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  1. #36
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    Prüfungsprotokoll 25.10.17:

    Prüfer: Chirurg (Hr. Adam) und Anästhesist (Dr. Friege), Ärztekammer S-H, Bad Segeberg

    1. Frage:

    Im Meer befindlicher Schwimmer schreit einmalig auf und kämpft dann mit dem Ertrinken. Zuerst ging es um die Möglichkeiten der Taktischen Rettung im Wasser (Hubschrauber für Transport und Suche nach dem Pat., DLRG oder Deutsche Gesellschaft zur Rettung in Seenot geratener, THW, Feuerwehr und Polizei). Über die Leitstelle Situation besprechen und je nach Situation und Verfügbarkeit entsprechende Kräfte Anfordern.
    Weiter ging es mit möglichen vorstellbaren Ursachen für die beschriebene Situation (Infarkt, Trauma, Ertrinken, Hypothermie, Hai-biss und Quallenintox/Allergie).
    Im Endeffekt konnte der Pat. gerettet werden und in den RTW transportiert werden. Dort sollte ich das Vorgehen beschreiben.
    ABCDE-Durchführen. Der Pat war schwer Dyspnoisch (SO2 80-85%), Lungenödem, Spastik. Auf der Haut allergische Reaktion mit striemenartigen Hautmalen (Quallennesselspuren) und Quaddeln. Puls 150/min RR 110 Systolisch.
    In der Folge ging es um die Therapie der schweren Allergie. Erst Technische Möglichkeiten (O2-Sonde/Maske, NIV, Intubation) dann Medikamente (Inhalation mit Atrovent und Salbutamol, Adrenalin 0,5mg i.m., Clemastin i.v., Prednisolon 100mg i.v., Ggf. weiter mit Theophyllin, Reproterol, Terbutalin).
    Als der Pat. Sich bessert und er zu sich kommt will er erst nicht mitkommen in die Klinik. Ich sollte den Patienten überzeugen, doch mitzukommen in dem ich ihm klar mache, dass es lebensbedrohlich sein könnte dem zu widersprechen.

    2. Frage:

    45 jähriger Mann mit plötzlichem Herzrasen. RTW bereits vor Ort.
    Ich sollte mein Herangehen Schildern: Anamnese (nach SAMPEL(ausführlich)) und Körperliche Untersuchung (nach ABCDE) (nur oberflächlich da ich das beim ersten Fall schon ausführlich gemacht hatte)).

    Hierbei wurde mir gesagt, dass der Pat. plötzlich und erstmalig Herzrasen hatte. Das Herzrasen kontinuierlich seit 40min anhielte. Der Pat. habe keine Allergien, habe vielleicht ein leichte Asthma gehabt und nehme keine Medikamente ein und sei auch nüchtern.

    Die Untersuchung zeigte einen Puls von 220/min bei ansonsten recht unauffälligem Befund. Als ich ein 12-Kanal EKG wollte wurde mir ein EKG mit einer regelmäßigen Schmalkomplextachykardie mit einer 220er Frequenz vorgelegt. Ich sollte das EKG interpretieren und mein Vorgehen erörtern. Ich habe Elektrokardioversion versus Adenosin (KI: bei Asthma bronchiale) besprochen. Ich sollte beides im Detail erklären und mein schrittweises Vorgehen sowie die Aufklärung des Patienten beschreiben.
    Es wurde entschieden, das der Patient auf Adenosin einen Sinusrhythmus bekommt allerdings eine akute schwere Allergie hat. Erneut sollte ich mein Vorgehen bei plötzlicher Allergie schildern (nur Kurz). Danach wurde ich über verfügbare Antiarrhythmika im NEF befragt (Wirkung, Indikation, UAW, Dosierung, usw. von: Adenosin, Betablockern, Amiodaron und Ajmalin).
    Danach sollte ich Möglichkeiten einer Abschirmung bei Elektrokardioverion mit Dosis sprechen (Ich hatte mich für Midazolam und Ketanest entschieden). Zum Abschluss wurde noch über den richtig durchzuführenden Valsvaversuch gesprochen. (In eine Spritze pusten lassen war wohl OK, allerdings wollte der Prüfer noch wissen, dass man den Pat. 20 sek. gegen die geschlossene Stimmlippe pressen lassen muss und die 20s idealerweise vorzählen soll.

