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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum investieren Kliniken in teures Equipment das sich nicht rechnet?



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Thomas24
23.03.2021, 22:26
Ich habe in der Umgebung der Praxis prinzipiell vier Stellen, zu denen ich meine Patienten überweise. Jede Klinik (bzw ein ambulanter Netuhautoperateur darunter) hat so irhe/seine eigenen Stärken und Schwächen. Und je nachdem, was so erforderlich ist, fällt natürlich die Wahl aus. Ich mache mir sehr genau Gedanken dazu, welchen Patienten ich wohin schicke und da sind keine Geschenke an die Zuweiser ausschlaggebend

Eben.



In der Tat. Da hätte man mir die teuersten Geschenke machen können - wenn die Klinik für diese Erkrankung nichts taugt, dann wird der Patient da auch nicht hingeschickt. Am Ende muss sich der Zuweiser nämlich das Gemecker des Patienten anhören, wenn es die Klinik versemmelt hat. Braucht kein Mensch.

Was denn für Geschenke ?? :-D



Am Ende muss sich der Zuweiser nämlich das Gemecker des Patienten anhören, wenn es die Klinik versemmelt hat. Braucht kein Mensch.

Und dafür hat der Zuweiser weder die Zeit, noch die Lust, oder die Energie. Stimmt die Qualität oder der Service gegenüber dem Zuweiser nicht, wird nicht mehr dahin überwiesen- so einfach ist das.

daCapo
24.03.2021, 00:43
Was denn für Geschenke ?? :-D

Und dafür hat der Zuweiser weder die Zeit, noch die Lust, oder die Energie. Stimmt die Qualität oder der Service gegenüber dem Zuweiser nicht, wird nicht mehr dahin überwiesen- so einfach ist das.

Also es soll ja zwei Kliniken geben, die es beide gut können...dann heißt es Qual der Wahl.
Unzufriedene Patienten sind natürlich immer schlecht. Und nach der OP vom Patienten hören: Warum haben sie mich denn nicht in das zertifizierte Zentrum geschickt? Warum hat man mich nicht über alle Behandlungsmethoden aufgeklärt?

Feuerblick
24.03.2021, 07:46
Wenn man VOR Überweisung mit dem Patienten spricht und ihm erklärt, warum man Haus X empfiehlt, auch wenn Haus Y zertifiziert ist, dann erspart man sich viel Ärger. Zertifiziert heißt nämlich noch lange nicht, dass man eine OP dort besser kann. Im Gegenteil. Wenn man als Niedergelassener seine Pappenheimer in den Kliniken kennt, weiß man sehr genau, wer nur mit Schnickschnack und Werbung arbeitet (und zertifiziert wird) und wer sich auf gute Medizin konzentriert. ;-)
Und wenn es zwei gleichwertige Häuser gibt, dann darf der Patient selbst entscheiden. Und schon ist der Schwarze Peter woanders :-))
Ach ja: Natürlich gibt es keine Geschenke (mehr). Aber selbst wenn es sie gäbe...

Kackbratze
24.03.2021, 08:01
Wir verlosen ab nächstes Jahr unter allen Zuweisern 2 Maserati. Jede Zuweisung ist ein Los.

Damit ist es kein Geschenk...

😉

Natürlich machen wir das NICHT, ich warte auf den ersten Fall wo sowas probiert wird.

Feuerblick
24.03.2021, 08:11
Mich wundert, dass so etwas nie probiert wurde. Ist vermutlich zu teuer. :-))

Thomas24
24.03.2021, 14:08
Also es soll ja zwei Kliniken geben, die es beide gut können...dann heißt es Qual der Wahl.
Unzufriedene Patienten sind natürlich immer schlecht. Und nach der OP vom Patienten hören: Warum haben sie mich denn nicht in das zertifizierte Zentrum geschickt? Warum hat man mich nicht über alle Behandlungsmethoden aufgeklärt?

Wenn die Behandlungsqualität vergleichbar ist, frag ich den Patienten, ob er eine persönliche Präferenz hat. Wenn nicht, dann dahin, wo ich den Patienten schneller unterbekomme.

