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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer
    Mitglied seit
    14.12.2002
    Beiträge
    21
    Hallo!

    Ich würde gern Medizin studieren (bin in Klasse 10), und später in der Notfallmedizin, das Gebiet finde ich ziemlich interessant, tätig sein.
    Aber ich weiß nicht, ob ich das überhaupt ertragen würde. Jeden Tag Menschen zu sehen, die so übel zugerichtet sind, das macht Leute fertig, die ein besseres Nervenkostüm haben als ich, wenn ich das mal so sagen darf. Ich hab schon ein mulmiges Gefühl, wenn ich nur das Wort "intravenösen Zugang" höre, ich hasse Spritzen und Nadeln. Also mache ich mir schon Sorgen, ob ich überhaupt das Zeug zum Arzt habe...
    Aber gerade die Professionalität, die die Ärzte in der NFM zeigen, und unter diesem extremen Zeitdruck die richtige Entscheidung zu treffen, das bewundere ich sehr, und ich wünschte, ich könnte das auch mal.

    Und ich frage mich ständig, was ist, wenn ich jetzt Medizin studiere bzw. studiert habe, und ich sehe, das ist nichts für mich...
    Ich kann zwar Zivi beim Rettungsdienst machen, aber das klärt immernoch nicht, ob ich das jeden Tag für den Rest meines Lebens machen kann.

    Was denkt Ihr? Bin ich ein hoffnungsloser Fall? Und gibt es hier ein paar Forum-Benutzer, die sich auch für Notfallmedizin interessieren, mit denen ich mal ein wenig darüber schreieben kann?

    Danke im Voraus!



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  2. #2
    Redaktion MEDI-LEARN Avatar von DoktorW
    Mitglied seit
    06.03.2002
    Ort
    Bureau des médecins
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    Gasmann
    Beiträge
    5.023
    Hallo Simon,

    erstmal würde ich sagen: Du hast noch jede Menge Zeit, Dich zu entscheiden!
    Mach doch mal ein Praktikum im medizinischen Bereich. Da sieht man schnell ob einem das liegt oder nicht!

    Der Alltag in der Notfallmedizin sieht nicht so aus, wie Du Dir das vorstellst. Zerfetzte Leute und literweise Blut sind eine absolute Seltenheit! Der "normale" Notfall ist keineswegs blutrünstig!

    Zivi im Rettungsdienst kann ich durchaus empfehlen!

    gruß
    W
    Der Pessimist sieht nur die dunkle Seite der Wolken und jammert. Der Philosoph sieht beide Seiten und zuckt die Achseln. Der Optimist sieht die Wolken gar nicht - er geht auf ihnen spazieren.



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  3. #3
    DE-Systemprofiteur!
    Mitglied seit
    04.07.2002
    Ort
    München
    Semester:
    as horsemen pass by
    Beiträge
    3.812
    Ich sach da nur internistisches Polytrauma (90-60-90 der rechte Fuß),das is der normale Notfall
    Naja,mach halt mal Praktikum auf ner Rettungswache,dann kannst etwas in die NFM, die ja nur ein kleiner Teil der Medizin ist, reingucken.
    "Ich habe mein halbes Vermögen für Frauen, Autos und Alkohol ausgegeben, die andere Hälfte habe ich verprasst." ( George Best )



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  4. #4
    Diamanten Troll
    Mitglied seit
    13.08.2001
    Ort
    Giessen
    Semester:
    Aus und vorbei.
    Beiträge
    1.833
    Was den Punkt mit Nadeln angeht. Ich kann die Dinger auch nur leiden wenn sie mit der spitzen Seite von mir weg zeigen.
    Und was das nicht wissen ob man das dann wirklich den rest seines Lebens machen möchte angeht. Das kann man eh nie 100% sicher sein. Also mach dir nicht den riesen Kopf. Kommt Zeit kommt Entscheidung.
    Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg.



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  5. #5
    es ist vollbracht! Avatar von RettAss
    Mitglied seit
    16.02.2003
    Ort
    Erlangen
    Semester:
    fertig
    Beiträge
    143
    Hallo Simon!

