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1. Editorial |
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Hallo,
auch diesmal halten wir wieder einen mit viel Neuigkeiten, Artikeln und Berichten zur Medizin voll gepackten Newsletter für dich bereit.
Der Länderinformationsdienst geht in die nächste Runde mit frisch aktualisierten, kostenlosen und umfangreichen Informationen zu den von Studenten für "Auslandseinsätze" meist gefragten Ländern.
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Informier dich im heutigen Newsletter über alle Einzelheiten dieses besonderen Servives und lass dir deine Exemplare gratis per Post nach Hause schicken. In unserem Artikelspecial zu Berufsunfähigkeit und Altersvorsorge dreht sich dieses Mal alles um die gewinnbringende Kraft von Zins und Zinseszins. Hier erfährst du, warum ein Start auch in jungen Jahren im Alter kostbare Früchte trägt.
Der Ersti-Blog von Sonja Herbst geht natürlich auch munter weiter: Heute berichtet sie über ihre Erfahrungen mit Stellenausschreibungen am Schwarzen Brett der Uni. Das Universitätsklinikum Heidelberg berichtet über eine neue Initiative des Landes Baden-Württemberg, ab Januar 2009 Weiterbildungsstellen für Allgemeinmedizin durch ein "organisiertes Weiterbildungsprogramm mit hohem Qualitätsanspruch" anzubieten. Der Bericht über die Behandlung des Reizdarmsyndroms mit Akupunktur findet sich neben weiteren, lesenswerten Infos ebenfalls im Newsletter.
Viel Spaß bei der Lektüre wünschen dir
Thomas, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 25.11.2008:
o Ersti-Tagebuch Folge 5: Mein Duschklo
o Cartoon der Woche: Cartoonist
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2. Perfekt vorbereitet ins Ausland Die neuen Länderinfos sind da!
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Immer mehr Mediziner nutzen während der Zeit von Krankenpflegepraktikum, Famulatur oder PJ die ideale Chance, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und einen Teil des Studiums im Ausland zu verbringen. Hier ist eine gute Vorbereitung ein sehr wesentlicher Erfolgsfaktor für einen gelungenen Aufenthalt in fernen Ländern.
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Diese Planung wird mit den frisch aktualisierten, kostenlosen Länderinformationen unseres Kooperationspartners Deutsche Ärzteversicherung merklich erleichtert. Die druckfrisch neu aufgelegten und komplett überarbeiteten Länderinformationen enthalten alle für die Vorbereitung eines Auslandsaufenthaltes nötigen Informationen.
Wer als Mediziner einen Auslandsaufenthalt plant, der erhält hier wichtige Informationen über Land und Leute, Adressen und Reisehinweise. Besonders interessant sind darüber hinaus die Informationen zu Fördermöglichkeiten, über die notwenigen Planungsschritte, studentische Erfahrungsberichte und lesenswerte Interviews. Abgerundet wird das Paket durch ein Blatt "Aktuelles" mit aktuellen Sicherheitshinweisen und medizinischen Hinweisen sowie eine Notfallkarte im Scheck-Kartenformat mit den wichtigsten Telefonnummern. Die Länderinformationen werden tagesaktuell gedruckt, so dass für eine permanente Aktualität gesorgt ist.
Zu folgenden Ländern kannst du dir kostenlos bis zu 5 Länder aussuchen, die für dich für einen Auslandsaufenthalt in Frage kommen und dir die Länderinformationen bequem gratis nach Hause liefern lassen: Australien, Brasilien, China, Finnland, Frankreich, Ghana, Großbritannien, Indien, Irland , Italien, Kanada, Kenia, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Südafrika, Tansania, Türkei, Ungarn, USA.
[Länderinformationen der Deutschen Ärzteversicherung]
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Nachdem wir uns im ersten Artikel dem Thema Berufsunfähigkeit gewidmet haben, möchten wir dir im zweiten Artikel intelligente Möglichkeiten vorstellen, als Jungmediziner bereits etwas für ein komfortables Leben nach der Berufszeit zu tun. Und dies, ohne sich hier finanziell zu übernehmen, dennoch aber ausreichend viel, um die Kraft von Zins und Zinseszins gewinnbringend für dich auszunutzen.
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Stattlich vorsorgen mit staatlicher Unterstützung
Komfortabel im Alter leben – jetzt bereits vorsorgen
Die herkömmliche Vorsorge im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung reicht – so ein weit verbreitetes und auch zutreffendes Urteil – für viele Erwerbstätige nicht immer aus, um die Ansprüche an Versorgung und Absicherung im Rentenalter komplett zu decken. Immer mehr Bundesbürger setzen daher auch auf private Vorsorge und sparen monatlich zusätzlich etwas für das Alter. Früh übt sich zudem, wer ein Meister werden will, denn wer mit der Einzahlung in entsprechende Vorsorge-Modelle bereits in jungen Jahren und in Form geringer, individuell festgelegter Beiträge beginnt, kann über die Jahre – immer flexibel nach Einkommen und persönlichen Verhältnissen – ein stattliches Vermögen aufbauen. Und dies sogar vom Staat gefördert. So kann man z.B. Einzahlungen, die man im Rahmen der privaten Altersvorsorge getätigt hat, im Rahmen der Einkommenssteuererklärung steuerlich geltend machen und schlägt hier so zusagen zwei Fliegen mit nur einer Klappe. Gleich ob Medizinstudent, PJ´ler, frei beruflich tätiger Arzt in eigener Praxis oder aber angestellter Arzt im Krankenhaus: wer heute schon vorsorgt, hat morgen mehr davon.
