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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Habe vor ein paar Tagen die Zusage für Greifswald bekommen, was natürlich eine riesen Freude war, da ich ziemlich lange auf einen Platz warten musste.
    Im selben Atemzug habe ich jedoch auch von einigen Leuten gehört, dass ich mir ja eine schwere Uni ausgesucht hätte und gerade die Vorklinik nicht einfach sei, mit einem grossen Schwerpunkt auf die Naturwissenschaften!
    Jetzt bin ich halt leicht verunsichert, obwohl ich mich eigentlich wahnsinnig freuen sollte, ich weiß!
    Kann das geschilderte jemand bestätigen, oder handelt es sich nur um Gerüchte, wie es ja meistens der Fall ist?

    Würde mich über ein paar statements freuen, die meine Unsicherheit entweder schüren oder wegblasen!

    mfg solle



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  2. #2
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    Hi Solle,

    Ich habe im WS02 in Greifswald angefangen zu studieren, hatte HGW auch als Erstwunsch angegeben und bereue diese Entscheidung kein bißchen!
    Zu allererst denke ich gibts es nirgendwo eine leichte Vorklinik!

    Was mir an Greifswald sehr gefällt ist, die "familiäre" Studienatmosphäre. Die Professoren und Dozenten, Betreuer, Studiendekanat..alle sind immer für Studenten da und haben ein offenes Ohr. Man muss sich um keine Praktikumsplätze kümmern. Das einzige Gerangel gibt es um die viel zu wenigen Plätze im Hochschulsport (anstehen um früh um 5!), was durch die Schließung der Sportfakultät sicher nicht besser wird.

    Die Vorklinik enpfand ich eigentlich (im Nachhinein) als gar nicht mehr so schlimm. Naja, man wächst eben jedes Semester mit seinen Aufgaben. Das 1.Semester beinhaltet bei uns die drei Naturwissenschaften inkl. Praktika. Physik und Chemie je einmal die Woche Praktikum ich glaube jeweils 4 Stunden plus Seminare. Biologie hatten wir Mikroskopierkurs (1 mal die Woche)..war nicht wirklich anspruchsvoll. Außerdem 2 wochen in den Semesterferien Mikrobiologiepraktikum (was super war) und Genetik (haben da Chromosomen ausgeschnitten und sortiert und nochmals Seminare gehabt).
    Physikpraktikum hat mir sogar Spaß gemacht, obwohl ich früher nie wirklich Interesse dafür hatte. Am Ende des Praktikumstag wurde man mündlich in seiner 2er-Gruppe testiert. Man konnte sich gut vorbereiten und es war nicht wirklich so schwer.
    Biologie war eigentlich ein Witz, waren gute Vorlesungen aber keine schweren Klausuren.
    Chemie war bei uns denke ich die größte Hürde. Im Praktikum wurde man jedesmal auch wieder in zweier Gruppen testiert und wenn man Pech hatte (Frau Prof. Müller im Testat) und nicht die Fragen wie sie wollte beantwortete, konnte man schon mal nach Hause geschickt werden.
    Ich hatte sie gleich am ersten Praktikumstag. Wir hatten noch nicht mal die Kittel an und angefangen, da hat sie gleich ne Stunde mich und meine Partnerin zu dem Thema geprüft. Musste zwar nicht nach Hause gehen oder so aber danach hatte ich jedesmal vor den Testaten Horror...aber ging auch vorbei..beim 2. Mal bei Frau Müller war das Testat auch nur 5 Minuten lang! Durch die Erfahrung fand ich, obwohl ich Chemie bis zur 13. hatte echt ätzend. Die Klausuren waren auch nicht ohne und ne Menge mussten auch in die Nachklausur. Ich hatte Glück und ne genaue Punktlandung gemacht..bestanden!
    Wir hatten mit den Vorlesungen und Psychopraktika und was es sonst noch so gab nen ziemlich vollen Stundenplan (glaub so um 30 Wochenstunden). Fands aber gut, dass Physik, Chemie und Bio in einem Semester abgehandelt war.

    Im 2. Semester hatte man weniger SWS und für Histo und Präpkurs genug Zeit zum freien Lernen. Präpkurs findet einmal wöchentlich statt. (bzw. das Studienjahr wurde in zwei große Gruppen geteilt, die einen hatten Di und die anderen Mi). Bei uns waren um die 8 Leute an der Leiche (einige gaben aber im Laufe noch auf). An anderen Tischen gab es allerdings mehr Studenten. Da der Präpkurs bei uns über 2 Semester läuft hatten wir jeweils 4 Wochen, später drei zwischen den Testaten zum Lernen.
    Man musste ein Knochentestat (Knochen, Gelenke, Bänder, Allgemeine Anatomie) am Ende der Semesterferien (im März) bestehen um zum Präppen zugelassen zu werden, wozu man drei Versuche hatte.
    Die Vorlesungen in Anatomie von Prof. Fanghänel sind legendär und sehr gut!
    Einige Dozenten (Dr. Giebel zb) merken sich auch schnell die Name, so dass man in der Vorlesungen auch mal angesprochen wird.
    Ich hatte im Präpkurs einen älteren Dozenten, der wenn er mal redete wirklich super viel erklärte und zeigte. Er war auch bereit mit 3 von uns mal Freitag nachmittag nochmal zu präppen, wenn wir noch nicht weit genug waren (da wir ja weniger Studenten als die anderen an unserem Tisch hatten) und was zu zeigen (in seiner Freizeit!, was auch nicht alle machen würden).
    Achja insgesamt hatten wir folgenden Testate: Knochentestat (s.o.), dann 1. Rücken, Bein; 2. Arm, Bauch, Brust; 3. Kopf, Hals; im dritten Semester nach den Ferien dann ZNS (konnte man gut in den Ferien lernen), 5. Thorax, 6. vor Weihnachten Bauch, Becken.
    Vorlesungen in Biochemie und Physio fanden dann neben Anatomie im 3. Semester statt. Außerdem in diesen Fächer auch noch Seminare.