    Und damit war die Prüfung auch schon vorbei. Die Prüfer waren die ganze Zeit extrem freundlich und kollegial.

    Euch allen viel Erfolg bei der Prüfung und auf der Straße!



  2. #37
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    PrüferIn: Dr. med. Hella Körner-Göbel, Dr. Bartsch

    Bartsch: genaueste Kenntnis der Reanimationsleitlinien, vor allem Medikamente, hier auch Glukose und Lyse beachten. Wollte außerdem darauf hinaus, dass die Leitlinie zeit 10 Jahren unscharf ist, weil sie nicht genau sagt ob man nach dem 3. erfolglosen Schock erst drückt oder amiodaron gibt. Bzw. dass man natürlich erst drückt, aber dann müsste man genauer schreiben wann das amiodaron gegeben wird. Es gab viele sehr spitzfindige und genaue nachfragen zum Algorithmus, so sollte man auch wissen, dass bikarbonat bei Vergiftungen mit trizyklischen Antidepressiva indiziert ist.

    Dr. Körner-Göbel: Hier war zunächst Nachdenken jenseinst von Leitlinien gefragt: Pat. am Strand im Urlaub, kein RTW verfügbar. Ein Patient kollabiert, atmet laut Passanten. Hier will Sie darauf hinaus, dass Schnappatmung von Laien als ausreichende Atmung fehlgedeutet wird. Dann will sie wissen wo man punktieren kann wenn man an den Armen und Beinen keine Venen findet, aber keine Knochennadel da hat -> jug. externa. Weiter ging es dann doch mit der Leitlinie: wer drückt wie lange? Dann noch ein Ausflug in die ACS-Sparte, hier wollte sie hören: Frauenherzen schlagen anders, also vor allem bei Oberbauchbeschwerden und Übelkeit auch an Myokardinfarkt denken. Zum Schluss hat sie mich dann doch noch auf dem falschen Fuß erwischt, das Bestattungsgesetzt NRW kam zur Sprache und was da über Notärzte drin steht.

    Insgesamt ausgesprochen nette Atmosphäre, sehr fair!



  3. #38
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    Heute Prüfung in München gehabt. Vorstellungsrunde, wurde gefragt wo und in welchem fach ich arbeite (Innere)

    1. Fall
    Einsatzmeldung: MANV Kleinwagen gegen Tanklaster – 1 leicht, 4 schwer verletzte eingeklemmt, dann wurde Bild gezeigt von Unfallsituation Kleinwagen halb unter nem Güllehänger oder sowas, nacht/ dunkel, Schnee. Sie sind als 1. Da sonst keiner
    → damit bin ich LNA, muss Lage sichten/ erkunden, Unfallstelle absichern, ggf. Nachfordern von Rettern, Feuerwehr, Leuchtstrahler, wärmelampen etc. etc. Erkennen des Anhängers, auf dem Gefahrenstoff Kennzeichnung (dieses Quadrat mit den zahlen drin). Wurde gefragt was das jetzt bedeutet, was also da drin ist für ein Stoff und was gefährlich ist. Keine Ahnung also das hab ich nicht auswendig gelernt. wusste Prinzip der Nummerierung mit den verschiedenen zahlen aber welche zahl was keine Ahnung. kann man aber in buch nachlesen das man i NEF hat.
    Dann Sichtung inkl. Kategorien (grün, gelb, rot, schwarz/blau), was machen mit „den Grünen“ (soll man immer etwas abseits alle zusammen abstellen und schauen dass keiner abhaut), Sichtungskarten, Sichtungskriterien. Dann weiter im Fall, nächstes Bild, jetzt viele Leute am Unfallort, Sanis, Feuerwehrler usw., etwas unübersichtlich -> beschreiben. Wollten dann drauf raus dass eben ein Feuerwehrler da ne gelbe Weste anhat und der dann der Einsatzleiter FW ist. Von da aus alle oranisatorischen Strukturen inkl. Orgl , SanEL, LNA, Trupp/ Zugführer usw welche Funktionen es eben so gibt und jeweils was für westen die so anhaben. Hab immer gelb gesagt haha kein plan.
    Dann weiter im Fall. Sichtung fertig, es wurden die symptome der 4 Insassen kurz zusammengefasst, welcher ist der kritischste, was machen – stiffneck, pneu entlasten was eben akut bedrohlich ist. Dann crash rettung. Wie geht das, welche Maschinen/ Technik hat die FW.. Auch bissl improvisiert, bin nicht so technik begabt ;) dann entscheidung für dach abflexen lassen, wie lang dauert das? (3-5 min.) wie kann man leute da raus ziehen jetzt? Spine board/ KED
    Jetzt ist LNA da, er will alle Pat. Verfliegen, du willst deinen selbst versorgen wer hat recht? -> LNA! Ist weisungsbefungt, hat in bayern hoheitsrecht (oder sowas), darf theoretisch auch fabriken lahm legen/schließen usw.

