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bluejam
23.05.2021, 18:38
Krank. Schon der zweite unzufriedene radiologe post innerhalb kurzer Zeit. Ist es ein Systemproblem in dem Fach derzeit? :(
Ist mein Post in der Dunkelkammer gemeint? Wenn nicht, dann sind es schon 3. :D

Sim85
23.05.2021, 18:45
@Sim: Ja, natürlich gibt es (je nach Geschäftsbereich) gar nicht wenig radiologische Fragestellungen (PET/CT, Mamma-MRT, Upright-MRT, PET/CT bei MoyaMoya, Radiochirurgie uvm.). In aller Regel werden Radiologen genau für diese Fragestellungen, die ja nicht selten sehr speziell sind, gerne genommen. Insofern bestünde eine gute Chance, dass du in deinem Fachgebiet weiter begutachten könntest. Nicht ausschließlich vielleicht, aber doch in einem hohen Prozentsatz. Gerade für den MD (das „K“ ist in nächster Zeit Geschichte ;-) ) „exotische“ Fachrichtungen begutachten auch auf ihrem Fachgebiet. :-)

Das hört sich interessant an! Auch wenn es mir momentan echt reicht, würde ich meinen gelernten Beruf ungern ganz an den Nagel hängen. Ist das ein Standortspezifikum? wenn ja, an welchen Standorten würde man sich ggf. über eine Bewerbung freuen? Danke dir schonmal !!!

Akoasmen
23.05.2021, 18:49
Aber bitte... zurück zum Thema, denn das hatten wir ja alles schon und der TE möchte andere Dinge wissen.

Da hänge ich mich gleich mit dran! Habe die gleiche Situation wie TE, bin aber Facharzt für Psychiatrie. Für MDK Tätigkeiten interessiere ich mich sehr, mich schreckt aber ab, dass oft von vielen langen Autofahrten zu Patienten die Rede ist.

Außerdem graut mir auch davor, wenn ich persönlich als "der Gutachter" zu jemandem komme, und mich der dann im Falle eines negativen Bescheids für sein ganzes Unglück verantwortlich macht. Davon habe ich in meinem jetzigen Job schon genug, bis hin zu Leuten die mich auf offener Straße angreifen.

Kann man beim MDK auch auf Aktenlage arbeiten, schön vom Büro aus? Das wäre eine grandiose Verbesserung.

roxolana
23.05.2021, 18:54
Bei uns arbeiten die Gutachter beim Versorgungsamt nur nach Aktenlage. DRV-Gutachter wohl auch.

Sim85
23.05.2021, 18:58
Krank. Schon der zweite unzufriedene radiologe post innerhalb kurzer Zeit. Ist es ein Systemproblem in dem Fach derzeit? :(

Radiologie ist kein schlechtes Fach, nur sind die Langzeitperspektiven nicht so toll, wie man es sich vlt. vorstellt. Wenn man kein Angiografie-Crack ist, ist es schwer in der Klinik eine gute Stelle zu bekommen.

Im Niedergelassenen-Sektor dominieren oft überregional einige wenige Großpraxen, die den Angestellten die Arbeitsbedingungen diktieren können.
Zudem muss man sich auch Gedanken machen, wohin die Digitalisierung unseren Beruf führt. War jemand 2019 in Leipzig? Jeder 2. Vortrag gefühlt drehte sich um KI bzw. wie man den Beruf des Radiologen automatisieren/digitalisieren kann. Wir sind schon noch 1 oder 2 Jahrzehnte davon entfernt, aber mein Eindruck ist schon, dass mit Eifer daran geforscht wird, uns überflüssig zu machen.

Akoasmen
23.05.2021, 19:07
Bei uns arbeiten die Gutachter beim Versorgungsamt nur nach Aktenlage. DRV-Gutachter wohl auch.

Das klingt schon mal gut.

Feuerblick
23.05.2021, 19:26
Das hört sich interessant an! Auch wenn es mir momentan echt reicht, würde ich meinen gelernten Beruf ungern ganz an den Nagel hängen. Ist das ein Standortspezifikum? wenn ja, an welchen Standorten würde man sich ggf. über eine Bewerbung freuen? Danke dir schonmal !!!
Nein, das hängt am Geschäftsbereich und an der Organisation des jeweiligen MD.


Da hänge ich mich gleich mit dran! Habe die gleiche Situation wie TE, bin aber Facharzt für Psychiatrie. Für MDK Tätigkeiten interessiere ich mich sehr, mich schreckt aber ab, dass oft von vielen langen Autofahrten zu Patienten die Rede ist.
Außerdem graut mir auch davor, wenn ich persönlich als "der Gutachter" zu jemandem komme, und mich der dann im Falle eines negativen Bescheids für sein ganzes Unglück verantwortlich macht. Davon habe ich in meinem jetzigen Job schon genug, bis hin zu Leuten die mich auf offener Straße angreifen.
Kann man beim MDK auch auf Aktenlage arbeiten, schön vom Büro aus? Das wäre eine grandiose Verbesserung.
Die meisten Gutachten des MD sind auf Aktenlage-Basis. Zu Patienten fahren wird man nur als Pflegegutachter und diese Gutachten werden von der Pflege durchgeführt. Patientenkontakt hat man ansonsten nur bei Fragen zu AU und Reha oder zu speziellen Hilfsmittelversorgungen. Je nach Bereich fährt man eher zu Krankenkassen (als Vorberatung der Kasse) oder in Krankenhäuser.

