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Roadkiller
29.10.2019, 04:42
Und schon haben wir eine wahrscheinlich ähnliche Dynamik wie sie TE schon seit Jahren aus dem KH kennt. Jetzt mal ran an die Analyse!��
Kackbratze
29.10.2019, 06:25
Was sollen wir da analysieren? Ich dachte, wir sollen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Der Fehler liegt schon darin, sich von der Pflege duzen zu lassen. Aber war klar, dass die hier versammelten Wartezeitler um Verharmlosungen nicht verlegen sind. Offenbar kann mans mit ihr machen, das scheint Anlass und Rechtfertigung genug zu sein. Weil Pflege am Limit und so.
Feuerblick
29.10.2019, 09:06
So ein Unsinn! Respekt hängt nicht davon ab, ob man jemanden duzt... Den Rest des Postings verstehe ich mal wieder nicht. Ist aber auch offenbar nicht zum Thema.
Was hat denn das Problem jetzt damit zu tun, ob man geduzt oder gesiezt wird?
Ich glaube man muss grundsätzlich zwischen einem unfreundlichen Verhalten und Mobbing unterscheiden. Zu letzterem gehört für mich dann doch der wiederholte und zugleich gezielte Charakter. Wenn mich jemand einmal unfreundlich anmacht, dann ist das nicht in Ordnung und man muss überlegen, ob man das ignoriert, mit Ironie begegnet oder es konkret anspricht, kann alles richtig sein. Aber erst wenn sowas wiederholt passiert und man das Gefühl haben muss, dass jemand gezielt ein Problem mit dir hat, dann würde ich es als Mobbing bezeichnen. Es gibt dann natürlich noch die Möglichkeit, dass in einer Abteilung jeder zu jedem unfreundlich ist und sich schlecht benimmt, auch das würde ich nicht als Mobbing sondern als allgemein schlechtes Klima bezeichnen. Ob man in so einer Abteilung arbeiten will ist natürlich die Frage, aber das sind unterschiedliche Dinge meiner Meinung nach.
Ich verstehe mich übrigens mit unseren MTAs sehr gut, habe hier zum Glück weder Mobbing noch allgemein unfreundliches Verhalten erlebt und ja, die dürfen mich alle duzen...
Trendafil
29.10.2019, 09:09
Also ehrlich gesagt bin ich hier auch auf Markians Seite.
Mobbing ist furchtbar.
Und es gibt nunmal zart besaitete Menschen, die einen dummen Spruch nicht so gut wegstecken können. Und wenn die Frequenz solcher Sprüche subjektiv sehr hoch ist, kann ich auch gut verstehen, dass das jemand als Mobbing empfindet.
@Cartablanca
Man kann lernen, mit solchen Situationen umzugehen.
Das hat etwas mit Schwinungsfähigkeit und Anpassung zu tun, ohne dass man sich dabei komplett verstellt.
Wenn eine Pflegerin nett auf Dich zu kommt und Dich im Namen der Pflege im Team willkommen heißt und Dir auch gleich das Du anbietet, gehst Du ja auch nicht her und sagst ''nein man möge mich Herr Dr. Blubb nennen!'' Wenn du (jetzt mal als Beispiel ohne auf die negativen Extreme vorheriger Posts einzugehen) jetzt aber auf siezen bestehst, kann man dann ja freundlich antworten '' Danke Frau X das ist sehr nett von Ihnen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit''
Verstehst du was ich meine?
Wenn Dir eine Pflegerin unverschämt daher kommt und der Spruch einfach situativ und auch sonst wie nicht angebracht war, kann man ja bestimmt antworten, dass das so nicht geht, ohne gleich beim OA zu lästern. ''Wenn mein Dekubitus tief genug ist, komm ich zum für die BEs und jetzt entschuldigen Sie uns bitte''
Weiter muss man sowas nicht kommentieren.
Auch solltest du differenzieren lernen, von wem so ein Spruch kommt und ob das der Situation oder wirklich deinem Verhalten geschuldet ist.
Wenn Dich der FA anraunzt, weil Du Dich ausversehen am OP Tisch unsteril gemacht hast, dann kannst du halt keine scheißegal Einstellung an den Tag legen und die verkeimten Finger in den Patienten stecken, sondern du gehst halt raus und wäschst dich nochmal.
Wenn Pflegerin Agate ihre 5. Kaffee und Kuchen Pause machen möchte und Dir ihre Botengänge aufdrücken möchte, aber sonst auch kein freundliches Wort, geschweige denn respektvolles Miteinander für Dich übrig hat, lehnt man das eben neutral, aber bestimmt ab.
