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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von TorVeti
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    26.01.2014
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    Hey!

    Mich würde mal interessieren wie ihr darüber denkt....
    Das leidige Thema der Kastration verfolgt mich im Bekanntenkreis, an der Uni und auch in der Praxis wo ich manchmal aushelfe.

    Die am häufigsten gestellten Fragen:

    - Kastration, ja oder nein?
    - chemische Kastration des Rüden mittels Suprelorin-chip?
    oder normale Kastration?
    - die Hündin lieber Abspritzen, somit den Zyklus unterbrechen mittels Delvosteron- Injektion?
    oder normale Kastration
    - Kastration der Hündin vor der 1. Läufigkeit, oder danach?
    - Kastration des Katers bevor er anfängt zu markieren, oder danach?
    - wann ist es für eine Kastration zu spät?
    - Katzen oder Kater kastrieren auch wenn sie KEINE Freigänger sind?

    Es wäre schön wenn wir die Fragen hier mal zusammen nach und nach erörtern bzw. besprechen können.
    Die Meinungen und Erfahrungen werden, bezüglich dieses umfangreichen Themas, bestimmt auseinander gehen!
    Dennoch finde ich es wichtig sich die verschiedenen Sichtweisen mal zu Gemüte zu führen

    Ich freue mich auf eine heiße Diskussionsrunde!

    Lg



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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von Viehdoc
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    Hey,

    ich muss ganz ehrlich sagen: ich hab nicht so viel Ahnung von Kastrationen, was es für Methoden gibt usw. usw.
    Aber ich seh das so: warum sollte man einer Katze bzw. einem Hund eine "chemische" Kastration antun, und sie oder ihn unter ständigen Hormoneinfluss stellen, wenn man das ganze mit einer einzigen kleinen OP beenden kann?
    Das Risiko heutzutage, dass da ein Tier nicht wieder aufwacht, ist ja verschwindend gering. Ja, es ist Stress für das Tier und die postoperativen Schmerzen blablabla, aber genauso Stress sind eben diese Hormone. Ich mein wieviele Frauen haben Probleme mit der Pille o.ä.? Und wer sagt uns, dass die Katze oder der Hund nicht genauso leidet und wir es nur nicht merken?

    Meine Katze wurde kastriert als sie ganz klein war, jetzt ist sie 6 und alles ist vergeben und vergessen, zum Tierarzt gehts nur noch zum impfen oder wenn sie tatsächlich mal krank ist. Aber nicht, um ihr irgendwelche Hormone zu verpassen.

    Und ich würde auch eine Katze kastrieren, die kein Freigänger ist, allein schon, um mir und ihr/ihm den Stress zu ersparen. Ich mein, das ist das Anzeichen für Paarungsbereitschaft bei der Katze und ich kann mir schon vorstellen, dass es für das Tier stressig ist, wenn sie das nicht ausleben kann ;). Und wer hat schon gerne ein Haustier, was die ganze Wohnung markiert, was durchaus bei einigen vorkommen soll?

    So, und jetzt könnt ihr mich virtuell "mit Steinen bewerfen " :P

    LG



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  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von Nette
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    also ich denke wir sind alle Froh über die unterschiedlichsten Meinungen....nur so lernt man!
    Ich bewerfe dich nicht mit "virtuellen Steinen" Viehdoc

    Um meine Meinungen oder Erfahrungen hier zu teilen....da könnt ich jetzt ewig schreiben.
    Wo wir uns als Tiermediziner jedoch alle einig sein sollen/ müssen:
    !!!! KEINE Kastration bzw generelle OP OHNE Indikation!!!!

    "Indikation" ist natürlich auch ein weitläufiger Begriff...das finde ich auch.
    Zuerst wäre es sinnvoll darüber nachzudenken, was wir mit einer Kastration bezwecken wollen???
    - hormonellen Streß verhindern
    - durch Hormone induzierte Erkrankungen vermeiden
    - bei negativen Verhalten einlenken etc.

    Somit wäre und sollte eine Kastration immer individuell für das Tier betrachtet werden!

