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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warnstreik am 4. Februar



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Mano
08.03.2020, 06:33
Bei uns holen wir uns unsere Klamotten aus einem Automaten. Ich würde mir wünschen, dass hier einfach die Entnahme und Rückgabezeiten erfasst werden. Technisch sicher kein Problem - der Automat kann ja auch zählen wie viele Hosen ich schon gleichzeitig anhabe...
Und dann dürfte es auch einem Chef schwer fallen zu argumentieren, man soll sich doch eben austragen und dann nackt weiter arbeiten ;-)

Mr. Pink online
08.03.2020, 06:58
Wir haben als Hintergrund Mo-Fr einen kurzen BD Anteil und dann RD. Wenn das nicht mehr geht wird es kompliziert, mit Spätdienst und dann RD. Will bei uns sicher keiner.
Nur 4x 24h Dienst finde ich dafür durchaus sinnvoll.
Beim Bereitschaftsdienst musst du doch genauso vor Ort sein wie bei einem Spätdienst, nur dass du für den Spätdienst vollen Ausgleich bekommen musst? Ich verstehe nicht was der Nachteil ist.

FirebirdUSA
08.03.2020, 07:30
Ich muss mich bei einem BD an einem vom AG festgelegten Ort aufhalten und der ist nicht zwingend die Klinik ;-)

Außerdem würde der Spätdienst vermutlich uns dann in den Wochen treffen wo wir kein RD haben und dann wäre mehr wie eine Woche im Monat sozial unverträglich...

tragezwerg
08.03.2020, 08:20
Bei uns wird auch schon das Umstellen auf Schichtdienst diskutiert. Das würde aber die aktuelle Kündigungswelle noch verstärken. Wir haben schon in vielen Bereichen Schichtdienst, und das kotzt alle sehr an. Die Bereitschaftsdienste werfen zumindest noch etwas Geld ab, die Schichtdienste sind finanziell maximal unattraktiv. Ganz davon abgesehen, was Schichtdienst an Problemen wie Schlafstörungen etc. pp. verursacht.
Die Arbeitgeber werden schon ein Schlupfloch finden...wie immer.

tarumo
08.03.2020, 08:33
Das offizielle "framing" lautet landauf, landab 6% mehr für Ärzte- somit ist dann auch wieder der Sozialneid und Unverständnis seitens der Bevölkerung garantiert. Wie in den letzten Jahren auch schon. Solange aber die Schnittchenesser vom MB auf Pöstchen- und Kuschelkurs mit der Politik sind, wird das sich auch nicht mehr ändern, und auf eine Tarifrunde unter dem Motto "Bares für Rares" kann man lange warten...

Feuerblick
08.03.2020, 08:56
Steht ja nirgendwo geschrieben, dass die Ärzteschaft sich das gefallen lassen muss... :-nix Muss halt die Gesellschaft auch mal lernen, dass Selbstaufopferung nicht in der Stellenbeschreibung steht. Aber hey, solange Ärzte sich selbst aufopfern, weil da doch Patienten sind, denen man helfen und für die man seine Freizeit sinnlos verbraten muss, so lange wird NICHTS passieren. Nicht der Marburger Bund ist schuld. Schuld sind die Ärzte, die sich ALLES gefallen und sich für dumm verkaufen lassen.

tarumo
08.03.2020, 09:30
Nicht der Marburger Bund ist schuld. Schuld sind die Ärzte, die sich ALLES gefallen und sich für dumm verkaufen lassen.

Aussage 1 falsch, Aussage 2 richtig.
Der MB hat natürlich die entsprechenden Verträge unterschrieben. Man hätte sich auch jetzt (oder schon vor Jahren) dazu entscheiden können, einen mehr konfrontativen Kurs a la GDL oder Vereinigung Cockpit zu fahren. Und ein bißchen mehr organisieren als einen Tag Warnstreik zum "Dampfablassen". Mit Multifunktionären in Regierungsverantwortung a la Henke wird das natürlich nichts, die Nachfolgerin kommt ja auch aus der Funktionärs "Schnittchenesser" ebene und nicht aus der Patientenversorgung.

Ich stelle auch fest, daß der MB versucht, die Tarifhoheit für jetzt noch außertariflich extern angestellte Ärzte bzw. wesensfremd sogar Pflegepersonal "aus Gerechtigkeitsgründen" an sich zu ziehen, die schlechtdotierten Verträge in den Gesundheitsämtern aber bis dato und in den letzten 15 Jahren (auf Wunsch von "oben"?) völlig ignoriert hat.
Insofern trifft ihn auch eine gewisse Mitschuld, daß selbst jetzt Freitag ab 12h im örtlichen Gesundheitsamt niemand mehr zu erreichen ist.
Was Teil 2 angeht, hast Du natürlich recht.