    Im 4. wurde dann Physio und Biochemiepraktika und Seminare absolviert mit Klausuren. Vorlesungen sind sehr gut, bin aber aus Zeitgründen und Schlafmangel dann aber nicht mehr morgens um 7:00 zur Vorlesung gegangen.
    Später haben sie es netterweise festgelegt, dass wir erst um 8:00 Vorlesungen haben dürfen..weil die anderen Studienrichtungen auch nicht früher anfangen.
    Physioklausuren sind anspruchsvoll, weil es selbstausgedachte Fragen sind und auch keine Altfragen. Man muss in den 2. Teilklausuren insgesamt 60 Prozent schaffen. Es gab ne Menge die in die Nachklausur mussten und bei 1 Punkt zu wenig wird auch kein Auge zugedrückt.
    Aber bei uns ist denke Biochemie die größte Hürde, aber es ist auch irgendwie machbar. Man kann jederzeit zum Dozenten gehen oder anrufen und sich nochmal was erklären lassen. Das sind die hier in Greifswald wirklich gut.
    Klausuren werden auch schonmal auf Wunsch der Studenten wenn möglich verlegt um mehr Zeit zum lernen zu haben. Man geht hier schon finde ich gut auf die Studenten ein und man wird sehr gut auf das Physikum vorbereitet!
    Ich kann Greifswald nur empfehlen. Man lernt Studenten und Dozenten schnell kennen, schon allein weil man sich ständig in Greifswald über den Weg läuft. Man kann im Sommer am Strand lernen und auch mal für ein Tag nach Rügen oder Usedom "Urlaub" machen. Ich bereue keines Fall, nicht nach Berlin gegangen zu sein (komme dort aus der Umgebung), sondern bin von meiner Entscheidung damals in eine richtige Studentenstadt zu gehen, immer noch überzeugt.
    Ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Einblick in die Greifswalder Vorklinik geben. Wenn du noch Fragen, hast stehe ich gern zur Verfügung.
    Vielleicht sieht man sich ja dann im Oktober! Achja die Erstiwoche mit Taufe in der Ostsee ist wirklich zu empfehlen!



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  3. #3
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    Sorry, das der Text so lang wurde, aer die Vorklinik ist ja auch seeehhhrr lang!



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  4. #4
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    Hallo Tigerettes15,
    vielen Dank für die rasche Antwort!

    Dein Kommentar hat mich doch in vielem bestätigt, was ich mir vorher schon gedacht habe und was ich so gehört habe. Es war natürlich schön zu hören, das die Studentenbetreuung tatsächlich so gut ist, wie man es schon oft vernommen hat. Das ist bestimmt ein riesen Pluspunkt den sich die EMAU ankreiden kann. Aber das es auch kein Zuckerschlecken ist, ist irgendwie auch deutlich geworden. Das ist es ja wahrscheinlich an keiner Uni, aber Greifswald scheint halt doch in manchen Fächern etwas mehr auf den Putz zu hauen als andere.

    Ich musste ja, wie gesagt, recht lange auf meinen Platz warten und habe diese Zeit nicht untätig vor dem Fernseher verbracht, sondern habe in praktischer Hinsicht viel gemacht, aber auch versucht mich in theoretischer Hinsicht etwas fit zu halten, allein um meine grauen Zellen etwas in Schwung zu halten. So habe ich z.B in Hamburg als Gasthörer diverse Vorlesungen besucht und mir auch die zugehörigen Klausuren angeschaut. Unter anderem z.B. Chemie, Biochemie und Zellphysiologie. Was dieser Tage stark zu meiner Verunsicherung beigetragen hat und wo ich mich freuen würde wenn du da nochmal etwas drauf eingehst, ist, das ich mir mal ein paar Altklausuren aus Greifswald runtergeladen habe und feststellen musste, z.B. in Chemie und Physio, dass es doch gewaltige unterschiede zu geben scheint. Ich dachte ja, dass ich schon eine einigermassen gute Grundlage in Chemie hätte, aber als ich die Altklausur von 2000 gesehen habe, war leider die aktuellste, da ist mir ja ganz anders geworden. Auch in Physiologie habe ich bemerkt, dass doch wesentlich mehr ins Detail gegangen wird als in Hamburg. Zumindest ist das meine subjektive Meinung. Und das soll nicht heissen, dass ich die Klausuren in HH als einfach empfunden habe.