Wie kann ich als Student oder in das Berufsleben startender Arzt Vorteile ausnutzen?
Studenten verfügen über einen vergleichsweise angespannten Geldbeutel, der Falten wirft: die Miete will bezahlt sein, die Studiengebühren wollen überwiesen werden und für das nächste Examen gilt es eine ganze Menge an Literatur zu erwerben. Klarer Fall, dass hier jede Ausgabe gerechtfertigt sein sollte. Und so ist es mehr als verständlich, dass die Einzahlungen in die private Altersvorsorge noch nicht allzu hoch ausfallen können. Darauf verzichten sollte man aus guten Gründen jedoch nicht, schließlich startet man als Akademiker „verspätet“ ins Berufsleben und muss die von anderen bereits jahrelang gezahlten Beiträge von Erwerbstätigen gleichen Alters in anderen Berufen erste einmal wieder aufholen. Das Schöne daran: viele Versicherungsanbieter wissen um diese Nöte ihrer Kunden und bieten speziell auf die Belange der doch schmaleren Geldbeutel dennoch attraktive, weil für Medizinstudenten und junge Ärzte bezahlbare Vorsorge-Produkte. Für den jungen, gerade in den Beruf startenden Arzt gilt Ähnliches: dass die neue Wohnung, das Auto und der Umzug erst einmal über eine kleine Durstrecke Löcher in den Geldbeutel reißen, ist vielen Versicherern durchaus bewusst, die mit attraktiven Konditionen gerade für junge Berufsstarter aufwarten, Konditionen, die man sich auf jeden Fall einmal näher anschauen sollte, um keinen offensichtlichen persönlichen Vorteil ungenutzt auszulassen.
Zins und Zinseszins für Mediziner
Aus 20 € mehr als 8.000 € machen
Die „studentische bzw. jungmedizinische Altersvorsorge“ sollte zudem aus einem weiteren, wichtigen Grund in Betracht gezogen werden: auch das Ansparen von nur 20 € monatlich kann über mehrere Jahre in der späteren Verzinsung gemäß Zins und Zinseszins sinnvoll sein und einen stattlichen Betrag ergeben, der das verzinsbare Anlagevolumen erhöht: bei einem Zinssatz von 5 % werden aus einer Einlage von anfänglichen 20 € z.B. nach 20 Jahren mit über 8.150 € fast das Doppelte (Einlage unverzinst: 20 x 12 x 20 Jahre = 4.800 €) – was das für höhere Einlagen über einen längeren Zeitraum bedeutet, kann sich jeder selbst leicht ausrechnen. Hier erhöhen also auch anfänglich geringe Zahlungen getreu dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ zusätzlich zu den später höheren Einzahlungen als berufstätiger Arzt den Kapitalberg, den man für ein bequemes Leben im Alter anspart, beträchtlich.
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Ein Stadtmensch kauft von einem Bauern eine Kuh für 100,- Euro. Der Bauer verspricht, das Tier am nächsten Tag bei dem Käufer abzuliefern.
Am nächsten Morgen kommt der Bauer vorbei und bedauert, dass die Kuh leider gestorben sei.
"In dem Fall", sagt der Städter, "will ich mein Geld zurück."
Der Bauer bedauert erneut, er habe das Geld bereits am Vortag ausgegeben. Also will der Städter die tote Kuh haben.
"Was willst du denn mit dem Kadaver?"
"Ich werde ihn verlosen!"
"Du kannst doch keine tote Kuh verlosen!"
"Sicher kann ich, denn ich sag ja niemandem, dass sie tot ist!"
Einen Monat später treffen sich die beiden wieder.
"Na, bist du die tote Kuh losgeworden?"
"Sicher! Ich habe 500 Lose zu je 2,- Euro verkauft und hab 998,- Euro Gewinn gemacht!"
"Hat sich denn da keiner beschwert?"
"Nur der Gewinner, sagt der Städter. "Und dem habe ich seine zwei Euro zurückgegeben."
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Es gibt rund 80.000 ihrer Sorte in Deutschland, Nachfrage steigend - immer mehr wollen es werden und "auch dazugehören". Die Rede ist von der ganz besonderen Spezies des Medizinstudenten. Zwei von ihnen stehen bei uns fortan etwas im Rampenlicht: Sonja Herbst ist Medizinstudentin aus Hannover, Peter Artz ist Medizinstudent aus Düsseldorf. Beide haben zumindest zwei Dinge gemeinsam:
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Sie starten augenblicklich in das große Abenteuer ihres Medizinstudiums. Das
Schöne daran: Sie lassen dich in Tagebuchform an ihren Erfahrungen teilhaben.
