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  1. #51
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    Zitat Zitat von GelbeKlamotten Beitrag anzeigen
    Interessant, dass du da für alle Radiologen sprechen kannst.
    Weil man hoffentlich bessere Jobalternativen hat... als Notarzt...
    Die Vergütung der Notarztdienste ist mancherorts eine absolute Frechheit.



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  2. #52
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    Zitat Zitat von Mano Beitrag anzeigen
    Sorry, aber ich glaube du überschätzt die Anforderungen an die präklinische Notfallmedizin enorm. Das ist größtenteils Kochbuchmedizin gewürzt mit ein wenig ethisch-sozialmedizinscher Abwägung. Als Beilage gibt es dann noch ein wenig manuelles Handanlegen...

    Das ist jetzt natürlich ein wenig plakativ, aber die einzigen wirklich kniffligen Fälle an die ich mich spontan erinnern kann waren ethisch-sozialmedizinische Fragestellungen: Ist dieser Patient eigengefährdet? Ist der andere entscheidungsfähig? Hilft es ihm wenn ich ihn in die Klinik bringe?
    Das sind die Fragen, für die man einen Notarzt wirklich braucht. Und das kann man prinzipiell in jeder Fachrichtung lernen; setzt aber eben vielmehr auch einen Blick über den medizinischen Tellerrand hinaus.

    Die präklinische Behandlung von somatischen Erkrankungen ist dagegen doch meist das Abspulen von Leitlinien oder Algorithmen. Meist gibt es ja auch nur genau 1 Medikament für eine bestimmte Indikation auf dem Auto - da brauche ich jetzt keinen Anästhesisten, der abwägen kann, ob er die Narkose bei diesem Patienten mit Propofol, Ethomidate oder Dormicum einleitet....

    Und die manuellen Fähigkeiten rücken durch die modernen Hilfsmittel (Videolaryngoskop, Knochenbohrer usw.) in den Hintergrund, bzw. sind deutlich einfacher geworden.

    Natürlich braucht man eine gewisse Ausbildung, vor allem aber einen gewissen Lebenshorizont, um ein guter Notarzt zu werden. Aber es ist halt auch keine Raketenwissenschaft - dafür ist es ja eben zu Recht die einzige ZB die keinen Facharzt voraussetzt...
    Die Frage ist: wann brauche ich einen Notarzt und was muss er können?

    Wenn mein Kleinkind ein schweres SHT erleidet, weil es vom einem Auto angefahren würde, dann wünsche ich mir jemanden, der mit aller Macht und Kenntnis den Tod meines Kindes verhindert.
    Das inkludiert die Stabilisierung der Vitalparameter per Infusion und Katecholamine und auch die Intubation samt Narkoseführung. Gleichzeitig das Erkennen eines Spannungspneumothorax und die rasche Entlasstung des selbigen.

    Ich behaupte, dass dies am ehesten Anästhesisten beherrschen.

    Für den Rest (Sozialmedizin er al) brauche ich keinen Notarzt.



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  3. #53
    Diffeldoffel Avatar von tarumo
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    Zitat Zitat von GelbeKlamotten Beitrag anzeigen
    Es gibt genug Kliniken, in denen die radiologischen Interventionspatienten auch stationär überwiegend radiologisch betreut werden. Das gilt insbesondere für onkologische Patienten, weniger für Gefäßpatienten. Da wird dann auch alles, was auf Station mit dem Patient passiert und über ein bisschen Novalgin hinausgeht, vom Stationsarzt mit dem Radiologen abgesprochen. Man könnte also sagen: Die bettenführende Abteilung ist in dem Fall Dienstleister für uns.
    Neben diversen (Uni-)Kliniken (zum Beispiel München und Rhein-Neckar-Raum) wo die Radiologie in der Tat eine eigene (zugegebenermaßen kleine) bettenführende Abteilung betreibt, kenne ich auch mindestens eine Uniklinik, wo die Versorgung der Radioonkopatienten (!) nachts und am WE den Radiologen obliegt, und Kliniken, wo die stationäre Nuklearmedizin mitbetreut werden muß, gibt es sogar recht viele.
    Natürlich werden die Patienten dort nicht umfassend abgeklärt und eingestellt, die Briefe fallen entsprechend aus, aber die Internisten schimpfen ja auch über Chirurgenbriefe und die Chirurgen über die Anästhesiebriefe.