Ansonsten ist es, wie Funkel gesagt hat... da zwischen einer Zertifizierung und der gebotenen Behandlungsqualität nur eine sehr lockere Korrelation besteht (ähem...), spielt das für die meisten Patienten keine Rolle. Die Patienten wollen gut versorgt werden, da spielt eine tolle Zertifizierung aus der Zertifizierungs- und QM Industrie an der Wand keine ausschlaggebende Rolle.

h3nni
24.03.2021, 14:14
Auch nicht wenn die Klinik in der TOP ärzteliste von irgendeiner Zeitung ist? Schon seit 5 Jahren? Schlimm!

(wobei ich mich tatsächlich frage, warum meine Uni da auch mitspielt. Man hat ja eigentlich genug anderen Zulauf...)

Feuerblick
24.03.2021, 14:16
Auch dann nicht :-)) Hatte ich schon und weiß genau, wann ich da Patienten hingeschickt hätte und wann nicht. Ich sag ja: Man kennt seine Pappenheimer.
Unis spielen da gern mit. Meistens, weil die gelisteten Ärzte auf solche Streicheleinheiten fürs Ego stehen.

daCapo
24.03.2021, 16:52
Auch nicht wenn die Klinik in der TOP ärzteliste von irgendeiner Zeitung ist? Schon seit 5 Jahren? Schlimm!

(wobei ich mich tatsächlich frage, warum meine Uni da auch mitspielt. Man hat ja eigentlich genug anderen Zulauf...)

Diese Focusliste kann man vergessen. Manche haben althergebrachten Behandlungsmethoden, die es auch tun und praktisch sind, aber damit kann man sich wirklich nicht als einer "der Besten" sehen und auf so eine Liste.

Thomas24
24.03.2021, 17:34
Diese Focus Listen haben denselben Stellenwert wie diverse Gütesiegel, Zertifizierungen usw.
Marketing- für all diejenigen, die an Papier glauben.

Kackbratze
24.03.2021, 18:29
Die Listen vom Focus waren in Bereichen gekauft worden, deswegen verzichtet meine alte Klinik auf das Siegel seit Neuestem.

mbs
24.03.2021, 19:05
In den USA ist es wohl tatsächlich so, dass vor allem in Ballungszentren mit mehreren Kliniken teilweise hohe Beträge an niedergelassene Zuweiser überwiesen werden.

Hierzulande würdet ihr aber sagen, dass vor allem die Behandlungsqualität eine Rolle spielt, also wie viele Komplikationen postoperativ auftreten bzw. wie viel an Folgeuntersuchungen im Vorfeld schon organisiert wurde?
Wobei man immer wieder erlebt, dass Chefs oder OÄ überrascht sind wenn ein Patient von einer bestimmten Praxis kommt - da scheinbar auch Vitamin B eine Rolle spielt und es so eine Art "stillschweigende Kooperation" gibt. Also Zuweiser die aus nichtmedizinischen Gründen immer an dieselbe Klinik schicken.
Mag sein dass das auch daran liegt dass man einen kürzeren Draht, zB direkte Ansprechpartner und Durchwahlnummern hat. Oder sich in der Praxis um weniger kümmern muss im postoperativen Verlauf. Oder auch mehr, sofern es sich um was Lukratives handelt.

Ich schließe es aber auch nicht aus, dass monetäre Zuweisungen - natürlich unter der Hand - nicht doch eine Rolle spielen.

Wobei man sich schwertut sich in Niedergelassene und was denen wichtig ist hineinzuversetzen wenn man bislang nur Erfahrungen in der Klinik gesammelt hat.

Thomas24
24.03.2021, 19:39
In den USA ist es wohl tatsächlich so, dass vor allem in Ballungszentren mit mehreren Kliniken teilweise hohe Beträge an niedergelassene Zuweiser überwiesen werden.