Wöchentlich bieten wir dir abwechselnd einen Blick über Sonjas und Peters
Schulter. Nun steht die nächste Folge von Sonja an:
Versuchskaninchen
Langsam hatte ich mich fast schon eingelebt und so nutzte ich die letzten Tage vor dem großen Start dazu, das wirklich riesige Unigelände zu erkunden. Ich donnerte also furchtlos mit dem schon etwas betagten Fahrstuhl von ganz oben im Wohnheim hinunter ins Erdgeschoss und kämpfte mich am späten Abend durch den stürmischen Wind bis hin zum Haupteingang. Naja, wenn ich ganz ehrlich bin, war mir ja die MHH nicht gänzlich unbekannt. Für mein erstes Studium hatte ich hier schon ein Praktikum in der Psychiatrie gemacht und als Patientin (aber nicht Psychiatrie!) kam ich vor ein paar Jahren auch in den Genuss der sehr speziellen Krankenhausküche.
Da es ja schon spät und dazu noch Sonntag Abend war, tapste ich mit hallenden Schritten weg vom zentralen Bettenhaus direkt in Richtung Hörsaaltrakt und fand eine stockdustere Bibliothek mit vielen schlafenden Büchern. Und dann ging es los: Schwarze Bretter, soweit das Auge reicht!! Da gibt es sicher ne Menge Infos, die vielleicht mal nützlich werden könnten… Also dann mal lesen: Wohnungen zu vermieten (nur 500 € kalt!), altes Präpbesteck für Erstsemester, noch ne Wohnung (480 €!), alte Bücher, Party vom letzten Jahr. Eigentlich das übliche. Habe ja in meinem Studentenleben schon so manches Brett begutachtet. Aber dann: Versuchspersonen gesucht: gesunde Frauen bis 50 Jahre, Aufwandsentschädigung wird gezahlt. Na? Wenn das nichts ist?! Immerhin: Ich war jung und brauchte das Geld. Ich notierte also gleich die Nummer und nahm mir vor, am nächsten Morgen einmal anzurufen. Es standen dort zwar keine weiteren Infos zum Ablauf der Studie, aber es ist sicher nur irgendetwas Langweiliges mit Fragebögen. Dann wären die zwanzig Mäuse schnell verdient!
Tja, es kommt immer alles anders, als man denkt. Ist wohl Gesetz, Murphys Gesetz! War nämlich nicht nur ne harmlose Studie!! Sexualforschung. Wirkung von Oxytocin auf das Sexualempfinden von Frauen, oder so ähnlich.. Ablauf: Ich würde ein Medikament mit dem besagten Botenstoff bekommen (oder natürlich Placebo) und hätte mich dann während eines Films mit „erotischen Szenen“ (auf gut Deutsch: Porno) selbst befriedigt. Und zum krönenden Abschluss hätte dann noch ein Stapel der wohlbekannten, allerdings auch recht intimen Fragebögen gewartet. Naja, danke für die Info. Okay, Geld hin oder her. Das muss ich doch wirklich nicht haben, oder?
Also: Vorsicht bei Aushängen und Probandengesuchen ohne weitere Infos!! Man lernt wirklich nie aus. Auf diesen Schreck musste ich dann erstmal Shoppen gehen.
[Zum Ersti-Blog von Sonja - klick hier]
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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| Autor(in): Daniel Lüdeling ([email protected]) |
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Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg - In Deutschland gibt es zu wenige Hausärzte. Nicht nur in den neuen Bundesländern, wo in ländlichen Regionen bereits Notstand herrscht, sondern auch in Baden-Württemberg zeichnet sich eine Mangelsituation ab. Bereits heute herrscht bei Hausärzten faktisch Niederlassungsfreiheit, da rund 70 Prozent der Planungsbereiche offen sind.
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Eine neue Initiative soll nun helfen, den dringend benötigten Nachwuchs für die Hausarztpraxen zu rekrutieren: Ab dem 1. Januar 2009 wird in Baden-Württemberg erstmals für insgesamt 12 junge Ärztinnen und Ärzten eine organisierte Rotation durch die fünfjährige Weiterbildung zum Allgemeinmediziner angeboten. Das zukunftsweisende, in dieser gebündelten Form bundesweit einmalige Projekt der Weiterbildungsverbünde ist jetzt bei der Fachtagung „Zukunft der hausärztlichen Versorgung in Baden-Württemberg“ am 22. Oktober 2008 in Stuttgart vorgestellt worden, die gemeinsam vom „Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin Baden-Württemberg“ des Universitätsklinikums Heidelberg und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg veranstaltet wurde.
Organisiertes Weiterbildungsprogramm mit hohem Qualitätsanspruch
„Junge Ärzte, die Allgemeinmediziner werden wollen, müssen sich nicht mehr mühsam Weiterbildungsstellen in verschiedenen Kliniken suchen, sondern können fünf Jahre lang in Kliniken und Praxen einer Region ein für sie organisiertes Weiterbildungsprogramm mit hohem Qualitätsanspruch durchlaufen“, erklärte Professor Dr. Joachim Szecsenyi, Leiter des Heidelberger Kompetenzzentrums und der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Heidelberg. Als erste Standorte stehen fest: Heidelberg, Mittelbaden (Baden-Baden, Rastatt), Kinzigtal und Villingen-Schwenningen; weitere sechs Verbünde sind in Planung.
