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1. Editorial |
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Hallo,
und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Onlinezeitung. Du warst in Luxemburg? Dann suchen wir genau dich, und zwar zum Ausbau unseres Redaktionsangebotes, indem du uns über deine Zeit in Studium, Praktikum, PJ dort berichtest oder ein Interview ausfüllst. Natürlich winken hier wertvolle Lehrbücher als Belohnung für deine Mühen.
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Gerne möchten wir dich auf unsere Bewertungsdatenbank "Klinikwahrheiten" hinweisen. Hier kannst du kurz und bündig deine Klinik-Zeit bewerten und damit anderen Jungmedizinern bei ihrer Entscheidung helfen. Das Mitmachen lohnt sich in jedem Falle, schließlich verlosen wir unter allen Verfassern eine tolle Reise nach Paris und wertvolle Lehrbücher. Alles weitere liest du im heutigen Artikel.
Was haben wir diesmal weiterhin an Lesestoff für dich dabei? Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Stange spricht sich für eine Reform des Medizinstudiums aus, passend zum Thema haben wir sie in einem ausführlichen Interview zur aktuellen Diskussion um die Vergabe von Studienplätzen befragt. Zusätzlich berichtet Heike über ihr PJ in der "größten Orthopädie Nordeuropas" in der dänischen Stadt Århus. Nicht fehlen darf unser neuer Witz und Cartoon, die dich auch diese Woche auf die humorvolle Art unterhalten möchten.
Viel Spaß bei der Lektüre wünschen dir
Thomas, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 24.02.2009:
o Cartoon der Woche: Überfall
o Ersti-Blog: Die ESAG Teil 3
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MEDI-LEARN sucht zum Ausbau des Redaktionsangebotes Artikelschreiber oder Interviewteilnehmer, die uns über ihre Erfahrungen im Rahmen eines Studienaufenthalts in Luxemburg wahlweise in Form eines Erfahrungsberichtes oder eines Interviews berichten. Als Vergütung winkt dir eine wertvolle Lehrbuchprämie – Mitmachen lohnt sich also auf alle Fälle!
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Schick uns deine Erfahrungen oder nimm am Interview teil
Um dich an der Aktion zu beteiligen, kannst du wahlweise deinen Erfahrungsbericht schicken oder ein Interview ausfüllen.
1. Variante: Schick uns deinen Artikel über den Luxemburg-Aufenthalt
Schreib einen kurzen Erfahrungsbericht über dein Auslandssemester,
Krankenpflegepraktikum, PJ oder deine Famulatur in Luxemburg. Falls du für andere Zwecke bereits einen geschrieben haben solltest, kannst du uns den Artikel ebenfalls gerne schicken.
2. Variante: Interview über deinen Luxemburg-Aufenthalt
Alternativ zu einem Erfahrungsbericht kannst du auch an einem Interview teilnehmen, indem du einen kurzen Fragebogen zu deinem Auslandsaufenthalt ausfüllst. Die Fragen sind leicht zu beantworten und die Dauer, um den Fragebogen auszufüllen, dürfte 45 bis 60 Minuten eigentlich nicht überschreiten.
Keine Scheu - Einfach mitmachen
Schicke einfach eine E-Mail mit ein paar persönlichen Daten (Name, E-Mail, Semester, Uni, Telefon) und dem Betreff „Luxemburg“ an [email protected] und teile uns dein Interesse daran mit, entweder einen Erfahrungsbericht anzufertigen (bzw. einen vorhandenen an uns zu schicken) oder einen Fragenkatalog von 10 Fragen im Rahmen eines schriftlichen Interviews auszufüllen – ganz wie du magst. Falls du schon anderweitig einen Bericht als Artikel über deinen Luxemburg-Aufenthalt geschrieben hast (DAAD o.ä.), kannst du uns deinen Erfahrungsbericht auch direkt an [email protected] per E-Mail schicken. Wir werden dann Kontakt mit dir aufnehmen und alles weitere absprechen.
Prämie wartet schon: Lehrbücher abgreifen
Deine Mühe soll sich natürlich lohnen: All diejenigen, die uns ihren Erfahrungsbericht oder ein ausgefülltes Interview schicken, erhalten als kleines Dankeschön ein wertvolles medizinisches Lehrbuch nach Wahl aus unserem Bestand. Mitmachen lohnt sich also auf alle Fälle!
Mach dir keinen Kopf, wenn deine Schreibe nicht perfekt ist: Die Erfahrungsberichte und Interviews werden von uns redigiert. Bei Fragen zum Erstellen eines Artikels kannst du dich außerdem jederzeit an uns wenden.
Wir freuen uns auf deine Artikel bzw. deine Teilnahme am Interview!
Redaktion MEDI-LEARN
[email protected]
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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| 3. „Klinikwahrheiten“ – die Bewertungsdatenbank vom Pflegepraktikum bis zur Facharztausbildung
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Eine Klinik, an der man sich wohl fühlt und viel lernt, ist das A und O eines Krankenpflegepraktikums, einer Famulatur, eines PJ-Tertials und nicht zuletzt der Facharztausbildung. Unsere Infobörse Klinikwahrheiten bietet dir exklusive Vorab-Informationen zum Stationsklima und Lernwert zahlreicher Kliniken. Beteilige dich mit einer eigenen Bewertung, mach mit und gewinn tolle Preise!
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Von Jungmedizinern für Jungmediziner
Auf unseren Klinikwahrheiten bewerten Jungmediziner und angehende Medizinstudenten anonym ihre Krankenhäuser in den Kategorien „Arbeitsklima“, „Weiterbildungsangebot“, „Forschung“, „Zeit“, „Karriere“, „Ausbildung“ sowie „Betreuung“ und helfen sich damit gegenseitig, die richtige Klinik zu wählen.
