Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warnstreik am 4. Februar
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Wenn die nächtlichen Schichtdienste wie in anderen Branchen z.B. mit 200% vergütet werden würden, dann gäbe es das Problem gar nicht. Ein bestimmter Anteil von KollegInnen würde sich geradezu darum reißen. Siehe auch Honorar(ANÜ-) Dienste, oder auch Bohrinseln, die seltsamerweise auch besetzt werden können.
Es darf halt einfach nix kosten in ´schland
Die Krankenkassenchefs haben sich als Gegenleistung für das persönlich weitgehend risikolose und eigennützige, unüberlegte Kaputtsparen des Gesundheitswesens und laut eigener Aussage aktuell Anhäufung von Milliardenverlusten mal eben 4% innerhalb eines Jahres genehmigt, z.B. Christoph Straub von der (Er)Barmer.
https://www.merkur.de/leben/geld/gehalt-krankenkasse-vorstand-chef-verdienst-bonuszahlungen-pension-zr-13581910.html
Dann gibt es noch 150 weitere KK-Chefs....
Klar, daß dann am Ende nicht mehr soviel übrigbleibt für die Leute, die dann die eigentliche Arbeit machen (gilt ja auch für die Pflege)
FirebirdUSA
08.03.2020, 15:25
Wenn die nächtlichen Schichtdienste wie in anderen Branchen z.B. mit 200% vergütet werden würden, dann gäbe es das Problem gar nicht. Ein bestimmter Anteil von KollegInnen würde sich geradezu darum reißen. Siehe auch Honorar(ANÜ-) Dienste, oder auch Bohrinseln, die seltsamerweise auch besetzt werden können.
Es darf halt einfach nix kosten in ´schland
Die Krankenkassenchefs haben sich als Gegenleistung für das persönlich weitgehend risikolose und eigennützige, unüberlegte Kaputtsparen des Gesundheitswesens und laut eigener Aussage aktuell Anhäufung von Milliardenverlusten mal eben 4% innerhalb eines Jahres genehmigt, z.B. Christoph Straub von der (Er)Barmer.
https://www.merkur.de/leben/geld/gehalt-krankenkasse-vorstand-chef-verdienst-bonuszahlungen-pension-zr-13581910.html
Dann gibt es noch 150 weitere KK-Chefs....
Klar, daß dann am Ende nicht mehr soviel übrigbleibt für die Leute, die dann die eigentliche Arbeit machen (gilt ja auch für die Pflege)
Die Gehälter liegen inkl. Bonus & Geschäftswagen aber unter dem was die meisten Chefärzte in D verdienen und auch viele Niedergelassene kommen in ähnliche Bereiche. Davon kannst du also nicht mal einen Arzt zahlen vom Zuwachs.
Auch die Aussage weiter oben (von jemand anders) ein 0815 Ingenieur würde mehr verdienen als jeder Arzt mag im Einzelfall stimmen aber nicht in der großen Masse. Ich kenne einige Ingenieure bei Bosch, ja in den ersten 2 Jahren haben die Grundgehalt mehr verdient als ich. Inzwischen ist es aber deutlich anders herum... und 35h arbeiten die alle nicht.
Ich finde es geht in die richtige Richtung, Versuch die Arbeitsbedingungen zu verbessern (weniger Dienste) auch wenn ich persönlich davon vermutlich einen Nachteil habe. Die 6.5% sind nicht übermäßig viel für mich aber ok. Ich bekomme aber auch jede Überstunde bezahlt...
Die Gehälter liegen inkl. Bonus & Geschäftswagen aber unter dem was die meisten Chefärzte in D verdienen und auch viele Niedergelassene kommen in ähnliche Bereiche. Davon kannst du also nicht mal einen Arzt zahlen vom Zuwachs. .
Auch wenn die Diskussion abdriftet..die wenigsten KK-Chefs haben die Qualifikation und Verantwortung eines Chefarztes. Meistens Verwaltungslaufbahn oder "entsorgter" Politiker. Unternehmerisches Risiko Null, Amtsleiter einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung trifft es eher, also die Bezahlung wie ein Leiter einer Bezirksfinanzdirektion ist angemessen. Aber nicht Bundeskanzler plus 50%.
Was die Ingenieure angeht, da gibt es in einigen Branchen natürlich auch Lohndrückerei vom Feinsten.