Federführend hierbei ist die Arbeitsgruppe Weiterbildung des Heidelberger Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin, einem netzwerkartigen Zusammenschluss der fünf Universitätsklinika in Baden-Württemberg (Freiburg, Mannheim, Tübingen, Ulm, Heidelberg). Das Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin hat zum Ziel, die allgemeinmedizinische Forschung und Lehre an den fünf Universitäten zu koordinieren und weiter zu entwickeln. Dazu gehört auch die Entwicklung eines Curriculums, das die Weiterbildung der Assistenzärzte ausgestaltet, und Qualitätsanforderungen für die beteiligten Praxen und Kliniken eines Weiterbildungsverbundes definiert.
Dreieinhalb Jahre in der Klinik, 18 Monate in der allgemeinmedizinischen Praxis
Der grobe Rahmen der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin, die mindestens 5 Jahre dauert, ist von der Ärztekammer vorgegeben. Im Rahmen der Verbundweiterbildung wird angestrebt, dass die Weiterbildungsassistenten 24 Monate in verschiedenen Abteilungen der Inneren Medizin, jeweils sechs Monate in zwei Wahlfächern wie z. B. Kinderheilkunde oder Neurologie, sechs Monate in einer chirurgischen Notfall-Ambulanz sowie 18 Monate in einer allgemeinmedizinischen Praxis verbringen .
„Für angehende Allgemeinmediziner ist es schwierig, Weiterbildungsstellen in einer Klinik zu finden, die sie speziell auf die Tätigkeit in der Praxis vorbereiten“, berichtet Dr. Stefanie Joos, wissenschaftliche Koordinatorin des Kompetenzzentrums. Denn hochtechnisierte Untersuchungen und anspruchsvolle Operationen in großer Zahl, wie sie für andere Facharztausbildungen erforderlich sind, sollten nicht zum Weiterbildungs-Curriculum Allgemeinmedizin gehören. „Außerdem wurden die allgemeinmedizinischen Weiterbildungsabschnitte in der Praxis bisher deutlich schlechter bezahlt als Weiterbildungsabschnitte in der Klinik“, so Dr. Joos. Dies soll sich mit den neuen gesetzlichen Regelungen in Bezug auf das Förderprogramm Allgemeinmedizin verbessern, so dass die Weiterbildung Allgemeinmedizin auch für Assistenzärzte wieder finanziell attraktiver wird.
Allgemeinmedizin sollte im Medizinstudium frühzeitig und fest verankert werden
Um dem Hausarztmangel entgegenzuwirken, muss nicht nur die Weiterbildung neu strukturiert und finanzielle Anreize gesetzt werden, lautete das Fazit der Stuttgarter Fachtagung. Die Allgemeinmedizin sollte auch zu einem frühen Zeitpunkt fest in das Medizinstudium eingebunden sein. Blockpraktika in auf die Lehre gut vorbereiteten Allgemeinmedizinpraxen gehören mittlerweile fest zum Curriculum an den Hochschulen in Baden-Württemberg. Das schon bestehende Angebot, ein Teil des Praktischen Jahres in der Hausarztpraxis zu absolvieren, sollte weiter ausgebaut werden, um mehr Studierenden die Allgemeinmedizin als eine attraktive Möglichkeit der Beraufsausübung näher bringen zu können.
Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Mikrobiologie ist eher ein Randfach im Medizinstudium und wird sehr selten als Wahlfach im PJ ausgesucht. Die meisten wissen auch gar nicht, dass Mikrobiologie wählbar ist, denn nur an manchen Unis wie Hannover wird es angeboten. Eine andere Möglichkeit ist, ins Ausland zu gehen, wie in meinem Falle in die Schweiz nach Aarau, um dort Mikrobiologie zu machen.
Selbst in der Schweiz problemlos Die Schweiz ist sehr beliebt bei deutschen Medizinstudenten für das PJ, da Mikrobiologie aber auch hier selten gewählt wird, braucht man sich wegen viel Konkurrenz um die Plätze kaum Sorgen zu machen.
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Ich habe mir im Internet verschiedene Kliniken mit mikrobiologischen Instituten rausgesucht und einfach eine formlose Mail geschickt. Eine der ersten Antworten bekam ich vom mikrobiologischen Institut des Kantonsspitals Aarau. Im weiteren Verlauf verlief eigentlich alles ganz stressfrei für mich. Um Arbeitserlaubnis, Unterkunft etc. kümmerte sich die Personalverwaltung. Laut Arbeitsvertrag, welcher in der Schweiz üblicherweise für das PJ abgeschlossen wird, ist eine 45 bis 50-Stunden-Woche vorgesehen, bei einem Gehalt von 1.500 Franken. Damit war auch die Monatsmiete zu verkraften, die ich zu entrichten hatte: 320 Franken.
