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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Platin-Mitglied Avatar von LasseReinböng
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    Ich muß jetzt leider mal als Anästhesist eine Frage in eigener Sache bzw. Familienangehörige betreffend stellen...

    Wie häufig hat eine Medikation mit Levetiracetam o.g. Nebenwirkungen, bzw. wie häufig macht sich die Gabe im Alltag mit UAW bemerkbar ?

    Meinem Vater wurde im Rahmen eines neuerlichen Krampfanfalls Levetiracetam zur Krampfprophylaxe verordnet, es besteht ein Benzo-Abusus, der seit vielen Jahren besteht und ärztlicherseits auch so toleriert wurde. Solange mein Vater seine Benzos einnimmt, ist quasi alles "normal" und er funktioniert dann auch darunter...bislang zumindest. Es gab über die Jahre einige Krampfanfälle, die regelhaft immer dann auftraten, wenn es zu einem Entzug kam...eine explizite strukturelle Hirnschädigung besteht nicht.

    Zuletzt war die Einnahme nicht mehr so regelmäßig, so dass es zu einem Krampfanfall kam...der altersbedingte kognitive Abbau lässt sich nicht wegdiskutieren, aber seitdem meinem Vater prophylaktisch auch noch Levetiracetam verordnet wurde, erlebe ich eigentlich nur noch eine verwirrten schläfrigen Zombie und ich bin mir wirklich nicht sicher, welchen Anteil das Levetiracetam daran hat. Die Benzodiazepin-Dosis ist gleichgeblieben. Es gibt sonst keine Änderung der Medikation bzw. auch nichts, was ich sonst dafür verantwortlich machen würde...

    Hyponatriämien sind mir unter Levetiracetam als Anästhesist noch geläufig, ansonsten wird sowas halt schnell mal auf Empfehlung von Neurochrirugen und Neurologen angesetzt und die Patienten dann verlegt, die Langzeitwirkungen kriegt man in der Anästhesie nicht so wirklich mit. Wie sind eure Erfahrungen mit dem Medikament ?
    Dark humor is like food - not everyone get's it (Joseph Stalin)



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  2. #2
    Diamanten Mitglied
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    Müdigkeit, Verwirrtheit sehen wir oft, allerdings haben die meisten unserer Pat. zusätzlich auch noch akute strukturelle Läsionen.



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  3. #3
    Nevergiveup Avatar von Anne1970
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    Würde neurologischerseits ggf. die anfallssupprimierende Medikation umstellen, sofern sich das Befinden nicht bessert ( welche Dosis hat er? ). Solange das neue Medikament aufdosiet wird, Lev möglicherweise beibehalten- kommt auf die Anfallshäufigkeit an(wenn indiziert: tatsächlich Entzugskrämpfe?) Lamotrigin z.B muss seeeeeeehr langsam eindosiert werden (im höheren Alter alle 2 Wochen plus 25mg Tagesdosis).
    Es gibt mehrere Alternativen- man muss teilweise besonders auf EKG u./o. auf E-Lyte achten. Fach-neurologische Betreuung ist beim Prüfen der Indikation und beim Eindosieren unerlässlich.
    Geändert von Anne1970 (02.07.2024 um 08:01 Uhr)
    Wissen macht nichts.



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  4. #4
    Registrierter Benutzer
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    Müdigkeit und Schwindel gehören definitiv zu den Nebenwirkungen von Levetiracetam, in der Neurologie ist der meist noch häufigere Absetzgrund Reizbarkeit und Agressivität. Wenn in der Zeit keine anderen Medikamente umgestellt wurden und keine anderen Ursachen für Schläfrigkeit bestehen, ist der Zusammenhang mit dem Levetiracetam aus meiner Sicht eindeutig.

    Optimal wäre für deinen Vater natürlich eine schrittweise sehr langsame Abdosierung der Benzos und dann auf niedrig-gleich bleibendem Niveau eine kontinuierliche Einnahme eines lang wirksamen Benzodiazepins (so wie es für mich klingt, ist ein komplettes Absetzen wahrscheinlich nicht realistisch und je nach Alter auch nicht unbedingt zielführend) mit Sicherung, dass die Einnahmen nicht vergessen werden.

    Die "neuere Version" von Levetiracetam, Brivaracetam, hat eine gleiche Effektivität mit besserer Verträglichkeit, wird aber zumindest in der Schweiz nicht in Monotherapie von den Krankenkassen übernommen (nur als Add on). Alternativ parallel zum LEV Eindosieren von Lamotrigin, ab Erreichen der Zieldosis von LTG (z.B. 2 x 50 mg) kann man Levetiracetam recht schnell ausschleichen (z.B. um 500 mg alle 3 Tage).



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  5. #5
    Registrierter Benutzer
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    06.12.2017
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    897
    Und nicht vergessen, Folsäure bei Einnahme von Antiepileptika zu substituieren.



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