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GelbeKlamotten
28.11.2020, 18:54
https://ec.europa.eu/research/participants/data/ref/h2020/wp/2018-2020/erc/h2020-wp20-erc_en.pdf

ab Seite 61.

Aha. Und was willst du mir jetzt mit diesem Link sagen? Was genau haben die Kriterien, die eine Gesellschaft für die Vergabe von bestimmten Forschungsgeldern definiert hat, mit dem zu tun was hier bisher diskutiert wurde? Oder wolltest du einfach nur irgendeinen schlau klingenden Link posten?

bonziusbilatis
28.11.2020, 18:57
Schönes Beispiel dafür, dass auf Wikipedia eben immer noch sehr viel sehr subjektiver Unsinn steht. Ich möchte mal gerne wissen, welche medizinische Doktorarbeit keine „explizite Forschungsarbeit“ ist und wie man diese Arbeiten dann klassifizieren will. Medizinische Kurzgeschichten?

DU hast doch gefragt!

GelbeKlamotten
28.11.2020, 19:12
DU hast doch gefragt!

???
Liest du eigentlich was ich schreibe oder stellst du dir einfach vor, dass das dasteht was du gerne möchtest?

bonziusbilatis
28.11.2020, 19:16
WAS??

ehem-user-19-08-2021-1408
28.11.2020, 21:16
Du kannst doch nicht allen ernstes behaupten, dass das für dich Kernaufgabe der ärztlichen Tätigkeit ist, aufzuzählen in welchem Getreide jetzt Gluten enthalten ist oder wie ich eine Broteinheit berechne?
Ach ok, mein Fehler. Klingt dann tatsächlich nach Bullshit. Sollte ein Arzt nicht machen.

ehem-user-19-08-2021-1408
28.11.2020, 21:20
Man sieht doch im Kliniksalltag immer wieder mal "merkwürdige Labore", die auf einer Patienten- bzw. Etikettenverwechselung während der Abnahme/ Bekleben der Röhrchen beruhen. Im Labor fällt es ja meistens noch auf, bei der Transfusion würdest Du es ohne bedside test zu spät merken. ;-)

Wie gesagt, in den drei Häusern, in denen ich war (inkl. einer Ivy League Universitätsklinik), werden keinerlei Bedside Tests durchgeführt.

freak1
28.11.2020, 21:46
Dann haben die Jungs in der Ivy League scheinbar sehr gute Anwälte und Versicherung für die paar unglücklichen die an der Transfusionsreaktion sterben.

Bille11
28.11.2020, 22:20
Wenn ich mich nicht ganz irre, geht der Trend insgesamt zur Transfusion von lediglich Blutgruppe 0 Blut bei Institutionen, die keinen Bedside Test verlangen, weniger Risiko. Da weniger transfundiert wird (PBM, tolerieren niedrigerer Hb) geht die Rechnung wohl weitestgehend auf..

schnix25
28.11.2020, 23:11
Natürlich bietet ein bed side test nochmal ein kleines stück mehr sicherheit. Aber es muss schon auch hinterfragt werden warum bei chemo, op und auch Stammzellinfusionen die Kontrolle des Patientenarmband und frage nach namen des Patienten genügt. Hier steht ebenfalls enorm viel auf dem Spiel. Insofern kann ich es schon nachvollziehen wenn auf den bed side test verzichtet wird wenn der Patient orientiert ist und bändchen übereinstimmt.

GelbeKlamotten
28.11.2020, 23:36
Natürlich bietet ein bed side test nochmal ein kleines stück mehr sicherheit. Aber es muss schon auch hinterfragt werden warum bei chemo, op und auch Stammzellinfusionen die Kontrolle des Patientenarmband und frage nach namen des Patienten genügt. Hier steht ebenfalls enorm viel auf dem Spiel. Insofern kann ich es schon nachvollziehen wenn auf den bed side test verzichtet wird wenn der Patient orientiert ist und bändchen übereinstimmt.