    2. Fall
    Einsatzmeldung Wohnungsöffnung. 74 j Mann, keine wesentl. VEs, von nachbarn einige Tage nicht mehr gesehen Polizei/ FW sollen wohnung aufmachen und rein gehen, ich geh erst wenn alles sicher ist. Dann Bild: körper in seitenlage mit offensichtlichen Totenflecken welche aber zu rückenlage passen. Diesen diskrepanten Befund erklären, warum ist das relevant –> wurde post morten nochmal lage verändert. Damit hier möglicherweise ein tatort. Kripo dazu, leiche nicht mehr manipulieren. Alles über sichere Todeszeichen inkl. Zeiträume an und abklingen. Dann über Totenbescheinigung vorläufig und endgültig. Was fülle ich aus? Was muss ich? Was kann ich? Wie geht leichenschau ganz genau? wie lang dauert die dann?

    3. Einsatzmeldung 3 J. Dyspnoe. Mutter öffnet mit kind auf dem arm, das ist eher schläfrig. Sie habe es im bett gefunden hustens und zyanotisch, blaue lippen. Jetzt genau anamnese bzw in dem Fall eher fremdananese mit mutter, ABCDE am Kind erklären. Nach jedem Buchstaben wurden die Befunde gesagt, alles stabil, war nur eben schläfrig. Alle Vitalarameter stabil, spO2 97%, dann: Temp 39° daher a.e. unbeobachteter Fieberkrampf mit kurzer A/Hypopnoe und dann folglicher zyanose, postiktal schläfrig. Fieberkrampf als Krankheitsbild erklären. Was machen? Fiebersenkende Medis und Aplikationsart. Wollte noch nurofensaft (Ibu) ist wohl besser antipyretisch als paracetamol. Dann welche möglichkeiten Medikamentenapplikation bei Kindern, p.o., rektal, nasal, im., sc. Und insb. i.o. Wie heißt das genau: ez-io. Welche nadeln größen und welche farben haben die? (gelb längste, rot kurze für kind) wo bohren? kind mit erstmaligem KA, was tun? Mitnehmen in Kinderklinik!

    Insg. Lockere Atmosphäre, Prüfer sehr freundlich, eher kollegiales Gespräch, helfen weiter wenn man hängt. ist auch gar nicht schlimm wenn man was nicht 100pro weiß solange man was dazu sagen kann wie man sich dann weiterhilft. Insg. Hätte ich mich über den ein oder anderen standardfall noch gefreut statt so viel organisatorisches zeug, da war ich jetzt nicht so super gefestigt, aber man kommt schon durch. Hat letztlich gut gepasst. Viel erfolg euch!



  4. #39
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    Ich habe am 17.1.2018 meine Prüfung in Düsseldorf abgelegt.

    1. Prüfer: Alles rund um das Thema Verbrennungen wurde abgefragt:
    Unterschied zwischen Verbrühung und Verbrennung
    Stadieneinteilung (Unterschied zwischen 2a und 2b sind einmal die vital roten Blasen und einmal die avitalen weißlichen Blasen)
    Volumentherapie (Erwachsener und Kind)
    Was zur Analgesie geben (wie könnte man es beim Kind machen: Ketanest und Dormicum nasal)
    Wann Intubation notwendig (wollte auf das Inhalationstrauma hinaus und woran ich dieses erkenne; bin ich leider nicht drauf gekommen: abgebrannte Nasenhaare oder Augenbrauen)
    Vorgehen bei Kindern (wo ich sie in Köln hinbringe)
    Wie ich die Wunden abgedeckt würde, feucht oder trocken (z.B. aluderm)
    9er-Regel (wie ist es beim Kind?)