Ob Praktikum, PJ, Famulatur oder Arzt: Stationsfrust im Voraus vermeiden
Für dich heißt es wieder „Klinik-Zeit“? Check die in Frage kommenden Häuser in unserer Datenbank. Finde heraus, wo Stationsdrachen lauern und wo dich die Betreuung deines Lebens erwartet.
Jetzt kurz und bündig deine Klinik bewerten
Hilf anderen Jungmedizinern und Studienaspiranten mit einer anonymen Bewertung deines Pflegepraktikums, deiner Famulatur, des PJ-Tertials oder deiner Assistenzarztstelle. Registrieren und Bewerten ist ganz leicht und dauert nur wenige Minuten.
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Deine MEDI-LEARN Redaktion
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| Autor(in): Dominika Sobecki (MEDI-LEARN) ([email protected]) |
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| 4. Sachsens Wissenschaftsministerin für Reform des Medizinstudiums
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"Die hohen Zugangshürden für junge Menschen, die ein Medizinstudium beginnen wollen, müssen auf den Prüfstand", sagte Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange kürzlich in Dresden.
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Es sei ein Irrglaube, dass nur ein Einser-Abiturient auch ein guter Arzt werde. "Wenn lediglich 50 Prozent unserer Medizinstudium-Absolventen heute auch tatsächlich als Arzt arbeiten wollen, muss die Frage erlaubt sein, ob es wirklich noch zeitgemäß ist, allein den Notendurchschnitt entscheiden zu lassen. Wäre es nicht viel richtiger zu fragen, ob ein Abiturient zum Beispiel Talent, ausreichend Idealismus oder gegebenenfalls eine einschlägige Vorbildung für einen solchen schwierigen Beruf mitbringt?", so die Ministerin.
Darüber hinaus müsse darüber nachgedacht werden, wie das Medizinstudium generell reformiert und den Anforderungen des modernen Arbeitsmarktes angepasst werden könne. "Absolventen der Medizin sind nachgefragte Fachkräfte auch in der Wissenschaft und in der Pharmaindustrie." Deshalb sei zu überlegen, ob neben der klassischen Mediziner- Vollausbildung ein Bachelor- oder Masterabschluss auf den Weg gebracht werden könne. Vorstellbar sei beispielsweise, eine medizinische Grundausbildung mit einer vertiefenden biologischen oder ingenieurtechnischen Ausbildung zu verknüpfen, um eine zielgenauere Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Sie werde in den kommenden Monaten bei ihren Länderkollegen für eine Reform des Medizinstudiums werben, so Dr. Stange abschließend.
Quelle: Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst
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| Autor(in): Eileen Mägel (Pressestelle SMWK) ([email protected]) |
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Fritzchen geht mit seinem Vater spazieren und dabei sehen sie zwei Hunde die "voll bei der Sache" sind.
Fritzchen fragt seinen Vater: "Was machen die Hunde denn da?"
Der Vater erklärt ihm seufzend: "Weißt Du, der vordere Hund ist so müde, dass der andere Hund ihn nach Hause schieben muss.
Fritzchen überlegt einige Zeit und sagt dann: "Da war es aber gut, dass Mami sich vorgestern am Tisch festgehalten hat, sonst hätte sie der Briefträger noch mit auf die Post genommen!"
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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| Das folgende Cartoon wurde uns von unserer Partnerseite www.rippenspreizer.com zur Verfügung gestellt. | |
| | | | Auf der Webseite www.rippenspreizer.com findet Ihr 400 weitere Cartoons inklusive E-Cardfunktion und vielen anderen Gimmicks. |
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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| 7. Reformforderungen Medizinstudium - Das Interview zur aktuellen Diskussion
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Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um die ZVS haben wir ein Interview mit Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange geführt, die uns dankenswerter Weise aufschlussreiche und lesenswerte Informationen zur Verfügung stellte.
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1. Wie sehen Ihre Vorstellungen zur Reform der Studienplatzvergabe aus? Gibt es schon konkrete Alternativen in Form von Konzepten, über die Sie unseren Lesern etwas erzählen möchten?
Die Studienplatzvergabe in den Bereichen Medizin und Psychologie wird über die ZVS bundeseinheitlich geregelt und dies steht auch nicht zur Diskussion.
Das wird in den kommenden Jahren umso wichtiger als das durch die auf den "Markt" drängenden doppelten Abiturientenjahrgänge der Druck gerade im Bereich Studienplätze Medizin noch einmal verstärkt wird. Hier gibt es momentan Überlegungen zu zusätzlichen Ausbildungsplatzkapazitäten oder der Ausdehnung des sogenannten Klinikums auf kommunale Krankenhäuser. 60 Prozent der zur Verfügung stehenden Studienplätze vergeben die Hochschulen selbst. Hier halte ich es für richtig und wichtig die Frage zu stellen, ob es noch zeitgemäß ist, lediglich den Notendurchschnitt entscheiden zu lassen.
Mit dem neuen Hochschulzulassungsgesetz haben wir für Sachsens Hochschulen eine Vielzahl von Kriterien vorgeschlagen, die beispielsweise im Rahmen von Eignungs- oder Vorstellungsgesprächen herangezogen werden könnten, um spezielle persönliche Eignungen für einen bestimmten Studiengang besser berücksichtigen zu können. Dazu gehörten unter anderen: Einzelnoten der Hochschulzugangsberechtigung, die über die Eignung für den gewählten Studiengang besonderen Aufschluss geben, die Art einer Berufsausbildung oder Berufstätigkeit, besondere Vorbildungen, praktische Tätigkeiten und außerschulischen Leistungen und Qualifikationen, die über die Eignung für den gewählten Studiengang besonderen Aufschluss geben.