    Fakten sprechen für sich:
    - Rüden kastrieren = Vermeidung zur Ausbildung eines Prostata Problems in der Zukunft
    - Hündin kastrieren = Vermeidung zur Ausbildung von Mammatumoren + Vermeidung von Pyo-/ Hämometra
    - Katze/ Kater kastrieren die Freigänger sind = Vermeidung von starken Revierkämpfen + keine Überpopulation von "herrenlosen Katzen"
    - Kastration mittels Chip hilft NUR individuell
    - Unterdrückung der Läufigkeit (z.B. mit Delvosteron) kann auch zu einer Endometritis oder Pyometra führen + Hündinnen und Kätzinnen, welche im Proöstrus behandelt wurden, können trotz abklingender Östrussymptome noch 1 Woche fertil bleiben!
    - unkastrierte Kätzinnen können Dauerrolligkeiten entwickeln und neigen zu Ovarialzysten
    - kastrierte Tiere müssen anders ernährt werden, da sie danach einen anderen Umsatz der Nährstoffe haben und leichter "ansetzen"
    - Hündinnen vor der 1. Läufigkeit kastrieren = KEIN Zyklus, somit Minimierung der Ausbildung von Mammatumoren
    - Tiere generell frühzeitig kastrieren= KEIN vollständiges Wachstum und Ausreifung der sekündären Geschlechtsmerkmalen (da die Hormone dafür wichtig sind!) + das Fell kann sich nicht richtig ausbilden + das Verhalten kann nicht auf "erwachsen"- reifen

    Ihr seht, es gibt vieles auf der Pro- & CONTRA- Seite!
    Meine Meinung und Erfahrung ist: mit dem Besitzer reden, über alles aufklären, das Tier kennen lernen und individuell für das Tier + Besitzer entscheiden!

    Lg, Nette



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  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von Viehdoc
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    Hehe, danke für die ausbleibende Steinigung ;)

    Ich denke einfach: eine Indikation lässt sich bei der Kastration von Katzen und Hunden immer finden und wenn es nur die ganzen Tumorrisiken sind.

    Das mit der Ernährung von kastrierten Katzen kann ich übrigens voll und ganz unterschreiben... Meine Katze lebt zu Haus bei meinem Dad und meiner Oma: "Ach du arme kleine Mietzekatze, willst du noch ein Leckerli? Na kooomm, eins geb ich dir noch."
    Das ist manchmal echt zum Mäuse melken, das sag ich euch. Wenn ich dann zu Haus bin, gehts wieder auf Diät
    Ihr Überbleibsel von der OP ist ein Hautlappen unterm Bauch, den sie nun mit sich rumträgt, wie ein kleines Hängebauch-Schwein. Obwohl sie insgesamt eigentlich wirklich nicht fett ist, auch wenn sie zeitweise mal ein bisschen zu viel zugesteckt kriegt ;).
    Haben das viele Katzen nach der Kastration? Woher kommt sowas?



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  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von Nette
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    Der "Hängebauch" ist tatsächlich NICHT die Folge einer Kastration, sondern die Folge von falscher Fütterung von kastrierten Tieren
    Operierte Tiere produzieren keine Hormone mehr, somit stellt sich der Stoffwechsel um und sie verbrauchen vom angebotenen Futter viel weniger Kalorien als vorher.
    Am kritischsten sind die ersten zwei Monate nach der Kastration. Der Energiebedarf ist dann im Vergleich zur Zeit vor der Operation reduziert, der Appetit bleibt allerdings der Gleiche.
    Eine ausgeglichene Zusammensetzung bieten kalorienreduzierte Alleinfutter. Sie machen satt, weil sie mehr Rohfaser (Rfa) enthalten.

    Und was ich noch zum Markierverhalten der Kater sagen wollte:
    -> sobald ein Kater in seiner normalen Entwicklung gelernt hat zu markieren und dies über mehrere Tage ausgelebt hat, ist es nicht mehr zu garantieren, dass er dies Verhalten nach der Kastration einstellt!



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