    2. Prüfer alles über das Thema Recht:
    Garantenstellung
    Wer haftet wenn was passiert (versichert über den Träger)?
    Wann kann Arzt haftbar gemacht werden (Unterlassung von Reamaßnahmen wenn keine sicheren Todeszeichen)?
    Sichere Todeszeichen erklären (wann sieht man keine Totenflecke? Anämie)
    Zeichen Scheintod (AEIOU; Hypothermie nicht vergessen)?
    Darf der Patient über die Behandlung entscheiden (wann ja, wann nicht, Gesetze nennen)?
    Ist eine Patientenverfügung bindend (darauf abgezielt, dass die Verfügung auf die Situation passen muss, im Zweifel Maßnahmen einleiten)?

    Insgesamt sehr faire Prüfung. Leider wurden die Fragen oft missverständlich gestellt, so dass mir nicht klar war worauf man hinaus will (das hat mir am Ende dann sogar der Vorsitzende bestätigt, dass selbst er nicht wusste worauf die Fragen abgezielt haben )
    Man sollte sich gut vorbereiten, dann klappt das auch.



  5. #40
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    Prüfung am 26.4.2018 in München

    Aufgrund der sehr hilfreichen Protokolle möchte auch ich meinen Beitrag zum weiteren Gelingen für die zukünftigen Prüflinge beitragen. Ich besitze bereits die Fachkunde Rettungsdienst und habe in meiner Laufbahn ca. 300 Einsätze als Notarzt abgeleistet, je nachdem, ob ich im Rahmen des Arbeitsverhältnisses den Dienst mit abdecken musste. Ich hatte den kompletten Leistungskatalog für die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin bei der Ärztekammer Berlin bereits erfüllt, mir fehlten allerdings noch jeweils zehn Tage Hospitation in den Fachgebieten Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Kinderanästhesie. Als ich entdeckte, dass Bayern dies nicht fordert, habe ich die Chance genutzt, diese vier Wochen stattdessen in Lernaufwand umzusetzen.

    Zwei Prüfer, ein Prüfungsvorsitzender. Die Namen sind mir leider auf dem Weg zurück nach Hause geistig abhandengekommen. Der Prüfungsvorsitzende hat keine Fragen gestellt, die anderen beiden waren ein Pädiater und ein Unfallchirurg. Sehr freundliche und kollegiale Atmosphäre.

    Begonnen hat der Unfallchirurg der mich wahrscheinlich aufgrund meines Fachgebietes (Oberarzt Gastroenterologie in einem Schwerpunktkrankenhaus) internistisch abprüfte. Beschrieben wurde ein Notarzteinsatz im dritten Stock eines Mietshauses. Patient, männlich, Mitte 50. Keine Medikation, keine relevanten VE. Wirkt blass und krank fühlt sich irgendwie nicht gut. RR 160/90, Puls normfrequent mit Extrasystolen, periphere Sauerstoffsättigung 96 %. EKG könne akut nicht abgeleitet werden (Gerät sei im RTW). Primäre Orientierung nach ABCDE - neurologische Untersuchung und ausführliche körperliche Untersuchung zeigen aber ebenfalls keinen wegweisenden Befund. Daraufhin Transport des Patienten in den RTW. Rettungsassistenten wollen dass der Patient läuft, ich insistierte darauf, dass er sitzend transportiert wird, solange ich nicht weiß was der Gute hat. Im RTW dann Zwölf-Kanal-EKG. Ich bekomme ein Foto gezeigt, auf dem die aufgeklebten Elektroden zur Ableitung des EKGs dargestellt werden, werde gefragt, ob das alles so in Ordnung sei. Auf dem Bild sind die Extremitätenableitungen korrekt geklebt, die Brustwandableitungen sind nicht korrekt geklebt und fehlen zum Teil. Das wollte der Prüfer hören. Muss natürlich korrekt gemacht werden. Im EKG zeigt sich ein STEMI mit Hebungen in II, III, AvF sowie V5 und V6. Die ergänzende Anamnese ergab dann positive FA und Nikotinabusus. Nachfolgend die präklinische Versorgung des Myokardinfarktes. Habe bei geplanter PCI intravenös 80-120 mg ASS und 5000 IE Heparin gewählt. Außerdem bei Thoraxschmerz (hatte ich initial nicht erfragt, wurde erst jetzt damit konfrontiert) 5 mg Morphin. Auf Nitrat habe ich persönlich verzichtet und dies damit begründet, dass auch ein rechtsventrikulärer Infarkt vorliegen könne und dass Nitrat dann kontraproduktiv ist. Nannte als Zielklinik eine Einrichtung mit 24 Stunden Herzkatheterbereitschaft und Herzkatheterlabor, der Prüfer nannte mir 20 Minuten als potentielle Anfahrtszeit. Bezüglich ergänzender Thrombozytenaggregationshemmung habe ich Rücksprache mit der Zielklinik vorgeschlagen, wurden aber belehrt, dass dies in Bayern nicht üblich sei. Der Prüfer fragte mich dann dauernd ob ich den Patienten so transportieren könne. Konstruierte dann sogar einen Fall, dass die Leitstelle in unmittelbarer Nachbarschaft eine Kinderreanimation melde ohne dass ein Notarzt verfügbar sei. Ob ich den Patienten ohne Arztbegleitung in die Klinik schicken könne, um das Kind zu reanimieren. Ich verstand die ganze Zeit nicht, worauf er raus will. Er zeigte mir dann aber noch einmal das EKG und erst dann verstand ich, worauf er heraus wollte. Im EKG war neben dem Infarkt auch eine Extrasystolen mit R auf T zu erkennen, die ich primär nicht erkannt hatte. Als ich ihm das dann erzählen konnte, war er zufrieden.