Die Personalunterkünfte befanden sich in einem elfstöckigen Hochhaus, das klingt schlimmer, als es war, denn von innen war es ganz gut ausgestattet. Zudem hatte es auch noch eine tolle Dachterrasse, welche im Sommer zum Relaxen und Sonnen einlädt. Die Zimmer mit sehr schönem Ausblick über Aarau sind nett eingerichtet. Dusche, Toilette und Küche teilt man sich mit 10 bis 12 anderen Leuten auf der Etage. Im Erdgeschoss befanden sich ein gemütlicher Gemeinschaftsraum mit Fernseher sowie ein Musikzimmer mit Klavier. Im Haus befand sich auch die Hotellerie, welche für alle Belange der Unterkunft zuständig war. Meinen ersten Tag in der Mikrobiologie verbrachte ich zunächst mit organisatorischen Sachen wie Kittel besorgen und Laboreinweisung.
In der Mibi Am Anfang konnte ich mir gar nicht vorstellen, was man als PJler in der Mibi macht, aber das sollte sich schnell ändern: Das mikrobiologische Institut in Aarau verfügt neben einer Bakteriologie auch über eine Virologie und eine kleine Abteilung, die sich mit Parasiten beschäftigt. Dr. Heinzer, der Chefarzt dieser Abteilungen, ist sehr nett und bemüht sich sehr, einem das weite Spektrum der Mikrobiologie nahe zu bringen. So durchlief ich während meines Aufenthaltes verschiedene Stationen: Virologie, Serologie und Bakteriologie (mit Ansatz, Varia-Labor, Urine, Stuhl etc.) und arbeitet mit verschiedenen MTAs zusammen. Mein Tagesablauf lief so ab: Um sieben ging es los, dann kamen die Ärzte zur jeweiligen Station, lasen die einzelnen Platten und Befunde ab und ordneten, wenn nötig, weitere Tests an. Am Schluss durfte ich sogar einzelne Stationen allein ablesen und die Befunde interpretieren. Am Nachmittag gab es dann eine ärztliche Besprechung mit Hygienikern und Immunologen der Klinik, bei der die einzelnen Befunde diskutiert und ausgewertet wurden. Um vier war dann Feierabend. An den Wochenenden musste ich nicht arbeiten, denn das Institut hatte dann nur Bereitschaftsdienst.
Selbstständiges Arbeiten Nach diesem Schema habe ich jede Station durchlaufen, so dass ich viel über die mikrobiologische Diagnostik und über das ärztliche Tätigkeitsspektrum in der Mikrobiologie lernen konnte. ELISA, PCR, Resistenztestung und vieles mehr wurde mir gezeigt, so dass ich alles am Schluss selbstständig durchführen konnte. Einmal pro Woche gab der Chefarzt eine Weiterbildung zu einem aktuellen mikrobiologischen Thema, so dass man immer auf dem neusten Stand war. Im Team wurde ich sehr freundlich aufgenommen, und der Chefarzt erkundigte sich regelmäßig nach meinen Wünschen und eigenen Interessen.
Viele deutsche PJler Nach Feierabend traf ich mich dann meistens mit den anderen PJlern der Klinik. In Aarau gab es sehr viele PJler aus ganz Deutschland, so dass einem nie langweilig wurde. Die Stadt hat ein paar nette Bars und Kinos, und wenn einem das nicht genug ist: Basel und Zürich sind nicht weit. Auch die Skigebiete liegen nicht mehr als eine Stunde Bahnfahrt entfernt, so dass man auch hier nicht zu kurz kommt.
Alles in allem kann ich es nur empfehlen, nach Aarau in die Mikrobiologie zu gehen, denn neben den netten Kollegen, welche immer ein offenes Ohr haben, habe ich dort viel gelernt und selbstständig arbeiten dürfen. Nebenbei ist die Schweiz landschaftlich und kulturell ein sehr interessantes und sehenswertes Land und auch für die berufliche Zukunft sicherlich eine Überlegung wert!
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| Autor(in): Sandra Krauß ([email protected]) |
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Pressemitteilung Charité - Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben mit einer gezielten Transplantation von mutierten Stammzellen die HIV-Infektion eines Patienten erfolgreich bekämpft. Der HIV-positive Mann war an Leukämie erkrankt und hatte sich vor drei Jahren in die Behandlung des Teams um Prof. Eckhard Thiel, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, begeben.
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Die Stammzellen des Patienten wiesen eine spezielle HLA-Konstellation auf, die in der Bevölkerung relativ häufig ist. Sie kommt unter weißen Amerikanern und Europäern bei einem von tausend Menschen vor. Der Spenderpool war also verhältnismäßig groß. Die Mediziner suchten gezielt einen Spender aus, der die Mutation Delta 32 auf dem Rezeptor CCR5 aufwies. Diese Genmutation tritt bei etwa einem bis drei Prozent der europäischen Bevölkerung auf. Wenige Jahre vorher hatten Forscher festgestellt, dass Personen, die diese Mutation von beiden Eltern vererbt bekommen haben, zuverlässig gegen eine Übertragung des HI-Virus geschützt sind.
