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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Hallo,liebe alle!
    Ich befinde mich derzeit in meiner Notarzt-Ausbildung und ich muss zugeben,ich finde es gar nicht so spannend. Ich habe bis jetzt zwar nur 10 Einsätze gehabt, aber es geht in den allermeisten Fällen um banale Krankheitsbilder,wo es wirklich ausreicht dass man entweder sich ins Krankenhaus fahren lässt oder der Rettungsdienst kriegt alles ohne große Schwierigkeiten hin. Außerdem gibt es reichlich Bürokratie usw. Ich hoffe,das klingt nicht unprofessionell aber so ist mein Eindruck soweit. Ich bin neugierig was ihr denkt. Wer weiß -vielleicht wird es doch interessanter.
    Und ein zweiter Gedanke von mir:ich habe schon mehrmals meine Sorge geteilt dass ich nicht die erfahrenste bin in der sonographischen Anlage von Zugängen und insbesondere die Femoralis Region finde ich manchmal schwierig zu punktieren. Bei mir war es so(vielleicht ist es bei anderen auch ähnlich gewesen)dass ich mir das alleine beibringen musste,also niemand hat mich am Anfang darauf aufmerksam gemacht dass ich auf Nadelspitze achten muss usw und erst später habe ich erfahren was ich wirklich beachten soll. Als frisch gebackene Fachärztin finde ich das zwar peinlich aber mehr als machen und üben kann ich auch nicht...
    Habt ihr hier auch Tipps?



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  2. #2
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    Zitat Zitat von NewbieAnä Beitrag anzeigen
    Hallo,liebe alle!
    Ich befinde mich derzeit in meiner Notarzt-Ausbildung und ich muss zugeben,ich finde es gar nicht so spannend. Ich habe bis jetzt zwar nur 10 Einsätze gehabt, aber es geht in den allermeisten Fällen um banale Krankheitsbilder,wo es wirklich ausreicht dass man entweder sich ins Krankenhaus fahren lässt oder der Rettungsdienst kriegt alles ohne große Schwierigkeiten hin. Außerdem gibt es reichlich Bürokratie usw. Ich hoffe,das klingt nicht unprofessionell aber so ist mein Eindruck soweit. Ich bin neugierig was ihr denkt. Wer weiß -vielleicht wird es doch interessanter.
    Und ein zweiter Gedanke von mir:ich habe schon mehrmals meine Sorge geteilt dass ich nicht die erfahrenste bin in der sonographischen Anlage von Zugängen und insbesondere die Femoralis Region finde ich manchmal schwierig zu punktieren. Bei mir war es so(vielleicht ist es bei anderen auch ähnlich gewesen)dass ich mir das alleine beibringen musste,also niemand hat mich am Anfang darauf aufmerksam gemacht dass ich auf Nadelspitze achten muss usw und erst später habe ich erfahren was ich wirklich beachten soll. Als frisch gebackene Fachärztin finde ich das zwar peinlich aber mehr als machen und üben kann ich auch nicht...
    Habt ihr hier auch Tipps?
    Ist nicht peinlich und normal... (Beides)

    "Spannend" ist ja so eine Definitionssache. Was am NEF-Fahren aktuell noch spannend ist, meiner Meinung nach, ist:

    1. Unvorhersehbarkeit - morgen könntest du die Kinder-Rea, die Geburt, die normale Rea, komplexe Rhyhtmusstörungen, Traumata, VU, oder echt krasse Sepsis-Fälle sehen
    2. Breites Fachgebiet: siehe oben. Man sollte schon erfahren(er) sein in der Erkennung von Sepsis, internistischen oder neurologischen Bildern sein.
    3. Man ist endlich mal auch "Alleinentscheider"..denn das ist es ja, wenn du da bist letztendlich. Im positiven. Man kann auch mal wirklich Dinge realisieren oder zumindest bahnen. Das macht schon Spass.
    4. Man kommt in Wohnungen...Man sieht einen Querschnitt der Bevölkerung, den man sonst nie sieht, ausser man ist Polizist oder Sozialarbeiter...
    5. Es macht einen zum besseren Arzt, würde ich sagen.
    6. Es gehört dazu...

    Ich wills nicht missen, brauch es aber immer weniger. Mir reichen mittlerweile 1-2 Dienste im Monat. Plus Fortbildungen.



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  3. #3
    Diamanten Mitglied
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    Ja, häufige Krankheitsbilder beim Notarztfahren sind Schmerzen (wegen Frakturen oder Rücken oder Bauch), irgendwelche Herzgeschichten (Frequenz zu schnell oder langsam, Blutdruck zu hoch oder zu niedrig) oder irgendwas was ein Schlaganfall sein könnte aber man weiß es einfach draußen noch nicht. Und vieles können die inzwischen immer besser ausgebildeten Rettungsdienstler selbst managen. Der Wissens- und Kompetenzzuwachs von Rettungsassistent auf Notfallsanitäter ist meiner Meinung nach enorm. Hinzu kommt (in Bayern) dass für unkompliziertere Sachen immer häufiger der Telenotarzt alarmiert wird der bis zu 5 Einsätze gleichzeitig abarbeiten darf...
    Und was heißt das nun?
    Notarztfahren hat sich gewandelt und wird sich wandeln. Aber im gesamten Rettungswesen ist der Notarzt derjenige der die spannendsten Fälle erlebt, der in die wildesten Umgebungen kommt und auch sehr viele schöne Erlebnisse hat.
    Wer mehr Kick braucht muss es ja nicht unbedingt machen, oder? Immer noch unersetzlich ist der Notarzt bei Reanimation, vielen Kindersachen, schweren VUs usw.

    Mir fehlt in der Liste von Jukka noch:
    die Zusammenarbeit mit Rettungsdienst, Feuerwehr und verschiedenen Polizisten (Landespolizei, Bundespolizei, verschiedene Bereitschaftspolizeien). Die macht mir echt Spaß.

    Und mir hat das Notarztfahren auch für meine Arbeit in der Feuerwehr oder auf Station viel geholfen. Ich brauch kein künstliches Rea-Training mehr, ich reanimiere so oft, dass das Routine geworden ist. Und das ist gut so. Ich brauch nicht mehr so viel nachdenken weil ich einfach an den Kopf gehe, von dort aus den Überblick hab und dann anschaffen kann wie es laufen soll. Wann die wechseln sollen, was wer macht, welche Medis usw... Auch das ist schön. Weil eine Reanimation nicht mehr zu einem Stressfaktor führt und man während der Reanimation auch schon bissl schauen kann wie die Leute reagieren und mit wem eine Nachbesprechung dringend erforderlich ist. Und das wiederum ist ureigenste Aufgabe eines Arztes. Meiner Meinung nach.
    Erst die Taten eines Menschen zeigen was die Worte wert waren.



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