Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alle denken Ärzte sind überreich
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ehem-user-31-01-2020-1555
14.12.2019, 21:45
Mit 900 Scheinen ist das ein Netto nach allen Abzügen. Hier in der Gegend sind durchschnittlich 1200 Scheine normal und wenn man es gut anstellt bleibt ein 5 stelliger Betrag übrig.
Der war gut. Mit 900 Scheinen wird man nichtmal brutto auf einen fünfstelligen Betrag kommen. Die Pauschalen und sonstige Vergütungen sind dafür zu niederig. Wenn man ein herausragender Spezialist mit riesigem Privatanteil ist, evtl
Heerestorte
14.12.2019, 22:12
Der war gut. Mit 900 Scheinen wird man nichtmal brutto auf einen fünfstelligen Betrag kommen. Die Pauschalen und sonstige Vergütungen sind dafür zu niederig. Wenn man ein herausragender Spezialist mit riesigem Privatanteil ist, evtl
Nachtigall, ick hör dir trapsen...
freestyler
14.12.2019, 22:36
Der war gut. Mit 900 Scheinen wird man nichtmal brutto auf einen fünfstelligen Betrag kommen. Die Pauschalen und sonstige Vergütungen sind dafür zu niederig. Wenn man ein herausragender Spezialist mit riesigem Privatanteil ist, evtl
Ach heinblöd, deine Beiträge hier im Forum strotzen nicht grad vor Wissen. Mittlerweile bezweifle ich fast, dass du Medizin studiert hast. Ich habe btw von 1200 Scheinen geredet.
Kackbratze
15.12.2019, 07:35
Wo habe ich eigentlich das Popcorn hingestellt....
ehem-user-31-01-2020-1555
15.12.2019, 12:23
Wie hoch soll denn der Fallwert dieser 1200 Scheine Praxis sein um auf so einen hohen Gewinn von 10000 Euro zu kommen? Die Frage halte ich für legitim
Rahmspinat
15.12.2019, 12:29
Wie hoch soll denn der Fallwert dieser 1200 Scheine Praxis sein um auf so einen hohen Gewinn von 10000 Euro zu kommen? Die Frage halte ich für legitim
Naja, du hast halt 0,0 Berufserfahrung in der Medizin, geschweige denn im niedergelassenen Sektor und tätigst solche Aussagen. Du redest mit Leuten, die entweder im engsten Umfeld jemanden kennen oder sogar selbst niedergelassen sind und jeder widerspricht dir.
ehem-user-31-01-2020-1555
15.12.2019, 12:41
Es ist ja schön, wenn es solche Ärzte gibt. Aber auch ohne Berufserfahrung ist es doch legitim zu fragen, wie eine solche Rechnung zustande kommt. Die Fallwerte kann man ja leicht in Erfahrung bringen. Gerade auf dem Land hat man sowohl als Hausarzt als auch als Facharzt oft schnell eine 1200 Scheine Praxis. Und trotzdem finden viele keinen Nachfolger. Natürlich ist der Fallwert von KV zu KV und auch unter den Fachrichtungen verschieden, aber man wird doch wohl mal -auch als Ahnungsloser- in einem Internetforum aus Interesse fragen dürfen, wie so eine Rechnung zustande kommt.
Im Übrigen sollten sich auch die Leute die per Landarztquote ins Studium kommen wollen, über solche Dinge Gedanken machen
Kackbratze
15.12.2019, 12:55
Du hast nicht gefragt, wie das zu Stande kommt. Du hast es einfach angezweifelt UND die Zahlen vermischt, also falsch wiedergegeben.
Ich erwarte Besseres von einem Akademiker. Auch im Internet.
ehem-user-31-01-2020-1555
15.12.2019, 13:13
Du hast nicht gefragt, wie das zu Stande kommt. Du hast es einfach angezweifelt UND die Zahlen vermischt, also falsch wiedergegeben.
Ich erwarte Besseres von einem Akademiker. Auch im Internet.
Das mit den 900 und 1200 habe ich in der Tat überlesen.
Deshalb frage ich nochmal ganz lieb, wie so eine Rechnung, die ich in der Tat stark anzweifel, zustande kommt.
