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Ja, häufige Krankheitsbilder beim Notarztfahren sind Schmerzen (wegen Frakturen oder Rücken oder Bauch), irgendwelche Herzgeschichten (Frequenz zu schnell oder langsam, Blutdruck zu hoch oder zu niedrig) oder irgendwas was ein Schlaganfall sein könnte aber man weiß es einfach draußen noch nicht. Und vieles können die inzwischen immer besser ausgebildeten Rettungsdienstler selbst managen. Der Wissens- und Kompetenzzuwachs von Rettungsassistent auf Notfallsanitäter ist meiner Meinung nach enorm. Hinzu kommt (in Bayern) dass für unkompliziertere Sachen immer häufiger der Telenotarzt alarmiert wird der bis zu 5 Einsätze gleichzeitig abarbeiten darf...
Und was heißt das nun?
Notarztfahren hat sich gewandelt und wird sich wandeln. Aber im gesamten Rettungswesen ist der Notarzt derjenige der die spannendsten Fälle erlebt, der in die wildesten Umgebungen kommt und auch sehr viele schöne Erlebnisse hat.
Wer mehr Kick braucht muss es ja nicht unbedingt machen, oder? Immer noch unersetzlich ist der Notarzt bei Reanimation, vielen Kindersachen, schweren VUs usw.
Mir fehlt in der Liste von Jukka noch:
die Zusammenarbeit mit Rettungsdienst, Feuerwehr und verschiedenen Polizisten (Landespolizei, Bundespolizei, verschiedene Bereitschaftspolizeien). Die macht mir echt Spaß.
Und mir hat das Notarztfahren auch für meine Arbeit in der Feuerwehr oder auf Station viel geholfen. Ich brauch kein künstliches Rea-Training mehr, ich reanimiere so oft, dass das Routine geworden ist. Und das ist gut so. Ich brauch nicht mehr so viel nachdenken weil ich einfach an den Kopf gehe, von dort aus den Überblick hab und dann anschaffen kann wie es laufen soll. Wann die wechseln sollen, was wer macht, welche Medis usw... Auch das ist schön. Weil eine Reanimation nicht mehr zu einem Stressfaktor führt und man während der Reanimation auch schon bissl schauen kann wie die Leute reagieren und mit wem eine Nachbesprechung dringend erforderlich ist. Und das wiederum ist ureigenste Aufgabe eines Arztes. Meiner Meinung nach.
Erst die Taten eines Menschen zeigen was die Worte wert waren.