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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #21
    Diamanten Mitglied
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    Zitat Zitat von StuartProwerFaktor Beitrag anzeigen
    Da wäre es sicher ein guter Ansatz die Leute zu zwingen ab einem gewissen Alter einmal Farbe zu bekennen was man eigentlich will und was nicht.
    Macht doch keiner. Niemand will sich mit dem Thema beschäftigen und wenn es dann da ist haben alle Panik, wollen ewig leben und alles soll gemacht werden. Und Angehörige können ja auch nicht loslassen. Da kommt dann halt der Anwalt-Sohn daher und droht der Klinik weil dessen 88jähriger Mutter mit durchmetastasiertem Pankreas-Ca nicht mehr operiert wird. Zum Thema "Leute zwingen Farbe zu bekennen" noch ein Beispiel: Organspende. Keiner äußert sich, die Wenigsten haben einen Organspendeausweis und die Widerspruchslösung wird politisch blockiert. Es muss sich keiner entscheiden. Und alle sind stolz auf die Freiheit sich nicht mal entscheiden zu müssen. Statt dass man klar stellt: egal für was ihr euch entscheidet das ist ok und eure Freiheit euch zu entscheiden, aber die Gesellschaft braucht es dass es Entscheidungen gibt.
    Zitat Zitat von Bender B. Rodriguez Beitrag anzeigen
    einfach nur weil im Pflegeheim, beim Hausarzt oder beim Onkologen nicht über den Fall der Fälle gesprochen worden war, sich kein Arzt initial traute, sich gegen eine entsprechende Behandlung zu entscheiden und man nicht kurzfristig an Betreuer oder Angehörige herankam oder diese erst aus dem Urlaub zurückkommen, sich persönlich mit in aller Welt verstreuten Familienmitgliedern besprechen oder trotz aller Aufklärung nicht gegen einen Behandlungsversuch aussprechen mochten, wird mir ganz anders.
    Und wer soll das machen? Mit den Leuten reden?
    DAS ist doch das Problem! Das Personal in den Pflegeheimen ist immer unsicherer was zu tun ist, die ärztliche Begleitung limitierter und dann wird irgendwann der KV-Bereitschaftsarzt in Panik gerufen weil es dem Patienten schlecht gehen würde, der weist in die Klinik ein und dann steht man da. Alles ungeklärt, also wird erstmal alles gemacht.
    Man hätte da so oft schon so weit im Vorfeld viel klären können, aber das ist halt unangenehm (vor allem für die Angehörigen) und braucht Zeit (ärztliche Zeit). Und die gibt es immer weniger.
    Erst die Taten eines Menschen zeigen was die Worte wert waren.



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  2. #22
    Registrierter Benutzer
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    Du stellst jetzt dar, was und warum alles im Moment nicht geht. Aber damit wiederholst du nur die Problembeschreibung.

    Was würdest du denn tun, um unnötige Therapien in ausweglosen Situationen zu vermeiden? Oder bist du nicht der Meinung, dass sich diesbezüglich etwas ändern sollte?

    Hast du Vorschläge, wie man die hohen Ausgaben in unserem Gesundheitssystem reduzieren könnte? Vielleicht etwas, was man nicht einfach mit "macht doch eh keiner" abschmettern kann?



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  3. #23
    Registrierter Benutzer
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    Zitat Zitat von anignu Beitrag anzeigen
    Macht doch keiner. Niemand will sich mit dem Thema beschäftigen und wenn es dann da ist haben alle Panik, wollen ewig leben und alles soll gemacht werden. Und Angehörige können ja auch nicht loslassen. Da kommt dann halt der Anwalt-Sohn daher und droht der Klinik weil dessen 88jähriger Mutter mit durchmetastasiertem Pankreas-Ca nicht mehr operiert wird. Zum Thema "Leute zwingen Farbe zu bekennen" noch ein Beispiel: Organspende. Keiner äußert sich, die Wenigsten haben einen Organspendeausweis und die Widerspruchslösung wird politisch blockiert. Es muss sich keiner entscheiden. Und alle sind stolz auf die Freiheit sich nicht mal entscheiden zu müssen. Statt dass man klar stellt: egal für was ihr euch entscheidet das ist ok und eure Freiheit euch zu entscheiden, aber die Gesellschaft braucht es dass es Entscheidungen gibt.