Tatsächlich fand sich unter den 60 in Frage kommenden Knochenmarksspendern eine Person mit dieser Mutation. »Diesen Spender haben wir mit der Hoffnung ausgewählt, dass nach der Transplantation seiner Stammzellen auch die HIV-Infektion des Patienten verschwinden könnte«, sagt Dr. Gero Hütter, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team von Prof. Thiel. Damit das HI-Virus in die Zellen eines infizierten Patienten gelangen kann, bindet es sich mit dem Rezeptor CCR5. Die Mutation Delta 32 sorgt dafür, dass kein Rezeptor auf der Zelloberfläche vorhanden ist, so dass das HI-Virus nicht in die Zelle gelangen kann.
Bei dem heute 42 Jahre alten Amerikaner, der in Berlin lebt, war das HI-Virus bereits vor mehr als zehn Jahren festgestellt worden. AIDS war zum Zeitpunkt seiner Behandlung in der Charité - Universitätsmedizin Berlin noch nicht ausgebrochen, die Leukämie-Erkrankung war keine direkte Folge der HIV-Infektion. Nach der Knochenmarkstransplantation wurde die medikamentöse Behandlung des Patienten zunächst eingestellt, da die Mediziner befürchteten, sie könnte zu einer Abstoßungsreaktion des gespendeten Knochenmarks führen. Dennoch wurde der Patient ständig beobachtet, um bei einem erneuten Auftreten des Virus sofort wieder mit der Behandlung zu beginnen. Normalerweise führt die Absetzung der Medikamente innerhalb weniger Wochen zum Ausbruch von AIDS. Bis heute, mehr als 20 Monate nach der erfolgreichen Transplantation, ist kein HIV beim Patienten nachweisbar.
»Dies ist ein interessanter Fall für die Forschung«, erklärt Prof. Rudolf Tauber, Prodekan für Forschung der Charité. »Wer jetzt jedoch Millionen von HIV-Infizierten Hoffnung auf Heilung verspricht, handelt unseriös.« Dieser Einzellfall unterstreicht jedoch die Schlüsselrolle des Gens CCR5 in der Übertragung und Erkrankungsentwicklung von HIV«, so Prof. Thiel. Medikamente mittels CCR5 sind bereits zugelassen und werden weiter erprobt.
Quelle: Charité - Universitätsmedizin Berlin
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Mit Einführung der neuen Approbationsordnung für Ärzte erfährt die Lehre eine sowohl quantitative als auch qualitative deutliche Ausweitung. Das neue Curriculum sieht einen hohen Anteil an Patientenkontakten für die Studenten in kleinen Gruppen vor, wobei die systematische Erlernung von Problemlösungsstrategien anhand von Fallanalysen erfolgen soll.
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Es stellt sich nun die Frage, ob in Abstimmung mit diesen etablierten Präsenzveranstaltungen zusätzlich online abrufbare Lehr- und Lernangebote präsentiert werden sollen oder ob derartige E-Learning-Angebote gar einen Teil der Präsenzveranstaltungen ersetzen können oder sollen.
Eigene Erfahrungen An der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Universität des Saarlandes wird zurzeit ein E-Learning-Angebot realisiert. Das didaktische Konzept orientiert sich am so genannten „blended learning“ (verzahntes Lernen auf unterschiedlicher didaktischer Basis). E-Learning ergänzt die Präsenzveranstaltungen, es ersetzt sie jedoch nicht. Das Online-Angebot orientiert sich an bereits etablierten Präsenzveranstaltungen, wobei das unfallchirurgische Wissen nicht ausschließlich elektronisch vermittelt wird. Vielmehr erfolgt eine Vertiefung der in den Präsenzveranstaltungen vermittelten Themen. Auf diese Weise wird eine Verknüpfung der Präsenzveranstaltung und dem Selbststudium erzielt. Die Basis des E-Learning Moduls ist eine E-Vorlesung zu unterschiedlichen unfallchirurgischen Themen, die nach der LiveToDigital-Methode an unserer Klinik erstellt wurde. Der zweite Teil des Moduls besteht aus Videopräsentationen von unfallchirurgischen Operationen. Die dritte Säule stellt eine bereitgestellte Wissensdatenbank dar, die zur Fallbearbeitung genutzt werden kann. Praxisorientiert werden vom unkomplizierten Unfall bis hin zur schwersten Unfall- verletzung zahlreiche multimediale Fallpräsentationen angeboten.