    Zweiter Prüfer war dann der Pädiater. Hier ging es um einen fünfjährigen Jungen, der im Rahmen einer Kindergeburtstagsparty plötzlich einen Ausschlag mitzunehmende Dyspnoe bekam. Gezeigt wurde ein Foto mit urtikariellen Effloreszenzen im Gesicht und Schweißperlen auf der Stirn. Der Prüfer schilderte außerdem eine Atmung mit thorakalen Einziehungen. Der Puls wurde mit 140/min rhythmisch angegeben, die Sauerstoffsättigung hatte ich vergessen zu fragen (Schande über mich), eine Kindermanschette für die Blutdruckmessung war nicht vor Ort, es hätte 5 Minuten gedauert diese zu organisieren. Daraufhin entschied ich, dass bei einem fünfjährigen auf die Stärke des peripheren Pulses als Maß für einen suffizienten Blutdruck ausreicht. Diese wurde vom Prüfer als schwach angegeben. Prinzipielles Vorgehen auch hier nach ABCDE wobei ich in der Nervosität auch die weitere körperliche Untersuchung und die Fremdanamnese unterschlagen habe. Es wurden dann die gewichtsadaptierte Medikation (Adrenalin, Prednisolon, Volumen gewichtsadaptiert) erwartet. Die Dosierung von Tavegil im Kindesalter hatte ich nicht gelernt. Mit meiner behelfsmäßig Lösung der gewichtsadaptierten Teilung einer Erwachsenendosis war der Prüfer nicht zufrieden, und wies freundlicherweise darauf hin, dass am Notfallort (und nicht in der Prüfungssituation) ja auch Nachschlagewerke zur Verfügung ständen um die Dosierung herauszufinden. Nachfolgend war dann noch gefragt, was der Vorteil/Nachteil der intramuskulären Applikation des Adrenalins ist. Außerdem war ich drauf und dran, zuerst einen intraossären Zugang zu legen (habe bei hypotonem und tachykardem Kind geistig keine peripheren Venen erwartet), wurde vom Prüfer dann aber darauf hingewiesen, dies doch zuerst zu prüfen. Hier fand sich dann laut Prüfer eine entsprechende Vene und der Junge war auch sehr kooperativ. Mit dem Zugang dann die entsprechende gewichtsadaptierte Volumengabe und nachfolgend auch Besserung der Symptomatik. Transport in ein Haus mit Kinderklinik und Kinderintensivstation. Für den fünfjährigen wäre übrigens noch die kürzeste intraossären Nadel indiziert gewesen, ich hatte die nächstgrößere gewählt, bestanden habe ich trotzdem.

    Der Prüfungsvorsitzende stellte keine Frage. Die Prüfung wie bereits oben erwähnt war sehr angenehm. Bereits während der Prüfung war mir klar, dass ich bestehen würde. Die vorliegenden Protokolle waren hierbei sicherlich äußerst hilfreich. Vielen Dank auch an meine Vorgänger und viel Glück und Erfolg an meine Nachfolger. Das ganze ist mit zumutbarem Aufwand gut zu schaffen.



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