erhält man auch als GKV Patient gute Medizin, insb. wenn man an ein gutes Zentrum angeschlossen ist.
    Wenn man meint ein PET-CT und cMRT mit Spektroskopie zu brauchen als Vorsorgeuntersuchung kann es jedoch auch mal schwierig werden.
    Zusammenfassend verstößt ein Vertragsarzt gegen geltende Gesetze (§ 1 SGB V) , wenn er mehr als "ausreichende" Medizin anbietet und a la longue wird das auch bestraft, wofür es diverse "Ausschüsse", "Regresse","Rückforderungen" oder sonstwas gibt. Nur kriegt man es als Patient nicht mit. Im Krankenhaus ist es auch nicht viel anders, die zwei Tage, die man den Pat. vielleicht noch extra behalten hat, werden hintenrum gnadenlos gestrichen.

    Das mit der "PKV als Goldgrube" stimmt auch nicht, als FA Allgemeinmedizin mit hoher Scheinzahl von anspruchslosen HzV-Patienten ist man wesentlich besser bedient als mit nervigen Lehrerinnnen mit Doppelnamen, die dann auch eine ganze Stunde beanspruchen. Das können die KollegInnen hier im Forum sicher bestätigen.
    "An allem Unfug, der geschieht, sind nicht nur diejenigen schuld, die ihn begehen, sondern auch die, die ihn nicht verhindern"
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