2. Wie entsteht eigentlich vom Gesetzgebungs-/Verordnungsverfahren her gesehen das gesetzliche Rahmenwerk für die Studienplatzvergabe? Welche Gremien sind hier in welcher Form beteiligt? Wer kann initiativ werden und Reformen vorschlagen? Wie, wo und von wem werden Reformvorschläge beraten, bevor dann eine Änderung beschlossen und wirksam wird?
Die ZVS beruht auf einem Staatsvertrag der Länder. Innerhalb der ZVS gibt es einen Verwaltungsrat und einen Vergabeausschuss. Der Verwaltungsrat besteht aus Vertretern der Hochschulen und der KMK. Soweit rechtliche Veränderungen innerhalb der ZVS geplant wären, müssten alle 16 Bundesländer und deren Parlamente zustimmen. Die Initiative dazu kann von jedem Bundesland ausgehen.
3. Neben der Abiturnote sprechen Sie weitere Kriterien an, die in größerem Umfang als bisher als Bewertungskriterium zum Zuge kommen sollten. Welche Faktoren sollten Ihrer Ansicht nach kräftiger in die Bewertung eingehen? Warum?
Die Zahl der durch das Auswahlverfahren der Hochschule zu vergebenden Studienplätze beträgt je Studienort 60 vom Hundert. Die Hochschulen sollten dieses Auswahlverfahren auch tatsächlich nutzen und hier Kriterien Raum geben wie: Art einer Berufsausbildung und Berufstätigkeit, besondere Vorbildungen, praktische Tätigkeiten und außerschulische Leistungen und Qualifikationen, die über die Eignung für den gewählten Studiengang besonderen Aufschluss. (vgl. auch Frage 1) Dazu könnten zum Beispiel ein soziales Jahr, medizinische Vorbildung in Form einer Ausbildung zum Rettungsassistenten oder besondere Lernleistungen herangezogen werden.
4. Die Abiturnote als Zahl ist mess- und somit vergleichbar. Mittels welcher Parameter möchten Sie Persönlichkeitseigenschaften (wie z.B. Engagement oder Initiative) vergleichbar und gerecht messen/einschätzen?
Ein fachspezifischer Studierfähigkeitstest oder eben das Ergebnis eines Auswahlgespräches könnten ähnlich wie ein Personalgespräch Persönlichkeitseigenschaften vergleichbar machen. (vgl. Auch Frage 1) Das Abitur berechtigt zum allgemeinen Hochschulzugang, sagt aber nichts über die fachspezifische Eignung aus. Weitere Kriterien müssen transparent und vergleichbar sein.
5. Welche Tipps möchten Sie jungen Medizinstudenten für Studium und Lebensweg mitgeben?
Wer Medizin studieren will, sollte vor allem eine hohe Motivation für diese Beruf mitbringen. Leistungsmotivation und soziale Kompetenz gehören dabei eng zusammen. Eine 1, 0 im Abitur reicht hierfür sicher nicht aus. Es ist sicher sinnvoll möglichst frühzeitig über diesen Studienwunsch Klarheit zu haben. Für die jungen Menschen, die sich um einen Medizinstudienplatz bewerben, empfiehlt es sich außerdem, sich umfassend über die jeweiligen Vorauswahl- und Auswahlkriterien der einzelnen Hochschulen in Deutschland zu informieren, um die Erfolgschancen ihrer Bewerbung insgesamt zu erhöhen.
Frau Ministerin, vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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8. Auf den Spuren der Königin PJ in der größten Orthopädie Nordeuropas
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Dänemark? Århus? Diese Fragen habe ich nicht nur oft von meinen Kommilitonen gehört, sondern auch – von den Dänen! Mit Dänemark assoziieren wahrscheinlich viele: Norden, Kälte, Regen, Sommerurlaub für Hartgesottene, Kopenhagen und die kleine Meerjungfrau. Aber ein PJ und dann auch noch Århus? Meine Antwort: Ich wollte gerne ins Ausland, Århus hat eine der größten orthopädischen Abteilungen Skandinaviens, mein Freund wohnt in Norddeutschland und Århus hat einen bilateralen Erasmus-Vertrag mit der Uni Bochum. Ganz einfach, die Antwort.
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Bewerbung Die Bewerbung lief über das Auslandsbüro der Uni Bochum. Das Ausfüllen eines Erasmus-Antrags, ein schriftliches Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf und der „Letter of motivation“ waren schnell gemacht. Der Kommentar: „Århus – Oh, da war seit vielen Jahren niemand mehr“ hat mich kurz zweifeln lassen, aber immerhin war schon einmal jemand dort. Die dänische Universität hat mich dann zuerst per E-Mail kontaktiert und mir dann eine schriftliche Zusage geschickt. Alle weiteren Schritte wurden mir von der Sekretärin der Medizinischen Fakultät dort erklärt. Ich konnte mich für einen Wohnheimplatz bewerben, mich für den Sprachkurs anmelden und sogar schon einen Rotationsplan für mein Tertial in der Orthopädie dort erstellen.
Im Børglumkollegiet Ich habe von der Uni ein Zimmer im Børglumkollegiet bekommen. Dieses hatte ich auch als Wunsch-Wohnheim angegeben. Ich hatte ein eigenes kleines Bad und habe mir eine sehr gut ausgestattete Küche mit 14 dänischen Studenten geteilt. Wir haben oft etwas zusammen unternommen und ich habe viele dänische Traditionen kennen gelernt. Jeder hatte eine Woche Küchendienst – und die Dänen sind wirklich sehr ordentlich.