Also, wenn ich auf meine BWA schaue, dann kommen die Zahlen (Umsatz zwischen 330 und 350k, Gewinn vor Steuern knapp > 200000 bei knapp 1300 Scheinen, Hausarztpraxis ohne Hausarztverträge im Ruhrpott) erstmal durch den Fallwert für KV-Patienten zustande, dazu dann DMP, Ultraschalluntersuchungen (die zwar nicht komplett erstattet werden aber immerhin größtenteils), Gesprächsziffer, psychosomatische Grundversorgung und noch ein paar andere Dinge. Der Privatanteil liegt bei mir relativ hoch mit 18-19% am Umsatz.
ehem-user-31-01-2020-1555
15.12.2019, 15:23
Ok, das ist doch eine nachvollziehbare Rechnung. Du hast eine Kostenquote von unter 50 %, was sehr gut ist.
Ich muss den Thread nochmal hochholen und ein Erlebnis berichten welches vor einigen Wochen passiert ist und an dem ich irgendwie seitdem zu knabbern hab, weiß auch nicht.
Also:
Patient bei uns, Mitte/Ende vierzig, unterhält sich mit nem Pfleger über die jeweiligen Berufe. Er als gelernter Handwerker tätig in der Endfertigung eines großen deutschen Automobilherstellers. Montag bis Freitag, keine Schichten, keine Dienste, 35 Stunden oder sowas. Irgendwo in Ostdeutschland. Irgendwann kamen sie dann so aufs Gehalt zu sprechen. Mein Pfleger, Anfang vierzig, Fachkrankenpfleger, 20 Jahre Berufserfahrung, Dreischicht Vollzeit kommt auf knapp 2.500 Netto inklusive aller Zulagen.
Der Patient berichtete von einem normalen Monatsnetto von 3.500 Euro. Plus Urlaubsgeld. Plus Weihnachtsgeld. Plus jährlich erfolgsabhängige Vergütung im vierstelligen Bereich. Rechnet man das alles auf die Monate runter kommt der auf 4.500 bis 5.000 Netto. Ohne Dienste oder so Zeugs.
Ich war nur stiller Zuhörer. Ich (3. WBJ, aktuell Vollzeit Dreischicht ITS) hatte letzten Monat irgendwas um 3.300 Euro Netto inkl. allem.
Ich bin nicht neidisch, für mich ist die Erkenntnis daraus nur, dass es offensichtlich in unserer Gesellschaft eine schwere Schieflage in der Wertschätzung der einzelnen Leistungen gibt. Und wie gesagt, ich muss seitdem täglich dran denken, insbesondere wenn ich nach 10 Tagen Schichtarbeit mal wieder vor Stress kurz vorm dekompensieren bin.
Ich bin nicht neidisch
Sicher?
Das ganze hat nichts mit "Wertschätzung" (was auch immer das bedeuten soll) zu tun, sondern ist schlicht Ökonomie.
Cor_magna
15.09.2020, 17:53
Ich muss den Thread nochmal hochholen und ein Erlebnis berichten welches vor einigen Wochen passiert ist und an dem ich irgendwie seitdem zu knabbern hab, weiß auch nicht.
Also:
Patient bei uns, Mitte/Ende vierzig, unterhält sich mit nem Pfleger über die jeweiligen Berufe. Er als gelernter Handwerker tätig in der Endfertigung eines großen deutschen Automobilherstellers. Montag bis Freitag, keine Schichten, keine Dienste, 35 Stunden oder sowas. Irgendwo in Ostdeutschland. Irgendwann kamen sie dann so aufs Gehalt zu sprechen. Mein Pfleger, Anfang vierzig, Fachkrankenpfleger, 20 Jahre Berufserfahrung, Dreischicht Vollzeit kommt auf knapp 2.500 Netto inklusive aller Zulagen.
Der Patient berichtete von einem normalen Monatsnetto von 3.500 Euro. Plus Urlaubsgeld. Plus Weihnachtsgeld. Plus jährlich erfolgsabhängige Vergütung im vierstelligen Bereich. Rechnet man das alles auf die Monate runter kommt der auf 4.500 bis 5.000 Netto. Ohne Dienste oder so Zeugs.
Ich war nur stiller Zuhörer. Ich (3. WBJ, aktuell Vollzeit Dreischicht ITS) hatte letzten Monat irgendwas um 3.300 Euro Netto inkl. allem.
Ich bin nicht neidisch, für mich ist die Erkenntnis daraus nur, dass es offensichtlich in unserer Gesellschaft eine schwere Schieflage in der Wertschätzung der einzelnen Leistungen gibt. Und wie gesagt, ich muss seitdem täglich dran denken, insbesondere wenn ich nach 10 Tagen Schichtarbeit mal wieder vor Stress kurz vorm dekompensieren bin.