Der Knackpunkt ist einfach der, daß man als Arzt relativ spät ins (bezahlte) Berufsleben startet und der Vorsprung der anderen Berufsgruppen erst relativ spät wieder wettgemacht wird...ich habe erst vor ein paar Tagen einen recht ausführlichen Artikel dazu gelesen..mal sehen, ob ich ihn wiederfinde. Im Vergleich zu einer klassischen Handwerkslaufbahn Lehre > Meister > und evt. eigene Firma (Handwerk floriert ja momentan) zieht man sogar erst mit 50 Jahren gleich. Oder einfach selbst nachrechnen, wenn der 16jährige Azubi schon einen hohen dreistelligen oder sogar schon vierstelligen Betrag nach Hause bringt...
FirebirdUSA
08.03.2020, 16:36
Trifftet sehr ab, aber aus meiner Weltsicht darf ein Handwerksmeister mit eigenem Betrieb durchaus gut verdienen.
Ich finde auch es sollte weniger KK geben und der Gehaltszuwachs ist für die Öeistung frech. Das gleiche gilt aber auch für die Bezüge der meisten Manager von Dax Unternehmen...
Nachtdienstzuschläge (auch für BD) sollten tatsächlich >50% betragen wenn man die gesundheitlichen Auswirkungen bedenkt. Das finde ich eher unverschämt als unser Grundgehalt oder ein Lohnzuwacgs knapp über Inflationsrate
Mr. Pink online
09.03.2020, 09:28
Schließt die 4 Bereitschaftsdienste Regelung eigentlich Rufbereitschaft mit ein oder lediglich den Bereitschaftsdienst in der Klinik?
Wenn sie sagen Bereitschaftsdienst, dann ist genau der damit gemeint denke ich. Rufbereitschaftsdienst ist tariflich anders geregelt.
Dogs4Life
09.03.2020, 14:01
Wieso ist eigentlich überhaupt noch jemand Mitglied beim MB? Folgen einfach alle blind dem Beispiel ihrer Kollegen und treten einfach bei? Ich bin jetzt erst am Ende des Studiums und habe im klinischen Alltag noch nicht viel Erfahrung, aber kenne mich ganz gut in Wirtschaft aus und sehe wirtschaftlich absolut keinen Nutzen des MB. Das, was von denen durchgesetzt wurde, ist, besonders bezüglich des Gehalts lachhaft. Eine Gehaltssteigerung knapp über historischem Inflationsniveau lieft in meinem alten Job fast automatisiert ab und musste nicht groß verhandelt werden. Und wenn man die Vergütung der Dienste, insbesondere der Nachtdienste, anschaut, dann kann man nur die Hand vors Gesicht klatschen.
Nachdem die Mitgliedszahlen zwar langsamer, aber immer noch stetig steigen, scheint es den meisten Mitgliedern zu gefallen. Und der MB hat somit auch überhaupt keinen Grund, etwas "robuster" bei den Verhandlungen aufzutreten, zumal das ja die lukrativen Funktionärskarrieren oder Anschluss -"Aufsichtsrats" Mandate der Schnittchenesserebene gefährden würde.
FirebirdUSA
09.03.2020, 17:30
Wieso ist eigentlich überhaupt noch jemand Mitglied beim MB? Folgen einfach alle blind dem Beispiel ihrer Kollegen und treten einfach bei? Ich bin jetzt erst am Ende des Studiums und habe im klinischen Alltag noch nicht viel Erfahrung, aber kenne mich ganz gut in Wirtschaft aus und sehe wirtschaftlich absolut keinen Nutzen des MB. Das, was von denen durchgesetzt wurde, ist, besonders bezüglich des Gehalts lachhaft. Eine Gehaltssteigerung knapp über historischem Inflationsniveau lieft in meinem alten Job fast automatisiert ab und musste nicht groß verhandelt werden. Und wenn man die Vergütung der Dienste, insbesondere der Nachtdienste, anschaut, dann kann man nur die Hand vors Gesicht klatschen.
Naja die Alternative wäre das Verdi für die Ärzte wieder mitverhandelt. Was das bedeutet kannst du mal deine älteren Kollegen fragen.
Matzexc1
09.03.2020, 17:40
Verdi war beim letzten Mal bereit Kürzungen bei den Ärzten zu akzeptieren, deswegen auch die Trennung.
Als Krankenpfleger habe ich Verdi 2x erlebt, das Ergebnis war nicht mal Inflationsausgleich und keine Garantie Auszubildende zu übernehmen. Und was da an Vorteilsnahme läuft....
Da ist mir der MB schon lieber.