    Es ist ja alleine schon ein gewaltiger Unterschied, ob man die möglichkeit hat mit vielen Altklausuren zu lernen oder die Schwarze Reihe nehmen zu können und sich ungefähr nach einem Aufgabenschema richten zu können, oder nicht. Vielleicht kannst du da ja nochmal was zu sagen, wenn du Lust hast und meine Zweifel verstehen kannst? Oder ob z.B. die Vorbereitung in den Vorlesungen und Praktika so gut ist und alles so erklärt wurde, dass es auch der letzte verstanden hat, dass man, wenn man sich dann intensiv nochmal vorbereitet und den drangenommenen Stoff durchgeht, sich sicher sein kann, das man besteht. Oder bleibt es in einigen Fächern, trotz guter Vorbereitung ein Pokerspiel? Unter anderem, weil wie du gesagt hast, die Fragen immer neu ausgedacht werden!

    Ich bin ja wirklich bereit mich zu quälen und habe nicht vor das Studium auf die leichte Schulter zu nehmen, aber jetzt habe ich so lange darauf gewartet und jetzt will ich es dann auch schaffen und nicht gleich in der Vorklinik scheitern müssen. Ich bin z.B. ein kompletter Mathe und Physik Legasteniker zumindest habe ich mir das bisher eingeredet, mein Abi habe ich mir damit auch etwas versaut. Wenn ich jetzt natürlich von irgendwelchen Leuten höre, dass Physik an der EMAU besonders schwer ist, dann verunsichert mich das natürlich.

    Naja, ich bin auf deine antwort gespannt und bedanke mich schon mal im voraus für die ausführlichen Auskünfte, die mir meine Entscheidung, ob ich den Platz annehemen soll, oder doch lieber versuchen sollte einen Tauschpartner zu finden, bestimmt erleichtern wird!

    mfg solle



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  5. #5
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    Das die Vorklinik nirgendwo ein Zuckerschlecken ist, hast du ja schon richtig bemerkt. Im Nachhinein sieht ja auch immer alles anders aus, als in dem Moment wo man mitten in den Klausuren steckt.
    Die Vorlesung sind vor allem bei in Anatomie (Prof. Fanghänel, Dr. Giebel u.a.), Physiologie (v.a. Prof. Rettig) und Biochemie (Prof. Hübner) sehr gut auch die in Allgemeiner Biologie damals war gut. Man wird auf die Klausuren sehr gut vorbereitet. In Biochemie werden Altfragen der aktuellsten Physika zur Hälfte gefragt und die andere sind freie Fragen (Textform).
    In Physik ist die Klausur (jedenfalls bei mir damals) so aufgebaut gewesen, dass wennman regelmäßig im Seminar war (keine Pflicht) und die Praktikumsaufgaben gut vorbereitet hatte, man die Klausur gut beantworten konnte, da die Aufgaben ähnlich oder nur mit anderen Zahlen gestellt wurden. Ich habe Physik auch nach 10. abgewählt und habs beim die Abschlusskausur beim ersten Mal gepackt! In Physik waren bei uns damals außerdem die Fragen dank der Zahnis durchgesickert und wir saßen so eng, dass viele Gruppenarbeit gemacht haben.
    Chemie konnte man schon Altfragen zu Hilfe nehmen, es wurde auch wieder andere Werte oder leichte Abwandlungen gefragt. Wobei man in Gruppen von 20 Leuten schrieb, jeder in einer Sitzreihe und 6 verschiedene Klausuren, damit man ja nicht abschrieb! Aber auch da war die Vorlesungen und wenn man wie ich einen guten Seminarleiter hatten auch dei Seminare eigentlich sehr gut. Achja ich war damals Gruppe 6, war vom Stundenplan und den Seminarleitern in der gesmaten Vorklinik optimal...Also wenn du dich im Studiendekanat in die Gruppen, einschreibst, schau dir den Stundenplan an! Ich hatte Freitag dadurch früh Schluss oder ganz frei.
    Sicherlich waren die Klausuren nicht immer einfach, aber durch die größtenteils guten Vorlesungen und die intensiven Klausurvorbereitungen fand ich war man sehr gut auf Physikum vorbereitet, worauf am ende ja alles abzielt. Ich habe Biochemie und Physiologie wirklich verstanden und nicht nur auswendig gelernt und das sollte meiner Meinung nach ja auch das Ziel sein, gerade im Hinblick auf das Mündliche Physikum!
    Also lass dich nicht verschrecken! Man hört doch überall immernur die Horrorgeschichten von Klausuren und Prüfern..Ich damals auch und beim dem Horroprüfer schlechthin im Präpkurs hatte ich am Ende mein bestes Anatomietest. Am besten übrigens waren nach dem Anatomietestaten immer die Partys Donnerstagabend im Mensaclub! Also ist alles relativ und schaffen tut es am Ende jeder irgendwie!



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