Dass die üblichen Verdächtigen (Große Automobilkonzerne, DAX und IG Metall Unternehmen etc.) auch ihre Arbeiter gut bezahlen ist echt kein Geheimnis....
DrSkywalker
15.09.2020, 18:07
Du bist noch in den lehrjahren l, wenn auch akademisch, und der Patient ist am Ende der Fahnenstange l. Warte mal noch 5 Jahre, dann ist alles gut ;)
Ich bin sicher nicht neidisch, ich hab in meinem ersten Leben als Aktenschubser in einem SDAX Unternehmen gearbeitet, da hätte ich auch einfach weitermachen können.
Es geht mir drum, dass das Geld ja ganz offensichtlich da ist, nur eben nicht nach Leistung bzw. Wichtigkeit der Leistung für die Gesellschaft verteilt wird. Jaja ich weiß, das Leben ist nicht fair usw. aber das doch in Realität mal vor Augen geführt zu bekommen ist doch noch mal was anderes. Und ich hab tatsächlich wenn ich das möchte die Weichen so zu stellen, dass ich über das Gehalt des Patienten müde lache. Ob ich das auch mit ähnlich wenig Arbeitsbelastung schaffe ist eine andere Frage.
Und was ist mit meinem Pflegekollegen? Der ist faktisch am Ende seiner Gehaltsfahnenstange angelangt. Und das mit einer physisch wie psychisch sehr fordernden Tätigkeit.
Ich weiß, das Thema wurde schon so oft durchgekaut und jaja, wenns mich stört werd ich eben auch Autoschrauber. Trotzdem ärgert mich die - meiner Meinung nach - Fehlallokation der Mittel in unserer Gesellschaft auf Basis fehlender Wertschätzung der einzelnen Leistungen der Berufsgruppen.
Cor_magna
15.09.2020, 19:51
Ich bin sicher nicht neidisch, ich hab in meinem ersten Leben als Aktenschubser in einem SDAX Unternehmen gearbeitet, da hätte ich auch einfach weitermachen können.
Es geht mir drum, dass das Geld ja ganz offensichtlich da ist, nur eben nicht nach Leistung bzw. Wichtigkeit der Leistung für die Gesellschaft verteilt wird. Jaja ich weiß, das Leben ist nicht fair usw. aber das doch in Realität mal vor Augen geführt zu bekommen ist doch noch mal was anderes. Und ich hab tatsächlich wenn ich das möchte die Weichen so zu stellen, dass ich über das Gehalt des Patienten müde lache. Ob ich das auch mit ähnlich wenig Arbeitsbelastung schaffe ist eine andere Frage.
Und was ist mit meinem Pflegekollegen? Der ist faktisch am Ende seiner Gehaltsfahnenstange angelangt. Und das mit einer physisch wie psychisch sehr fordernden Tätigkeit.
Ich weiß, das Thema wurde schon so oft durchgekaut und jaja, wenns mich stört werd ich eben auch Autoschrauber. Trotzdem ärgert mich die - meiner Meinung nach - Fehlallokation der Mittel in unserer Gesellschaft auf Basis fehlender Wertschätzung der einzelnen Leistungen der Berufsgruppen.
Es korreliert bei Weitem nicht mit Wertschätzung, Rafiki hat das schon angedeutet.
Schau dir mal Bankiers bzw die Finanzbranche an, da werden Top Gehälter gezahlt, obwohl nur die wenigsten sagen würden sie schätzen deren Arbeit so unglaublich. Oder irgendwelche Unternehmensberater, mir ist nicht bewusst dass die Gesellschaft im Ganzen deren Arbeit so toll findet. Im Gegenteil, genau Ärzte,Feuerwehrleute, Pfleger etc. sind in Prestige und Ansehenssrankings ganz oben.
Bei der Gehaltsfrage sind also ökonomische Aspekte viel wichtiger, aber das ganze Thema ist natürlich sehr komplex. Ein Aspekt: Das Gesundheitssystem ist bei weitem kein freier Markt, zumindest bei uns. Alles ist gedeckelt und festgelegt etc.. Schau mal in die USA, dort ist das ganze deutlich liberaler und "freier" und die Ärzte mit Abstand Top Verdiener in der dortigen Gesellschaft. Ob man das Allgemeingut Gesundheit dermaßen dem freien Markt ausliefern will wie da ist natürlich Weltanschauungssache jeden Einzelnen.