Auch das muss man nicht unbedingt dem OA erzählen.
Kann verstehen, dass du Dich nach so vielen negativen Ereignissen, in der Opferrolle siehst. Es gibt aber gute Wege, zu lernen, mit so etwas umzugehen. Manchmal reicht auch der Blick auf Andere. Du wirst nicht der Einzige sein, der mal angepflaumt wird. Selbst eine Oberschwester Agate bekommt manchmal eins auf den Deckel. Das ist dem Stress und der hohen Arbeitsbelastung geschuldet. Und manchmal, weil man halt auch wirklich einfach Mist gebaut hat.
Bisschen Mitdenken ist erwünscht, auch wenns zunächst ungewohnt scheint.
Natürlich ist das 'Sie' weder notwendig noch hinreichend für einen respektvollen Umgang. Von Anfang an Grenzen zu setzen kann aber helfen, wenn man eh dazu neigt ins Visier unausgelasteter Pflegekräfte zu geraten.
Ich denke, wenn man regelmäßig angeschrieen wird, dann kann man das schon als Mobbing sehen. Je nachdem wie widerstandsfähig man halt selber ist. Ich find es halt immer schade, wenn man die Probleme direkt beim gemobbten sieht. Vielleicht war es bei euch damals eine andere Zeit, aber in der Schule wurde das auch in den Workshops zum Mobbing immer betont. Ich denk es ist halt vielleicht so, dass man an sich selber einfacher arbeiten kann, als bei anderen. Deshalb hat man aber nicht alleine schuld an der Situation .
Klar ist man nicht alleine schuld an der Situation, aber der TE will noch nicht mal in Betracht ziehen, dass er ggf was dazu beiträgt! Und über ein Jahrzehnt an allen Arbeitsstellen gemobbt zu werden, da muss doch zumindest ein Anteil auch bei ihm sein, oder siehst Du das anders?
Klar ist man nicht alleine schuld an der Situation, aber der TE will noch nicht mal in Betracht ziehen, dass er ggf was dazu beiträgt!?
Nein, da ist selbstverständlich kein Eigenanteil dabei...
behaupten ich hätte mich "unfreundlich" verhalten, wenn ich eine Forderung der Pflege ablehne.
Klar, war immer freundlich zu "dem Pack".
Der Kollege hatte die Schwester lediglich zur Seite gestupst
"Lediglich gestupst" kann sehr sehr unterschiedlich aufgefasst werden! Da kann es viele Missverständnisse geben wenn man als Mann eine Frau "lediglich stupst". Ok, klar. War wieder die Frau Schuld. Stand ja im Weg.
Es wird dann auch schon mal von "kulturellen Differenzen" geredet, was ich als rassistisch werte. Ich bin in D geboren und aufgewachsen
Und selbstverständlich geht es nur um den TE. Sowohl der TE als auch "das Pack" ist sämtlichst in D geboren und aufgewachsen und dazu noch aus der gleichen Region, denn auch in D selbst gibt es ja unterschiedliche Kulturen. Immer nur um den TE.
das ganze Pack
...
Feuerblick
29.10.2019, 16:54
Klar ist man nicht alleine schuld an der Situation, aber der TE will noch nicht mal in Betracht ziehen, dass er ggf was dazu beiträgt! Und über ein Jahrzehnt an allen Arbeitsstellen gemobbt zu werden, da muss doch zumindest ein Anteil auch bei ihm sein, oder siehst Du das anders?
Eben! Mobbing, wenn es welches ist, ist in der Tat schlimm. Aber vor lauter „OMG, Mobbing“-Aktionismus sollte man die kritische Überprüfung der Vorwürfe nicht vergessen.
Boah ich bin so dermaßen unempfindlich gegen blöde Sprüche, da geb ich dir gern ne Scheibe von ab :-D
Kennst du das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun? Die Kunst ist, die Sachebene zu beachten und die Beziehungsebene zu ignorieren. Ich hatte mal einen OA, der hat reihum Leute gemobbt, wirklich fiese Dinge gesagt, Leute absichtlich nach Feierabend auf ihn warten lassen etc etc... viele sind da natürlich drauf angesprungen, waren ihrerseits böse oder beleidigt etc... Ich habe wirklich geübt "ein Ohr rein, ein Ohr raus" oder auch "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem" (Römer 11,22). Das mag sich naiv anhören, aber es hat gut geklappt. Der fiese OA war irgendwann recht nett zu mir, hat mich wann immer möglich in den OP geholt und hätte mich mitgenommen, als er ging (bin aber schwanger geworden...)
