Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Probleme beim Zugang legen/Blutabnehmen im PJ
roxolana
17.08.2018, 20:51
Bezüglich Blutabnahme aus einem liegenden PVK: Ich habe in der GCH den Trick gelernt, bei Vacutainern den Deckel abzuschrauben und das Blut direkt ins Röhrchen tropfen zu lassen. Gibt zwar oft ne Riesensauerei, deshalb immer was drunter legen, aber so habe ich bei unseren Gefäßwracks oft erfolgreich aus ner liegenden (selbst blauen) Flexüle Blut rausbekommen.
So nehmen wir in der Pädiatrie bei den kleinen Kindern auch aus gelben und lila Abbocaths bei der Neuanlage Blut ab. Später geht das allerdings leider nicht mehr. Klappt aber auch beim 500g Kind.
Bzgl Hämolyse und grüner Viggo: Ich hab mal gelernt, dass die Erys gerne bei PVKs beim kräftig ansaugen platzen und es deswegen zu Hämolyse kommen kann.
Das machen sie im Butterfly auch.
Und das ist für mich auch ein absolut plausibler Mechanismus, weil du in ner Monovette ja tatsächlich nen relevanten Unterdruck erzeugen kannst. Ich kenn nur keinen Wert, wie viel Unterdruck so ein Ery abkann.
Aber ich glaube, mit der Kombination "kleine Vene", "wenig Fluss" und "maximaler Unterdruck in der Monovette" kriegt man immer eine vorzügliche Hämolyse.
Macht man es richtig, bekommt man auch aus diesen kleinen, flussschwachen Venen valide Werte.
Ich habe in der GCH den Trick gelernt, bei Vacutainern den Deckel abzuschrauben und das Blut direkt ins Röhrchen tropfen zu lassen.
Ja, in der Theorie kenne ich das auch, zum Glück hab ich seit Jahren keine Vacutainer mehr in der Hand gehabt. Ich weiß, dass sie existieren, ich weiß, dass sie in der praktischen Handhabung ein absoluter Krampf sind (denn auch dieser dicke Vacutainer-Anschluss-Adapter ist ja so ein Fehlbau für sich)... Aber bislang hab ich im Studium und danach immer im glücklichen Monovettenland gearbeitet.
Vacutainer sind halt ein grundsätzlicher Konstruktionsirrtum.
Und der geringfügig niedrigere Preis wiegt das m.E. nicht auf. In allen Situationen, wo das Blutabnehmen eben einfach schwierig ist, bist du mit Vacutainern auf die eine oder andere Weise angeschi**en.
Ich habe diese Teile auch gehasst. In Irland im PJ gab es Vacutainer, ansonsten Gott sei Dank überall immer Monovetten. Bis ich es mal mit den Vacutainern raushatte, das Adapterteil an der Nadel vernünftig zu fixieren, wenn man mit Schmackes das Röhrchen da reinsteckt, dass nicht die Vene durchstochen wird... Ätzend.
escitalopram
19.08.2018, 18:38
Echt, habt ihr solche Probleme mit den Vacutainer? Bin bisher sehr gut mit ihnen gefahren. Ganz selten musste ich aber tatsächlich abschrauben und das Blut von der Butterfly tropfen lassen.
PS: Wir haben hier nur mit Butterflies.
Differenzialdiagnose
19.08.2018, 19:26
Es gibt direkte Vacutainer-Adapter. Da hängt man eben direkt mit der Nadel in der Vene und muss nochmal drauf drücken.
Sie hier: https://www.amazon.com/MCK48152800-Vacutainer-Standard-Non-Stackable-Diameter/dp/B00Q5EVH8O
escitalopram
19.08.2018, 19:43
Achso, das meint ihr. Ja, das scheint wirklich blöd zu sein. Aber geht es überhaupt? Stelle es mir irgendwie schwierig vor, das Ding festzuhalten, während man das Röhrchen reinschiebt...
Differenzialdiagnose
19.08.2018, 19:58
Gehen tut das alles irgendwie. Ist allerdings nervig und umständlich. Ich finde bei sowas Butterflys insgesamt auch besser zu händeln.
...oder Labormediziner, oder Mikrobiologe, oder Hygieniker. Also für jemanden der da absolut keine Lust oder Talent dafür hat gibt es schon genug Optionen, nie wieder einen Zugang legen zu müssen.
Also, ich würde mich nicht darauf verlassen, daß nicht in 10 Jahren oder so in den Städten in jeder Laborpraxis eine kleine Sitzgruppe steht, wo deren MFA oder MTA das Blut vor Ort abnehmen und bei Schwierigkeiten dann auf den Arzt zurückkommen. Die richtig patientenfernen Fächer sind noch dazu oft mit einem klinischen Jahr vergesellschaftet, aber man ist ja sonst spätestens im PJ "fällig".
Übrigens habe ich das Legen von venösen Zugängen ähnlich wie Echinococcus in einer Anästhesie-Famulatur bei coolen , typischerweise ganzkörpertätowierten,-) Anästhesiepflegern lernen dürfen...neben der hohen Stückzahl hatte das auch den Vorteil, die Patienten grundsätzlich liegend und auch schon ein wenig anbehandelt anzutreffen...
