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Locutus001
02.03.2023, 18:33
Ärzteversorgung und Sonstige Rente sind getrennt.

Wenn man also einmal irgendwo eingezahlt hat in eine Ärzteversorgung, dann behält man auch seine Ansprüche.
Und wenn es 5 Euro im Monat sind später als Rente...

Ich denke die Ärzteversorgung ist lukrativer als die normale Deutsche Rentenversicherung.

Woran es genau liegt... also eine ärztliche Tätigkeit sollte es schon sein. Alleine der Arztstatus reicht nicht. Sonst könnte ja jeder der Medizin studiert hat automatisch über die Ärzteversorgung alles machen. Selbst wenn man dann Influencer wird ^.^
Das ist denke ich einfach auch nicht im Interesse der Deutschen Rentenversicherung... Die Details dazu müsste man allerdings vermutlich dort anfragen. Und ggf. darüberhinaus juristisch.

Buuni
03.03.2023, 17:36
Danke für die Auskunft!

Habe ein bisschen gesucht und es sind ein paar neue Fragen aufgetaucht:

Wovon hängt es ab, dass man in bestimmten Berufen ohne ärztliche Tätigkeit weiter in der Ärzteversorgung versichert ist und bei anderen nicht? Ein Bekannter von mir arbeitet als Wissenschaftler an einem nicht medizinischen Institut und ist definitiv noch in der ÄV und nicht in der DRV versichert. Ich frage mich, ob die ganzen Kollegen, die in der Pharmabranche oder Unternehmensberatung tätig sind auch aus der ÄV austreten mussten.
Stelle ich mir das richtig vor, dass man, wenn man in seinem Berufsleben in beiden Versorgungswerken versichert war, dann 2 unterschiedliche Renten bekommt?
So wie ich es verstehe, ist eine freiwillige Weiterversicherung in der ÄV alternativlos, weil sonst die ganzen Beiträge futsch sind, stimmt das?

Ich arbeite in der Pharmaindustrie im Bereich Pricing & Market Access. Bin der einzige Mediziner im Team und auch in anderen Unternehmen sind Mediziner hier eher rar. Den Job kann man wohl kaum als ärztliche Tätigkeit an sich bezeichnen, aber ich wurde ebenfalls problemlos von der DRV befreit. Ich vermute es hat bereits gereicht, dass ich Kenntnisse meiner ärztlichen Ausbildung einsetze. Habe einfach formlos die Stellenbezeichnung mitgeschickt.

Sim85
12.03.2023, 08:20
Danke für eure Antworten! Habe länger nicht mehr hier vorbei geschaut.

Noch eine Frage zum Thema Ärzteversorgung: wie sinnhaft sind die freiwilligen Mehrzahlungen, die immer angeboten werden.
Ich habe es mal verglichen: wenn die Beispielrechnungen stimmen, ist die Mehrleistung der ÄV rentabler als manche private Altersversorgung.

Hat da jemand eine Meinung dazu?

TaraTamm
12.03.2023, 11:33
Danke für eure Antworten! Habe länger nicht mehr hier vorbei geschaut.

Noch eine Frage zum Thema Ärzteversorgung: wie sinnhaft sind die freiwilligen Mehrzahlungen, die immer angeboten werden.
Ich habe es mal verglichen: wenn die Beispielrechnungen stimmen, ist die Mehrleistung der ÄV rentabler als manche private Altersversorgung.

Hat da jemand eine Meinung dazu?

Es ist halt eine Wette auf ein langes Leben. Wenn du deutlich überdurchschnittlich alt wirst (heißt: deutlich über 90), dann kann sich das schon lohnen. Wenn du mit 65 schwer erkrankst, dann wirst du dir vielleicht wünschen, du hättest das Geld anderweitig angelegt und hättest direkten Zugriff darauf.

Und selbst wenn du 105 wirst, dann ist die Frage, ob du nicht trotzdem mit 70 mehr Nutzen aus dem Geld hättest ziehen könne als mit 100. Anders gesagt: ist es dir wichtiger, mit 70 sofern du noch fit genug bist noch etwas unternehmen zu können, das geld kostet oder möchtest du lieber besser gegen hohe pflegekosten abgesichert sein, falls du mit 100 noch lebst?

Außerdem bindest du dich noch mehr daran, bis zum vorgesehenen Rentenalter in die Ärzteversorgung einzuzahlen. Wenn du früher aussteigen willst, dann verlierst du noch mehr geld, wenn du vorher mehr eingezahlt hast.

Insgesamt ein sehr unflexibles Investment mit mittelmäßiger renditeerwartung. Ich würde es nicht machen und lieber den „üblichen“ Weg über Immobilien, ETFs usw. gehen.

Ist natürlich nur meine Meinung, bestimmt gibt es Gegenargumente.