Die Fähigkeit kann ich immer noch sehr gut gebrauchen, an meiner neuen Arbeitsstelle ist man direkter als ich es gewohnt bin (und ja, man duzt sich), aber schlimm ist das nicht. Einiges lernt man sogar besser. Und manchmal rede mich mit einer Kollegin, die sich tierisch über einen Spruch vom OA aufregt - der gleiche Spruch lässt mich völlig kalt, das überhöre ich routinemäßig :-D
John Silver
29.10.2019, 19:47
Nun ja, die Fähigkeit, dumme Sprüche zu überhören, ist eine, mit der ich mich nicht unbedingt brüsten würde. Man muss nicht auf jeden Spruch reagieren; man wird aber insbesondere in der Chirurgie geradezu devot erzogen, immer mit der Begründung, der- bzw. diejenige, die einen anschreien oder auf eine andere, unverschämte Art und Weise anmachen, „nun mal im Stress“ seien etc. Wie häufig hört man den Spruch „Der Operateur darf das!“? Nein, darf er nicht. Wenn man Unverschämtheiten stets „ignoriert“, bestärkt man das unverschämte Verhalten.
Ich war selbst auch mal ein Opfer, allerdings von Bossing. Der Chefarzt behandelte mich wie Dreck; er schrie mich an und beleidigte mich, und zwar sowohl vor der Pflege, als auch vor Patienten und Kollegen, auch aus anderen Abteilungen. Ich habe die Fehler zunächst bei mir gesucht, und auch einige gefunden; bin dann in mich gegangen und habe Gespräche mit anderen Assis und Oberärzten gesucht, habe die Fehler analysiert und behoben, was mir von ebendiesen Assis und Oberärzten auch ehrlich bescheinigt wurde. Aber der Chef hörte nicht auf. Ich suchte auch das Gespräch mit ihm, und sagte ihm, dass ich die sachliche Ebene seiner Kritik annehme, die Art jedoch, wie er Kritik äußert, inakzeptabel finde (und man sollte nicht meinen, ich sei ein Sensibelchen - so wie mir ging es der gesamten Mannschaft; alle wurden vom Chef schikaniert, von kleinsten Assi bis zum leitenden OA) - und was war seine Antwort? Ganz einfach: Wenn „seine“ Leute Fehler machen, fühle er sich eben sehr traurig, und das finde sich in seinem Ton wieder. Wenn ich versuche, die einzelnen Ebenen der Botschaft zu trennen, zeige das nur meine fehlende Reife als Mensch und Chirurg (!). Was lernen wir daraus? Arsch bleibt eben Arsch; und auch wenn man sich die größte Mühe gibt, mit anderen auszukommen, kann es trotzdem passieren, dass man gemobbt wird.
Was will ich damit sagen: diejenigen, die die (Selbst)Reflexion seitens des TE vermissen, haben sicher Recht. Ich glaube jedoch nicht, dass hier einfach nur ein Elefant über das zerbrechliche Porzellan beschwert; auch wenn er/sie die eigene Handlungsweise dringend hinterfragen sollte, heißt es nicht, dass da nicht doch Mobbing im Spiel ist, und dass er/sie schikaniert wird, weil er/sie sich nicht alles gefallen lässt, was auch sein/ihr gutes Recht ist. Einfach alle Unverschämtheiten herunter zu schlucken ist auch keine gute Lösung.
ehem-user-31-01-2020-1555
29.10.2019, 20:42
Ich kann John Silver zu 100% zustimmen. Sehr professionell gelöst. Ob Anschreien nun Mobbing ist oder nicht, es zeugt auf jeden Fall von Respektlosigkeit und schlechtem Betriebsklima. Und das ist ja glücklicherweise nicht in jeder Klinik so. Wie man es 6 (oder mehr) Jahre in einer solchen Klinik aushält ohne sich zu wehren und ohne selbst einen psychischen Schaden zu bekommen, erschließt sich mir nicht
Kackbratze
29.10.2019, 23:05
Ich denke, wir werden hier Alle per Fernwartung heilen können. Dafür ist das Internet doch da, oder?
Autolyse
30.10.2019, 07:49
Ich denke, wir werden hier Alle per Fernwartung heilen können. Dafür ist das Internet doch da, oder?