Feuerblick
08.03.2020, 09:45
Der Marburger Bund stünde doof da, wenn niemand mehr Mitglied wäre... Wenn Ärzte sich also nicht alles gefallen lassen würden (und ich habe mich schon 2006 darüber geärgert, wie man sich hat kaufen lassen beim MB), dann wäre der MB nicht in der Lage, Verträge auszuhandeln und zu unterschreiben. :-nix Aber Ärzte sind halt gern passiv, wollen die Welt retten und haben Angst davor, die Klappe aufzumachen. Solange sich das nicht ändert, wird sich nichts ändern.

tarumo
08.03.2020, 09:56
Der Marburger Bund stünde doof da, wenn niemand mehr Mitglied wäre... Wenn Ärzte sich also nicht alles gefallen lassen würden (und ich habe mich schon 2006 darüber geärgert, wie man sich hat kaufen lassen beim MB.

Die hypothethische Frage ist, ob es ohne den MB nicht auch die 2% Erhöhung pro Jahr (das ist wieder mal unter der Inflationsrate) gegeben hätte. Die Wischiwaschiregelungen bzgl. der Arbeitszeiten und Dienstpläne sind m.E. das Paper nicht wert. Und was die Einhaltung des AZG angeht, hat hier der europäische Gerichtshof dazwischengegrätscht und nicht der MB.

Die andere Frage ist, ob man eine Organisation, die erkennbar schlechte Verträge verhandelt bzw. sich sogar "kaufen" läßt (in Deinen Worten) dann auch noch finanziell unterstützen muss durch Mitgliedschaft.

Eine Veränderung von "innen" kann ich auch nach 15 Jahren nicht erkennen. Und soweit ich das als Ex-Mitglied beurteilen kann, ist das auch nicht wirklich gewünscht. Ein Indiz sind zum Beispiel die Versammlungstermine, die zeitlich so gelegt werden, daß man am besten "unter sich" bleibt- ein Trick, der mir aus der Kommunalpolitik sehr gut bekannt ist. Sollte das nicht mehr der Fall sein (Versammlungen überwiegend abends oder am Wochenende) ziehe ich meine Aussage zurück.

Feuerblick
08.03.2020, 09:59
Sag ich doch... aber wenn sich die Mitglieder das gefallen lassen und der Rest der Ärzteschaft auch, dann dürfen sie nicht jammern. Und wenn man sich gefallen lässt, dass selbst ausgehandelte Punkte aufgrund ihrer „wischiwaschi“-Formulierung von den Arbeitgebern unzureichend umgesetzt werden, eben auch.

tarumo
08.03.2020, 10:28
Sag ich doch... aber wenn sich die Mitglieder das gefallen lassen und der Rest der Ärzteschaft auch, dann dürfen sie nicht jammern. Und wenn man sich gefallen lässt, dass selbst ausgehandelte Punkte aufgrund ihrer „wischiwaschi“-Formulierung von den Arbeitgebern unzureichend umgesetzt werden, eben auch.

Ich habe mir das im übrigen nicht gefallen lassen (seinerzeit hat man die FB-Tage von fünf auf drei verkürzt und den Urlaub um einen Tag , einfach toll, diese Gewerkschaft) und bin mit ausführlicher Begründung ausgetreten. Daraufhin geantwortet hat im übrigen die Geschäftsführung persönlich, weswegen ich davon ausgehe, daß es intern doch ein wenig Wirbel verursacht hat.

Die Sprache des Geldes (weniger Mitglieder heißt weniger Einkünfte ) wird von allen verstanden. Aber die Handlungshohheit liegt bei jedem Einzelnen.

DanielOliver
08.03.2020, 11:03
Die hypothethische Frage ist, ob es ohne den MB nicht auch die 2% Erhöhung pro Jahr (das ist wieder mal unter der Inflationsrate) gegeben hätte.

Da wäre die EZB aber froh wenn diese Behauptung war wäre, 2012 war die Inflationsrate das letzte Mal bei 2%, seitdem immer drunter. (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1046/umfrage/inflationsrate-veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahr/)

milz
08.03.2020, 11:20
6,5% auf 33 Monate sind 2,36% pro Jahr.

][truba][
08.03.2020, 11:35
So wie ich das sehe, lesen sich 6,5% auf 33 Monate einfach besser als 6,5% auf 36 Monate, oder?
Ich meine, es gilt vom 1. Oktober 2019 an ufür 3 Jahre ( = 36 Monate), oder habe ich da einen Denkfehler?
Die 33 Monate stehen doch da nur, weil die Verhandlungen jetzt erst abgeschlossen sind. Dann sind wir wieder bei 2,17% und damit 0,67% über der Inflationsrate. Schon arm aber wenn es mit den Verbesserungen der Arbeitsbedingungen klappt, wäre es gut. Vor allem ist denke ich auch nicht das Grundgehalt das wahre Problem. Über die Bezahlung der Nachtstunden etc. pp. sollte irgendwann auch diskutiert werden.