Man kann sich auch selber etwas suchen, was aber meistens stressiger und auch teurer ist. Die Preise schwanken zwischen 1.500 und 2.000 Kronen für ein ca. 10 qm großes Zimmer in einem Wohnheim (2.000 Kronen sind etwa 270 Euro). Es kommt darauf an, ob man ein Zimmer mit Dusche und WC haben möchte oder es sich mit anderen teilen möchte. Århus ist mit ungefähr 250.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Dänemarks und liegt direkt an der Ostküste Jütlands. Die Stadt hat einen wunderschönen Stadtkern mit einer großen Fußgängerzone. Außerdem befinden sich in Århus mehrere schöne Badestrände und fantastische Wald- und Erholungsgebiete. Mein Wohnheim war nur zehn Minuten vom Bellevue-Strand im Norden von Århus entfernt. Im August und September konnte man das gute Wetter oft für ausgiebige Strandbesuche nutzen. Außerdem war direkt in der Nähe der Risskoy-Wald, in dem man gut joggen konnte. Abends hat es sich immer gelohnt in die Stadt oder in das Studenterhus zu den permanenten Erasmus-Partys zu gehen. Weggehen ist sehr teuer, weshalb viele Partys in den Wohnheimen gefeiert werden. Das Einkaufen hingegen ist nicht so viel teurer, wenn man nach Angeboten Ausschau hält und gut vergleicht.
Betreuung Vor meiner Abreise habe ich mich mit meinem Mentor, den ich von der Universität zugewiesen bekommen habe, per E-Mail verständigt. Wir haben uns zum verabredeten Zeitpunkt am 1. August am Wohnheim getroffen. Sehr nett: Er hatte schon meine Schlüssel und das Willkommenspaket am Internationalen Sekretariat abgeholt. Noch netter: Am nächsten Tag haben wir uns in der Stadt getroffen und er hat mich zum Essen eingeladen. Die Medizinische Fakultät bezahlt das nämlich für Austauschstudenten. Später hat er mir die Stadt, die Universität und das Krankenhaus gezeigt. Die Uni ist sehr bemüht, einen Mentor aus demselben Fach und demselben Semester zu finden. Von der Universität werden auch viele Freizeitangebote organisiert. Diese finden meist durch das International Student Center (ISC) statt. Im ISC wird jeden Dienstag auch eine so genannte International Party veranstaltet, wo sich die internationalen Studenten sämtlicher Fächer treffen, sich unterhalten, günstig Bier trinken und Billard oder Tischfußball spielen. Hier finden auch regelmäßig andere Partys statt.
Forstår du det? Die Uni Århus bietet einen kostenlosen Sprachkurs für alle Erasmus-Studenten an („Denmark Today”). Er findet jeweils im August und im Januar für vier Wochen statt. Die Unterlagen schickt die Uni zu. Wenn man die Zeit hat, sollte man daran teilnehmen, weil es die beste Möglichkeit ist, schon vorher die Leute und die Stadt kennen zu lernen. Ich habe den Kurs im August gemacht. Vormittags gab es drei Stunden Unterricht, nachmittags waren verschiedene Aktivitäten (z.B. Stadtrundfahrt, Barbecue, Museen, Ausflüge, verschiedene Seminare) angesetzt.
Auch während des Semesters bietet das Sprachcenter Kurse an. Sie sind zweimal wöchentlich abends oder jeden Tag vormittags. Neben dem PJ ist es allerdings recht schwer, die Zeit dafür zu finden und außerdem lernt man beim Sprechen im Krankenhaus viel mehr. Ich konnte vor meinem Aufenthalt in Dänemark kein einziges Wort dänisch. Nach dem Sprachkurs konnte ich mein Bankkonto auf Dänisch eröffnen, und während des Tertials habe ich den Rest gelernt. Patientengespräche, Visite und auch das Diktieren von Arztbriefen waren bald kaum noch ein Problem. Wenn man doch mal Schwierigkeiten hat, können einem die Dänen auch mit ihrem meist perfekten Englisch weiterhelfen.
Riesige Orthopädie In Århus gibt es drei Uni-Kliniken. Das Kommunehospital, das Skejbyhospital und das Amtssygehus. Seit einiger Zeit gehören sie aber alle zusammen und heißen Universitetshospital Århus. Man unterscheidet sie dann, indem man die Straße dazusagt. Das Kommunehospital ist „Nørrebrogade“, das Amtssygehus ist „Tage-Hansens-Gade“, nur Skejby im Norden der Stadt bleibt Skejby. Ich war in der Orthopädie von „Nørrebrogade“. Meinen Rotationsplan durfte ich mir selbst erstellen und so war ich die ersten Wochen in der Wirbelsäulenchirurgie, dann in der Tumor- und Infektionsorthopädie. Die letzten Wochen habe ich in der Kinderorthopädie verbracht. Die Orthopädie ist riesig und die dänischen Studenten werden auf die verschiedenen Abteilungen verteilt. So ist maximal ein Student auf einer Station. In allen Krankenhäusern gibt es Kantinen und kleine Kioske, außerdem gibt es regelmäßig gemeinsame Frühstücksrunden.
Viel zu tun Der ungefähre Tagesablauf sah in allen Gebieten gleich aus. Gestartet wurde morgens um acht mit einer gemeinsamen Frühbesprechung, an der alle Orthopäden und Traumatologen teilgenommen haben. Dort wurden die notfallmäßigen Neuaufnahmen des Vortages und der Nacht vorgestellt, OP-Kapazitäten besprochen und es gab immer einige besonders interessante Fallvorstellungen.