    Viel interessanter ist da die Frage, wie man es erreichen will, während der Arbeitszeit für die verlangte Intensivzeit freigestellt zu werden?
    "An allem Unfug, der geschieht, sind nicht nur diejenigen schuld, die ihn begehen, sondern auch die, die ihn nicht verhindern"
    Erich Kästner, "Das fliegende Klassenzimmer"



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  4. #54
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    Zitat Zitat von Elite RDH Beitrag anzeigen
    Die Frage ist: wann brauche ich einen Notarzt und was muss er können?

    Wenn mein Kleinkind ein schweres SHT erleidet, weil es vom einem Auto angefahren würde, dann wünsche ich mir jemanden, der mit aller Macht und Kenntnis den Tod meines Kindes verhindert.
    Das inkludiert die Stabilisierung der Vitalparameter per Infusion und Katecholamine und auch die Intubation samt Narkoseführung. Gleichzeitig das Erkennen eines Spannungspneumothorax und die rasche Entlasstung des selbigen.

    Ich behaupte, dass dies am ehesten Anästhesisten beherrschen.

    Für den Rest (Sozialmedizin er al) brauche ich keinen Notarzt.
    Das Gute an der Anästhesie ist, dass diese ein breites Spektrum an Fächern abdecken können. Die einzigen wirklichen Therapien in der Anästhesie sind allerdings fast rein symptomatisch - Narkosen, evtl. noch fein abgestimmte Intensivtherapie. Wie man oben schon sagte, man hat nur begrenzt medikamentöse Möglichkeiten im NAW... Irgendwann sind selbst die präklinisch anästhesiologischen Vorteile erschöpft und deinem Kind hilft dann nicht mehr die perfekte Narkose. Wenn dein Kind also ein schweres SHT erleidet, dann braucht es in diesem Fall so schnell wie möglich eine neurologisch/ neurochirurgische Therapie. Ähnlich die Thoraxdrainage beim Spannungspneumothorax - ich kenne es zumindest so, dass im Schockraum der Chirurg diese legt.

    Bei Intensivtransporten sieht es meinetwegen anders aus - dort sind vor allem Intensivmediziner gefragt, sei es aus ANÄ, INN oder CHI.

    Wir werden bei der Diskussion, wer der beste Notarzt ist, wahrscheinlich nie so richtig zu einem Ergebnis kommen. Die Frage, ob wir wirklich einen Notarzt brauchen, lässt sich auch nicht so einfach beantworten, zumal die Notfallsanitäter in D auch immer etablierter werden. In den USA übernehmen zB auch die paramedics die Notfallversorgung (Kennt hier jemand zufällig eine gute vergleichende Studie zwischen den reinen paramedics und dem Arztsystem?). In UK dagegen gibt es sogar den Facharzt emergency medicine.

    Jede Fachrichtung hat halt Vor/Nachteile. Vielleicht hat der notärztlich tätige Radiologe ja auch Vorteile? IMHO ist es wichtig, dass man ein breites Wissen und ein spezifisch notfallmedizinisches Wissen mit gleichzeitig schnellen notärztlichen Tätigkeiten (zB die Pleuradrainage) drauf hat.
    Geändert von nomenklatur (01.02.2021 um 19:19 Uhr)



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  5. #55
    Diffeldoffel Avatar von tarumo
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    Zitat Zitat von nomenklatur Beitrag anzeigen
    Jede Fachrichtung hat halt Vor/Nachteile. Vielleicht hat der notärztlich tätige Radiologe ja auch Vorteile?
    Der könnte auf jeden Fall korrekt den Fall bei seinen Kolleg*innen vormelden. Sonst fällt mir nicht viel ein....Da es in Summe an den meisten KH aber wahrscheinlich weniger (diensttaugliche) Radiologen gibt als Notärzte anderer Fachrichtungen, macht das relativ wenig Sinn. In einem grundversorgenden Haus gibt es alleine in Anästhesie vielleicht 8-10, die Notarzt fahren können oder wollen, wenn es von den drei oder vier Radiologen regelmäßig jemand macht, kollabiert deren Dienstsystem. Prozentual dürfte es auch in größeren Häusern nicht viel anders aussehen und deswegen wird es auch wenig Chefs geben, die einen bezahlt für die Intensivzeit freistellen würden. Ökonomisch ist es auch Unfug, die Vergütung wurde ja schon angesprochen.
    Ansonsten kann man (bzw. muß man im Falle einer Niederlassung) sich auch an der ambulanten Notfallversorgung beteiligen, wenn einem der Sinn nach mehr oder weniger "Notfällen" oder gar "sozialmedizinischen" Fällen ist.
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