freak1
08.03.2020, 12:50
Die IGM wäre wohl lachend vom Verhandlungsstuhl gefallen

schnix25
08.03.2020, 12:58
Letztlich ist aber leider nun mal die Erhöhung des Grundgehaltes das einzige was sicher beim Arbeitnehmer ankommt. Bessere Überstundenvergütung usw. nutzt relativ wenig, wenn diese erst gar nicht systematisch erfasst werden. Heutzutage gäbe es so gute Möglichkeiten die Arbeitszeit minutengenau zu erfassen. Da alles elektronisch abläuft ist anhand des einloggens und ausloggens der Mitarbeiter genau nachzuverfolgen wie lange man gearbeitet hat.
Die Reduktion auf max. 4 Bereitschaftsdienste im Monat wird denke ich nach hinten losgehen. Wenn nun flächendeckend ein Schichtsystem eingeführt wird, verbessert dies die Lage ja nun mal überhaupt nicht. MMn sollte der MB einfach pauschal 5% pro Jahr Erhöhung einfordern und den Rest kann man lassen wie man will, ändert sich eh nichts.
Die 2,5% Erhöhung sind natürlich zu niedrig angesetzt. Wenn man sich die Pflichtversicherungsgrenze für die Krankenversicherung ansieht, erkennt man, dass diese von 2019 auf 2020 um 2,96% erhöht wurde. Und diese Erhöhung geht immer nach der allgemeinen Lohnentwicklung. Also liegt der aktuelle Tarifabschluss ca. 0,5% unter der allgemeinen Lohnentwicklung. Da fragt man sich ja schon warum überhaupt gestreikt wurde.

DrArzt
08.03.2020, 13:01
[truba][;2129541']So wie ich das sehe, lesen sich 6,5% auf 33 Monate einfach besser als 6,5% auf 36 Monate, oder?
Ich meine, es gilt vom 1. Oktober 2019 an ufür 3 Jahre ( = 36 Monate), oder habe ich da einen Denkfehler?
Die 33 Monate stehen doch da nur, weil die Verhandlungen jetzt erst abgeschlossen sind. Dann sind wir wieder bei 2,17% und damit 0,67% über der Inflationsrate. Schon arm aber wenn es mit den Verbesserungen der Arbeitsbedingungen klappt, wäre es gut. Vor allem ist denke ich auch nicht das Grundgehalt das wahre Problem. Über die Bezahlung der Nachtstunden etc. pp. sollte irgendwann auch diskutiert werden.

Warum ist denn das Grundgehalt nicht das Problem? Doch genau das ist das Problem!

Ich kann doch nicht allen Ernstes glauben, dass ich mit einem 6,5 jährigen Studium und deutlich späterem Berufseinstieg weniger verdiene, als ein 0815-Ingenieur, der nur seine 35h kloppt und dafür auch Weihnachts- und Urlaubsgeld bekommt und damit mehr als 10k mehr verdient als ich als Arzt, der neben dem allgemeinen Berufsrisiko, wie aktuell mit dem KronenVirus, auch noch 80+ Stunden arbeiten muss, um auch halbwegs auf demselben Niveau zu landen. Und dabei um seine *** Überstunden kämpfen muss...

Mein Gott, es ist das Grundgehalt, es ist der Nachtdienst, es sind die Überstunden und es sind die Arbeitsbedingungen!

freak1 hat es gesagt, ich betone es auch, schaut mal bei IGM vorbei! Wenn die einen Mangel an Ingenieuren hätten, wären die Gehälter dort bei 100k+/Einstieg! Wir haben einen Mangel, und kriechen dennoch weiter..

schnix25
08.03.2020, 13:04
Allgemein bietet die Pflichtversicherungsgrenze eigentlich eine schöne Vergleichbarkeit. 2018 hat Stufe 3 bei Ä1 locker gereicht um über die Grenze zu kommen, 2019 noch gerade noch so. 2020 benötigt man selbst mit den +2,5 % nun Stufe 4 um die Grenze zu erreichen. 2021 fraglich dann schon vllt Stufe 5. Wenn das so weitergeht, wird man z.B. erst als Facharzt in die PKV gehen können.

DanielOliver
08.03.2020, 13:15
Die IGM wäre wohl lachend vom Verhandlungsstuhl gefallen

Auch hier darf man fragen wie es zu dieser Einschätzung kommt. Hier https://www.gesamtmetall.de/sites/default/files/downloads/broschuere_-_tarifentgelte_1990-2018.pdf kann man sich das zum Beispiel ansehen, so viel drüber liegt Metall dann auch nicht. Und Metall liegt halt auch seit langem über der Gesamtentwicklunghttps://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/entwicklung1/.

Man kann ja gerne mehr fordern, aber dann doch bitte mit einer sachlichen Argumentation.

BlackVelvet
08.03.2020, 13:41
Schließt die 4 Bereitschaftsdienste Regelung eigentlich Rufbereitschaft mit ein oder lediglich den Bereitschaftsdienst in der Klinik?