Was wäre denn bei den anderen genannten Dingen das potentielle Äquivalent zum Bedside Test? Gäbe es für chirurgische Eingriffe eine ebenso simple Methode, die grobe organisatorische Fehler wie Seitenverwechslungen u.ä. ausschließt, dann würde man das sicher auch anwenden. Ist ja nicht so, dass solche Fehler nie passieren würden. Genauso ist es sicherlich nicht nur einmal vorgekommen, dass in Deutschland einem Patient die falsche Chemo angehängt wurde. Auch da glaube ich, dass ein Bedside-Test, der zweifelsfrei zeigt, ob die Chemo zum Patient passt, durchauss angewendet werden würde, wenn es diese Möglichkeit denn gäbe.

anignu
28.11.2020, 23:53
Gäbe es für chirurgische Eingriffe eine ebenso simple Methode, die grobe organisatorische Fehler wie Seitenverwechslungen u.ä. ausschließt, dann würde man das sicher auch anwenden. Ist ja nicht so, dass solche Fehler nie passieren würden.
Chirurgie macht keine Fehler32680

Aber ernsthaft IceEngine21: mach den sch.... bedside-Test und nerv nicht. "Bisher ist kein Fehler passiert" ist für mich so eine zweifelhafte Begründung. Und beschäftige dich mal mit dem Thema Fehlermanagement und Fehlerkultur. Du scheinst da ein Problem zu haben! Und lies CIRS-Meldungen! Die sind teilweise krass. Wie einfach eine Verkettung von "ich muss nichts prüfen, andere haben das ja gemacht" zu Fehlern oder Beinahe-Fehlern führen können.

Kackbratze
29.11.2020, 01:01
Sie sind so jung, sie hören nicht. Spätestens wenn man den eigenen Fall im CIRS wieder auffindet, weiss man, wo man gepennt hat.

GelbeKlamotten
29.11.2020, 01:28
So ganz ohne Fehltransfusionen klappt es ja selbst ohne Bedside-Test nicht:

Laut RKI: „In den Kalenderjahren 2015 bis 2017 wurden dem Paul-Ehrlich-Institut insge- samt 209 Fehltransfusionen von Erythro- zytenkonzentraten gemeldet. In 79 Fällen traten Transfusionsreaktionen auf, davon nahmen sechs einen tödlichen Verlauf.“

Ich würde wetten mit Abschaffung des Bedside-Test würden sich diese Zahlen innerhalb weniger Jahre mindestens verzehnfachen. Nicht weil ständig falsche Konserven geliefert werden, sondern weil allgemein die Sorgfalt beim Anhängen abnehmen würde.

mbs
29.11.2020, 04:04
Angeblich reicht bei Bedside-Tests die Dokumentation des Ergebnisses in der Kurve. Nur wie will man dann nachweisen dass er tatsächlich durchgeführt wurde? Eigentlich müsste man doch den Bedside Test aufbewahren, was manche allerdings als "unhygienisch" betrachten. Wie lange bewahrt ihr den auf und wo? Hab erlebt dass das zum Teil sehr heterogen gehandhabt wird.

FirebirdUSA
29.11.2020, 07:23
In der Chirurgie ist es glaube ich die WHO Checkliste, die wenn angewandt Fehler signifikant reduziert

Lizard
29.11.2020, 08:10
Angeblich reicht bei Bedside-Tests die Dokumentation des Ergebnisses in der Kurve. Nur wie will man dann nachweisen dass er tatsächlich durchgeführt wurde? Eigentlich müsste man doch den Bedside Test aufbewahren, was manche allerdings als "unhygienisch" betrachten. Wie lange bewahrt ihr den auf und wo? Hab erlebt dass das zum Teil sehr heterogen gehandhabt wird.
Ich führe den Test durch und dokumentiere das Ergebnis in der (elektronischen) Kurve. Aufbewahrt wird er nicht.

@Firebird Ja wenn die so gehandhabt wird, wie gedacht, ein gutes Tool zur Fehlerreduktion. Im Alltag leider oft nur lax umgesetzt. (nach dem Motto: Hauptsache abgehakt)

Lizard
29.11.2020, 08:13
Ich führe den Besidetest durch und dokumentiere das Ergebnis in der (elektronischen) Kurve. Aufbewahrt wird er nicht.