Nein. (https://www.youtube.com/watch?v=YRgNOyCnbqg)
Auch classic wiedereingestiegen? 🙈
cartablanca
31.10.2019, 05:57
Wenn 40 % aller Assis Mobbing beklagen und 40 % gar nicht mehr im kurativen Bereich tätig sind, sollte man vielleicht mal reflektieren.
Auch aus Eigeninteresse. Meiner Erfahrung nach hatten immer genau die Abteilungen Personalmangel wo Mobbing von der Leitung ignoriert wurde. Meistens ist es ja auch so, dass genau in diesen Abteilungen generell eine besondere Rücksichtslosigkeit vorherrscht, die sich auch bei Arbeitszeiten, Fortbildungen etc. niederschlägt. Wer übrigens glaubt, dass die 100 h Woche eine Übertreibung war, der irrt. Kein Assi kam unter 13 h pro Tag ohne Pause raus. Ich habe auch im Notarztkurs einen Chirurgen kennen gelernt, der von ähnlicher Arbeitsbelastung in seinem Haus berichtete.
Jeder macht so seine Erfahrungen. Ich kenne eine Assistenzärztin, die von ihrem Chef vor versammelter Mannschaft als Hure bezeichnet wurde deren Doktorarbeit nichts tauge. Wahrscheinlich hatte die das auch verdient was? Oder ein chirurgischer Assistent, der sich eine Backpfeife von seinem Chef im OP Saal gefangen hat. Auch verdientermaßen? Und mein Kollege, dem am Ende gekündigt wurde, weil die organisierte Pflege permanent Dinge gegenüber den Vorgesetzten erzählt hat, die nicht stimmten und dann Antideppressiva nahm hatte es auch verdient (darüber sollte speziell Morgoth als FA für Psychiatrie mal nachdenken)? Und der Rest der Assis hatte es verdient seine Dienste zu übernehmen und sieben Dienste im Monat zu leisten? Ist halt im Krankenhaus so?
Bei mir waren es halt mehr Konflikte mit einigen Pflegekräften. Mit der Mehrheit gab es diese Probleme nicht. Ich habe diese Minderheit als Pack bezeichnet weil sie häufig im Rudel d.h. gebündelt als Pack agiert. Anlass können Meinungsverschiedenheiten mit Einzelpersonen über Nichtigkeiten sein. Es reicht wenn man nicht so fügsam ist und nicht zu Allem ja und Amen sagt.
Wenn da jmd. krampfhaft was daraus konstruieren will, sagt das mehr über die Intention des Konstrukteurs aus als über mich.
Ich finde es insgesamt doch gut, dass es diesen Thread gibt und unterschiedliche Meinungen zu Tage treten. Auch wenn es hier keine Lösungsvorschläge gibt, ist es doch gut ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Soll doch ein jeder, der sich den Thread durchliest, seine Gedanken machen.
][truba][
31.10.2019, 06:51
Sorry aber immer ruhig mit den jungen Pferden. Ich denke, der größte Teil der Kollegen der der Medizin den Rücken zugewandt hat tut dies auf Grund der schlechten Arbeits- und Weiterbildungsbedingungen. Die Menge an Leuten die du kennst, die dann auch noch so krasse Dinge erlebt haben ist relativ hoch (oder hat man das „mal gehört“).
Die Beispiele erlauben übrigens Anzeige gg. die jeweils verantwortlichen.
Und wenn die Arbeitsstelle dermaßen grausam ist muss man gehen und was anderes machen.
Ich glaube hier hat auch niemand ernsthaft bezweifelt, dass es Mobbing im Krankenhaus gibt und dass das ein ernstes Problem ist.
Das heißt aber trotzdem nicht, dass jedes unfreundliche oder unangemessene Verhalten gleich Mobbing ist, mit diesem Begriff sollte man doch vorsichtig sein.
Und wenn jemand über Jahre hinweg an verschiedenen Arbeitsstellen immer wieder Mobbing erlebt, dann muss man eben auch zumindest überlegen in wie weit das Ganze auch am Betroffenen liegt, ob er in irgend einer Weise das Ganze begünstigt hat, besonders sensibel ist usw. Auch hier sagt ja keiner, dass der Betroffene dann gleich selbst schuld ist, aber es schadet ja trotzdem nicht hier einmal Selbstreflektion zu betreiben, die ja auch ergeben kann, dass man tatsächlich mehrmals massiv Pech hatte und nichts dafür kann.
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