Was hindert euch eigentlich daran eine größere Rolle beim MB zu spielen?
Ich bin auch beim MB. Ohne sähe es wahrscheinlich noch schlechter aus.
Eben. Ich bin auch mit Überzeugung Mitglied. Wenn mir jemand eine realistische Alternative aufzeigt (nein, ich will nicht auswandern/ mich niederlassen/ in der Industrie arbeiten/ durch Deutschland touren und versuchen einen bestmöglichen Vertrag herauszuhandeln), dann bin ich dabei. Bis dahin sind mir +2% immer noch lieber als +0,2% - das irgendeine Klinik von selbst den Inflationsausgleich zahlt glaube ich nämlich nicht...
Mr. Pink online
09.03.2020, 20:37
An den meisten in den Kliniken vorherrschenden Umständen sind wir Ärzte selbst schuld. Davon abgesehen, dass sich die wenigsten im MB oder sonst gesundheitspolitisch engagieren, nehmen wir die unzumutbarsten Arbeitsbedingungen als gegeben hin und beschweren uns nur mäßig bis gar nicht. Allein der systematisch vollzogenene Betrug bei der Arbeitszeiterfassung würde schon reichen, damit "normale" Menschen auf die Straße gehen. Würde der bereits bestehende Tarifvertrag einfach nur seine rechtmäßige Anwendung finden würden einige Kollegen deutlich mehr Geld nach Hause bringen. Aber wir freuen uns lieber über 2% mehr Lohn pro Jahr...
Solange wir uns im Krankenhaus das alles bieten lassen, kann uns auch der beste Vertrag und der beste MB nicht helfen. :-meinung
Fluoreszenz
09.03.2020, 21:02
Ja klar, dem 16jährigen Azubi geht es schon jetzt viel besser, weil er neben seinem achtstelligen Gehalt lediglich 15 Stunden die Woche „arbeiten“ muss, so wie alle Arbeitnehmer, in allen medizinfernen Branchen, vom Meister will ich gar nicht erst anfangen... ;)
Fluoreszenz
09.03.2020, 21:06
Auch wenn die Diskussion abdriftet..die wenigsten KK-Chefs haben die Qualifikation und Verantwortung eines Chefarztes. Meistens Verwaltungslaufbahn oder "entsorgter" Politiker. Unternehmerisches Risiko Null, Amtsleiter einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung trifft es eher, also die Bezahlung wie ein Leiter einer Bezirksfinanzdirektion ist angemessen. Aber nicht Bundeskanzler plus 50%.
Was die Ingenieure angeht, da gibt es in einigen Branchen natürlich auch Lohndrückerei vom Feinsten.
Der Knackpunkt ist einfach der, daß man als Arzt relativ spät ins (bezahlte) Berufsleben startet und der Vorsprung der anderen Berufsgruppen erst relativ spät wieder wettgemacht wird...ich habe erst vor ein paar Tagen einen recht ausführlichen Artikel dazu gelesen..mal sehen, ob ich ihn wiederfinde. Im Vergleich zu einer klassischen Handwerkslaufbahn Lehre > Meister > und evt. eigene Firma (Handwerk floriert ja momentan) zieht man sogar erst mit 50 Jahren gleich. Oder einfach selbst nachrechnen, wenn der 16jährige Azubi schon einen hohen dreistelligen oder sogar schon vierstelligen Betrag nach Hause bringt...
Ja klar, dem 16jährigen Azubi geht es schon jetzt viel besser, weil er neben seinem achtstelligen Gehalt lediglich 15 Stunden die Woche „arbeiten“ muss, so wie alle Arbeitnehmer, in allen medizinfernen Branchen, vom Meister will ich gar nicht erst anfangen... ;)
Feuerblick
10.03.2020, 04:40
An den meisten in den Kliniken vorherrschenden Umständen sind wir Ärzte selbst schuld. Davon abgesehen, dass sich die wenigsten im MB oder sonst gesundheitspolitisch engagieren, nehmen wir die unzumutbarsten Arbeitsbedingungen als gegeben hin und beschweren uns nur mäßig bis gar nicht. Allein der systematisch vollzogenene Betrug bei der Arbeitszeiterfassung würde schon reichen, damit "normale" Menschen auf die Straße gehen. Würde der bereits bestehende Tarifvertrag einfach nur seine rechtmäßige Anwendung finden würden einige Kollegen deutlich mehr Geld nach Hause bringen. Aber wir freuen uns lieber über 2% mehr Lohn pro Jahr...