    In der zehnten Klasse war bei mir auch so ein recht bestimmtes Verlangen, in die Notfallmedizin zu gehen. Hatte dann über das BRK den SanHelfer (unterste Weiterführende Qualifikation nach dem Erste Hilfe Kurs) gemacht, und das Glück, dass mein Herr Vadder turnusmäßig Notarztdienst hatte. Hab dann etwa 3 Jahre lang immer wieder mit ihm Dienst gemacht und das hat mich in mehreren Entscheidungen bestärkt. Erstens: Ich musste vor dem Studium Rettungsassistent werden. Traf sich prima mit der Wartezeit, die mein eher verspultes Abi mir verschaffte...
    Zweitens: ich werde sicher Medizin studieren.
    Drittens: Ich werde danach wohl einen Schwerpunklt auf Notfallrettung setzen. Das ist immer noch mein Plan (bin im Moment bei Punkt zwei).

    Eine solche (ehrenamtliche) Tätigkeit kann ich Dir also nur empfehlen!

    Zu den Belastungen in der Medizin (und speziell Notfallmedizin):
    Es gehört zum Berufsbild, dass Du Dich mit Leid und Tod auseinandersetzt. Is so. Du darfst auch gerne mitfühlen, das hilft Dir, menschlich zu bleiben. Du solltest aber auf keinen fall mitleiden, das lähmt Dich.
    Dein mulmiges Gefühl bei i.v. Zugang legt sich, wenn Du ein paar mal selbst gestochen hast und aus dem "OGott, eine Spritze!" ein "Leg mer halt nen Zugang" geworden ist.

    Zu ganzes Leben lang Notfallmedizin:
    Im Moment gibt's ja noch keinen "Notfallarzt", obwohl seit längerem darüber diskutiert wird. Die NA-Pools werden also aus verschiedenen Fachgebieten gespeist. Auf dem Land häufig Hausärzte (mit Fortbildung), in der Stadt meist Anästhesie oder Chirurgie (ebenfalls mit Fortbildung). Eine Entscheidung für ein NA-Dasein ist also keinesfalls ein Tanz auf einem Bein, vielmehr hast Du ein zweites, das irgendwo fest steht, sei es auf der Intensiven oder in Deiner eigenen Niederlassung.

    Zu Professionalität in NFM:
    Notfallrettung ist an sich ziemlich einfach. Die Interne hat einen hohen Stellenwert, und meist mit sich ähnelnden Krankheitsbildern. Die MEdikamente sind sehr überschaubar, und keiner verlangt eine hieb- und stichfeste Diagnose oder gar eine Heilung des Patienten in der Präklinik. Es geht nur darum, Symptome zu verschleiern und abzumildern, bis der Patient in der Klinik ist. Mit der kleinen Feinheit, dass die Symptome auch tödlich enden könnten...
    Diese Übersichtlichkeit des Sujets könnte natürlich sich darauf auswirken, dass per se jeder Notarzt den Überblick behält und ein guter Notfallmediziner ist. Ich hab in meinem Arbeitsleben vielleicht eine Handvoll getroffen, wo ich sagen würde, dass ich im Notfall bitte schön von dem behandelt werden möchte. Alle anderen machten eher den Eindruck, als seien sie "zur Not Arzt".

    Eine sinnvolle Orientierung zur Notfallrettung schließt in meinen Augen eine Beschäftigung (haupt-oder ehrenamtlich) mit der nicht-ärztlichen Seite des Rettungsdienstes ein, eine intensive Übung aller Handgriffe, Transporttechniken usw., eine Auseinandersetzung mit den Arbeitsbedingungen der Präklinik und ein Erlernen respektvoller zwischenmenschlicher Kommunikation mit ein. Alles Sachen, die in meinen Augen am geschicktesten in einem Praktikum und/oder einer Ausbildung an einer rettungswache zumindest geübt werden können.

    Das war mal ne lange Beweisführung


    Viel Spaß,
    RettAss
    Life sucks.
    Death regurgitates.



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