Problemorientiertes Vorgehen Untersuchungsmethoden in der Klinik, Wege der Diagnosestellung sowie die Erstellung von therapeutischen Konzepten werden im Eigenstudium ermöglicht. Diese problemorientierte Vorgehensweise verlangt aktiv präsentes Wissen. Entscheidend ist die Möglichkeit für die besten Studenten, nach abgeschlossenem Kurs eine Tutorensprechstunde aufzusuchen, in der die Ergebnisse individuell durchgesprochen werden können. Diese Vorgehensweise der Verknüpfung computerbasierter Vermittlung von Lehr- und Lerninhalten mit einer individuellen Tutorensprechstunde ermöglicht eine den Studierenden adaptierte Erfolgskontrolle und individuelle Beratung hinsichtlich der persönlichen Wissenslücken. Die Resonanz ist bisher sehr positiv. Es ist allerdings schwierig, die Wirkung von Lehre und Lernen zu messen. Dies gilt auch für das E-Learning. Unser Konzept wurde anhand eines Fragebogens, der an 19 Studenten im Praktischen Jahr ausgeteilt wurde, erstmals bezüglich seiner Akzeptanz evaluiert. Jeweils 100% der Befragten beurteilten das Konzept als hilfreich für ihr Medizinstudium und wünschten sich eine Ausweitung des E-Learning-Angebots. Noch mehr fallbezogene Fragen wünschten sich 84,2% der Studenten. Die Relevanz des Inhaltes der E-Vorlesungen für das Studium wurde auf einer Skala zwischen 10 und 1 (10: sehr relevant; 1: gar nicht relevant) im Mittel mit 8,4 beurteilt (Min.6; Max.10) und war für die Studenten damit sehr hoch. Die didaktische Qualität der E-Vorlesung (10: sehr gut; 1: sehr schlecht) wurde von den Studenten im Mittel mit 7,9 Punkten (min. 7; max. 10), also sehr gut bewertet. Auch mit der Ausführlichkeit und dem Umfang der E-Vorlesungen waren die befragten Studenten hoch zufrieden.
Vorlesungsbegleitung durch Schoolbook In der Unfallchirurgischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover wurde ebenfalls ein webbasiertes E-Learning-Tool installiert und evaluiert. Es handelt sich um ein vorlesungsbegleitendes „Schoolbook“, das auf einem Server installiert ist und in zehn Kapiteln Inhalte des Gegenstandskataloges umsetzt. Das Material besteht aus Videosequenzen, Lerntexten und Übungsfragen. Die Studenten bewerteten dieses System ebenfalls sehr positiv: 79,6% hielten das Angebot für sinnvoll. Damit liegen auch die Ergebnisse aus Hannover sehr gut. Am Universitätsspital Basel (Schweiz) existiert der erste Teil eines E-Learning-Moduls „Chirurgische Basiskompetenzen“, das in der Klinik für Wiederherstellende Chirurgie, Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie erstellt wurde. Es handelt sich um eine CD mit einem Nahtkurs. Das E-Learning-Modul wird im Rahmen eines blended-learning-Konzeptes eingesetzt. Erste Evaluationen erbrachten nach Einsatz des Moduls im Vergleich zu vorher eine Verbesserung um den Faktor zehn beim Abschneiden der Studenten in der jeweiligen Prüfung.
Lernprozess in den Alltag integrieren E-Learning Konzepte bieten zahlreiche Vorteile für die Studierenden. Ein Beispiel: Sie können zeitlich unabhängig die angebotenen multimedialen Lerninhalte abrufen und die Fortschritte selbst bestimmen. Der Lernprozess kann auf diese Weise gut in den individuellen Alltag integriert werden. Die Möglichkeit einer ständigen Adaption der dargebotenen Lehrinhalte ist ein weiterer Vorteil der Methode. Die angebotenen Informationen entsprechen so immer dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Durch webbasierte Links zu entsprechenden internationalen Seiten ist ein Blick über regionale und nationale Grenzen möglich und eine Orientierung der diagnostischen und therapeutischen Optionen an internationalem Niveau möglich. Durch den heutigen Grad an Globalisierung kann so durch eine Internationalisierung der angebotenen Lerninhalte die medizinische Ausbildung verbessert werden. Diese lernerzentrierte Form des Wissenserwerbs fördert das Üben problemorientierter Lösungsstrategien. Die angebotene Flexibilität fördert eine Selbstorganisation des Lernprozesses und ist damit ein Schritt hin zu eigenständigen Lernstrategien, die im Verlauf des späteren Berufslebens als Basis des zunehmend erforderlichen lebenslangen Lernens dienen können.
Ergänzung, kein Ersatz Ein Ersatz der Präsenzveranstaltungen durch E-Learning ist jedoch sicherlich nicht zu empfehlen. Nach wie vor sind Präsenzveranstaltungen wichtig und sinnvoll. Durch die Verknüpfung des E-Learnings mit angebotenen Präsenzveranstaltungen ergibt sich jedoch eine didaktische Vielfalt, die den Lernprozess im Sinne von „blended learning“ (verzahntes Lernen auf vielfältiger didaktischer Basis) positiv beeinflusst. Die Rolle des Hochschullehrers verändert sich von einem bloßen Vermittler von Standardwissen hin zu einem Mentor für die Studenten, der diese in ihrem individuellen Lernprozess unterstützt und ihnen hilft, problemorientierte Lösungsstrategien und Kompetenzen zu erwerben. Die Arbeit der Dozenten verändert sich in Richtung der individuellen Betreuung, der gezielten Förderung und Ausbildung sowie der direkten Ansprache der Studenten. Anstelle des ständigen Wiederholens bereits mehrfach publizierten und didaktisch schon vielfach gut aufgearbeiteten Standardmaterials durch den Hochschullehrer tritt die Vermittlung von gut erstelltem Basiswissen durch entsprechendes E-Learning.