Solange wir uns im Krankenhaus das alles bieten lassen, kann uns auch der beste Vertrag und der beste MB nicht helfen. :-meinung
Mein Reden! :-meinung
Naja die Alternative wäre das Verdi für die Ärzte wieder mitverhandelt. Was das bedeutet kannst du mal deine älteren Kollegen fragen.
Zwischen MB -Ergebnisse kritiklos akzeptieren und Vertretung durch ver.di gibt es noch ein paar Zwischenstufen...
Über ver.di brauchen wir auch nicht zu diskutieren, deren Verhandlungsführung badet gerade die Pflege aus.
Im Rahmen der Ausgewogenheit sollte man vielleicht noch erwähnen, daß sich der MB auch völlig freiwillig ver.di (damals ÖTV) angeschlossen hat, und zwar Mitte der 70er. Die damals agierenden Personen waren z-T. bis vor kurzem aktiv und hochdekoriert (bis zum Umbau konnte man das alles auf der MB-Homepage in der Chronik nachlesen). Ok, Fehler kann man machen, ich kann mich aber nicht erinnern, daß sich jemand dafür entschuldigt hätte, ebenso für die Befürwortung des AiP.
Wer sagt denn eigentlich, daß sich MB und ver.di auf Führungsebene nicht absprechen? (fürs zahlende Publikum kann man ja immer noch "Schaukämpfe" veranstalten).
Der MB legt seine Verhandlungsergebnisse im Gegensatz zu anderen Gewerkschaften seinen Mitgliedern auch nicht zur Abstimmung vor.
Was man aber als Mitglied machen kann: seinen Unmut schriftlich in Worte fassen und an den MB schicken. Kostet 80 cent und ein paar Minuten Zeit.
Ist man zufrieden: auch ok. Dann aber hinterher nicht meckern.
FirebirdUSA
10.03.2020, 09:04
Wir sind uns mal einig
Salatsultan
11.03.2020, 09:31
Das offizielle "framing" lautet landauf, landab 6% mehr für Ärzte- somit ist dann auch wieder der Sozialneid und Unverständnis seitens der Bevölkerung garantiert. Wie in den letzten Jahren auch schon. Solange aber die Schnittchenesser vom MB auf Pöstchen- und Kuschelkurs mit der Politik sind, wird das sich auch nicht mehr ändern, und auf eine Tarifrunde unter dem Motto "Bares für Rares" kann man lange warten...
Waren alle Streiken die jetzt den Mund aufreissen?
Salatsultan
11.03.2020, 09:47
Bin seit kurzem MB Mitglied und seit einiger Zeit auch berufspolitisch engagiert. Wenn man versucht Kollegen für den Streik zu mobilisieren und in den chirurgischen Disziplinen nur Sorge um die eigene Weiterbildung und unterm Strich keine Teilnahme erntet. *♂️
Meckern und Kotzen sind ärztliche Paradedisziplin, aber die persönlichen Konsequenzen werden in Hinblick auf die eigene Karriere auch bei desolaten Personallagen nicht gezogen. Das ein Großteil der Arbeitszeitanwendung einfach Illegal ist scheint für viele ein reines Kavaliersdelikt zu sein. Auf dieser Basis ist es auch für einen MB schwierig hier wirklich harte Fortschritte in Verhandlungen zu erreichen. Insgesamt bringt der TVÖD-Uniklinik bzgl. der Arbeitsbedingungen die ersten Fortschritte, und ja ich kann die fehlende Begeisterung nachvollziehen wenn man Revolutionen erwartet und Babysteps bekommt. Aber Dienstplän für 6 Wochen vorab (sonst 10% Aufschlag, 10% Aufschlag für kurzfristig übernommene Dienste, 2 Wochenenden frei, maximal 4 Dienste (12h Dienst am WE zählen als 0,5) und die Sicherung der Tarifautonomie sind ein erster Aufschlag. In Zukunft muss es darum gehen die Bezahlung von Nachtarbeit zu pushen, jetzt gibt es immerhin zusätzlichen Urlaub.
Was ich positiv dabei finde, dass schon mehr als 4 Bereitschaftsdienste im Monat möglich sind, sofern es sich um unbefristete Verträge handelt und es in dem Rahmen vereinbart wird. Das ist natürlich zweischneidig (weil auch als Druckmittel der Verwaltung nutzbar), aber am Ende ist das eine Möglichkeit, Schichtdiensten in kleinen Abteilungen zu entgehen.
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