    Und wer soll das machen? Mit den Leuten reden?
    DAS ist doch das Problem! Das Personal in den Pflegeheimen ist immer unsicherer was zu tun ist, die ärztliche Begleitung limitierter und dann wird irgendwann der KV-Bereitschaftsarzt in Panik gerufen weil es dem Patienten schlecht gehen würde, der weist in die Klinik ein und dann steht man da. Alles ungeklärt, also wird erstmal alles gemacht.
    Man hätte da so oft schon so weit im Vorfeld viel klären können, aber das ist halt unangenehm (vor allem für die Angehörigen) und braucht Zeit (ärztliche Zeit). Und die gibt es immer weniger.
    Ja grundsätzlich gibt es das Problem, aber das "niemand" das tut ist sicher stark übertrieben. Die meisten wollen sich nicht damit beschäftigen, was aber nicht automatisch heißt, dass man keine Entscheidung treffen kann, wenn man es denn muss. Davon ab sollte die Antwort "weiß nicht" oder "will mich nicht entscheiden" keine Option sein. Aber vermutlich ist das nicht mit unserem GG vereinbar.



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  4. #24
    gern geschehen Avatar von Kackbratze
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    Ober-Unarzt
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    Ab dem Moment, wo man selber für seine Versicherung und damit für sein Leben verantwortlich ist, werden die Entscheidungen getroffen.
    Jetzt zahlen die Leute Unsummen in das diffuse System "Krankenkassenbeitrag" ein, ohne zu merken, was ihnen da abgezogen wird jeden Monat. Gleichzeitig wird von (fast) allen Beteiligten, insbesondere den weiter weg stehenden (Pharma, Krankenkassen, Politik) ein Vollkasko-System beworben, so dass man im Krankenhaus LIEGT. Nicht behandelt wird, man LIEGT dort und hat Anspruch. Auf Alles.
    Dann muss ich nicht denken, dann wird man eben immer gerettet. Und wenn nicht, ist der Arzt schuldig, logisch.

    Ab dem Moment, wo einem der bisherige Krankenkassenbeitrag mit auf den Lohnzettel gebucht wird und der eigene Beitrag auch Cash auf dem Konto auftaucht, wird plötzlich nachgedacht.
    Klar, denken ist wie Lose ziehen, die meisten ziehen Nieten, aber irgendwo muss man halt die Grenze setzen können. Und das tut dann der selbst ausgesuchte Versicherungsvertrag. So wie bei Handys, Kasko oder Hausrat.

    Kacken ist Liebe!
    Salmonella ist Kacken!


    Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hineingehen müssen.

    What have you done today to earn your place in this crowded world?



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  5. #25
    Diamanten Mitglied
    Mitglied seit
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    Zitat Zitat von Bender B. Rodriguez Beitrag anzeigen
    Hast du Vorschläge, wie man die hohen Ausgaben in unserem Gesundheitssystem reduzieren könnte? Vielleicht etwas, was man nicht einfach mit "macht doch eh keiner" abschmettern kann?
    In meinem Bereich, Gefäßchirurgie: laut Leitlinie PAVK besteht die first-line-Therapie für PAVK im Stadium II in strukturiertem Gehtraining. Also konservativ. Es gibt aber keine geeigneten Angebote für die Patienten. Keine Gehsportgruppen für PAVKler. Auch weil z.B. die ärztliche Betreuung dafür extrem schlecht vergütet wird. Und die Interventionen werden dafür extrem gut vergütet. Auch wenn diese weder leitliniengerecht noch manchmal überhaupt indiziert sind. Es wird aber eh alles vergütet also wird interveniert was das Zeug hält. Und die Patienten machen es auch mit weil man selbst fast nichts tun muss und wenn es nicht klappt hat man halt Pech gehabt. So wie man es von vielen Wirbelsäulenoperationen her kennt. Viele OPs, nicht alles bringt was. Ist in der Gefäßchirurgie auch so.

    Auf was will ich raus: es gibt hier ein falsches Anreizsystem. Vorschlag? Mehr Geld für konservative Therapie ausgeben zum Beispiel. Daraus resultiert weniger Geld für umso teurere Interventionen.
    Erst die Taten eines Menschen zeigen was die Worte wert waren.



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