Sim85
12.03.2023, 18:35
Danke fürs Antworten.

So wie ich es verstanden habe, sind die Beiträge, die ich bereits entrichtet habe, in der ÄV gebunden, damit habe ich einen Rentenanspruch, der den geleisteten Beiträgen proportional entspricht, auch wenn ich das Versorgungswerk wechseln würde.

Damit würde auch mein Rentenanspruch steigen, wenn ich zwar aus der ÄV aussteige, bzw. eine freiwillige Mitgliedschaft weiterlaufen lasse, aber freiwillige Mehrzahlungen tätige, so habe ich das zumindest verstanden.

Konkret wäre die Frage ob in Zeiten steigender Zinsen freiwillige Mehrzahlungen eine sinnvolle Investition in die eigene Altersvorsorge darstellen.

TaraTamm
12.03.2023, 19:46
Danke fürs Antworten.

So wie ich es verstanden habe, sind die Beiträge, die ich bereits entrichtet habe, in der ÄV gebunden, damit habe ich einen Rentenanspruch, der den geleisteten Beiträgen proportional entspricht, auch wenn ich das Versorgungswerk wechseln würde.

Damit würde auch mein Rentenanspruch steigen, wenn ich zwar aus der ÄV aussteige, bzw. eine freiwillige Mitgliedschaft weiterlaufen lasse, aber freiwillige Mehrzahlungen tätige, so habe ich das zumindest verstanden.[/QUOTE]

Natürlich, dein Rentenanspruch steigt. Aber du bekommst eben nur sinnvoll etwas raus, wenn du tatsächlich bis zum regulären Renteneintritt (oder zumindest annähernd bis dahin) Beiträge zahlst und erst dann deine Rente beziehst. Ziehst du das nicht bis zum Ende durch, verpufft deine Einzahlung quasi im Nichts. Ist deine Rentenbezugsdauer kurz, weil du nicht lange lebst (ich wünsche dir ein langes gesundes Leben, aber wir beide wissen, dass es nicht in allen Fällen auch so läuft), dann verpuffen deine zusätzlichen Beiträge für dich ebenfalls im Nichts. Wirst du z.B. "nur" 80, dann bekommst du nicht mal nominal den Betrag wieder raus, den du zusätzlich einbezahlt hast.




Konkret wäre die Frage ob in Zeiten steigender Zinsen freiwillige Mehrzahlungen eine sinnvolle Investition in die eigene Altersvorsorge darstellen.

Nur dann, wenn diese drei Kriterien alle erfüllt sind:
- Du bist zu risikoavers für andere, etwas unsicherere/volatilere, aber voraussichtlich lohnenswertere Investments (Immobilie, ETF)
- Du rechnest mit einem langen Leben (mindestens 90 Jahre). Die Versorgungswerke gehen wenn du 1985 geboren bist davon aus, dass deine Lebenserwartung etwa 90 Jahre beträgt und kalkulieren dementsprechend damit, dass sie dir bis dahin deine Rente zahlen müssen.
- Du rechnest damit, dass du im sehr hohen Alter immer noch einen Kapitalbedarf hast, der über das hinaus geht, was du mit den regulären Einzahlungen bekommen würdest.


Eine einfache Alternative wäre ja, das Geld stattdessen in einen Welt-ETF zu investieren.
Die Vorteile davon wären:
- Die Rendite war, basierend auf den vergangenen 100 Jahren, stets höher als in der Ärzteversorgung
- Das Geld ist dann verfügbar, wenn du es brauchst und nicht erst Häppchenweise in 30 Jahren
- Wirst du früh schwer krank, dann kannst du das Geld komplett verwenden. Und selbst wenn du es dann nicht ausgibst, dann bleibt es für deine Erben erhalten und stirbt nicht zu großen Teilen mit dir, wie es bei der Ärzteversorgung der Fall wäre (es gibt Hinterbliebenenrente, aber die hat hohe Abschläge).

Ob gerade der Leitzins nach oben geht, ist für deinen Rentenbezug in 30 Jahren relativ unerheblich, davon würde ich es nicht abhängig machen. Der wird sehr wahrscheinlich in absehbarer Zeit auch wieder sinken und bis zu deiner Rente noch mehrere Ausschläge nach oben und unten erleben.

Die Frage ist natürlich immer, mit welchen anderen Formen der Altersvorsorge du vergleichst. Würdest du ansonsten stattdessen in eine private Rentenversicherung einzahlen? Dann zahl lieber an die Ärzteversorgung, da sind die Kosten wahrscheinlich geringer. Würdest du das Geld ansonsten sinnlos ausgeben? Dann zahl lieber in die Ärzteversorgung ein. Hast du dich ein bisschen mit sinnvoller Geldanlage beschäftigt? Dann wirf das Geld nicht dem Versorgungswerk in den Hals!