@Firebird Ja wenn die so gehandhabt wird, wie gedacht, ein gutes Tool zur Fehlerreduktion. Im Alltag leider oft nur lax umgesetzt. (nach dem Motto: Hauptsache abgehakt)

tarumo
29.11.2020, 09:05
Ich finde den Betreff schon unglücklich formuliert. Erstens sind es nicht die anderen Berufsgruppen, die die Lohndrückerei betreiben, sondern die Arbeitgeber getriggert von der Politik, und zweitens sind das zum Großteil keine "Möchtegernärzte" sondern junge, motivierte Menschen, die einfach nur einen medizinischen Beruf ergreifen möchten.
Unter "Möchtegernärzte" verstehe ich sowas wie die Biologin, Heilpraktikerin und SPD-Politikerin "Meike W." die sich wohl aus Geltungsgründen eine Stelle als Anästhesistin erschwindelt hat und jetzt wegen vierfachem Mordverdacht im Knast hockt.

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn motivierte und fähige Assistenzkräfte zur Seite stehen. Was in der Tat diskutiert werden muß, ist der Versuch der Politik, aus Kostengründen beide Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen (wovon dann keiner was hat). Und natürlich ist auch als deutsche Spezialität wieder die völlig verkorkste Umsetzung zu hinterfragen, wo zwar einfache Eingriffe /Untersuchungen an Assistenzkräfte delegiert werden sollen, aber NIEMAND die vollständige und flächendeckende Entlastung des ärztlichen Dienstes von z.B. Blutentnahmen oder simplen Bürotätigkeiten forciert.
Und die Diskussion lenkt auch davon ab, daß währenddessen der ohnehin grotesk überdimensionierte und auch aus Versichertengeldern bezahlte Verwaltungsapparat der Krankenkassen immer weiter aufgebläht wird- Pandemie hin oder her. Zahlen hatte ich schon verlinkt. Wenn nicht pro Arztstelle 1,5 Sachbearbeiter in den Krankenkassen mitfinanziert werden müßten, sondern z.B. nur 0,2 wie in Frankreich, dann stünde auch ausreichend Geld bereit, ÄD und Pflege so zu bezahlen, daß Emigration kein Thema mehr ist, dann wäre im Idealfall die Gehaltsdifferenz so hoch, daß die KH schon aus wirtschaftlichem Interesse massiv auf BE-Kräfte und StationsekretärInnen setzen würden, und die PA/OTA usw. wie in den USA dazu eingesetzt würden, dem ÄD zu erlauben, sich auf Tätigkeiten unter Arztvorbehalt zu konzentrieren. Und weil niemand viel Geld für schlecht trainierte Mitarbeiter ausgeben will, hätten auch die Diskussionen um die Weiterbildung vielleicht ein Ende.
Mit dem aktuellen Filz aus Krankenkassen, Gesundheitspolitikern und der "Ärztegewerkschaft" sehe ich aber kaum Hoffnung.

Mr. Pink online
29.11.2020, 12:48
Beunruhigend finde ich aber auch, wie in diesem Thread von Medizinern selbst das eigene Studium und ihre Rolle im Gesundheitssystem so heruntergespielt wird. Wer seinen Job so versteht, dass er von jedem Auszubildenden ersetzt werden kann und wer glaubt das Studium könnte jeder Chimpanse schaffen, der hat ne völlig verschobene Wahrnehmung oder den falschen Job. Oder es ist ein Ego-Problem. Der klassische Medizinerkomplex: in ihrer eigenen Bubble einer elitären Abiturienten-Auslese leben und darüberhinaus vergessen, was der Durchschnittsbürger so macht.

Cor_magna
29.11.2020, 12:52
Beunruhigend finde ich aber auch, wie in diesem Thread von Medizinern selbst das eigene Studium und ihre Rolle im Gesundheitssystem so heruntergespielt wird. Wer seinen Job so versteht, dass er von jedem Auszubildenden ersetzt werden kann und wer glaubt das Studium könnte jeder Chimpanse schaffen, der hat ne völlig verschobene Wahrnehmung oder den falschen Job. Oder es ist ein Ego-Problem. Der klassische Medizinerkomplex: in ihrer eigenen Bubble einer elitären Abiturienten-Auslese leben und darüberhinaus vergessen, was der Durchschnittsbürger so macht.

Sehe ich absolut genauso.