Wie ja bereits geschrieben, wird diese Tätigkeit im Ausland (und in Deutschland außerhalb vom Krankenhaus auch, also mitnichten ein rechtliches Problem) oft von nichtärztlichem Personal erledigt...es bricht aber keinem ein Zacken aus der Krone, wenn man es kann..und wie Radfahren verlernt man es auch nicht mehr...
es bricht aber keinem ein Zacken aus der Krone, wenn man es kann..und wie Radfahren verlernt man es auch nicht mehr...
Also ich habe nach jedem Urlaub das Gefühl, ich kann es nicht mehr und nix klappt :-))
Jules_jules
04.09.2018, 20:15
Sorry! Ich war längere Zeit hier nicht online.
Aber... wow! Vielen Dank für die zahlreichen Beiträge. Es war wirklich interessant und ich konnte nochmals viel lernen :-)
Mittlerweile klappt es einigermaßen mit dem Blutabnehmen und Viggos legen. Aufgrund der Größe der Station, sind an manchen Tagen nicht mehr als 2 Blutabnahmen zu machen bzw. an einigen Tagen war kein einziger Venflon.
Naja, ich habe mittlerweile doch wieder Hoffnung, nicht ein hoffnungsloser Fall zu sein :-) Und glaube, dass es auf meiner nächsten Station (Innere) dann schon besser klappen wird..
Vielen Dank nochmal, echt super von euch :knuddel:
Arrhythmie
09.09.2018, 10:17
Also ich hab BEs in der Hausarzt-Famulatur bis zum erbrechen "geübt". Da waren einfache dabei aber auch internistische Gefäßwracks und Onko Patienten... Querbeet. Die Atmosphäre war super. Ich hatte massig Zeit, nie Druck... War mega entspannt.
Übung macht den Meister.
Mal ne Frage an die versierten Blutabnehmer:
Ich hab das Problem, dass ich oft bei alten (vornehmlich Frauen) Menschen die Vene nicht treffe, weil sie mir wegrollt. Das sind dann meist adern, die schon fast herausstehen und natürlich 1a sichtbar sind, aber wo einfach das subkutane Fettgewebe fehlt, damit die Vene auch am Ort bleibt. Leider krieg ich es auch mit spannen nicht hin.
Ist natürlich immer peinlich, wenn man diese Venen nicht trifft. Am liebsten sind mir die, die man gar nicht sieht, sondern nur fühlt. Die bleiben auch an ihrem ort und sind leicht zu punktieren.
Wie macht ihr das also?
Die muss man halt wirklich fest fixieren und die Haut richtig stramm ziehen, dann rutschen die auch nicht mehr weg.
Und selbst wenn man sie dann mal verfehlt, dann sticht man ja nicht meilenweit daneben sondern kann mit minimalem nachjustieren die Vene doch nicht punktieren.
Differenzialdiagnose
16.09.2018, 17:39
Mal ne Frage an die versierten Blutabnehmer:
Ich hab das Problem, dass ich oft bei alten (vornehmlich Frauen) Menschen die Vene nicht treffe, weil sie mir wegrollt. Das sind dann meist adern, die schon fast herausstehen und natürlich 1a sichtbar sind, aber wo einfach das subkutane Fettgewebe fehlt, damit die Vene auch am Ort bleibt. Leider krieg ich es auch mit spannen nicht hin.
Ist natürlich immer peinlich, wenn man diese Venen nicht trifft. Am liebsten sind mir die, die man gar nicht sieht, sondern nur fühlt. Die bleiben auch an ihrem ort und sind leicht zu punktieren.
Wie macht ihr das also?
Man kann auch s.c. ein wenig Lokalanästhetikum links, rechts und ggf. unter die Vene spritzen um da so ein kleines Gegenpolster zu haben für solche Situationen.
Heerestorte
16.09.2018, 17:48
Man kann auch s.c. ein wenig Lokalanästhetikum links, rechts und ggf. unter die Vene spritzen um da so ein kleines Gegenpolster zu haben für solche Situationen.
What?! Also das habe ich ja noch nie gehört...
Und bevor ich da den Patienten nochmal für ne LA steche, versuche ich es lieber zwei Mal mit der Butterfly.
Ich hatte auch schon Venen, die mir weggerollt sind und ich dann mit der Spitze der Butterfly neben der Vene war, aber dann habe ich die Butterfly einfach seitlich bewegt und die Vene nicht von oben sondern quasi von der Seite punktiert, das geht ja auch.
Differenzialdiagnose
16.09.2018, 17:53
Nur weil Du's nicht gehört hast, macht es das nicht weniger effektiv.
Das Ganze habe ich im übrigen eher für Zugänge als für Blutabnahmen gemacht. Da ist der Unterschied zwischen s.c.-Nadel und PVK-Kanüle ja auch nochmal ein anderer.
Heerestorte
16.09.2018, 17:58
Nur weil Du's nicht gehört hast, macht es das nicht weniger effektiv.
Ich habe nicht gesagt, dass das nicht effektiv sei, sondern nur, dass ich das noch nie gehört habe und es deshalb sehr kurios finde ;-)
Das war weniger wertend gemeint, als es vielleicht rüber kam.
An meiner Uni bekommen (Privat-)Patienten bei den Anästhesisten regelhaft Lokalanästhesie bevor der Zugang gelegt wird. Hab ich so auch vorher noch nie gesehen.
Differenzialdiagnose
16.09.2018, 21:39
Da wo‘s ich mitbekommen habe, haben die auch den letzten Rest Lidocain dann in den gelegten PVK gespritzt, weil‘s das Brennen vom Propofol vermindern soll.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.