Abiturient2010
16.09.2020, 17:37
Du bist noch in den lehrjahren l, wenn auch akademisch, und der Patient ist am Ende der Fahnenstange l. Warte mal noch 5 Jahre, dann ist alles gut ;)
Das Argument kommt recht häufig, und ich kann es nicht so ganz nachvollziehen, bzw. einen solchen Werdegang zumindest nicht als "gottgegeben" sehen.
Ich kenne genügend Beispiele von Fachärzten, die eben nicht (in den zumindest bis zu 10 Jahren seit Erlangung des FA-Titels) Oberärzte wurden, und ich schätze sie jetzt auch nicht als inkompetente Versager ein, eher das Gegenteil.
Und als Facharzt in der Klinik wird man für die geleistete Arbeit jetzt nicht so toll bezahlt.
Klar, wenn man Anfang 30 ne gut laufende Praxis übernimmt oder direkt OA wird und nen AT-Vertrag aushandelt, mag die Welt sicherlich ganz anders aussehen. In meinem Dunstkreis scheint das allerdings eher nicht die Regel zu sein.
Cor_magna
16.09.2020, 18:12
Das Argument kommt recht häufig, und ich kann es nicht so ganz nachvollziehen, bzw. einen solchen Werdegang zumindest nicht als "gottgegeben" sehen.
Ich kenne genügend Beispiele von Fachärzten, die eben nicht (in den zumindest bis zu 10 Jahren seit Erlangung des FA-Titels) Oberärzte wurden, und ich schätze sie jetzt auch nicht als inkompetente Versager ein, eher das Gegenteil.
Und als Facharzt in der Klinik wird man für die geleistete Arbeit jetzt nicht so toll bezahlt.
Klar, wenn man Anfang 30 ne gut laufende Praxis übernimmt oder direkt OA wird und nen AT-Vertrag aushandelt, mag die Welt sicherlich ganz anders aussehen. In meinem Dunstkreis scheint das allerdings eher nicht die Regel zu sein.
Es gibt auch genug angestellte Mechaniker (ich würde sagen 95%) die keine 5k im Monat netto verdienen...
Man muss eben wissen was man will, und in den meisten Fächern ist es gut möglich Oberarzt zu werden. Notfalls muss man eben örtlich flexibel sein. Oder man lässt sich in einer Praxis anstellen, da ist auch oft OA Gehalt drin.
Wenn man natürlich in der gleichen KLinik sitzen bleibt, gibt es natürlich keine Garantie dass man da sofort OA wird bzw aufsteigt, aber das ist überall (also in jeder Branche) so.
Melina93
16.09.2020, 18:57
Einmal das, und es gibt ja genug Ärzte in Deutschland bei denen es wirklich gut läuft. Das das nicht bei jedem so ist, sollte doch klar sein. Für kein Geld der Welt würde ich auswandern. Fremdes Land als Ausländer, Fremdsprache lernen, man kennt keine Leute, Vorurteile, Wetter noch kälter als hier, Greta Thunberg etc. Man hat in Deutschland schon ganz gute-natürlich nichtoptimale- Möglichkeiten. Als Urlaub: jederzeit
Ich denke nicht, dass die Ärzte in erster Linie oder gar nur wegen des Gehalts auswandern. Ich kenne einige, die sehr intensiv mit dem Ausland liebäugeln oder bereits weg sind. Oft waren eher die schlechten Arbeitsbedingungen, vor allem als Assi, die Gründe. Und es gibt viele Menschen, die einen Migrationshintergrund haben bzw generell mehrere Sprachen beherrschen. Klar, ist immer etwas anderes dann im Ausland zu arbeiten. Aber einige sehen darin eher die Chance woanders Neues zu entdecken und sehen es nicht als Aufgeben. Im Zweifel kommt man halt wieder, auch kein Beinbruch.
Als ich zum Studium in ein anderes Bundesland gezogen bin kannte ich auch niemanden und da ich aus Bayern komme, waren kulturell durchaus einige Hürden da :-))
Neu anzufangen ist nie einfach und birgt immer Risiken. Manche gehen sie ein, andere nicht. Aber ich finde es schon schade, dass nicht wirklich etwas dagegen gemacht wird, dass Ärzte in Deutschland gerne hier bleiben. Wenn mann sieht wie die Politik aktuell versucht den Ärztemangel auf dem Land in den Griff zu bekommen...
Edit: Sorry, hab jetzt erst gesehen, dass der User eh weg ist -.-
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