In den meisten (kapitalistischen) Ländern der Welt gibt es Kickback Zahlungen, Umsatzbeteiligungen usw. pp. In den sozialistischen/ kommunistischen eben unter der Hand (die klassische Korruption, den Umschlag den man den Schwestern und den behandelnden Ärzten zusteckt, damit die sich ein bisschen engagierter um die Angehörigen kümmern), weil man ansonsten nur den landesüblichen Behandlungsstandard/ Engagement bekommt, und der ist ohne diskreten Umschlag an den richtigen Stellen eben mies. Überall in der Welt gibt es derartige Praktiken. In china, Russland, USA, Türkei, sogar in Europa. Frag doch mal Bulgarische Griechische, Türkische oder Rumänische Kollegen, wie das mit den diskreten Umschlägen an das Personal so geht.



Ich schließe es aber auch nicht aus, dass monetäre Zuweisungen - natürlich unter der Hand - nicht doch eine Rolle spielen.
:-slap

Mach mal.
Wenn du auffliegst, bist du in den Medien = dein sozialer Tod. Die Staatsanwaltschaft interessiert sich für dich. Das Finanzamt möchte mit Dir reden wg. Schwarzgeld/ schwarzer Kassen, die Kassen und die Kassenärztliche Vereinigung will ihre Honorare - und zwar rückwirkend über mehrere Jahre- zurück = Insolvenz/ wirtschaftlicher Tod. Sowohl gewerbsmäßiger Betrug, als auch fortgesetzte Steuerhinterziehung führen zum Approbationsverlust und Berufsverbot wegen Berufsunwürdigkeit = dein beruflicher Tod. Viel Spaß.

daCapo
24.03.2021, 20:52
Diese Focus Listen haben denselben Stellenwert wie diverse Gütesiegel, Zertifizierungen usw.
Marketing- für all diejenigen, die an Papier glauben.

Leider gibt es da viele, manche hängen es sich stolz an die Wand und es wird im Klinik-Newsletter stolz präsentiert, naja und dann kennt man die Realität:-nix Die Realität heißt auch nicht schlecht, aber sicher nicht TOP-Klinik


Die Listen vom Focus waren in Bereichen gekauft worden, deswegen verzichtet meine alte Klinik auf das Siegel seit Neuestem.

Wirklich oder nicht ernst gemeint?
Edit OK, Google Suche:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/aerzte-siegel-focus-100.html
Schon seit Ewigkeiten umstritten
https://www.aerzteblatt.de/archiv/14735/Focus-Listen-Umstrittene-Wegweiser-fuer-Patienten




Mach mal.
Wenn du auffliegst, bist du in den Medien = dein sozialer Tod. Die Staatsanwaltschaft interessiert sich für dich. Das Finanzamt möchte mit Dir reden wg. Schwarzgeld/ schwarzer Kassen, die Kassen und die Kassenärztliche Vereinigung will ihre Honorare - und zwar rückwirkend über mehrere Jahre- zurück = Insolvenz/ wirtschaftlicher Tod. Sowohl gewerbsmäßiger Betrug, als auch fortgesetzte Steuerhinterziehung führen zum Approbationsverlust und Berufsverbot wegen Berufsunwürdigkeit = dein beruflicher Tod. Viel Spaß.

Hier ist wieder das Augenmaß; manche Patienten bringen soviel Schokolade, Kuche, Süßigkeiten; andere nicht. Die Behandlung ist aber dieselbe.

So geht es natürlich nicht: https://www.nrz.de/region/niederrhein/umstrittener-transplantations-chirurg-broelsch-gestorben-id216471349.html

John Silver
24.03.2021, 21:05
Die meisten Kollegen, die ich kenne und die in der Focus-Liste vertreten sind, sind tatsächlich sehr gute Spezialisten auf ihren Gebieten; ich würde mich von Ihnen behandeln lassen. Zwei Ausnahmen kenne ich aber auch; beide auf meinem Spezialgebiet, und hinter beiden darf ich regelmäßig Komplikationen aufsammeln und geradebiegen.