Danach haben sich alle auf ihre Stationen verteilt. Mittwochs gab es noch eine Fortbildung für alle Studenten und Assistenten. Ansonsten hatte jede Station ihre eigene Röntgenkonferenz und ihre eigene Stationskonferenz zusammen mit den Krankenschwestern. Das Verhältnis zwischen Ärzten und Krankenschwestern und sowieso mit dem gesamtem Personal war ausgezeichnet und harmonisch. Meine Aufgabe war die Assistenz bei Operationen, bei denen ich auch sehr viel selbst machen durfte. Die komplexen Wirbelsäulenoperationen haben dann auch mal bis zu zehn Stunden gedauert! Dafür gab es meistens drei oder vier Kinder-OPs an einem Tag. An einigen Tagen war ambulante Sprechstunde. Am Anfang war ich immer zusammen mit einem der Ärzte unterwegs und durfte die Untersuchungen durchführen. In den letzten Wochen konnte ich die Patienten selbständig voruntersuchen. Und dann gab es noch die Skadestue. Die Notaufnahme musste immer von einem der Studenten mit besetzt werden. Man hatte also immer zwei bis drei Dienste in der Woche. Im Anschluss an die normale Stationsarbeit ging es dann um 16 Uhr los. Ich bin meistens bis 23 Uhr geblieben. Einige Male war man aber so eingespannt, dass ich auch bis ein Uhr morgens gearbeitet habe. Am nächsten Tag war man ganz normal auf seiner Station tätig. In Dänemark gibt es nicht so viele Krankenhäuser wie bei uns, und so kommt alle fünf Minuten ein neuer Patient herein. Mit drei Turnuslaeger (quasi die dänischen jungen Assistenzärzte) konnte man sich dann die Patienten teilen. Nach den ersten Wochen, in denen ich mehr mitgegangen bin, konnte ich mir zutrauen, die Patienten selbst zu untersuchen, Röntgenscheine zu schreiben, Schnitte zu nähen und anschließend die Berichte zu diktieren.
Nie bloß Hakenhalter Was bleibt von Århus? Eine sehr lehrreiche, schöne und spannende Zeit mit netten Kollegen. Dänisch kann man sehr gut in vier Monaten lernen und ich hatte sehr viel und guten Kontakt zu den einheimischen Studenten. Wer als Wahlfach Orthopädie machen möchte, dem kann ich Århus nur empfehlen, da es die größte Orthopädie Nordeuropas ist und man nie bloßer „Hakenhalter“ bei Hüft- oder Knie-TEP‘s sein muss. Und für die Güte der Arbeit gibt es einen Garanten von ganz oben: Die dänische Königin lässt sich in Århus operieren und nicht in Kopenhagen!
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| Autor(in): Heike Braunsfurth ([email protected]) |
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| 9. Initiative der Universität Hamburg zur Versendung der Zulassungsbescheide
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Auf Initiative der Universität Hamburg hat sich jetzt eine Gruppe großer bundesdeutscher Hochschulen auf eine gemeinsame Optimierung des Zulassungsverfahrens verständigt. Vereinbart wurde ein fester Zeitraum (vom 7. bis 14. August 2009) für die Versendung der Zulassungsbescheide.
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Die "Hamburger Initiative" reagiert damit auf das seit einigen Semestern zu beobachtende Phänomen der Mehrfachbewerbungen. Mit der "Hamburger Initiative" schaffen die Hochschulen eine kostengünstige Möglichkeit, diesem Phänomen ohne größeren Investitionsbedarf in neue Systeme zu begegnen und sowohl den Studienbewerberinnen und Studienbewerbern als auch den Hochschulen Planungssicherheit zu geben. Darüber hinaus soll es künftig für die nach dem normalen Vergabeverfahren noch offen gebliebenen Studienplätze eine zentrale "Chancenbörse" aller beteiligten Hochschulen im Internet geben.
Zu den Initiatoren gehören neben der Universität Hamburg die Universitäten Heidelberg, München (LMU), Duisburg-Essen, Kiel, Mainz, Wuppertal, Bonn und Paderborn, die Freie Universität Berlin, die Charité-Universitätsmedizin Berlin, die Technische Universität Hamburg-Harburg und die HafenCity Universität Hamburg. Derzeit schließen sich laufend weitere Hochschulen dem Verbund an, so dass von der "Hamburger Initiative" bereits ein erheblicher Teil der bundesweit zu vergebenen Studienplätze erfasst wird.
Dazu die Präsidentin der Universität Hamburg, Prof. Dr.-Ing. habil. Monika Auweter-Kurtz:
"Für uns war stets klar, dass wir das Zulassungsgeschehen nicht aus der Hand geben wollen. Für uns hat die Gewinnung der Studierenden große Bedeutung, wir wollen Studieninteressierte aktiv ansprechen. Mit unserem Studien-Infonetz STiNE sind wir bestens aufgestellt, das Bewerbungs- und Zulassungsverfahren effizient durchzuführen. Dass es gelungen ist, sich in einem mittlerweile so großen Kreis von Hochschulen auf einen gemeinsamen Zulassungszeitraum zu verständigen, macht deutlich, dass teure Investitionen in zentrale Servicestellen überflüssig sind. Wir haben jetzt einen einfachen und kostengünstigen Weg gefunden, mit dem Phänomen der Mehrfachbewerbungen umzugehen und zugleich eine entscheidende Verbesserung beim Service für unsere Studieninteressierten zu erreichen."
Quelle: idw-online.de
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| Autor(in): Viola Griehl ([email protected]) |
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Es gibt rund 80.000 ihrer Sorte in Deutschland, Nachfrage steigend - immer mehr wollen es werden und "auch dazugehören". Die Rede ist von der ganz besonderen Spezies des Medizinstudenten. Drei von ihnen stehen bei uns fortan etwas im Rampenlicht.
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Sonja Herbst ist Medizinstudentin aus Hannover, Peter Artz ist Medizinstudent aus Düsseldorf. Beide haben zumindest zwei Dinge gemeinsam: Sie starten augenblicklich in das große Abenteuer ihres Medizinstudiums. Der dritte im Bunde ist Sebastian aus Göttingen, der von seinen Erlebnissen im Praktischen Jahr berichtet. Das Schöne daran: Sie lassen dich in Tagebuchform an ihren Erfahrungen teilhaben. Wöchentlich bieten wir dir abwechselnd einen Blick über Sonjas, Peters und Sebastians Schulter. Diese Woche steht die nächste Folge von Sonja an.