Ganz grob aufgedröselt: Die MD sind je naćh Bundesland unterschiedlich organisiert. Es gibt MD, da bearbeitet man hauptsächlich sein eigenes Fachgebiet, dafür aber sowohl DRG-Fragen, Fragen zu Heilmitteln, Hilfsmitteln, Off-Label als auch Fragen zu AU oder Reha.
Andere MD organisieren sich nach den jeweiligen Begutachtungsbereichen, d.h. Bereich Krankenhaus (alles rund um DRG und Verweildauer, incl. KH-Begehungen), Bereich AU/Reha (die haben den häufigsten Patientenkontakt, beurteilen AU-Fragen, ggf. Reha-Fragen und auch z.T. solche Sachen wie plastische Operationen) und Bereich Ambulante Versorgung (d.h. Off-Label, neue Therapien, neue Diagnostik, ambulante Abrechnung, Heilmittel, Hilfsmittel, ambulante Krankenpflege, SAPV). Der Pflegebereich ist eigentlich überall getrennt und wird hauptsächlich durch Pflegekräfte besetzt.
Im ambulanten Bereich hat man mehr Aktenlagen, im KH-Bereich fährt man zusätzlich zu Aktenlagen in Krankenhäuser (mal sehen, wie das nach Corona wird) und im Bereich AU sieht man zusätzlich zu Aktenlagen auch Patienten und berät Kassen vor Ort.
Ich empfehle jedem, der sich für einen solchen Job interessiert, unbedingt eine Hospitation. Stellenausschreibungen findet man auf der Homepage des MD des jeweiligen Bundeslandes. Da sieht man meist schon, um welche Art Tätigkeit es sich handelt und hat einen Ansprechpartner.

daCapo
23.05.2021, 19:44
Radiologie ist kein schlechtes Fach, nur sind die Langzeitperspektiven nicht so toll, wie man es sich vlt. vorstellt. Wenn man kein Angiografie-Crack ist, ist es schwer in der Klinik eine gute Stelle zu bekommen.

Im Niedergelassenen-Sektor dominieren oft überregional einige wenige Großpraxen, die den Angestellten die Arbeitsbedingungen diktieren können.
Zudem muss man sich auch Gedanken machen, wohin die Digitalisierung unseren Beruf führt. War jemand 2019 in Leipzig? Jeder 2. Vortrag gefühlt drehte sich um KI bzw. wie man den Beruf des Radiologen automatisieren/digitalisieren kann. Wir sind schon noch 1 oder 2 Jahrzehnte davon entfernt, aber mein Eindruck ist schon, dass mit Eifer daran geforscht wird, uns überflüssig zu machen.

Glaube ich nicht. Eher als Hilfestellung KI, was relativ hilfreich ist bei einer großen Anzahl an Befunden.
Die Rechtfertigende Indikation (inkl welche Untersuchung passt zu den klinischen Angaben,km ja nein, welche recon) kann auch nur ein fachkundiger Arzt stellen und nicht die KI oder Amazon.

urinbeutel
23.05.2021, 19:53
Ist mein Post in der Dunkelkammer gemeint? Wenn nicht, dann sind es schon 3. :D

:-(
Ja der ist gemeint. Welcher ist denn der dritte Beitrag.
btw :-kotz @ angestellt sein.

Akoasmen
23.05.2021, 21:20
Die meisten Gutachten des MD sind auf Aktenlage-Basis. Zu Patienten fahren wird man nur als Pflegegutachter und diese Gutachten werden von der Pflege durchgeführt. Patientenkontakt hat man ansonsten nur bei Fragen zu AU und Reha oder zu speziellen Hilfsmittelversorgungen. Je nach Bereich fährt man eher zu Krankenkassen (als Vorberatung der Kasse) oder in Krankenhäuser.

