Mach, was du für richtig hälst. Mein Mum ist 3 Monate vor meinem letzten Staatsexamen gestorben, aber es war absehbar, wir haben ein halbes Jahr beim Sterben zusehen müssen, ich hatte noch Rest PJ nachzuholen und ihr am Sterbebett versprochen, dass ich das zu Ende durchziehe und die Prüfung trotzdem ablege. Allerdings hatte ich auch gar keine andere Wahl, da meine Finanzierung auf Kante war (war 31 bei Studienbeginn und 37 bei Ende) und es war eben das letzte Examen ... das um ein halbes Jahr zu verschieben, hätte möglicherweise zum Studienende geführt und das wollte ich nicht riskieren. Ich hab mich also durchgebissen und weiter gelernt, bin nach dem mündlichen Examen in ein tiefes Loch gefallen, aus dem ich nur schwer rausgefunden hab, um nach weiteren 5 Wochen das mündliche abzulegen. Das hab ich sogar tatsächlich mit einer guten Note und 2 Jobangeboten seitens der Prüfer geschafft. Danach war ich fertig ... hab dann 4 Monate ALG 2 bezogen, um mein Leben zu ordnen.
Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn der Tod plötzlich kommt .. man sollte sich so oder so die Zeit zum trauern geben, insbesondere wenn es die Eltern trifft. Das halbe Jahr macht den Kohl nicht fett, wenn du dich jetzt nicht auf die Prüfungen konzentrieren kannst, lass es halt. Durchfallen und nochmehr Druck aufbauen, ist auch blöd. Wenn du eine Chance siehst, dann versuch es halt ... wie gesagt, für mich kam zu dem Zeitpunkt nichts anderes in Frage, aber unter anderen Bedingungen.
Plan B für die 6 Monate wäre halt nicht schlecht und man muss sich wieder aufraffen, was zu tun und wieder einzusteigen, aber manchmal ist das der bessere Weg. Hör auf dein Gefühl, ich wünsch dir viel Glück und Erfolg, irgendwann gehts auch wieder aufwärts.