Was für ein Start!
Ich hätte wirklich NIE gedacht, dass man Studium so anfängt! Murphy hatte also mal wieder Recht: Es kommt immer alles anders, als man denkt. Nach dem Frühstück hatte ich am Sonntagmorgen noch die letzten lebenswichtigen Sachen ins viel zu kleine Auto gestopft und konnte meinen Vater sogar noch dazu überreden, mein eigentlich nicht mehr ganz verkehrssicheres Fahrrad auf dem Dach zu befestigen. Später als geplant und mit schwersten Rückenschmerzen vom vielen Schleppen fuhren wir dann in Richtung Hannover, um meine neue Bude für die allererste Woche noch ein wenig wohnlicher zu machen.
Dort angekommen, erlebten wir dann eine Überraschung nach der nächsten. Obgleich noch vor wenigen Tagen mein Internetanschluss hervorragend funktionierte, konnte mein blöder Computer diesmal keinen Kontakt herstellen und wollte mir doch tatsächlich weismachen, dass ich kein Kabel eingesteckt hätte. Mensch, ich bin doch nicht blind!! Ich seh das Kabel doch. Naja, und als ich dann verzweifelt und den Tränen nahe hinab zum Admin des Hauses stiefelte, erfuhr ich völlig verblüfft, dass man „aus Versehen“ beim „Aufräumen“ meine MAC-Adresse gelöscht hatte. Klasse, vielen Dank! Aber ab Montag sollte es wohl wieder gehen. Naja, was solls! Einen Tag wird wohl auch so gehen… Wieder im Zimmer angekommen ging es gleich weiter: mein Vater wollte – um mich vor einer Überschwemmung beim morgendlichen Duschen zu bewahren – eine Duschstange anbringen. Wollte! Leider wurde daraus aber nichts, da diese besagte Stange schon nach dem ersten Versuch ihren Geist aufgeben hatte. Egal, heute kann mich nichts mehr schocken
Mit dieser optimistischen Haltung startete ich dann auch in den besagten Kneipenabend, obgleich schon zwei meiner neuen Internet-Bekannten auch Termingründen abgesagt hatten. Hätt ich mir ja denken können! Also, ich fasse mal zusammen: Es war nett und die Cocktails in der kleinen Bar hinterm Bahnhof waren wirklich lecker – zu lecker!!! Also…ich habe wohl ne Menge erzählt, hab ich dann am nächsten Morgen erfahren. Und mein Kopf. Den Rest kann man sich ja denken Und das am ersten Abend!! Da hab ich meinen guten Ruf doch gleich mal ruiniert! Dabei hab ich mir doch soooo feste vorgenommen, nur ein Wasser zu bestellen. Aber die Stimmung war einfach zu gut. Aber Schwamm drüber! Das Studium soll doch auch ein bisschen Spaß machen, oder??!!
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Der Präpkurs ist sicherlich DAS Highlight der vorklinischen Ausbildung: denn hier lernt der angehende Mediziner den Aufbau des menschlichen Körpers bis in das letzte Detail kennen. Wir waren neugierig, wie Studenten hierzulande den Präpkurs erlebt haben. Lies unsere Interviews, die dir einen Einblick in die Erfahrungswelt junger Mediziner liefern.
1. Kannst du dich noch an den Augenblick und die Szene erinnern, als du den Präp-Saal zum ersten Mal betreten hast? Wie sah das aus und was ging dabei in dir vor?
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Das erste Mal durften wir während einer Anatomiehospitation den Präp-Saal betreten und den 3.Semestern beim emsigen Präparieren zuschauen. Der gesamte Saal schien mir voller weißer Kittel und die Situation kam mir ziemlich unwirklich vor.
2. Hast du auch im Vorfeld vor dem ersten Termin des Präp-Kurses schon vermehrt an das „Erste Mal Präppen“ gedacht? Habt ihr in der Vorlesung dieses Thema ausführlicher behandelt?
Ich konnte mir schlecht vorstellen, wie der Präpkurs beginnen sollte und v.a. wie der "erste Schnitt" an der Leiche sein würde. In der Vorlesung wurde das Thema allerdings nicht ausführlicher behandelt.
3. Mit welchen Erwartungen bist du in den Präpkurs gegangen? Wurden Sie erfüllt oder eher enttäuscht?
Die Anatomie live zu sehen, das war meine Erwartung und die wurde auch erfüllt. Durch das monatelange Arbeiten an der Leiche hat man beinahe eine "Beziehung" zu "seiner" Leiche aufgebaut.
4. Was war in deinen Augen das absolute Highlight des Präp-Kurses, an das du dich noch heute erinnerst?
Einige anatomische Strukturen haben mich besonders fasziniert: z.B. das schimmernde Periost der Tibia, der stromkabeldicke N. Ischiadicus und die feinen Fußmuskeln. Außerdem wurde uns eine Plazenta (samt Milchprobe) aus der Gynäkologie gezeigt.
5. Welches Themengebiet fandest du am schwierigsten zu lernen?
Ich fand den Kopf- und Halsbereich eher schwierig zu lernen.
6. Was hat dir beim Präppen am meisten Spaß gemacht?
Vor allem die Darstellung der Muskeln und die Überlegungen der funktionellen Anatomie
haben mir Spaß gemacht.
7. Und im Gegenzug: was fandest du beim Präp-Kurs am unangenehmsten?
Richtig unangenehm waren das Fett, der Geruch beim Knochensägen und die Schleimhautschwellung bzw. die tränenden Augen durch
das Formalin.
8. Wie häufig und wie lang fand der Präpkurs statt?
Der Präpkurs
plus Hirnkurs fand ein Semester lang jeweils 2x4 Stunden pro Woche statt.