GelbeKlamotten
24.03.2021, 21:33
:-slap

Mach mal.
Wenn du auffliegst, bist du in den Medien = dein sozialer Tod. Die Staatsanwaltschaft interessiert sich für dich. Das Finanzamt möchte mit Dir reden wg. Schwarzgeld/ schwarzer Kassen, die Kassen und die Kassenärztliche Vereinigung will ihre Honorare - und zwar rückwirkend über mehrere Jahre- zurück = Insolvenz/ wirtschaftlicher Tod. Sowohl gewerbsmäßiger Betrug, als auch fortgesetzte Steuerhinterziehung führen zum Approbationsverlust und Berufsverbot wegen Berufsunwürdigkeit = dein beruflicher Tod. Viel Spaß.

Die Androhung von Strafen / Konsequenzen kann das nicht gänzlich unterbinden, ich denke dass weißt du genauso gut wie ich. Es gibt in der Medizin immer noch Gebiete, da sind Zahlungen für Empfehlungen / Überweisungen eher die Regel als die Ausnahme. Da geht es auch nicht nur um Überweisungen zu anderen Ärzten. Wenn du z.B. einen Orthopädieschuhmacher persönlich kennst, dann frag ihn doch mal wie das bei denen in der Branche generell so läuft mit der Kundenakquise.

mbs
26.03.2021, 19:47
Vermutlich spielt es auch eine Rolle wie gut sich die jeweilige Klinik kümmert, sei es um die Nachbehandlung allgemein oder auch das Komplikationsmanagement. Dass der Zuweiser nicht alles regeln muss.
Mir hat auch ein Hausarzt mal am Telefon gesagt, dass er es - vorsichtig ausgedrückt - nicht gerade toll findet wenn Fälle die ambulant viel weitere Betreuung brauchen am Wochenende entlassen werden. Der Grund sind natürlich Gesichtspunkte der Abrechnung - wenn derselbe HA dann aber auf die Klinik schlecht zu sprechen wird und dann die "lukrativen" bzw. "gewünschten" großen onkologischen Fälle woanders hinschickt hat man nichts gewonnen - nur gibt es eben auch keine Möglichkeit solche Opportunitätskosten zu quantifizieren.

Als Klinikarzt kriegt man vermutlich überhaupt nicht mit was in niedergelassenen Kollegen vorgeht, was für sich eine Rolle spielt oder was sie "motiviert" einen Patienten in Klinik A vs. Klinik B zu schicken.

Kackbratze
26.03.2021, 20:07
Mit fest geschlossenen Augen, die man in seinem eigenen Suppenteller nicht aufmachen will, in dem man schwimmt, ist das auch so.
Ab dem Moment wo man in der Ambulanz/Notaufnahme eingesetzt wird, kommt man schnell mit Zuweisern in Kontakt, da sollten dann die Augen langsam aufgehen.

Feuerblick
26.03.2021, 20:17
Dass Niedergelassene es nicht so gern haben, wenn man ihre Patienten am Samstag entlässt mit den Worten „Aber Montag sofort zu ihrem Arzt und dann jeden zweiten Tag MINDESTENS“ hat vielleicht auch einfach was damit zu tun, dass es die Praxisorganisation nicht besser macht, wenn zur an sich proppenvollen Montagssprechstunde ein frisch Entlassener kommt, dessen Arztbrief man erstmal lesen und verstehen muss. Also... nur mal so als naive Annahme.
Denn die weitere Häufigkeit der Kontrollen nimmt kaum ab, wenn der Patient wochentags entlassen wird, aber engmaschig nachgeschaut werden muss.

mbs
26.03.2021, 21:08
Hab die Ambulanz/ZNA Zeit hinter mir; da wäre aber gar nicht die Zeit gewesen mit Niedergelassenen zu telefonieren. Und je nach Uhrzeit waren die auch gar nicht verfügbar. Der Kontakt hat sich in der Regel auf den Einweisungs/Überweisungsschein beschränkt.

Aber wie sehen es denn die die in Praxen tätig sind? Macht ihr die Klinik die ihr empfehlt eher daran fest was ihr für das konkrete Krankheitsbild am besten findet oder gibt es auch Häuser die ihr generell meidet? Spielen wirklich nur fachliche oder auch organisatorische Aspekte eine Rolle?

Die Patienten selbst entscheiden in der Regel ja nicht wo es hingeht. Angeblich zumindest.