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  1. #1
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    Hallo zusammen,

    ich bin gerade dabei, mich beruflich neu zu sortieren. Und ich weiß, es gibt hier schon 100 solcher Themen.
    Ich habe 1,5 Jahre in der Urologie eines Maximalversorgers gearbeitet und bin dann zum Jahreswechsel aus privaten Gründen (fam. Umzug) an ein kaum kleineres Haus in einer anderen Region gewechselt.
    Ich fand Urologie immer spannend und mag das Fach auch eigentlich, aber nach nun knapp 2 Jahren in diesem Bereich merke ich langsam, dass ich das wahrscheinlich nicht ewig mache möchte und insbesondere mein Interesse am Operieren schwindet immer mehr. Im Studium und am Anfang war ich immer super gerne im OP, aber mittlerweile finde ich das eher als notwendiges Übel. Interventionelle Dinge mache ich noch ab und an ganz gerne, aber die "große" Chirurgie reizt mich nicht mehr.
    Die Handvoll 24h Dienste, die man im Monat macht, in denen sich Katheterprobleme und Harnwegsinfekte die Klinke in die Hand geben, machen mich auch nicht glücklicher. Das meiste sind ja eher No-brainer, aber nachts um 3 besonders nervig.

    Ich bin eine sehr technik-affine Person. Seit einem Semester studiere ich noch berufsbegleitend medizinische Informatik im Fernstudiengang und mag die Arbeit mit dem PC und Technik sehr.
    In letzter Zeit habe ich mich deshalb immer mehr gefragt, wo ich vielleicht glücklicher werden könnte und habe vielleicht an die Radio gedacht.
    Mit Radiologie habe ich mich im Studium leider kaum beschäftigt, da ich irgendwie immer darauf versteift war, etwas operatives machen zu wollen. Mittlerweile finde ich das Fach aber gar nicht mehr öde. In der Uro haben wir in Tumorboards und Röntgendemo regelmäßig Kontakt mit den Radiologen und die Bildgebung fasziniert mich schon. Insbesondere da ich auch als Klinikerin unmittelbar die Konsequenz davon miterlebe. Sei es eine banale Steinsuche oder ein komplexes Staging oder ein mpMRT der Prostata.
    Mir geht es gar nicht darum, das Fach zu wechseln, um einen möglichst entspannten Job zu haben, aber gefühlte Zweidrittel no-brainer Tätigkeit in meinem jetzigen Bereich und fehlender Spaß am Operieren, lässt mich an meiner jetztigen Situation zweifeln.
    Klar, auch in der Radiologie hat man z.B. mit 100 Röntgen Thorax am Tag viel, was schnell zur Routine wird, aber mir kommt das Fach doch etwas "detektiviger" vor. Und wenn man irgendwann Dienste machen muss, sind die wahrscheinlich auch nicht besser.
    In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird sicherlich auch KI und (teil)automatisierte softwaregestützte Befundung eine zunehmende Rolle spielen. Durch mein Interesse an der Informatik, finde ich dieses Gebiet auch recht spannend. Da können mir meine Neigungen ja vllt. hilfreich sein.
    Könnte mir längerfristig auch einen Job jenseits der direkten Patientenversorgung vorstellen.

    Andererseits habe ich auch mal an Strahlentherapie gedacht. Da arbeitet man auch mit moderner Technik, macht Planungen am PC, hat aber verglichen mit der Radio noch mehr Patientenkontakt und teils auch Stationsarbeit. Beides Dinge, die ich durchaus mag. Dafür hat man kaum Dienste/Notfälle, was sicherlich auch nicht unangenehm ist. Aber auch mit diesem Fach sind meine Berührungspunkte bisher gering. Insbesondere beim Prostatakarzinom besprechen wir mit unseren Patienten auch immer die Alternative der Radiatio (und raten davon ja meist ab, weil wir lieber operieren) oder haben mal Hodentumor- oder Urothelca-Patienten, die man zur Bestrahlung schickt. Wirklich was vom Leben der Strahlentherapeuten bekomme ich da aber natürlich nicht mit.

    Ich habe hier in den verschiedenen Threads schon einiges gelesen und bereue es immer mehr, dass ich nicht mal eine Famulatur in diesen Fächern gemacht hatte. Das Fach würde ich dennoch zumindest ein bisschen besser kennen lernen. Eine Ein-Tageshospitation bringt da ja wahrscheinlich nicht so viel. Ich überlege deshalb, zumindest mal in Abteilungen in der Umgebung anzufragen, ob ich in meinem Urlaub mal ein paar Tage hospitieren könnte, um einen kleinen Einblick in den Arbeitsalltag zu bekommen, bevor ich mich tatsächlich wirklich irgendwo bewerbe. Klar, einen richtigen Einblick bekommt man auch in 5 Tagen nicht.
    Aber ich habe halt ein bisschen Sorge für den Fall, dass mir das Dasein in einer anderen Fachrichtung doch nicht gefallen sollte, die dann recht häufigen Stellenwechsel mir den Lebenslauf zerschießen. Bin eher so eine vorsichtige...

    Glaubt ihr, diese Fächer könnten überhaupt etwas für mich sein und ist es von Nachteil, dass man 2 Jahre lang etwas ganz anderes gemacht und bisher keinerlei fachspezifischen Erfahrungen hat?

    Habt ihr Ideen für vllt noch andere Fachrichtungen oder Bereiche, die zu meinem "Profil" passen könnten?