9. Konnten am Präp-Nachmittag alle gleichzeitig und im Team präparieren oder ging das abwechselnd?
Ja, es konnten alle gleichzeitig arbeiten.
10. In welcher Form und Häufigkeit mussten Testate und Prüfungen absolviert werden?
Es gab mündliche Testate an der Leiche.
11. Der Umgang mit Leichen ist sicher für einen Anfänger nicht leicht. Hattest du hier auch im weiteren Verlauf noch Probleme oder hast du dich einfach dran gewöhnt?
Nach und nach wurde die Leiche immer mehr zum "Lernobjekt" und die ständigen Testate erforderten
einen intensiven Lerneinsatz
12. Wurde über die Herkunft der Personen und den nötigen Ablauf, sich der Lehre und Wissenschaft z.B. für den Anatomie-Kurs zur Verfügung zu stellen, gesprochen?
Ja, es wurde auf jeden Fall darüber gesprochen. Von den Präparatoren wurde außerdem eine Führung in den Leichenkeller angeboten
13. Gab es nach dem Ende des Präp-Kurses eine Art Trauerfeier, an der auch die Präp-Kurs-Studenten teilnehmen konnten? Falls ja: was ging dabei in dir vor, woran hast du gedacht und welche Bilder stiegen in deinem Innern auf?
Ja, es fand ein Gottesdienst für uns Medizinstudenten statt. Dabei habe ich zum ersten mal nach dem Präpkurs wieder ein Bild der Person vor mir gehabt und war sehr dankbar, dass diese sich für uns zur Verfügung gestellt hat.
14. Würdest du gerne den Präp-Kurs noch einmal absolvieren (weil es so großen Spaß machte und interessant war) oder bist du der Ansicht "Einmal genügt".
Ich habe den Präpkurs nochmals als Präp-Assistent gemacht und möchte das nicht missen.
15. Welche Tipps würdest du Studenten geben, die den Präp-Kurs noch vor sich haben?
Geht mit Interesse am menschlichen Körper und seiner Anatomie an den Kurs ran und prägt euch die Strukturen ein. Im Operationsfeld oder der Bildgebung sieht man kein offenes Feld mehr vor sich, sondern kann nur noch durch ein kleines Fensterchen schauen und muss den Rest in seiner räumlichen Vorstellung haben.
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Nach positiven Famulaturerlebnissen im Ausland war für mich klar, dass ich auch einen Teil des PJ im englischsprachigen Ausland verbringen wollte. Außerdem kann ich mir sehr gut vorstellen, nach Abschluss meiner ärztlichen Ausbildung außerhalb Deutschlands zu arbeiten. Die Wahl fiel dann aufgrund eines ähnlichen medizinischen Standards und dem Reiz des Landes auf Australien.
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Ich versprach mir von der Zeit am anderen Ende der Welt ein klares didaktisches System und eine kollegiale Atmosphäre. Im Hinterkopf bestand außerdem die Hoffnung, der doch oft rigiden hierarchischen Arbeitssituation an deutschen Krankenhäusern für eine gewisse Zeit zu entkommen.
Eine andere Kultur kennen zu lernen und auch sprachliche Fortschritte zu erzielen, waren weitere Anreize. Die Bewerbung gestaltete sich relativ unkompliziert. Über die Homepage der University of Sydney suchte ich mir ein Krankenhaus heraus und habe mit dem Studentensekretariat per E-Mail circa ein Jahr vor dem Aufenthaltsbeginn Kontakt aufgenommen. Für die sprachliche Vorbereitung bietet sich auf jeden Fall ein Wörterbuch an. Ich bin mit dem Werk „Medizinisches Englisch pocket“ sehr gut zurechtgekommen. Um diverse Abkürzungen zu entschlüsseln und den Aufbau der Anamnese kennen zu lernen, ist auch das „Medical English“ aus dem Thieme-Verlag eine gute Wahl. Für die wichtigsten Fachinformationen in Englisch empfiehlt sich die Oxford Handbook-Reihe. Sofort nach Erhalt der Zusage sollte man sich um sein Visum kümmern, da es mindestens zwei Monate dauert, bis man es schließlich in den Händen hält. Da ich vier Monate in Australien bleiben wollte, habe ich über das Internet ein working holiday-Visum beantragt, das mich 130 Euro kostete. Allerdings kam noch eine medizinische Untersuchung von 220 Euro hinzu, was ich für sehr überteuert halte.
Kein stundenlanges Blutabnehmen Meine acht Wochen Innere teilten sich auf in vier Wochen Onkologie und vier Wochen Rheumatologie/Sportmedizin. Der erste Abschnitt war sehr abwechslungsreich. Auf Station habe ich an den Visiten teilgenommen und wurde von dem mir zuständigen Arzt praktisch überall hin mitgenommen. Eigene Verantwortung für bestimmte Patienten hatte ich allerdings nie. In der Inneren Medizin bestehen die Aufgaben des Studenten in Sehen und Verstehen, und das liegt dem gesamten Team am Herzen. Keiner will den Studenten ausbeuten, sondern ganz im Gegenteil helfen, um die Abläufe verständlich zu machen. Aber das Wichtigste war: Es gab kein stundenlanges Blutentnehmen wie in Deutschland, das man spätestens nach einer Woche drauf hat und einen fachlich nicht weiterbringt. An manchen Tagen fanden die out patient clinics statt, eine Art ambulante Versorgung. Mit den Patienten und Angehörigen wurde dabei die Diagnostik und Therapie (insbesondere Chemotherapie) von diversen Krebserkrankungen besprochen. Zwischendurch gab es noch diverse Fortbildungen für alle Ärzte des Fachbereiches, z.B. Röntgenbesprechung, Fallvorstellungen und interne Weiterbildungen. Donnerstags trafen wir uns mittags zur grand round, eine fächerübergreifende Weiterbildung. In Rotation durch alle Fachbereiche wurden jede Woche ein oder zwei interessante Fälle vorgestellt und anschließend im Auditorium diskutiert.