Ganz grob aufgedröselt: Die MD sind je naćh Bundesland unterschiedlich organisiert. Es gibt MD, da bearbeitet man hauptsächlich sein eigenes Fachgebiet, dafür aber sowohl DRG-Fragen, Fragen zu Heilmitteln, Hilfsmitteln, Off-Label als auch Fragen zu AU oder Reha.
Andere MD organisieren sich nach den jeweiligen Begutachtungsbereichen, d.h. Bereich Krankenhaus (alles rund um DRG und Verweildauer, incl. KH-Begehungen), Bereich AU/Reha (die haben den häufigsten Patientenkontakt, beurteilen AU-Fragen, ggf. Reha-Fragen und auch z.T. solche Sachen wie plastische Operationen) und Bereich Ambulante Versorgung (d.h. Off-Label, neue Therapien, neue Diagnostik, ambulante Abrechnung, Heilmittel, Hilfsmittel, ambulante Krankenpflege, SAPV). Der Pflegebereich ist eigentlich überall getrennt und wird hauptsächlich durch Pflegekräfte besetzt.
Im ambulanten Bereich hat man mehr Aktenlagen, im KH-Bereich fährt man zusätzlich zu Aktenlagen in Krankenhäuser (mal sehen, wie das nach Corona wird) und im Bereich AU sieht man zusätzlich zu Aktenlagen auch Patienten und berät Kassen vor Ort.
Ich empfehle jedem, der sich für einen solchen Job interessiert, unbedingt eine Hospitation. Stellenausschreibungen findet man auf der Homepage des MD des jeweiligen Bundeslandes. Da sieht man meist schon, um welche Art Tätigkeit es sich handelt und hat einen Ansprechpartner.

Vielen Dank, das ist eine großartige Auskunft!
Ich gehe davon aus dass Du beim MDK arbeitest? Wenn ja, wie groß ist denn der Radius in dem Du arbeitest? Das ganze Bundesland?
Ich hoffe das passt hier noch rein und wird nicht zu Offtopic.

Feuerblick
23.05.2021, 21:45
Ja, in meinem Fall das ganze Bundesland, aber nach Aktenlage und nur selten mit Begehungen oder sonstigen Tätigkeiten außer Haus.

habichnicht
24.05.2021, 05:38
Ist der MD eigentlich auch für PKV-Kunden zuständig oder haben die eigene Gutachter?

rafiki
24.05.2021, 06:56
Davon habe ich in meinem jetzigen Job schon genug, bis hin zu Leuten die mich auf offener Straße angreifen.


Das hört sich doch sehr an nach erheblichen fachlichen Mängeln und/oder mangelnder Souveränität. Beides wirklich nicht günstig für die Klinik, sondern für Aktenlagen.

Reflex
24.05.2021, 07:20
Das hört sich doch sehr an nach erheblichen fachlichen Mängeln und/oder mangelnder Souveränität. Beides wirklich nicht günstig für die Klinik, sondern für Aktenlagen.

Komm mal langsam aus deiner selbstgerechten Ecke raus, in der Du in letzter Zeit anderen Inkompetenz unterstellst… Je nach Einzugsbereich der Klinik, primärem Einsatzort geschlossener Stationen/Akutpsychiatrie und eigenem Wohnort Kliniknah kann ich mir solche Szenarien gut vorstellen. Ich habe selbst schon Stalking durch einen Patienten mit Liebeswahn bei einer Kollegin und eine psychotische Patientin erlebt, die mein Auto samt Kennzeichen fotografierte und versuchte mein Auto zu manipulieren, weil sie mich in ihr paranoides Wahnsystem eingebaut hat. Dazu kommen diverse Konflikte mit Junkies vom lokalen Drogenumschlagsplatz der Stadt in unserem Praxishinterhof, dass ich die Polizeidisponenten schon mit Namen kenne. Das hat nicht zwingend was mit Kompetenz sondern dem hiesigen Patientengut und der Lage zu tun. Deshalb würde ich als Psychiater auch nie im Einzugsbereich meiner Arbeitsstätte wohnen wollen. Dann ist es deutlich einfacher sich diesbezüglich emotional abzugrenzen.

Feuerblick
24.05.2021, 07:49
Ist der MD eigentlich auch für PKV-Kunden zuständig oder haben die eigene Gutachter?
Die haben eigene Gutachter.

daCapo
24.05.2021, 08:10
Die haben eigene Gutachter.

Da geht mehr durch? Kann man das so pauschal sagen?

Hoppla-Daisy
24.05.2021, 08:43
Ich könnte mir sogar im Gegenteil eher vorstellen, dass da weniger durchgeht ;-)

Feuerblick
24.05.2021, 08:46
Da geht mehr durch? Kann man das so pauschal sagen?Kann ich dir nicht sagen. Die PKVen haben ihre eigenen Regeln und Leistungen. Vieles, was in der GKV nicht vorgesehen ist, kann man in der PKV dazubuchen. Bei anderen Sachen sind sie kleinlicher. :-nix

Heerestorte
24.05.2021, 09:01
Ich hatte gerade als Alternative die Strahlentherapie im Kopf für den TE.
Keine bis wenig Dienste (je nach Klinik), gute work life balance, gutes Gehalt mit Verhandlungschancen und noch irgendwie an der Radiologie dran.

freak1
24.05.2021, 09:12
Ich hatte gerade als Alternative die Strahlentherapie im Kopf für den TE. Keine Dienste, gute work life balance, gutes Gehalt mit Verhandlungschancen und noch irgendwie an der Radiologie dran.

Strahlentherapie hat je nach Haus selbstverständlich Dienste. Unsere ist eine bettenführende Abteilung ("Klinik für", nicht "Institut für").