    Vielen Dank



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  2. #2
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    a) Also Radio ist vor allem ein Fach mit diagnostisch-technischem Aspekt. In der Ausbildung oder in einer Praxis macht zum Großen Teil Befunde zu klinischen Fragestellungen mit verschiedenen Modalitäten (MRT/CT oder auch Sono/Mammographie/Röntgen). Hier muss man wissen, wie man die Geräte korrekt einsetzt, wann man KM gibt, welche Phasen und natürlich wie man das ganze auswertet. Interventionen gibt es auch. Aber meist nur mit einem Katheter oder einer Nadel. Oder mal ein Port.
    b) Bei Strahlentherapie hast ein Fach mit technischen Aspekte und auch klinischen Aspekten. Eine Mischung aus Radiologie und Onkologie (=Radioonkologie). Zur Urologie gibt es sehr viele Überlappungen (Prostata, Seminome, Urothel...), ein Vorteil für dich. Daneben gibt es jedoch auch andere Krankheitsbilder mit weniger fitten Patienten. Viele Behandlungsziele sind palliativ.

    Bei beiden Fächern muss man wissen, ob man das wirklich langfristig machen möchte. Ich würde 3 Tage jeweils hospitieren. In beiden Fächern wirst du als Quereinsteiger reinkommen.
    Von Strahlentherapie haben wir im Studium eigentlich garnix mitbekommen. Radio gabs bei uns zumindest Blockpraktika.

    Naja mal nach 2 Jahren die Fachrichtung wechseln, finde ich nicht so schlimm bzw. vertretbar, wenn man es gut begründet sowie du. Besser als 45 Jahre im falschen Fach.



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  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von Zilia
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    Bei Strahlentherapie gibt es viele Überschneidungen mit Uro, z. B. Brachytherapie Prostata und die üblichen kurativen/palliativen Radiationes inkl. Radiatio Gynäkomastie. Ansonsten musst Du so um die 12 Monate klinische Tätigkeit absolvieren (Hämo/Onko) wg. Nachweis CTX etc. Wenn das weg ist, geht es auch rein ambulant. Ist halt von Klinik zu Klinik unterschiedlich, ob man eine eigene Station oder nur Belegbetten, die dann von den Onkos betreut werden. Man wird mit vielen schweren Schicksalen konfrontiert, das ist bei den stationären Strahlenpat. schon extrem. Einen Trost bieten die kurativen Leute bzw. die mit den benignen Sachen, die zur Röntgenreizbestrahlung kommen. Tw. werden in der Strahlenklinik auch Blutprodukte bestrahlt, aber nicht in jedem Haus. Radiologie bietet halt vom Interventionellen noch mehr, wenn man sich später darauf konzentriert.
    "A word is dead/When it is said/Some say/I say/ It just/Begins to live/That day." (Emily Dickinson)



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  4. #4
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    Es empfiehlt sich in der Radioonko zu Beginn ein großes Haus oder Uniklinik zu wählen, allein weil man dort alle Krankheitsbilder sieht und lernt sie zu behandeln während der Weiterbildung. Zumindest 6 Monate sollte man als Quereinsteiger auch auf der Radioonkostation sein, einfach um Nebenwirkungen behandeln zu können, Chemos kennenzulernen, Supportiv- und Palliativtherpaie zu lernen und ins Fach reinzukommen.
    Bei der Bestrahlung von Blutprodukten muss schon lange keine FA für Strahlentherapie mehr dabei sein, da kriegt man garnix von mit.

    Man hat letztendlich ein breites Spektrum an Erkrankungen: Prostata, Öso-CA, BC, Kopf-Hals, Hirntumore, adjuvant bei Mamma-CA, Sarkome, Zervix, Endometrium, Lymphome, Hypophysenadenome, Meningeome, Arteriovenöse Malformation, pädiatrische Onkologie uvm. und somit auch viel Kontakt zu anderen Fachdisziplinen. Manches ist kurativ, manches ist palliativ.
    Gutartige Erkrankungen (wie Arthrose, Dupuytren, Tennisellbogen) gehören auch dazu. An manchen Unikliniken wird das garnicht gemacht wegen fehlender Kapazität. Es gibt in der Radioonko auch Spezialtherapieformen (Protonen, Cyberknife, Stereotaxie, Brachytherapie) zur Spezialisierung.
    Der Unterschied zur Radio ist, dass man noch den internistisch-onkologischen Teil hat. In einer Praxis möglicherweise weniger ausgeprägt als in der Klinik.



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  5. #5
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    Zitat Zitat von galathea1 Beitrag anzeigen
    ...aber mir kommt das Fach doch etwas "detektiviger" vor...
    Ist es nicht. Dass man als Detektiv die einzelnen Puzzle Teilchen eines spannenden Falls mit Faszination löst hat mit dem Alltag nichts zu tun und ist höchstens in manchen Broschüren für Studenten zu finden. Wie in jedem Fach dominiert hier die Routine. Nicht nur Röntgen Thorax, auch das von dir erwähnte Staging erfolgt zügig und dann ab zum nächsten Fall. Klar, gibt hier und da mal spannende Fälle, aber den größten Teil des Tages beschäftigt man sich mit den langweiligen Routine Sachen und die Dienste sind auch nicht ohne.
    Never wrestle with a pig, because you both get dirty, but the pig likes it!



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