Meine letzten vier Wochen in der Rheumatologie/Sportmedizin waren ähnlich gestaltet. Allerdings waren weniger Patienten auf Station. Vor allem die Sportmedizin hat mich als Sportlerin sehr interessiert. Montags und donnerstags gab es spezielle sportmedizinische Sprechstunden. Die Chefärzte haben sich persönlich um die Studenten gekümmert und haben mit Freuden alle Einzelheiten erklärt, was ich in Deutschland noch nie erleben durfte. Auch um die Arbeitsatmosphäre war jedes Teammitglied ständig bemüht. Keinem fiel es schwer, auch einmal lobende Worte auszusprechen. In Deutschland hatte ich den Eindruck, dass es so etwas an der Uniklinik gar nicht mehr gibt.Auch ein informelles Treffen bei einem Kaffee – den der Prof ausgibt – fand häufig statt und ich hatte das Gefühl, dass der breite Meinungsaustausch durchaus den Patienten zu Gute kam. Aufgrund meiner eher negativen Erfahrungen im PJ in Deutschland bin ich im Nachhinein umso erfreuter, den Mut gehabt zu haben, diese lange Reise um die Welt auf mich genommen und mein PJ mit so vielen positiven Erfahrungen bereichert zu haben.
Behandlung in zwei Klassen Der medizinische Standard in Australien ist mit Deutschland zu vergleichen. Mir ist aber aufgefallen, dass es dort eine echte Zwei-Klassen-Behandlung gibt. Eine Krankenversicherung ist in Australien keine Pflicht und so bekommen die privat Versicherten oft eine bessere Therapie angeboten. Die Ausbildung der Medizinstudenten in Australien ist mehr an der Praxis orientiert als in Deutschland. Schon ab dem 3. Studienjahr werden sie in die Diagnostik und Therapieplanung einbezogen. Das Studium dauert vier Jahre. Unser PJ ist in seinen Aufgaben mit dem australischen intern zu vergleichen, das sich an das Studium anschließt.
Wirkliche Sprachprobleme mit den Patienten und Ärzten gab es keine. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kann man den Gesprächen und dem typisch australischen Akzent meist gut folgen. Die Patienten waren mit dem “normalen Schulenglisch” gut zu verstehen. Und auch die Ärzte sind bemüht, ein verständliches Englisch zu sprechen. Viele kommen auch selbst aus dem Ausland. Insbesondere Asiaten sind in fast jedem Team vertreten. Lediglich die Aussprache der Fachtermini ist gewöhnungsbedürftig, denn viele Patienten in Sydney stammen ursprünglich aus Griechenland und Italien. In dieser multikulturellen Stadt kann man sich eigentlich gar nicht als Ausländer fühlen, was ein unglaublich angenehmes Gefühl ist!
Berufsversicherung ist Pflicht Es bietet sich an, ein Konto bei der Deutschen Bank zu eröffnen – durch die Partnerschaft mit der Westpac Bank findet man überall Geldautomaten, an denen man kostenlos abheben kann. Die Deutsche Ärztefinanz bietet verschiedene Versicherungen z.B. kostenlose Privat- und Berufshaftpflichtversicherungen an, die man unbedingt in Australien benötigt, da sie Bedingung für einen PJ-Platz darstellen. Sydney ist bezüglich der Lebenshaltungskosten etwa so teuer wie die deutschen Großstädte – Milchprodukte, Fleisch und Gemüse sind allerdings teurer. Die Australier sind weitestgehend relaxt und immer freundlich und hilfsbereit. „No worries“ ist die Devise und wird auch gelebt. Ein kleiner Smalltalk ist schnell initiiert und man tauscht sich über Land, Leute und weitere Lebenspläne aus! Die Menschen waren immer interessiert, wo ich herkomme und machten meist auch noch ein paar Reisevorschläge. Ein Highlight war immer die Fahrt in die Innenstadt mit der „Rivercat“ auf dem Parramatta River, direkt an dem weltberühmten Opernhaus vorbei. Sydney ist mit 4 Millionen Einwohnern die größte Stadt Australiens und bietet ein vielfältiges kulturelles Angebot. Von hier aus kann man leicht Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung machen (Blue Mountains, Hunter Valley, diverse Strände, Nationalparks), aber auch in Sydney gibt es ständig Neues zu entdecken. Ausflüge sind günstig, da es viele Studentenrabatte gibt. Bus- und Bahnfahrten bzw. Autofahren ist vergleichsweise preiswert.
Kein Heimweh nach Medizin-Deutschland Meine Erwartungen wurden zum großen Teil erfüllt. Das Land und die Natur sind einzigartig und man sollte auch ein wenig Zeit zum Reisen einplanen. Ein Teil des PJ im Ausland zu verleben, ist für jeden zu empfehlen. Ich bin der Meinung, dass sich die deutschen Ärzte der Welt und anderen Kulturen öffnen sollten. Die medizinischen Teams werden immer internationaler und Ärzte kommen aus vielen verschiedenen Ländern. So ist Englisch oft die einzige Verständigungsmöglichkeit. Auch in der Wissenschaft kommt man um Fachliteratur und Forschungsberichte in Englisch nicht herum. Von den Studenten bzw. Ärzten wird einfach erwartet der Sprache mächtig zu sein, doch Kurse werden nur selten angeboten. Ich hatte eine traumhafte Zeit in Australien und bin sehr begeistert von einem patientenorientierten Gesundheitssystem und praxisnahen Medizinstudium. Ein Praktikum kann ich deshalb nur jedem Medizinstudenten empfehlen. Der Abschied von Australien fiel mir alles andere als leicht.
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| Autor(in): Alicja Zybowski ([email protected]) |
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