Dozent wird zum Mentor Die dadurch gewonnene Zeit kann der Dozent nutzen, um den Studenten praxisnah und individuell spezielle Fragen zu beantworten. Er wandelt sich dadurch vom eher reproduzierenden Vorleser zum tatsächlich lehrenden Coach und Mentor. Seine Rolle verändert sich in Richtung konstruktivistischer Funktionen, was die Qualität der Lehre verbessert. Damit werden die universitäre Lehre und somit auch die vorgesehenen Präsenzphasen der Studenten höherwertiger.
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| Autor(in): Reinhilde Ziegler ([email protected]) |
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Patienten mit Darmbeschwerden können von Akupunktur profitieren: Beim sogenannten Reizdarmsyndrom beeinflusst die Behandlung mit Akupunkturnadeln das für lebenswichtige Körperfunktionen wie Blutdruck und Atmung zuständige vegetative Nervensystem und geht mit Stressabbau einher. Diese positive Wirkung tritt unter einer Placebo-Behandlung nicht auf.
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Unter einem Reizdarmsyndrom leiden etwa fünf Prozent der Bevölkerung. Die Krankheitsursache ist nicht bekannt; auch ist sich die Medizin nicht einig, ob und inwieweit die Psyche dabei eine Rolle spielt. Die Patienten klagen über ein schmerzhaftes Spannungsgefühl im Bauch sowie über – im Wechsel mit Verstopfung auftretenden – Durchfall, der länger als sechs Monate anhält. Eine wirksame Behandlung gibt es bislang noch nicht.
Höhere Lebensqualität auch bei simulierter Akupunktur
In der Studie des Teams von Dr. Antonius Schneider, das im letzten Jahr mit dem Deutschen Akupunkturpreis in der Kategorie „beste Forschungsarbeit“ ausgezeichnet wurde, gingen die Heidelberger Wissenschaftler zunächst der Frage nach, ob ein Akupunkturverfahren die Lebensqualität der Patienten mit einem Reizdarmsyndrom positiv beeinflusst. Anhand eines speziellen Fragebogens wurden z.B. die Auswirkungen auf Schmerzen, die Tagesaktivität, den Schlaf und die Verdauung untersucht.
Die Probanden erhielten entweder eine „echte“ (Verum-)Akupunktur oder eine Schein(Placebo)-Anwendung, die von dem Heidelberger Anästhesisten Dr. Konrad Streitberger entwickelt wurde: Bei diesem technischen Kunstgriff wird die Akupunktur nur simuliert, ohne dass Muskelzellen und Nerven von der Nadelspitze in der Tiefe berührt werden.
„Die Lebensqualität der Patienten verbesserte sich in beiden Behandlungsgruppen, ohne dass zwischen ihnen ein wesentlicher Unterschied festgestellt werden konnte“, fasst Dr. Antonius Schneider das erste Ergebnis der Studie zusammen. In diesem Punkt scheint die Wirkung der Akupunktur auf psychische Faktoren zurückzuführen zu sein – man spricht auch von einem so genannten Placebo-Effekt. Eine Übereinstimmung von Verum- und Placebogruppe kann generell bei Behandlungen festgestellt werden, die der Patient für sich als intensiv und zuwendend erlebt.
Kortisolspiegel im Speichel wird gesenkt
„Wir wissen aber aus experimentellen Untersuchungen bei anderen Krankheitsbildern wie etwa dem Herzfehler oder der Depression, dass Akupunktur auch das vegetative Nervensystem des Patienten beeinflusst“, erläutert Dr. Schneider. Das vegetative Nervensystem regelt die lebenswichtigen Funktionen des Körpers wie Atmung, Herzschlag, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel. In einem zweiten Schritt untersuchten die Heidelberger Wissenschaftler daher, ob Akupunktur bei Patienten mit einem Reizdarmsyndrom auch physiologische Wirkungen haben kann, also körperliche Funktionen verändert oder beeinflusst.
Dabei konnten sie einen positiven Effekt auf das so genannte parasympathische Nervensystem nachweisen – der Teil des vegetativen Nervensystems, der erholungs- und entspannungsfördernde Anreize vermittelt. Durch Messungen im Speichel der Patienten fanden sie heraus, dass unter Akupunktur der Parasympathikus gestärkt wird und der Spiegel des Stresshormons Kortisol absinkt. Ein gestärkter Parasympathikus und ein erniedrigter Kortisolspiegel bedeuten auch geringeren Stress.
Darüber hinaus ging die Stärkung des Parasympathikus mit einer Besserung der Schmerzen einher. „In der Placebo-Gruppe der Reizdarmsyndrom-Patienten konnte diese eindrucksvolle Stärkung des parasympathischen Nervensystems nicht beobachtet werden“, stellt Dr. Schneider fest.
An der Heidelberger Studie nahmen insgesamt 43 Patienten teil, die über fünf Wochen jeweils zweimal wöchentlich akupunktiert wurden. Was die Ergebnisse letztlich für die praktische Medizin bedeuten, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar sagen. „Noch überblicken wir den genauen Mechanismus des physiologischen Effekts der Akupunktur nicht in allen Einzelheiten“, erklärt Dr. Schneider. Zusätzliche, breiter angelegte Studien sind notwendig, um diesen Effekt für die Behandlung des Reizdarmsyndroms nutzbarer zu machen.
Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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